Der Urlaub ist vorbei – Mythos Bier

Der eine oder andere kennt das. Im Urlaub entdeckt man eine Speise oder ein Getränk, das wunderbar schmeckt, und den Genießer begeistert. Man nimmt ein Exemplar davon mit, oder besorgt es sich zu Hause übers Internet, und ist dann irgendwie enttäuscht, weil es irgendwie anders schmeckt, meist eine nachteilige Änderung erfahren hat. Mir geht es beispielsweise so mit dem griechischen Lager Mythos.

mythos-bier-in-kretaIch habe das Bier in Griechenland immer sehr gern getrunken, frisch aus dem Kühlschrank, in gefrosteten Krügen. Ein wirklich tolles Erlebnis, das ich jedem empfehle. Zufällig habe ich dann vor kurzem im Bierregal eines Supermarkts ein paar Flaschen davon entdeckt, für den gemäßigten Preis von 1,40€. Habe ich damit ein Instant-Griechenland zu Hause auf dem Sofa?

mythos-flascheDie Verkostung beginnt schonmal sehr vielversprechend. Sehr kräftige Perlage beim Eingießen, schöne Schaumkrone, viel Kohlensäure. Schöne goldblonde Farbe, und ein Lager-typischer Geruch, hell und eher dünn, leicht hefig, etwas metallisch.

Der Geschmack kommt sehr leicht und ungehopft daher, überraschend leicht für 5% Alkohol, mit sehr milder Bitterkeit; minimale Säure ist erkennbar, dann aber vielleicht etwas dumpf im sehr kurzen Abgang. Keine Frage besteht über den Erfrischungsfaktor, der ausgezeichnet ist, was das Mythos zu einem idealen Begleiter zum Essen macht. Da es seine Perlage lange behält, ist es auch nicht zwischen den Bissen abgestanden.

Etikettenlesen gehört inzwischen zur Grundaufgabe eines Biergourmets, denn man findet immer wieder erschreckendes, so wie hier: Glukosesirup als Zutat. Tut das wirklich Not, Mythos? Ich bin beim besten Willen kein Freund eines Reinheitsgebots, doch solche Zusätze sind meist der industriellen Herstellung und einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber dem Produkt geschuldet. Es ist halt einfacher (und vor allem billiger!), die Mängel im Bier mit Zucker auszugleichen, als sich bereits in der Produktion mehr Mühe zu geben.

Interessant: Ich habe eben gesehen, dass in der Zutatenliste beim Onlineversandhändler Amazon der Glukosesirup, der zugesetzt wird, ausgelassen, und statt dessen auf das angeblich eingehaltene deutsche Reinheitsgebot verwiesen wird – man muss dort scheinbar erst die Flasche kaufen, um in der Zutatenliste auf der Rückseite nachzulesen, dass das genauso ein Mythos ist wie der Name des Biers schon suggeriert. Vielleicht hat der Vertreiber zuviel von seinem eigenen Bier getrunken?

Mein Fazit: Ein sehr einfaches Bier mit nur wenig Aromen, mit Zusatzstoffen, die ich nicht schätze.

mythos-glasJa, das ist halt genau der Urlaubseffekt bei solchen Bierspezialitäten. Man trinkt sie in der kretischen Taverne mit Blick aufs Meer, an einem heißen Tag, wo einem die Zusatzstoffe egal sind und die Hitze die Aromen verstärkt. Im kühlen, nasskalten Deutschland ist der Charme eher begrenzt, und das Urlaubserlebnis zumindest hier nicht reproduzierbar – zu leicht und eindimensional ist das Mythos, es hat viel zu wenig Charakter. Meine Lehre: Griechisches Bier trinkt man in Griechenland, nicht hier, und freut sich stattdessen lieber auf den nächsten Aufenthalt dort.

J.F. Kennedy hatte Recht – Tequila San José Silver

Eigentlich wollte ich meine Zeit nicht mehr mit Reviewschreiben für minderwertige Spirituosen verschwenden. Doch dann dachte ich mir – Fusel muss auch diskutiert werden, vielleicht sogar noch mehr als Qualitätsschnaps, denn sonst kauft am Ende jemand noch so einen Stoff, weil es praktisch keine Besprechung als Warnung davor gibt, ist dann wegen des grausigen Geschmacks für immer vom Tequila abgestoßen und verpasst damit eine der wunderbarsten Spirituosen, die es auf der Welt gibt.

Bevor ich diese Tequila-Erleuchtung in Form des Probierens von 100%-Agave-Tequila hatte, hatte ich mir in meiner Unwissenheit eben genau so uninformiert neben dem Hut-Tequila auch noch einen anderen Mixto (also einen Tequila, der nur zu mindestens 51% aus Agavenzuckerferment destilliert wird) in einem französischen Supermarkt gekauft: Den Tequila San José Silver.

tequilasanjose-bottleMan kann es aber dann doch recht kurz machen: Mir kommt es so vor, als wäre das der selbe Brennspiritus, der auch in die Sierra-Flaschen abgefüllt wird. Extrem metallischer Geruch, keinerlei Agavenfruchtigkeit schmeck- oder riechbar, nichts, was guten Tequila ausmacht, ist entdeckbar. Man muss schon viel Limette und Salz dazu servieren, um den Sprit wenigstens in Shotgläsern halbwegs trinkbar zu machen, für die Wirkungstrinker, denen das „danach“ egal ist und die auch Bremsflüssigkeit trinken würden, um dicht zu werden. Dass der San José nur 35% Alkoholgehalt aufweist (das Minimum dafür, dass er sich noch „Tequila“ nennen darf), ist ein weiteres Zeichen für Billigstproduktion.

Das perfide an diesem Tequila ist, dass er in einer schönen, aufwändig gegossenen Flasche abgefüllt ist, die echt was hermacht. Da lässt sich bestimmt der eine oder andere zum Kauf verleiten. Leider. Denn jede Flasche, die von solchem Zeug verkauft wird, bestätigt die Industrie darin, dass es einen Markt für schlechte Qualität gibt, und verkleinert damit den Markt für hochqualitativen Tequila aus 100% Agave.

Also: Fragt nicht, was der Tequila für Euch tun kann, sondern, was Ihr für den Tequila tun könnt. Und das ist, solche Mixtos prinzipiell, egal zu welchem Zweck man einkauft, im Regal stehen zu lassen und ein Signal zu geben: Wir wollen guten Tequila!

Ihr Bierlein kommet – Kalea Bier-Adventskalender Edition Deutschland 2015

Vorweihnachtszeit, Adventszeit. Wie sehr habe ich als Kind immer darauf hingefiebert, jeden Tag ein neues Türchen in meinem Schokoladenadventskalender öffnen zu dürfen! Dass so ein Bedürfnis nicht mit dem Alter vergeht, sieht man an den heutzutage erhältlichen Spezialitäten-Adventskalendern, die man in Supermärkten bekommt, die von der guten alten Schokolade für Nostalgiker über Tierfutter für Tierfreunde bis hin zu Erwachsenenspielzeug im Beate-Uhse-Spezialkalender mit aufgedruckten Playgirls und Toyboys reichen. Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich mir gern den Premium-Whisky- oder Tequilakalender zulegen, doch für diesen Preis fahre ich lieber mal in den Urlaub, und begnüge mich mit meinen zweitliebsten Getränken, den Spezialitätenbieren.

Seit einiger Zeit gibt es also auch für den Bierfreund solche Kalender, und auf einen solchen möchte ich mit genügend Vorlauf hinweisen. Der Kalea Bier-Adventskalender Edition Deutschland 2015 fällt einem schon durch die schöne Holzimitationsgestaltung und den massiven Karton auf. Er enthält 24 Biere und ein Verkostungsglas. Versteckt sind die Biere liegend hinter runden Türchen, die leicht zu öffnen sind. Man muss natürlich im Vergleich zu anderen Adventskalendern etwas Platz haben – der große Karton mit den Maßen von grob 40x40x26cm braucht einen stabilen Stehplatz.

bieradventskalender-kartonNeben all den Glasflaschen ist in einem unnummerierten Sondertürchen noch ein schönes, qualitativ hochwertiges, langes Bierverkostungsglas mit 330ml Fassungsvermögen enthalten, und, eingerollt im Glas, eine überraschend informative Broschüre über die empfohlene Vorgehensweise beim Verkosten, mit Farbtabellen für Biere und Geschmacksvorschlägen, anhand denen man seine eigene Verkostung dokumentieren kann.

bieradventskalender-glasFreundlicherweise muss man bei diesem Adventskalender nicht die Katze im Sack kaufen, denn der Hersteller offeriert eine Liste der enthaltenen Biere außen auf dem Karton (mit dem Hinweis, dass Biere ersetzt werden können, falls eins davon zur Herstellungszeit nicht erhältlich sein sollte). Wie man an der Liste sieht, sind darunter durchaus namhafte deutsche Marken wie Riegele, Schneider und Alpirsbacher, und ein breiter Mix an Bierstilen, von Pils über Schwarzbier über Bock zu IPA, und das setzt diesen Kalender von anderen dieser Art ab, die oft drittklassiges, völlig unbeschriebenes Bier zu versteckt erhöhten Preisen unters Volk bringen wollen.

bieradventskalender-inhaltFür alle Bierfreunde, die gern mal experimentieren, ist das ein tolles Vorweihnachtsgeschenk. In meinem lokalen Feinkostmarkt habe ich diesen Kalender für 39€ + 2€ Pfand erworben (also knapp 1,60€ pro 330ml-Flasche, plus das Verkostungsglas, das ist m.E. ein gutes PLV) und dann die vielkiloschwere Packung quer durch die belebte Saarbrücker Bahnhofsstraße geschleppt und dadurch die Kalorien abgearbeitet, die ich durch den Verzehr all dieser Biere aufpacke (zumindest rede ich mir das ein). Der Tragegriff am Kartondeckel ist sehr stabil und hält so einen Bierhalbmarathon aus.

Ich werde ab dem 1. Dezember, wenn das erste Türchen geöffnet wird, diesen Artikel dann regelmäßig mit den tagesaktuellen Bieren ergänzen.

Tür 1: alpirsbacherkleinermoench-flasche
Alpirsbacher Klosterbräu Kleiner Mönch Spezial
Sehr einfaches, effektives Etikettendesign, ohne Schnickschnack. Wenig Informationen auf dem Rücketikett. Wirklich schöne Goldfarbe. Zunächst guter Schaum, später nur noch Ring am Glasrand, dennoch ausdauernde Perlage. Kräftiger Hopfenduft, leicht fruchtig, angenehm würzig. Sehr ansprechend. Hopfenlastiger Geschmack, leicht fruchtig, viel Kohlensäure, mundfüllend mit zurückhaltender Malzsüße. Kräftig und bitter im Nachtrunk. Sehr erfrischend. Ein wirklich tolles Bier – und das schon hinter Türchen Nr 1. Wenn das so weitergeht, bin ich begeistert.

Tür 2:kauzenhopfentraum
Kauzen Biermanufaktur Hopfentraum Pils
Attraktive Farbe, aber ich bin kein großer Pilsfan. Dieses hier ist sicher nicht schlecht gemacht, aber der metallische, trocken-bittere Geschmack, sehr pilstypisch, ist einfach nicht mein Fall. Angenehm gehopft (Hallertauer und Ochsenfurter, den kannte ich noch nicht), aber nicht  fruchtig. Schöne Frische, aber auch im Nachtrunk kommt der Pilscharakter mit seiner aromalosen Trockenheit voll durch. Für Pilsfreunde sicherlich einen Schluck wert – für mich nicht; zuviele „abers“. Witziges Etikett.

 

Tür 3:lebenskuenstler-flasche
Raschhofer Lebenskünstler Witbier
Schön trüb und mit feiner Perlage. Herrlicher Geruch nach Koriander und Orange. Vollfruchtiger, hocharomatischer Geschmack mit zurückgenommener Bittere. Würzig und leicht salzig. Seitdem ich Witbiere entdeckt habe, bin ich begeistert davon, und das Raschhofer ist ein ganz herausragendes Exemplar dieser Gattung. Auch wenn ich kein österreichisches Bier in einer „Edition Deutschland“ dieses Kalenders erwartet hätte… egal: Guter Geschmack kennt keine Nationalgrenzen.

 

Tür 4:hohenthannermaerzen
Hohenthanner Märzen Festbier
Strahlendes Kupfer, lautes Zischen beim Eingießen. Der Schaum ist nach wenigen Sekunden Standzeit komplett verschwunden, er hat es nichtmal aufs Foto geschafft. Dennoch spritzig-frischer Geschmack, leicht hopfig, leicht malzig. Ich vermisse etwas Körper und Volumen. So ist dieses Märzen für mich kein Gourmetbier, aber, gut gekühlt, ein erfrischender Essensbegleiter, das mir abends mein vietnamesisches Bun Nem gekrönt hat.

 

Tür 5:baisingerkellerteufel
Baisinger Kellerteufel Naturbelassenes Pils
Schöne Schaumkrone auf unfiltriertem blassem Bier. Wenn ein Bier „Kellerteufel“ genannt wird, erwartet man etwas extremes: Man bekommt aber trotz des etwas zu flashig aufgemachten Etiketts ein mildes, feines Pils. Gut ausgewählter Hopfen mit einer gewissen Fruchtigkeit, leicht salzige Würze, bis zum Schluss tolle Frische. Im Abgang eine dezente Bittere. Ja, das ist ein Pils, das selbst mir als Pilshasser geschmacklich entgegenkommt.

 

Tür 6 (Nikolaustür):kettererhellerbock
Ketterer Heller Bock
Ein Fläschchen mit Mützchen. Wie bekommt der Bock eine Nikolausmütze über die Hörner? Egal: Strahlend im Glas, mit dezenter Frische, aber leider auch den Eigenschaften, die ich am typischen Bockbier überhaupt nicht schätze: Metallischer, dumpfer Geruch, stumpfer Geschmack. Kaum hopfig, kaum fruchtig, nur mäßig aromatisch. Ich werde einfach nicht warm mit dem Standardbockbier wie hier präsentiert. Mit knapp über 7% wirklich eher etwas für den Festtag.

 

Tür 7:riegele-golden
Riegele… golden seit 1386 Pale Ale
Tür 7 verbirgt ein widersprüchliches Verwirrspiel: „Pale Ale“ steht auf dem Kalenderkarton; auf der Riegele-Homepage findet sich kein Hinweis auf diesen Begriff. Nach Anfrage bestätigt der Hersteller Riegele: Es ist als Pale Ale gedacht. Entsprechend bekommen wir ein hopfiges, helles Bier, mit viel sichtbarer Hefe, und einer deftigen Würze, die man riechen und schmecken kann. Fein gehopft, nicht übertrieben, und wunderbare Frische. Ein Bier für jede Gelegenheit.

 

Tür 8:schalchnerweisse
Weissbräu Schwendl Schalchner Weisse hell
Wunderbare, feste Schaumkrone, die am Bart kleben bleibt. Passend trüb, mit Heferesten, die sich am Boden absetzen. Metallischer Geruch und Geschmack, wenig Aromen, selbst keine eigentlich hefeweizentypischen. Leichte Säure, im sehr kurzen Abgang dann doch für ein paar Momente deutliche Würze, danach nur noch bitter. Insgesamt enttäuschend – für mich als Hefefan ganz besonders schade. Ein Augentäuscher.

 

 

Tür 9:baumburgerexport
Baumburger Export
Ich finde es schade, wenn Biere auf den Etiketten so sparsam mit Informationen über das enthaltene Bier umgehen. Das Baumburger Export spielt ganz vorne mit bei dieser Sparsamkeit: Praktisch null nützliche Information. Dennoch: Gold im Glas, leicht naturtrüb. Wenig Schaum, dafür umso mehr Aroma! Ein sehr würzig-kräftiges Bier, mit perfekter aber milder Bittere, und idealem Erfrischungsfaktor. Ein wirklich spannendes Bier mit viel Charakter. Das werde ich öfters trinken, wenn ich es bekommen kann.

 

Tür 10:goldochsenkellerpils
Gold Ochsen Jubiläums-Kellerpils
Ich stamme aus der Gegend von Ulm, daher verzeihe man mir eine vielleicht etwas lokalpatriotische Haltung diesem Bier gegenüber. Naturtrüb, aber etwas blass und schaumarm überzeugt es optisch nicht, doch der Geruch lässt mich schon an der Klassifikation als Pils zweifeln – das riecht herrlich fruchtig. Und auch geschmacklich würde ich im Blindtest sagen, dass es sich um ein Pale Ale, vielleicht sogar ein mildes IPA handelt. Erst im Abgang kommt ein trockener Pilscharakter zum Vorschein. Das beste Bier in Ulm, um Ulm und um Ulm herum, dessen bin ich mir sicher.

Tür 11:hirschbraeuholzar
Der Hirschbräu (
Höss) Holzar-Bier Export
Ein Bier wie ein rostiger Nagel – sowohl von Optik als auch vom Geruch her. Dunkler Bernstein, wenig Schaum, und ein Geruch nach Eisenwarenhandlung. Leider kein „Iron Man“ in Bezug auf Geschmack; wenig Körper, nur wenig Malzigkeit, leichte Bittere. Enttäuschend dünn und lasch. Ich bezweifle, dass sich die alten Holzmacher mit so einer schwachen Brühe zufrieden gegeben hätten, nach einem harten Tag im Forst. Immerhin ein schön gestaltetes Etikett. Dennoch bisher vielleicht das schwächste Bier des Kalenders.

 

Tür 12:doldensud-vorschau
Riedenburger Brauhaus Dolden Sud Bavarian IPA
Für dieses Bier verweise ich gern auf meine bereits vorhandene, ausführliche Rezension.

 

 

 

 

 

Tür 13:metamensisgoldendark
Met-Amensis GoldenDark Metbier
Mit der Halbzeit des Bierkalenders überschreiten wir auch gleichzeitig mit dem GoldenDark die Grenze zum Mischgetränk. Met, also Honigwein, ist ein uraltes Kulturgetränk, das bei uns, wenn man leicht polemisch werden will, nur noch in LARP-Kreisen von plastikbehelmten Freizeitwikingern getrunken wird. Pur mag ich Met eigentlich gern; als Zusatzstoff im Bier sorgt es dafür, dass man ein pappsüßes, leicht nach Melone und Honig schmeckendes Getränk bekommt, das mit Biergeschmack nichts mehr am Hut hat. Ein interessantes Experiment, mehr aber auch nicht.

 

Tür 14:huettnaturtrueb
Hütt Naturtrüb Kellerbier
Hefe! Hefe! Hefe! Meine Hefealarmskala ist eben gesprengt worden. Die Hessen, bei denen alles Essen aus Sahne, Speck, Zwiebeln und Sahne besteht, garniert mit Speck und Zwiebeln und einem Klecks Sahne, liefern hier ein herrlich dichtes, voluminöses Bier ab, das zu einer deftigen Speise passt. Ich schmecke Laugenbrezeln und Brot, eine kräftige Bittere und durchgängigen Schaum. Im Glas bleibt nach Genuss noch etwas Hefe zurück; wenn man das Foto genau ansieht, kann man die Schwebeteilchen erkennen. Ich liebe dieses Bier.

 

Tür 15:riederschwarzmann
Rieder Schwarzmann Schwarzbier
Vorsicht, der Schaum kommt bei diesem Bier heimtückisch im letzten Schuss beim Eingießen – mir ist es etwas übergelaufen. Geruchlich erinnert es mich an Suppenwürfel; der erste Geschmack im Mund ist ganz kurz Weichspüler und Plastik, erst dann kommen stouttypische Aromen wie Kaffee und dunkles Malz zum Vorschein. Ein Spiel mit meinen Nerven, aber ich mag so verrückte Biere, die man schwer einordnen kann. Da wir hier noch ein österreichisches Bier vor uns haben, glaube ich, dass mit „Edition Deutschland“ etwas anderes gemeint war, als ich dachte.

Tür 16:gipfelglueck
Hopfmeister Gipfelglück Exotische Weisse
Liest man ein paar der Zutaten, so könnte man denken, man hat ein IPA vor sich. Auch geruchlich orientiert sich diese kaltgehopfte Bierspezialität klar an den hopfenstarken, fruchtigen Ale-Vorlagen. Mit einem kräftigen Schaum und starker Trübung kommt aber auch ein anderer Geschmack ins Rennen: Das typisch süß-säuerliche der Weißen, mit einer guten Würze und sehr milden Bittere (15 IBU), hinterlässt eine angenehme Trockenheit am Gaumen. Ich kann mich dem Rückseitenetikett eigentlich nur anschließen: Mei schmeckt des guad!

Tür 17:palmbraeuoriginal
Palmbräu Original naturtrübes Pils
Ich wohne in einem Bundesland, das fest in der Hand einer Großbrauerei ist, die ein Pils herstellt, das den Markt dominiert. Leider sagt mir das Urpils überhaupt nicht zu – viel zu bitter, kratzig und ohne Aromen. Das hat mich zum Pilshasser gemacht. Das Palmbräu dagegen könnte mich wieder hin zum Pils bekehren: Naturtrüb, safranfarben, feiner Fruchtgeruch, mindestens ebenso feiner Hopfenfruchtgeschmack. Milde, aber klar spürbare Bittere mit edler Trockenheit am Gaumen und einer überzeugenden Würze. Ein sehr ansprechendes Etikettendesign und ein Biosiegel krönt das ganze.

Tür 18:buergbraeugustl
Bürgerbräu Gustl bayerisches Vollbier
Nach all den unfiltrierten Bieren mal wieder ein hochglänzender Strahlemann. Ich bin davon überzeugt, dass man beim Filtrieren einen nicht unerheblichen Anteil des Geschmacks verliert, und dieses Bier beweist es mir erneut. Sehr metallischer Geschmack und Geruch, dünn, zwar sehr frisch und hell, aber dafür auch körper- und charmelos. Oberflächliche Aromatik, kaum runtergeschluckt ist es schon weg, zurückbleibt nur eine belanglose Bittere. Gut trinkbar zum Durstlöschen beim Essen oder in der Sommerhitze im Biergarten; zum Genießen ungeeignet. Andere würden vielleicht „klassisch“ dazu sagen.

Tür 19:zwoentitzerrauchbier
Zwönitzer Rauchbier
Ich hatte schon viel Pech mit Rauchbieren. Im Gegensatz dazu kann mich das Rauch-Craft-Bier von Zwönitzer voll überzeugen: Hier ist der Rauchgeschmack dezent im Hintergrund, und erinnert wirklich an Rauch, und nicht an diesen unsäglich schmierig-speckigen Fischkuttergeschmack, den viele andere Rauchbiere aufweisen. Der Hauptgeschmack ist dabei immer noch Malz, Kaffee und Röstaromen sind erkennbar und geben dem Bier eine kräftigsüßliche Note. Dazu ein ordentlicher Hefesatz, der dem ganzen eine schöne Trübung gibt und viel Geschmack mitbringt. Die Erzgebirger haben halt Erfahrung mit Räucherware!

Tür 20:schlappeseppel-winterbock
Schlappeseppel Winterbock
Winter ist ja gerade nicht. Nicht, dass ich böse wäre – ich habs gern muggelig warm. Dennoch kann man so ein Bier zum Abendessen trinken: dunkelgoldene Farbe, kräftige Perlage, milder, zurückhaltender Duft. Im Mund würzig, etwas salzig, dabei aber gleichzeitig immer schön malzig-süß. Kein metallischer Geschmack, den ich am Bock immer ablehne. Man schmeckt die fast 7% Alkohol nicht raus. Eine witzige Entstehungsgeschichte, deren Wahrheitsgehalt ich wie bei allen solchen Legenden anzweifle, und ein saisonal passendes Etikett – ein sehr ausgewogenes, interessantes Produkt für Freunde des etwas stärkeren Biers.

Tür 21:schneiderweissetap7
Schneider Weisse TAP7 „Unser Original“ Hefeweißbier
Das ist der zweite Hahn, den ich von G. Schneider & Sohn nun probiere (die Rezension fürs TAP6 folgt demnächst!). Naturtrüb, ungefiltert, unpasteurisiert – so lobe ich mir das. Dunkle Hefeweizen sind meist  malziger, süßer, als ihre helleren Verwandten, und tatsächlich finde ich hier eine etwas stumpfe Süße, einen dumpfen Geschmack, mild bis zur Belanglosigkeit. Mir fehlt eine gewisse Würze, ein Knalleffekt. Auch die Rezenz hält sich für mich einen Tick zu sehr in Grenzen; ein Bier, das man gern trinkt, aber dann schnell wieder vergisst. Ich hoffe, ich verrate nicht zuviel: Auch TAP6 hatte mich nicht begeistert. Vielleicht habe ich am falschen Ende der Zapfhahnreihe angefangen?

Tür 22:Distelhäuser Black Pearl
Distelhäuser Black Pearl Classic Porter
Ich sage direkt vorneweg: Porter ist, wenn gut gemacht, eine meiner Lieblingsbiersorten. Das Etikett erinnert schonmal an klassische Zeiten. Vorbildlich, wenn inzwischen in Craft-Kreisen aber üblich, sind die exakten Angaben über IBU, Stammwürze und Hopfen- und Malzsorten. Die „schwarze Perle“ glänzt mit perfekter Blickdichte, feinem Schaum und herrlichen Aromen für die Nase. Wunderbare Konsistenz, sehr malzig, aber gleichzeitig sehr frisch, mit für „nur“ 28 IBU äußert effektiver Bittere. Aromen von Espresso, Bitterschokolade, Röstmalz sind präzis definiert, bei gleichzeitig dennoch klarem Biercharakter – sehr sortentypisch. Ein gutes Porter aus deutschen Landen (dass es auch das Gegenteil gibt, sieht man hier), bei dem ich nur einen gewissen Körper vermisse.

Tür 23:Heidelberger Weihnachtsbier
Heidelberger Weihnachtsbier
Plopp! Macht der Kronkorken, und der Bierschaum ergießt sich über meinen Teppich. Lag das Bier aufgrund meiner Grippe zu lange im Kühlschrank? Habe ich es geschüttelt? Ich weiß es nicht. Schade, dass diese Schaumentwicklung nicht auch im Glas weiter anhält. Die Farbe entschädigt: Glänzendes Bernstein. Geruchlich etwas zurückhaltend, aber erkennbar würzig – ich rieche etwas Orangensaft. Geschmacklich etwas zart, aber auch hier feinwürzig und dezent. Sehr dezent. Viel zu zurückhaltend in allen Beziehungen für meinen Geschmack – wenn ich bös aufgelegt wäre, würde ich sagen: laaaaangweilig. Ich bin es aber nicht, sondern lege dieses Bier stattdessen einfach denjenigen ans Herz, die Bier mögen, das nicht so arg nach Bier oder irgendwas schmeckt.

Tür 24:Stille Nacht Weihnachtliches Festbier
Schnaitl Stille Nacht Bier
Es ist schon fast Silvester, und das inzwischen dritte österreichische Bier musste aufgrund einer Grippe etwas länger im Kühlschrank ruhen als beabsichtigt. Doch die Wartezeit hat sich gelohnt: Optisch attraktiv, mit vielen rostroten Lichtreflexen und einer tollen Schaumkrone. Geruchlich meine ich, eine deutliche Bananennote festzustellen, neben den Röstmalzaromen. Die 29 IBU stellen sich am Gaumen unmissverständlich vor, doch die angenehme ausgleichende Malzsüße sorgt für einen spannenden, so gar nicht stillen Kontrast. Ich bin mir inzwischen sicher: Österreich habe ich biertechnisch klar unterschätzt. Da gibt es Nachholbedarf.

 

Am Ende kann ein Rückblick erfolgen. Ich bin, sowohl was Präsentation als auch Inhalt angeht, äußerst zufrieden mit diesem Bieradventskalender. Einige, die so einen Kalender online bestellt hatten, beschwerten sich darüber, dass er mit kaputten Bierflaschen angekommen sei; andere, dass die Türchen nicht vorgestanzt waren, wieder andere, dass das Glas hinter der falschen Tür gewesen sei. So ganz problemlos ist die Produktion bei Kalea daher scheinbar nicht; ich empfehle ganz klar den Kauf vor Ort, wo man sich vom Zustand augenscheinlich selbst überzeugen kann.

Das Verkostungsglas gefällt mir sehr gut, ich werde öfters Bier daraus trinken. Die Bierauswahl ist wirklich gelungen, ein schöner Querschnitt durch Deutschlands (und 3x Österreichs) Bierkultur, und ich habe ein paar Biere kennengelernt, die ich mit großer Sicherheit nachkaufen werde, falls ich sie bekommen kann. Und es hat mir großen Spaß gemacht, jeden Tag morgens ein Türchen zu öffnen, das Bier in den Kühlschrank zu legen und abends dann zu genießen.

Kalea Bierkalender offen

Die Anschaffung eines solchen Kalenders ist für das nächste Jahr schon fest eingeplant. Da derselbe Hersteller auch einen Craft-Bier-Kalender anbietet, werde ich mir, falls dann noch erhältlich, wahrscheinlich so einen holen; oder vielleicht sogar einen Blick über die Grenze riskieren und mir die „Edition Österreich“ anschauen.

Wundermittel gegen Katzenjammer – Robinsons Old Tom Strong Ale

Kaum ein Hersteller von verderblichen Waren kommt ohne Hauskatze aus. Gerade bei getreidebasierten Produkten, wie Bier, ist eine Katze als natürliches, biologisch unbedenkliches Anti-Maus-Mittel unersetzlich. 1899 lag also „Old Tom“, die Brauereikatze von Robinsons, in der Sonne, entspannte nach all der Mäusejagd (wie es nur Katzen so lustvoll können). Ein Brauer sah sie, skizzierte ihren von dieser unliebsamen Belästigung etwas genervten Gesichtsausdruck (wie ihn nur Katzen haben können), und das Bild war so beliebt, dass es zum Markenzeichen der Brauerei wurde, und die Katze „Old Tom“ mit dem Bild zum Namensgeber für ein Ale, nämlich das Robinsons Old Tom Strong Ale.

oldtomale-flascheWenig Schaum krönt das Ale, das kennt man ja von Ales, aber es weist eine attraktive, starke dunkle Farbe auf, mit vielen schönen roten Reflexen, wenn man es leicht gegen das Licht hält. Im Gegensatz zu Stouts ist es aber nicht vollständig blickdicht.

Mit Bier, wie man es kennt, hat dieses Getränk vom Geruch her erstmal wenig gemein. Nein, ich denke beim Riechen am Glas mehr an Rum, Holz und Malz. Das macht sich auch im Geschmackstest bemerkbar. Sehr kräftiger Geschmack, dunkel, malzig und überhaupt nicht süßlich, wie man es von einem solchen Bier erstmal erwarten würde. Im Gegenteil: eher sogar leicht salzig, dann etwas kratzig im Hals, und schließlich wuchtig im Abgang.

oldtomale-farbeBitter ist die dominierende Note – aber keine helle Bitterkeit wie bei einem IPA, sondern entsprechend der Farbe ein dunkle Bitterkeit – und überraschend adstringierend zieht es mir die Spucke aus dem Mund. Erneut kommt mir die Erinnerung an Rum. Melasse, und dunkle Früchte, vielleicht wie ein Botucal Reserva Exclusiva schmecken würde ohne all den Zuckerzusatz.

8,5% Volumenprozent, die man praktisch nicht schmeckt, verkaufen sich für knapp 3€ einer 330ml-Flasche, die toll gestaltet ist, mit ins Glas eingelassenem Schriftzug; und bei einer Katze als Markenlogo ist bei mir eh die halbe Miete schon drin.

„The World’s Best Ale“ steht selbstbewusst auf dem Flaschenhalsetikett. Persönlich glaube ich nicht, dass es soetwas gibt, bei all den unterschiedlichen Geschmäckern, aber sicherlich gehört auch für mich das Robinson’s Old Tom Strong Ale zu den besten Ales, die ich bisher getrunken habe. Auf jeden Fall zu den memorabilsten.

Feines von der Insel über dem Winde – La Mauny Rhum Agricole 50%

Es gibt Dinge, die mögen wir nicht von Anfang an. Der erste Biss in eine Lakritzschnecke sorgt dafür, dass viele das schwarze Gummi nie wieder im Leben anrühren. Oliven sind bitter und ich kenne viele, die das Gesicht verziehen, wenn sie sie im Salat entdecken. Blauschimmelkäse ist so aromatisch, dass der eine oder andere nicht damit umgehen kann oder will. Austern, mit ihrer halbflüssigen Konsistenz und ihrem salzigen Geschmack, hasst man oder liebt man.

Allen solchen Dingen muss man eine zweite, manchmal vielleicht sogar eine dritte, vierte oder fünfte Chance geben, bis der eigene Gaumen sich vom ersten Ablehnen weg hin zur neuen Aromatik umgewöhnen kann. Es ist für mich immer wieder verblüffend, wenn ich zum Beispiel bei der Fernsehshow „Das perfekte Dinner“ höre, was die Leute so alles nicht essen. Fisch (außer, er schmeckt nicht so stark nach „Fisch“), Meeresfrüchte, Spargel, rote Beete, Rosenkohl, Wild. Und das schlimmste: sie wollen es oft nicht mal probieren. Viele Menschen verbauen sich eine ganz neue Geschmackswelt nur aufgrund dessen, dass ihnen vor Urzeiten der erste Versuch missfallen hat. Man kann es sich einfach machen, und Speisen oder Getränke ablehnen, weil sie nicht in das kindliche Schema süß-dezent-gewohnt passen. Doch mit nur ein bisschen mehr Experimentierfreude kann man sich weiterentwickeln und sich diese Welten erschließen.

Maison La Mauny Rhum Blanc Agricole 50°

Rhums agricoles, wie der La Mauny Rhum Agricole 50% von der Insel Martinique, sind auch so ein angewöhnter Geschmack, zumindest war es so für mich. Man mag sie im Allgemeinen erstmal nicht zu Beginn. Im Vergleich zu den massenkompatiblen, nichtssagenden nachgesüßten Zuckerrums sind sie kantig, spitzig und unbequem – und hochinteressant, spannend, ungewöhnlich. Wer sie einmal kennen gelernt hat, hat sie lieben gelernt: Sie sind die wahren Könige der Rumwelt.

Ich erkenne Lakritz und grünes Gras, vergorene Ananas (das kenne ich vom hausgemachten Tepache), viel Frucht, der Rum ist aber dennoch schön süß und fein. Der Alkohol versteckt sich nicht, was er in guten Spirituosen aber auch nicht tun muss, nur in Fusel. Höchstaromatisch und kraftvoll, Zitrusfrucht, Litschis und reife Bananen. Ein einmaliger Geschmack, natürlich erinnernd an seinen brasilianischen Verwandten, den Cachaça, aber noch aromatischer und fruchtiger. Eisen, Anis, Pfirsich. Das Spektrum scheint unendlich. Jeder Schluck weckt neue Assoziationen. Bei 50% darf man schon einen Tropfen Wasser oder zwei dazutun, dadurch kommt die dunklere, esterige Note, die man von Jamaica-Rum kennt, dazu, und Pfeffer und Minze. Ich werde sprachlos bei dieser unglaublichen Vielfalt.

Maison La Mauny Rhum Blanc Agricole 50° Glas

Im Gegensatz zu einem anderen weißen rhum agricole, den ich im Regal stehen habe, dem Dillon 43%, ist der La Mauny trotz seiner erhöhten Stärke sehr mild. Diesen Rum gibt es in 70cl auch mit niedrigerer Prozentzahl, wie bei fast allen Antillen-Rhums, doch ich empfehle ganz klar, die Flasche mit höherer Prozentzahl zu wählen. Alkohol ist Geschmacksträger, und verdünnen kann man immer noch selbst.

Das perfekte Cocktailrezept für diesen Rum wird praktischerweise schon auf der Flasche mitgeliefert. Das martiniquanische Nationalgetränk ist der Ti’Punch (abgeleitet von petit punch, dem „kleinen“ Punch also) – ich habe es minimal modifiziert. Ich mag diesen Drink gern ohne Eis; in der Sommerhitze oder in der Karibik trinkt man ihn vielleicht lieber mit einem dicken Eiswürfel. Es passiert mir selten: Ich habe mir 3 Stück davon hintereinander reingezogen, so gut schmeckt mir dieser Mix.

tipunch-cocktail


Ti’Punch
1 Stück brauner Würfelzucker
½ Limette direkt ins Glas ausdrücken und mit dem Zucker vermischen,
die Limettenhälfte dann ins Glas werfen

2½ oz La Mauny Rhum Agricole 50%


lamauny-etikett2Und, da bin ich ehrlich, ich habe im französischen Supermarkt etwas zögerlich für 18€ (der Preis kann nur als Witz gemeint sein, das PLV geht dadurch gegen unendlich) zugeschlagen, weil mir das Flaschen- und Etikettendesign so gefallen hat. Eine dicke, fassförmige Literflasche, mit einem außergewöhnlich schön und liebevoll gestalteten Etikett, in dem die Herstellung über Illustrationen und Schlagwörter erklärt wird. Gewiss ist da viel davon, wie immer bei industriellen Spirituosenetiketten, Marketingrosigkeit, aber wenn es so gut gemacht ist wie beim La Mauny ist mir das egal.

Ein wirklich wunderbarer Rum, der am lang bestehenden Sockel meines Lieblingsrums, des Appleton Estate Extra 12, kratzt. Auf jeden Fall mit einer der besten Rums, die ich in meinem Leben getrunken habe. Man stelle sich vor, ich hätte mich vom ersten Versuch eines rhum agricole, der nicht so toll lief, abschrecken lassen. Ich hätte mir nie verziehen, dieses Aromenwunder nur deswegen zu verpassen.

Dieser Hahn kann schön krähen – Gruthaus Pumpernickel Porter

Der Feinkostmarkt im Saarbrücker GaleriaKaufhof ist ein Ausbund an unerwarteten Überraschungen. Sie haben dort wirklich ein hervorragendes Sortiment (leider etwas überteuert) an Spirituosen, und auch eine kleine, aber sehr feine Biertheke mit Bieren aller Art und aus aller Welt. Wenn dann noch eine Mindesthaltbarkeitsdatumswarnungswelle ausbricht, bei der viele Biersorten um 50% reduziert werden, so wie neulich, schlage ich bei allem, was nicht niet- und nagelfest ist, zu. Eins dieser MHD-Biere war das Gruthaus Pumpernickel Porter, das ich heute vorstellen will.

gruthauspumpernickelporter-flasche„Schwarz, kernig, vollmundig“ ist das Versprechen auf dem modern und verrückt gestalteten Etikett, das einen Gockel in Comicverfremdung zeigt.  Ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen – die Beschreibung auf dem Etikett passt perfekt.

Das Bier, eingegossen in mein spezielles Porter-Glas von Spiegelau (tolle Gläser, die es auch für IPAs und Witbiere gibt), erscheint erstmal nicht blickdicht, aber mit schöner Perlage und feinem, zurückhaltenden Schaum. Ein leicht metallischer, harziger Geruch ist überraschend, aber sehr angenehm und macht Lust auf mehr.

Geschmacklich überrascht es nur dahingehend, dass es wirklich schmeckt, wie ein Porter schmecken soll (bei der ungeregelten Porter-Biersituation bekommt man wirklich grausiges Zeug als „Porter“ serviert, da muss man vorsichtig sein). Es gefällt im Mund, ist schön dicht, kräftig und dabei immer noch frisch.

gruthauspumpernickelporter-glasViele halten derartig malzlastige, dunkle Biere oft für sättigend; das Gruthaus Pumpernickel Porter ist aber tatsächlich eher erfrischend, nur leicht malzig, und hat auch nur leichte Röstaromen. Diese wirklich gut gelungene Ausbalanciertheit in allen Komponenten setzt sich auch bei einer zurückhaltenden, aber effektiven Bitterkeit und einer nicht übertriebenen Süße fort.

Wie es sich für handwerklich gutes Bier ziemt, ist das Pumpernickel Porter ungefiltert und nicht pasteurisiert, und weist echten Pumpernickel als Zutat aus – Brot und Bier, hergestellt aus ähnlichem Grundstoff, waren schon immer Brüder im Geiste. Dass so eine spannende Vermählung wirklich gut klappt, beweist dieses Bier, von dem ich sicherlich mehr trinken werde, auch wenn es dann nicht mehr um die Hälfte reduziert ist.

Porter macht sich auch immer gut in Cocktails. Der Roll With The Punches #2 zeigt ganz besonders, dass Bier eine tolle, aber leider unterschätzte Cocktailzutat sein kann.

Roll with the Punches #2 Cocktail


Roll With The Punches #2
1½ oz / 45ml aromatisierter Rum
¼ oz / 10ml Angostura
¾ oz / 25ml Orgeat
½ oz / 15ml Orangensaft
½ oz / 15ml Limettensaft
Auf Eis shaken. Mit Porter-Bier auffüllen.
[Rezept nach unbekannt]


Wirklich ein ganz hervorragendes Porter, das sich nicht vor britischen Platzhirschen in diesem Bierbereich verstecken muss.

Älter bedeutet nicht auch weiser – Agavita Añejo Tequila

Scotch- und Bourbon-Trinker wie auch Rumfreunde sind immer auf der Suche nach lange gelagerten Exemplaren der Droge ihrer Wahl. Für viele ist das Alter ein Synonym für Qualität, und sie schauen eine Spirituose, wenn sie nicht mindestens 10 Jahre in einem Fass lag, gar nicht erst an. Für diese geriatrophilen Gourmets ist es meist eine Überraschung, wenn sie mit Tequila konfrontiert werden – dort sind 3 Jahre Fassreifung schon sehr viel. Warum ist das so?

Anhand dieses Tequilas, dem Agavita Añejo Tequila, kann man das gut erkennen. Während die Zuckerquelle beispielsweise bei Scotch, die Gerste, zwei- bis dreimal im Jahr geerntet wird, braucht eine blaue Weberagave um die 7 Jahre, bis sie reif zur Tequilagewinnung ist. Dass eine Pflanze in einem so langen Zeitraum eine sehr viel stärkere, eigene, aromatischere Zuckerbasis in sich aufbauen kann als ein Getreide sorgt dafür, dass das, was nach der Vermaischung aus der Destille tröpfelt schon von sich aus viel mehr Aromastoffe aufweist als ein Gersten-, Weizen- oder Roggenbrand. Beim Whisky ensteht der Großteil der Geschmacksstoffe erst durch die lange Zeit im Fass; beim Tequila ist das, was ihn ausmacht, schon direkt von Anfang an da. Und diese Agavenaromatik ist es, die der Tequila-Aficionado sucht und wünscht. Durch lange Fasslagerung würde diese grasige, lebendige und vor allem feine, luftige Fruchtigkeit durch starke, schwere Holznoten überlagert und dem Tequila seine größte Stärke rauben. Für mich sind daher die Blancos, vielleicht noch die Reposados, die wahren Könige des Tequila. Die Añejos sind zwar meist weicher, aber auch weichgespülter als ihre jüngeren, ungereifteren Verwandten. Und das erkennt man auch an diesem Agavita Añejo sehr schön.

agavitaanejo-flascheDie Farbe, die in der Flasche für einen Tequila sehr dunkel erscheint, ist dann etwas heller im Glas, wo man den leichten Geruch, etwas mineralisch, vielleicht minimalst metallisch, dagegen aber sehr agavenfruchtig, genießen kann. Karamell und Aprikosen deuten auf das Alter hin. Ein ansprechender, typischer und feiner Tequilageruch.

Die Zunge wird leicht gekitzelt durch die vorhandene Würze, im Hals kratzt es ein klein wenig. Die Süße eines guten Tequila ist vorhanden, doch sonst ist die Aromendichte relativ gering; für einen Añejo-Tequila kommt er mir recht dünn und schmalbrüstig vor, und ich vermisse Reifenoten. Ich hätte ihn in einer Blindverkostung für einen Reposado gehalten, was nicht unbedingt schlecht ist. Es fehlt an Körper und Volumen, auch wenn der Agavita ansprechend agavenfruchtig ist, und mir der Hauch einer Mentholnote, die auf Zunge und Gaumen verbleibt, sehr gefällt. Ein gewisser Mangel an Komplexität und Charakter dagegen könnte Kenner enttäuschen. Auch der Abgang ist sehr kurz, und enttäuschend schnell verflogen.

Natürlich verwende ich so einen Tequila dennoch gern in einem Cocktail – er hält sich dezent im Hintergrund, gibt aber dem Cocktail den typischen Agavenduft. Als Beispiel für einen Cocktail, in dem der Agavita Añejo sehr gut funktioniert, erwähne ich hier mal den Charming Foxhole.

Charming Foxhole Cocktail


Charming Foxhole
1½ oz Agavita Añejo Tequila
½ oz Aperol
½ oz Süßer Wermut (z.B. Carpano Antica Formula)
¼ oz Amaro (z.B. Villa Rillago Amaro)
2 Spritzer The Bitter Truth Créole Bitters


Erhältlich ist dieser gealterte Tequila im Großhandel bei Metro für rund 17€, er ist in der gleichen Flasche wie sein Verwandter, der Agavita Platinum Blanco, abgefüllt, und weist ein nur leicht anderes Etikett auf, das aber in seiner schlichten Eleganz zu überzeugen weiß. Ein Plastikkorken verschließt die Flasche.

Während der eben angesprochene Agavita Platinum ein Preisleistungswunder ist, ist der Añejo vergleichsweise diesbezüglich nicht ganz so spitze. Trotzdem: Für diesen Preis in Deutschland einen 100%-Agave-Añejo zu bekommen ist ein gutes Zeichen, und im Vergleich zu Mixtos ist dieser Tequila natürlich trotz allem eine andere Welt.

Tequilafreunde, die einen günstigen Alltagstequila suchen,aber auch  Anfänger, die mal einen gealterten Tequila probieren wollen, können sicherlich einen Blick riskieren und machen nichts falsch dabei; wenn man aber nur einen Añejo im Leben trinken will, sollte man sich eher nach anderen, körpervolleren, aromatischeren und komplexeren Tequilas umschauen.

Io offro un giro! Villa Rillago Amaro

Deutschland ist gut durchsetzt mit italienischen Restaurants. Die damals so genannten „Gastarbeiter“ brachten den biederen Deutschen in den 50er Jahren ihre herrliche Kulinarik bei, und neben Pizza, Spaghetti, Lasagne und Mozzarella kam auch höherprozentiges mit im Gepäck über den Brenner: der italienische Kräuterlikör, genannt Amaro. Wer hat nicht schon nach üppigem Essen in einer Pizzeria den einen oder anderen Ramazotti, Cynar oder Fernet getrunken?

Der süße Kräuterlikör ist zwar erkennbar bitter, aber halt nicht so trockenbitter wie die Kräuterbitter Angostura oder Underberg, sondern schön süß und voluminös, und vielleicht daher so beliebt. Inzwischen sind die Amaro-Regale in Supermärkten unübersehbar, und da taucht dann auch schon schnell eine Eigenmarke auf, wie der Villa Rillago Amaro, der scheinbar eine Hausmarke der Globus-Supermarktkette ist.

villarillagoamaro-flascheÄußerlich fällt er schonmal positiv auf. Eine hübsche Halbliterliterflasche, mit Schnur und Plombe, einem hübsch gestalteten Etikett, und viel Sichtfläche auf den Inhalt. Farblich ist er ein typischer Amaro, dunkelbraun, fast schon schwarz, blickdicht. Dickflüssig fließt er ins Glas.

Nelken und Süßholz, Eukalyptus, Schokolade und Kräuter. Ein sehr angenehmer Geruch, etwas leichter, frischer als viele andere Amaros. Süßer Geschmack ist erstmal das Vordergründigste beim Kontakt mit dem Mund, eine ölig-dicke Konsistenz, die zunächst scheinbar nur aus Zucker besteht. Schnell kommen aber die Kräuteraromen nach, und eine für einen Amaro nur überraschend zurückhaltende Bitterkeit. Im Abgang bleibt diese milde Bitterkeit auch noch eine Weile auf der Zunge, begleitet von leichter Kräuternote und Süße, und lässt eine erkennbare Trockenheit im Hals zurück. Im Gegensatz zu beispielsweise Fernet Branca, der voll auf die Kräuter- und Bitterkomponenten setzt, ist der Villa Rillago Amaro mehr ein starksüßer Digestif mit Anklängen von Kräutern.

Der Villa Rillago Amaro sorgt aber trotz dieser eher leichten Aromatik in Cocktails für eine schwere Dichte, eine dunkle Süße und eine leichte Bitterkeit, die zum Beispiel im Joaquin Murrieta hervorragend zur Gesamtkomposition beiträgt.

Joaquin Murrieta Cocktail


Joaquin Murrieta
1 oz Tequila reposado
1 oz süßer Wermut
1 oz Amaro
Auf Eis rühren.
[Rezept nach Scott Baird]


Mit 8€ für den halben Liter ist er trotz Hausmarke nicht wirklich billiger als die großen Namen, doch ich habe mir nach einiger schlechter Erfahrung und dem Zwang einer großen Flaschenzahl in der Heimbar geschworen, wenn nur irgend möglich, nur noch kleine Flaschen einer Spirituose zu kaufen. Und da bei diesem Amaro auch der Inhalt stimmt, habe ich zur Abwechslung mal alles richtig gemacht.

The Beer of the Tiger – Crew Republic Roundhouse Kick Imperial Stout

Welcome, Ladiiiiiiiiiieeeees and Geeeentlemeeeeeeen! In der linken Ecke, mit einem leichten Kampfübergewicht, aber unendlicher Motivation, der Titelverteidiger, der Bezwinger vieler Spirituosen, sowohl im amerikanisch-mexikanischen, wie auch dem schottisch-italienischen Stil: schlimmerdurst!

In der rechten Ecke der Herausforderer! Gut gekühlt, frisch geöffnet, und mit einigen Vorschusslorbeeren aus der Fachpresse versehen: Das Crew Republic Roundhouse Kick Imperial Stout, aus München, von dem selbst Chuck Norris noch was lernen kann! Wie wird dieser ungleiche Kampf ausgehen? Ring frei!

056019-black-paint-splatter-icon-food-beverage-drink-bottle1Runde 1! Die Kämpfer checken erstmal vorsichtig Farbe und Geruch ab! Das Roundhouse Kick ist schwarz wie Chuck Norris‘ Karategürtel, blickdicht, und weist einen leichten Schaum auf, wie ihn die Loser, die früher vom Titelträger schon Prügel bezogen haben, vor dem Mund hatten. Selbst in einer verschwitzten Trainingshalle schafft es der Geruch gegen jeden Aromagegner: recht hopfig, Amateurboxer hätten es allein vom Geruch vielleicht für ein Pale Ale gehalten, und entsprechend sind neben dem dunklen Malz dann fruchtige, zitronige Aromen im Vordergrund.

Crew Republic Roundhouse Kick Imperial Stout

056019-black-paint-splatter-icon-food-beverage-drink-bottle1Runde 2! Der erste brutale Geschmackskontakt! Nur zurückhaltend, kein guter Kämpfer protzt mit seinen Fähigkeiten, schlägt das Roundhouse Kick mit Röstmalz und Kaffee zu, den wahrscheinlich zwei bekanntesten Geschmacksrichtungen bei Imperial Stouts; vordergründig sind eher die Jabs mit der gerochenen Zitrone, vielleicht Grapefruit, beides natürlich dem Hopfen in den Handschuhen geschuldet. Sehr erfrischend für die anstehende Kampfpause, während der Trainer motivierend auf beide Kombattanten einquasselt.

056019-black-paint-splatter-icon-food-beverage-drink-bottle1Runde 3! Ein Raunen geht durch die Menge! War das ein Tiefschlag? Ein schnelles K.O. in der dritten Runde, der Titelverteidiger geht zu Boden! Leicht und unbeschwert, wie Karate Kid beim Autopolieren, tänzelt der Sieger durch den Ring. Ansprechend, fein und gelungen, mit einer sehr guten Note im Ausdruck, selbst vom russischen Ringrichter, für ein etwas ungewohntes, überraschend süßes Imperial Stout.

Crew Republic Roundhouse Kick Imperial Stout Glas

056019-black-paint-splatter-icon-food-beverage-drink-bottle1Nach dem Kampf! Die Kampfanalyse. Verwendete Hopfensorten: Columbus, Tradition. Verwendetes Malz: Pilsener Malz, Chocolate Malt, Karamellmalz, Röstmalz. Kampfgewicht 71 IBU mit 9.2% in 330ml.

Kein Wunder, dass der Kampf so schnell vorbei war. Das Roundhouse Kick hat mich hinterrücks mit hinterlistigen Kampftaktiken und ungewohnten Aromen für ein Stout überrumpelt, und mit seinen kaum schmeckbaren 9.2% ausgeknockt, ohne dass ich den Schlag habe kommen sehen. Doch sei gewarnt: Es gibt noch einen Rückkampf, und da werde ich mir meinen Titel zurückholen!

Zarte Delikatesse – Hendrick’s Gin

Ich finde Gin persönlich eine recht langweilige Spirituose und verstehe den aktuellen Gincraze nicht wirklich. Meine Cocktailbar des Vertrauens räumt leider Stück für Stück hochwertige Rums und Whiskeys aus dem Sortiment, um allen möglichen Gins dafür Platz zu machen. Vielleicht ist es die Zurückhaltung eines Gins, was Aromen angeht, die ihn so beliebt macht – ähnlich wie bei Vodka, bei dem es ein Qualitätskriterium ist, wenn er nach nichts schmeckt (dazu habe ich meine Meinung etwas geändert, siehe den Grasovka Vodka).

hendricksgin-flascheGin ist aber dann halt doch eine Stufe über Vodka, denn er wird, je nach Hersteller, vor, nach oder während dem Destillieren aromatisiert – Gin ist also letztlich aromatisierter Vodka, auch wenns manche nicht hören wollen. Früher ganz klassisch mit Wacholder, heutzutage kommt jeden Monat eine neue Geschmacksrichtung auf den Markt.

Eine der besseren, für mich persönlich vielleicht sogar die beste überhaupt, ist der schottische Hendrick’s Gin – das sage ich nach ausgiebiger, jahrelanger, mühe- und aufopferungsvoller Verkostung von dutzenden Sorten mehr oder weniger hochwertigen Gins. Sehr zart, floral, mit reduziertem Wacholderaroma ist er ein delikates Pflänzchen im Spirituosenregal. Gut, dass er durch diese massive, dunkle Apothekerflasche mit dem 19.-Jahrhundert-Retro-Etikett und den schönen, eingelassenen Details geschützt wird.

hendricksgin-detailsWer einen starken, dominanten Wacholdergeschmack sucht, ist hier falsch. Daher muss man auch ein bisschen mehr Sorgfalt beim Vermischen dieses Gins walten lassen – ein leichtes Tonic Water ist meist schon das stärkste, was man ihm antun darf, trotz der 44%, sonst geht die feinen Anklänge von Gemüsearoma sofort unter und er schmeckt nicht anders als ein 08/15-Gin. Perfekt allerdings wirkt er in einem modernen Klassiker, dem Gin Basil Smash, in dem er seine einzigartigen Geschmackskomponenten voll vorzeigen kann; oder einem Prohibitionszeit-Darling, dem Last Word.

Last Word


Last Word
¾ oz Hendrick’s Gin
¾ oz Maraschino-Likör
¾ oz Chartreuse Verte
¾ oz
Limettensaft


Ein feiner, edler Tropfen, dieser Gin. Auch wenn er in einem lokalen Geschäft, das neben Zigarren noch exklusive Spirituosen anbietet, vom Verkäufer etwas verächtlich als „Supermarktgin“ abgetan wurde, kann ich ihn jedem empfehlen, der sich wegen (oder trotz?) des Ginhypes auf die Suche nach neuen Geschmäckern begibt.