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Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle Titel

Kurz und bündig – Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle

Das Saarland war einst durchzogen von kleinen lokalen Brauereien. Inzwischen wurden alle von Konzernen geschluckt oder gingen insolvent. Nennenswert übrig ist neben dem allgegenwärtigen Karlsberg (dem mit „K“, nicht dem mit „C“) eigentlich nur noch die Saarbrücker Brauerei Bruch. Diese offeriert unter verschiedenen „Tarnnamen“ Produkte – wie die Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle, ein obergäriges Vollbier. Mir ist jede Abwechslung vom saarländischen Pilseinerlei recht, daher kommt sie zu mir ins Glas – wer könnte aber auch so einem Bild, das mein Kollege Gerhard Müller für mich mit seiner professionellen Fotoausrüstung an einem hübschen Tag machte, wiederstehen?

Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle Glas Gerhard Müller

Farblich tatsächlich sehr ansprechend ocker, naturtrüb, dezente Perlage. Schöner, kräftiger Schaum beim Eingießen, aletypisch bleibt nur wenig auf Dauer davon übrig. Geruchlich mild-, aber erkennbar aromahopfig. Leichte Malz- und Hefeanklänge. Vom Geruch her ist das tatsächlich ein Pale Ale. Da hüpft mir das Herz.

Geschmacklich ist die Freude leider weniger groß. Der Aromahopfen hat sich auf den Geruch beschränkt – im Mund ist nur noch ein Hauch von der Fruchtigkeit schmeckbar. Dafür tritt eine herbe Bitterkeit an seine Stelle, Hefegeschmack. Wir sind doch nicht bei einem Pale Ale, sondern bei einem Pils oder Zwickel. Ein etwas dumpfer Charakter stört mich sehr. Muss daher zügig getrunken werden, denn mit steigender Temperatur wird die Hopfen Perle immer dumpfer und seichter.

Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle Glas

Mittellanger Abgang mit Hopfenaromen, leichter Mundtrockenheit. Sehr erfrischend, wenn gut gekühlt, aber ein bisschen langweilig und mit dieser seltsamen Stumpfheit, die die Mundporen verstopft, als hätte man einen Belag darauf.

Schade, ich hatte mir da mehr erhofft, aber das ist halt genau das, was passiert, wenn ein Brauer, der jahrzehntelang nur Pils und Export hergestellt hat, plötzlich auf den fahrenden Craftbierzug aufspringen will, und gleichzeitig auch noch die pilsfanatische Bestandskundschaft mit glücklich machen will. So landet die Hopfen Perle bei mir in Mixgetränken, wie dem Weissen Sour.

Weissen Sour


Weissen Sour
2 oz Bourbon (z.B. Old Grand-Dad Kentucky Straight Bourbon)
¾ oz Zitronensaft
¼ oz Zuckersirup
1 Barlöffel Orangenmarmelade (z.B. von Zuegg)
2 Spritzer Orange Bitters (z.B. von The Bitter Truth)
Auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
2 oz Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle

[Rezept nach Kevin Diedrich]


Immerhin – die Brauerei Bruch macht auch das für mich persönlich beste saarländische Bier, das Bruch Zwickel. Dieses würde ich dann auch dem Bierfreund, der sich fürs Saarland interessiert, eher ans Herz legen.

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Maisel & Friends Teleporter Imperial Porter Titel

Kurz und bündig – Maisel & Friends Teleporter Imperial Porter

Maisel & Friends heißen nicht umsonst so – immer wieder treffen sie sich mit Brauern von anderen Brauereien und stellen Collaboration Brews, wie es auf bierneudeutsch heißt, her – die unterschiedlichen Sichtweisen auf Bier soll für eine gegenseitige Befruchtung in den Produkten sorgen. Nach dem in den USA bei Christian Moerlein Brewing (Cincinatti, Ohio) hergestelltem Spacetime kommt der deutschstämmige US-Brauer nun zurück in die alte Heimat: mit dem Maisel & Friends Teleporter Imperial Porter soll die zeitliche und räumliche Trennung der Brauerkollegen außer Kraft gesetzt werden. Beamt es mich up, oder hat der Teleporter eine Fehlfunktion?

Eine wirklich starke Schaumentwicklung grüßt, wenn man das Bier aus der großen Dreiviertelliter-Flasche, die auch schon als Heimat für andere Maisel-Biere diente, eingießt. Porter kenne ich sonst als diesbezüglich eher zurückhaltendes Bier, hier ist der Schaum gemischtporig, und bleibt lange erhalten, später dann als helle, dichte, flache Krone auf dem Bier. Das Bier selbst ist dunkelbraun bis rubinrot, nicht ganz blickdicht.

Maisel & Friends Teleporter Imperial Porter

Die Nase erfreut sich an holzig-rauchigen dunklen Kakao- und Kaffeenoten, insbesondere letzteres ist sehr präsent, wie eine Schale schon eine Weile offen dastehendes Kaffeepulver. Die Aromatik ist darunter dann eher süßlich, Beeren, Vanille, Orangen.

Das Mundgefühl ist weich, mild, cremig. Süße Anflüge von Karamell werden kombiniert mit einer dezenten Bittere, die keine Kanten hat – 39 IBU würde man wohl kaum vermuten, wüsste man es nicht. Dasselbe gilt für die Rezenz, das Teleporter ist frisch und leicht, auch etwas, was man von der Optik her nicht unbedingt annehmen würde. Die Hopfensorte Phoenix kümmert sich schließlich darum, die Gesellschaft der dunklen Gerstenmalze nicht zu stumpf werden zu lassen. 9% Alkoholgehalt machen das Teleporter zum Imperial Porter, diesen Stil sieht man nicht häufig – mir als Porterfreund gefällt das sehr.

Der Abgang hat eine attraktive dezente Schärfe, die auf der Zunge kitzelt. Feinherbe, mäßige Trockenheit, schöne Säure, leicht grasige Aromen und etwas Mineralität lassen das Bier sehr langsam und mit Bedacht ausklingen.

In diesem Bier findet man alles, was den Porter-Stil für mich so liebenswert macht, und das nicht zu knapp. Ein wirklich schön gestaltetes, rundes Bier, mit einer herrlichen Retro-Videospiel-Etikettierung, die Blicke auf sich zieht. Meine Empfehlung: Zugreifen, solange die limitierte Edition erhältlich ist!

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose Zusendung einer Flasche dieses Biers.

Brewbaker Berliner Handwerksbrauerei Titel

Ick freu mir wie Bolle über Jeschenke – Brewbaker Berliner Blut, Berliner Nacht und Berliner Art

Wir Blogger tauschen uns gerne aus über unsere Themengebiete. Ich habe Alice Wunder vom Blog meinedrogenpolitik als fachkundigen und unterhaltsamen Gegenpart in vielen Diskussionen kennengelernt, und einmal einen Artikel auf jenem Blog als Gastbeitrag veröffentlicht. Die „Entlohnung“ dafür, eigentlich mehr ein kleines Freundschaftsgeschenk,  waren 3 Flaschen Berliner Craftbieres, die ich hier nun besprechen will. Im Sinne der Bloggerpartnerschaft gebe ich allerdings die Ehre der Einleitung nun an Alice Wunder weiter.

Brewbaker Craftbeer begegnete mir zum ersten mal bei einem Besuch in der Arminius-Markthalle vor fünf oder sechs Jahren. Dort standen die Braukessel von Brewbaker und es gab vom Faß Berliner Nacht, ein Imperial Stout. Ich hatte beiläufig vom Trend des handwerklichen Brauens gelesen, aber darüber hinaus keine Ahnung, was an einem Stout besonders kaiserlich sein sollte. Aber ich mochte britisches Schwarzbier ab und zu mal gern, beim Irlandurlaub hatte ich gelernt, daß Stout eine schöne Abwechslung sein kann, um die Zeit zwischen Tee und erstem Whiskey zu überbrücken. Das Berliner Imperial Stout aber war für mich ein Erweckungserlebnis, das könnte ich gerne jeden Tag trinken und dafür lebenslang auf Schwarztee und Whiskey verzichten. Bitter, teerig, staubtrocken und dabei samtig, sahnig und sättigend, wie ein Getreidemüsli. Und schnell auf nüchternen Magen weggezischt, macht ein halbes Glas dank 9% Alkohol weiche Knie im Sitzen.
Beim Trinken erhielt ich noch eine kurze Einführung in Bierkultur. Ich war Michael Schwab, einem Braumeister auf Heimatsuche, begegnet. Die eigenen Kessel sind des Brauers Heiligtum, leidenschaftlich schimpfte er auf Großindustrie und verächtlich blickte er auf Kuckucksbrauer herab. Inzwischen weiß ich auch warum: Der Herr über die Brauerei bestimmt die Hefe. Wer als Gast braut, darf Körner und Bitterkräuter mitbringen, soviel er will, aber niemals den heimischen Hefestamm durch fremde Kulturen infizieren. Früher, als jedes Dorf seine Brauerei und jede Brauerei ihren Hefestamm hatte, schmeckte jedes Bier individuell. Die heutigen Großbrauereien, die ihre Kulturen aus zentralen Zuchten beziehen, sind damit Verbreiter der Eintönigkeit. Die Eigenständigkeit aber hat ihren Preis. Die eigene Brauerei, inzwischen ein paar Straßen weiter in eigener Halle, erzeugt keine großen Mengen, aber macht viel Arbeit. Da blieb auch nicht viel Zeit, sich mit geschicktem Marketing auf der anrollenden Craftbeer-Welle zu positionieren.
Brewbaker ist ein wenig ein Geheimtipp geblieben, wenn frische Ware beim Dealer in der Nachbarschaft eintrifft, sind die Kisten schnell leergekauft. Denn ich – und etliche andere Moabiter – halten Brewbaker für eine der besseren Handwerksbrauereien in Deutschland. Die Produkte haben einen unverwechselbaren Charakter, immer sehr herb, sozusagen bierernst, im Gegensatz zu fast schon frivol fruchtigen, amerikanischen Ales. Aber genauso hochwertig und komplex. Ich würde sagen, Brewbaker-Biere schmecken immer sehr deutsch, man kann die meisten Kreationen auch in einem Haushalt mit Kindern offen herumstehen lassen, ohne den Jugendschutz zu vernachlässigen. Die stärkeren Biere schmecken mir besser, denn sie haben ein Fundament, das den Hopfenangriff abfedert. Damit entlarve ich mich als Laie und reiner Genußtrinker, denn überregionales Lob bekam Brewbaker für seine Berliner Weisse, ein beeindruckendes Bier, das aber für mich ganz klar zu sauer und zu schwach ist.

 

Danke, Alice Wunder, sowohl für das Bier als auch die einleitenden Worte. Nun aber zügig ans Eingemachte! Wir haben schließlich was vor heute – Brewbaker Berliner Blut Double Smoked Red Ale, das schon von Alice Wunder angesprochene Berliner Nacht Imperial Stout und das Berliner Art Double IPA wollen verkostet werden!

Brewbaker Berliner Blut, Berliner Nacht und Berliner Art

Wir beginnen die Verkostung mit dem, was mir vom Namen und Bierstil her am meisten Spannung versprach – dem Berliner Blut. Dabei handelt es sich um ein Double Smoked Red Ale mit 9% Alkoholgehalt und üppigen 50 Bittereinheiten. Uns begrüßt nach dem Eingießen ein superfeiner Schaum, der eine lange Ausdauer aufweist. Man sieht die namensgebende schöne rotbraune Farbe, die nach einem Schwall Satz am Ende (ich gehe davon aus, dass es sich um Hefe handelt) fast völlig blickdicht ist, und in der man die leichte Perlage schön erkennen kann.

Spannend geht es in der Nase weiter – ein wilder Mix aus scheinbar nicht zusammenpassenden Aromen von Zitrone, Hefe, Essig und Ketchup wird ergänzt durch einen hintergründigen Rauchanklang.

Brewbaker Berliner Blut Double Smoked Red Ale

Hm, das gefällt schonmal soweit, doch der wahre Woweffekt tritt dann erst beim ersten Schluck auf, da ist eine Überraschung vorprogrammiert. „Sehr rauchig“ fällt mir als erster Eindruck ein, nicht arg viel weniger salzig, speckig, essigsauer, würzig, bitter, trocken. Da gibt es richtig viel zu entdecken, eine Wohltat bei Bier, das sich sonst eher möglichst massengenehm präsentiert. Dazu kommt eine hintergründige Süße, die in Kombination mit den Voreindrücken dafür sorgt, dass das Berliner Blut sehr komplex und vielschichtig wirkt. Vollmundig, cremig im Mundgefühl, und dabei doch sehr rezent.

Im mittellangen Abgang wird es dann noch extrem trocken, rauchig, holzig, würzig. Man merkt, es gefällt mir: Ein superspannendes Bier, endlich mal wieder eins, das mich nach viel mäßig begeisterndem Zeug, das ich in letzter Zeit im Glas hatte, tatsächlich überrascht hat.

Ich hoffe ja, dass Brewbaker auf diesem sehr hohen Startniveau weitermachen kann. Drum gehe ich mit großen Erwartungen zum nächsten Bier über, dem Berliner Nacht, einem Imperial Stout mit 9% Alkoholgehalt.

Auch hier sehe ich zunächst die tolle Schaumentwicklung. Sehr dunkler Schaum, feinporig. Vollkommen blickdicht („nachtschwarz“ steht auf dem Etikett, das passt, genauso wie der Name Berliner Nacht). Leichte, sehr langsame Perlage, man kann die Perlen gemütlich aufsteigen sehen. Süßwürzig ist es vom Geruch her. Sehr fruchtig, nach Ananas und Papaya. Stiltypisch dann natürlich Cappucino, Kakao und Röstmalz. Unterschwellig Süßholz und etwas milder Speck. Ein Hauch von Rauch.

Brewbaker Berliner Nacht Imperial Stout

Im Mund ist der rauchige Geschmack im Antrunk dann deutlicher. Und für ein Imperial Stout kommt eine höchstüberraschende, ausgesprochen starke Zitronensäure dazu, die das Bier sehr rezent und frisch macht, wenn auch vielleicht etwas stiluntypisch ist. Diese extreme Säure überdeckt auch sonst beinahe alles andere, was an Aromatik vorhanden ist, und drückt die eher zu erwarteneden Aromen in den Abgang. Immerhin schafft sie es nicht, das cremige Mundgefühl zu plätten. Jener Abgang ist sehr trocken, bitter (50 IBU sind eine Hausnummer) und immer noch kräftig sauer, doch man erahnt nun wenigstens die Röstaromen. Ein Hauch Kokosfleisch fliegt am Ende noch mit durch die Nacht.

Erneut: Sehr überraschend. Dabei bin ich nicht ganz so enthusiastisch wie beim Vorgänger; diese superpräsente Zitronigkeit wirkt überwältigend und unausgewogen. Schade, dass die sehr komplexe Nase sich nicht ins Bier transportiert.

Aller guten Dinge sind drei, und Brewbaker hat daher auch noch ein Double IPA, wie schon beide anderen Biere auch mit 9% Alkohol eingebraut, im Angebot. Das Berliner Art weist auf dem Etikett die höchst erstaunliche Angabe von 120 IBU auf, das ist schon etwas Angeberei, jeden IBU-Wert, der über 100 ist, sollte man mit einem gewissen Zweifel betrachten.

Brewbaker Berliner Art Double IPA

Noch deutlicher als zuvor ist hier die extreme Schaumentwicklung, nach Ziehen des Kronkorkens quillt es schon über; beim Eingießen ins Glas bestand der erste Schuss rein aus Schaum, mit entsprechender Vorsicht ist dieses Bier zu behandeln. Immerhin: Superüppiger, großblasiger Schaum. Starke Perlage. Farblich dunkles Gold, mit deutlicher Trübung.

Ich rieche ihn in letzter Zeit bei Bier häufig, diesen metallischen Geruch. Hier ist er dominant, begleitet, von Grapefruitschale, Zitrone und Banane. Ein erster Schluck aus dem Glas, in dem die Flasche wegen des Schaums noch nicht komplett eingegossen war: Sehr sauer, extrem sauer eigentlich schon, Limette, Grapefruit. Gießt man den Rest der Flasche, insbesondere den Bodensatz, noch ein, mildert sich das ganze. Das Mundgefühl ist nun cremig und weich, die extreme Säure wird durch einen vollen, süßlichen Körper ersetzt. Die Aromen von Grapefruit und Limette sind noch da, werden aber durch Bananengeschmack und Kümmelnoten aufgefangen. Leicht rauchige Noten. Für manche bitteren Biere wird empfohlen, den Bodensatz nicht einzugießen; bei diesem Bier muss es definitiv sein.

Der Abgang ist sehr lang, sehr trocken, superbitter, stark adstringierend. Der Kümmel kommt stärker vor. Auf dem Etikett steht: „Ein Bier wie Berlin: Es ist großmäulig. Laut. Direkt. Intensiv.“, gefolgt von anderen mehr oder wenig schmeichelhaften Adjektiven, die die Intensität des und der Berliner Art ausdrücken sollen. Es passt irgendwie.

Was halte ich als Fazit für alle drei Biere fest? Das ist verdammt spannendes Zeug. In einer Zeit, in der selbst viele selbsternannte Craft-Biere sich dem Massengeschmack annähern, braucht es so mutige, unkonventionelle und vielleicht auch gewöhnungsbedürftige Produkte wie die von Brewbaker. Dass sie neben dem tollen Geschmackserlebnis noch witzig, aber nicht überdreht aufgemacht sind, und zu guter letzt sogar noch ein Biosiegel tragen, krönt das Ganze. Alice Wunder, ich will mehr davon.

Maisel & Friends Summer Pale Ale Titel

Kurz und bündig – Maisel & Friends Summer Pale Ale

Habe ich da ein déjà-vu? Letztes Jahr im Sommer hatte ich ein Bier getrunken, das Surfer auf dem Etikett hatte. Das Kona Longboard Island Lager konnte mich durch seine unkomplizierte Art überzeugen, allein der Preis und der weite Weg, den es zurücklegen musste, bis es bei mir im Glas landete, sorgten für Schwermut. Diesen lege ich hiermit offiziell ab, denn seit kurzem gibt es auch in Deutschland hergestelltes Surferbier! Maisel & Friends sorgt mit dem Summer Pale Ale, auf dessen Etikett ein lässiger Surfer sein Brett am Strand entlang trägt, entsprechend schonmal direkt für gute Laune.

Maisel & Friends Summer Pale Ale

Die Hefe setzt sich am Boden etwas ab, daher ist beim Eingießen darauf zu achten, dass man die Flasche kurz vorher dreht, oder etwas schwenkt. Berücksichtigt man das, so ist das Summer Pale Ale deutlich trüb, mit leicht blassem Ocker als Farbe. Mittelstarke Perlage ist durch die Trübung sichtbar, und ein wenig an feinblasigem Schaum krönt das Bier. Ich rieche daran, und mir gefällt die Mischung aus marmeladig-süß, mild zitrusig (ist das ein Wort?), sehr betont hopfig. Man bekommt direkt einen Eindruck der zu erwartenden Bittere.

Im Mund bleibt dann kaum noch was von der Marmelade, hier wirds kantig: sehr bitter, mehr noch, als es die 33 IBU zahlenmäßig vermuten lassen. Trocken, herb und die nur ganz kurz im Antrunk aufblitzende Süße wird schnell von einer Welle der Hopfigkeit hinweggespült. Sehr rezent und kühlend, mit erkennbarem Mineralwassercharakter – leichter Körper ohne viel Tiefe. Das ist für meinen Geschmack für ein Pale Ale schon grenzwertig nah am Westcoast-IPA, aber ich schere mich nur selten um Stiltreue, wenn das Endprodukt schmackhaft ist.

Der Abgang ist kurz, frisch, sehr herb und trocken. Zitrusnoten hängen noch nach, ein mentholischer Effekt ebenso. 4,4% Alkohol sorgen für gute Sommerkompatibilität – was leichteres für den Strand. Das würde ich auch gern als Fazit festhalten: die Zielidee eines leichten Sommerbiers wurde mit dem Summer Pale Ale voll getroffen. Ich denke mal, ich werde meine Kollegen in naher Zukunft bei einem Bürobier um Vier damit beglücken, gut gekühlt, wenn es wieder so heiß ist.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose Zusendung einer Flasche dieses Bieres.

Tausendsassa, Trainingslager und Innis&Gunn Lager Titel

Lagerkoller – Raschhofer Tausendsassa Lager, Mashsee Trainingslager und Innis & Gunn Lager Beer

Es gibt da in Großbritannien einen Zeitungs-Comicstrip, den ich sehr mag. „Andy Capp“ heißt er, und er handelt von einem Tunichtgut, der Arbeit scheut wie der Teufel das Weihwasser, der einen Großteil seiner Zeit im örtlichen Pub verbringt und dabei ein Bitter nach dem nächsten trinkt, Billard spielt und junge Mädels anbaggert. Er ist gleichzeitig passionierter Fußball- und Rugbyspieler (vor dessen ultraharter Spielweise sich alle Gegenspieler fürchten), und Meister darin, seiner Frau Flo ihre hartverdienten Kröten aus der Handtasche zu stibitzen, um jene dann zu versaufen. Eine herrliche Karikatur auf die britische Unterschicht, immer liebevoll und zum Totlachen.

Andy Capp

Auch wenn man sonst mit Andy kaum etwas gemein zu haben denkt, so kriegt der geneigte Bierfreund doch manchmal auch so einen kleinen Lagerkoller, und muss das Haus verlassen und ein Bierchen trinken, so wie Mr Capp das regelmäßig tut. Wir haben nun, um dem schlimmsten Durst zu entgehen und mal einen anderen Bierstil auszuprobieren, hier einen kleinen Trip durch Europa vor uns – beginnend in Österreich arbeiten wir uns nach Norddeutschland vor, um in Schottland zu enden; aus diesen Ländern wollen wir je ein Lagerbier probieren. Die vorgestellten Biere sind also in dieser Reihenfolge das Raschhofer Tausendsassa Lager, das Mashsee Trainingslager und das Innis & Gunn Lager Beer.

Tausendsassa, Trainingslager und Innis&Gunn Lager Flaschen

Mein erster Kontak zu den österreichischen Raschhofer-Bieren war der Kalea-Adventskalender 2015; dort gefiel mir das Lebenskünstler Witbier dieses Herstellers eigentlich recht gut, und so musste ich nicht lang überlegen, als ich in der recht gut ausgestatteten Bierabteilung meines lokalen Galeria Kaufhof das Raschhofer Tausendsassa Lager stehen sah.

Optisch überzeugt es mich zunächst nicht übermäßig – blass von der Farbe her, stark und großblasig schäumend beim Eingießen, wonach der Schaum dann schnell fast komplett weg ist, mittelstarke Perlage. Ein sehr stark metallischer Geruch ist ebensowenig attraktiv, die etwas zitronige Beinote kann noch das schlimmste abwenden. Leicht hefig wirkt es.

Raschhofer Tausendsassa Lager

Im Mund ändert sich der grundsätzliche Eindruck dann kaum noch. Frisch und rezent, ohne Frage, und leicht süß im Antrunk. Dann aber etwas zu hefig im Hauptgeschmack, trotz einer gewissen Malzigkeit ein zu dünner Körper, und leicht kratzig und störend eckig im Mundgefühl. In Kombination mit der stark Karbonisierung wirkt das Tausendsassa unrund und unruhig. Im Abgang finde ich dann einiges an Eukalyptus, es ist gefällig minzig im Nachhall. Mildtrocken, mittellang.

Die Daten im Abriss: 5,1% Alkoholgehalt, Hopfen: Taurus und Malling, Malz: Pilsner. Das Raschhofer Tausendsassa Lager lässt mich, noch optimistisch formuliert, etwas unbeeindruckt zurück. Ein guter Durstlöscher, aber nichts, was im Gedächtnis bleibt.

Gehen wir daher direkt zum nächsten Verkostungskandidaten über, dem Mashsee Trainingslager. Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn Biere sich so Gags als Namen zulegen; das nutzt sich einerseits schnell ab, und andererseits erwartet man dann etwas besonderes im Glas, das einer so flippigen Namensgebung gerecht wird. Schafft das dieses Bier aus Hannover? Es ist zumindest schonmal spannend anzuschauen – dunkel für das, was wir sonst als Lager kennen, mit deutlicher Trübung, feiner Perlage, und stabilem, gemischtporigen Schaum.

Mashsee Trainingslager

Auch der Geruch ist erstmal sortenuntypisch, nach meiner Erfahrung: Sehr hopfig, zitrusfruchtig, vielleicht ein Hauch von Rauch. Bisher würde ich es für ein IPA halten. Und auch im Mund bleibt das Trainingslager extrem hopfig. Kantig-bitter, dabei deutliche Süße zum Ausgleich. Toll cremig und dicht im Mundgefühl. Schöne Rezenz, aber nur mäßig erfrischend.

Der Abgang ist schließlich sehr kurz, malzig und dabei noch deftig bitter. Im Nachklang scheint es erneut mehr „ale-ig“ als typisch „lager-ig“ zu sein: sehr trocken und adstringierend. Besonders hier erkennt man aber dann doch noch den Lagercharakter – die Klarheit, die Sauberkeit im Abgang, die viele untergärige Lagerbiere auszeichnet. Erst hier unterscheidet es sich deutlich von einem IPA. Ende gut, alles gut, möchte man den Lagerfreunden zurufen.

Bei diesem Bier stellt man sich erstmals die Frage – was ist hier der Unterschied zwischen Lager und IPA? Klar, ersteres ist untergärig, zweiteres obergärig, doch wie man hier sieht, muss die Vertikale die Bierwelt wenigstens geschmacklich nicht in zwei Hälften teilen. 5,5% Alkohol, 36 IBU, 33cl für 2€ sind noch die harten Fakten. Mir gefällt das Mashsee Trainingslager sehr, es ist eine schöne Mischung aus dem, was man von einem Lager erwartet, und dem, was man von einem IPA erwartet. Sehr trinkbar und ohne Allüren.

Womit wir direkt und ohne Umschweife zum letzten Kandidaten dieser Runde kommen, dem Innis & Gunn Lager Beer aus Schottland. Während hier der Name noch sehr bodenständig, fast schon einfallslos ist (so flatterhaft sind wir Rezensenten! Erst flippige Namen anmeckern, dann unflippige Namen anmeckern!), macht das Etikett und die typische I&G-Flaschenform eine sehr gute Figur.

Innis & Gunn Lager Beer

Wie schon beim Vorvorgänger empfinde ich den Geruch als extrem metallisch und etwas hefig. Da ist nur eine leichte Hopfennote, sowie ein Anflug von Malz. Im Antrunk fühle ich mich an meine Pils-Verkostungsreihe zurückversetzt. Feinherb, mildbitter, ja, das könnte ich für ein Pils halten. Sehr rezent, aber cremig im Mundgefühl. Das Metall überträgt sich auch in den Mund, wie ein Stahlnagel wirkt das, in dieser extremen Form habe ich das selten erlebt, obwohl ich den Eindruck von anderen Bieren, insbesondere oft bei Bockbier, kenne. Bock ist es allerdings definitiv keiner, bei 4,6% Alkohol. Lässt man das Bier etwas wärmer werden, kommt eine sehr schöne malzige Note zum Vorschein, die das Metall etwas abmildert.

Der Abgang allerdings ist dann doch süßer, als es der Antrunk vermuten läst. Nur eine dezente Bittere, milde Trockenheit, kaum eine Kante. Insgesamt ist der Abgang aber lang und sehr befriedigend, mit viel Malz und etwas Hopfenzitrus. Besonders am Innis & Gunn Lager ist, dass Hafer („naked golden oats“) enthalten ist.

Das oben schon angesprochene hübsche Flaschen- und Etikettendesign ist für mich leider im Fazit auch schon das spannendste am Bier. Etwas langweilig und undefiniert, geht unter in der Masse der erhältlichen Lagerbiere, vor allem, wenn man den Preisfaktor (3€ für 330ml) mit einberechnet.

Viele moderne Lagerbiere protzen nicht gerade mit Aromen, und sind für mich daher auch in Cocktails eher zweite Wahl. Manche Rezepte allerdings brauchen Bier nicht wegen des Aromas, sondern für die Bittere und die Kohlensäure – die Californian Michelada wäre ein Beispiel dafür, dass man selbst mit auf sich gestellt nur mäßig begeisterndem Bier noch einen tollen, hocharomatischen und unterhaltsamen Cocktail mischen kann.

Californian Michelada


Californian Michelada
½ oz Limettensaft
2 Tropfen Tabasco-Sauce
2 Spritzer Worcestershire-Sauce
1 Prise schwarzer Pfeffer
1 Prise Selleriesalz
Alle Zutaten umrühren. Dann mit hellem, leichten Bier aufgießen
(z.B. Raschhofer Tausendsassa)

In einem Glas mit feiner Salz-Cayennepfeffer-Kruste und einer Limettenspalte servieren.
[Rezept nach unbekannt]


Was ziehe ich als Fazit aus dieser kleinen Testrunde? Mir gefällt das Lager, das aufgrund seiner Aromatik etwas aus der Reihe tanzt, am besten. Nachdem ich in der Zwischenzeit noch ein paar unterschiedliche bayerische „Helle“, die auch in die Kategorie Lager fallen, und weitere Sorten probiert habe, stelle ich einfach fest, dass dieser Bierstil für mich nur zum reinen Durststillen dienen kann. Das ist natürlich für mich, der einen Blog mit dem Namen „schlimmerdurst“ betreibt, schon eine ehrenwerte Aufgabe für sich – doch so richtig befriedigen kann ein klassisches Lager den Bedarf nach feinem, gut schmeckenden und vielleicht sogar überraschenden Bier einfach nicht, und so halte ich mich in Zukunft lieber an andere Stile, die das besser tun.

Biercocktails

Auf speziellen Wunsch der Craft-Bier-Facebookgruppe hier eine Zusammenstellung aller Biercocktails, die ich bisher ausprobiert und für gut befunden habe. Die Rezepte sind, wie auch bei meinen anderen Rezeptseiten, aus allerlei Quellen gesammelt. Die Fotos stammen von mir, ein Klick auf sie vergrößert die Ansicht. Bei den neueren Rezepten sind Zubereitungshinweise und der Erfinder des Rezepts angegeben.

Viel Spaß!

Black and YellowBlack and Yellow
¾ oz Birnenbrand (z.B. Scheibel Moor-Birne)
¾ oz roter Wermut (z.B. Carpano Antica Formula)
¾ oz Campari
Auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
1½ oz Chocolate Stout (z.B. Maisel & Friends Marc’s Chocolate Bock)

[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]

The Danube and the Main
The Danube and the Main
2 oz Arrak (z.B. Boven’s Echter Arrak)
1 Spritzer Angostura
½ oz Grapefruitsaft
¼ oz Orangensaft
¼ oz Zitronensaft
¾ oz Zuckersirup
Auf Eis shaken. In ein Glas voll Eis abseihen. Toppen mit…
Weißbier (z.B. Kraus Weißbier hefetrüb)

[Rezept nach Matt Scheller]

Californian Michelada
Californian Michelada
½ oz Limettensaft
2 Tropfen Tabasco-Sauce
2 Spritzer Worcestershire-Sauce
1 Prise schwarzer Pfeffer
1 Prise Selleriesalz
Alle Zutaten umrühren. Dann mit hellem, leichten Bier aufgießen (z.B. Raschhofer Tausendsassa)
In einem Glas mit feiner Salz-Cayennepfeffer-Kruste und einer Limettenspalte servieren.

[Rezept nach unbekannt]

Sexy Tequila Beer
Sexy Tequila Beer
1 oz Tequila Blanco (z.B. Olmeca Altos Plata)
1 oz Orangensaft
1 oz Limettensaft
½ oz Orangenlikör (z.B. Grand Marnier Cordon Jaune)
1 TL Agavendicksaft
Auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
hellem Bier (z.B. Rittmayer Bitter 42)
In einem Glas mit gemischter Zucker-Salz-Kruste servieren.

[Rezept nach unbekannt]

Decadent Detmold Flip
Decadent Detmold Flip *
1 oz Detmolder Chardonnay Bourbon
1 oz Amaro (z.B. Villa Rillago)
1 oz Tennessee Whiskey (z.B. Jack Daniel’s Single Barrel)
1 ganzes Ei
2 Spritzer Allspice Dram (z.B. The Bitter Truth Pimento Dram)
2 Spritzer The Bitter Truth Drops&Dashes Wood
Richtig fest und hart auf Eis shaken.

[Rezept angepasst nach Jacob Grier’s „Decadent Stout Flip“]

The Outlaw Czar
The Outlaw Czar *
2 oz Rye Whiskey (z.B. 1776 Straight Rye Whiskey)
¾ oz Orangenlikör (z.B. Grand Marnier Cordon Jaune)
3 Spritzer Angostura
Auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
6 oz Imperial Stout (z.B. Samuel Smith’s Imperial Stout)

[Rezept adaptiert nach Rock & Rye]

Bock Shot
Bock Shot *
1½ oz Scotch Whisky (z.B. Highland Park 10)
¾ oz Whisky-Likör (z.B. Boxing Hares)
Aufgießen mit dunklem kräftigem Bier (z.B. Arrogant Bastard Ale)
Kurz rühren und auf Eis servieren.

[Rezept nach Kent Steinbach]

Weissen International
Weisse International
¾ oz Johannisbeer-Wodka (z.B. Absolut Kurant)
¾ oz Cointreau
½ oz Cranberry-Saft
¾ oz Lime Juice Cordial (z.B. Rose’s)
Auf Eis rühren. Dann auffüllen mit…
Berliner Weisse (z.B. BRLO Berliner Weisse)
Dann ¼ Limette darüber ausdrücken.

[Rezept leicht adaptiert nach Kent Steinbach]

Hop, Skip and Go Naked
Hop, Skip and Go Naked
1 oz Vodka (z.B. Smirnoff)
¾ oz Zitronensaft
¾ oz Himbeerlikör
Auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
leichtem Bier (z.B. Duckstein Opal)

[Rezept nach Jared Schubert]

Royal Stout Flip
Royal Stout Flip
2 oz Imperial Stout (z.B. Schönramer Imperial Stout)
1 oz Cognac (z.B. Hennessy VS)
¾ oz Madeira (z.B. San Izidro)
½ oz Port (z.B. Rozès 10)
¼ oz Vanillesirup
¼ oz Kaffeelikör
1 ganzes Ei
Alle Zutaten auf Eis shaken.

[Rezept adaptiert nach Johnny Beer’s Milk Stout Flip]

Auf und Davon
Auf und Davon
1 oz Brandy (z.B. Carlos I. Brandy de Jerez)
1 TL Cointreau
1 TL D.O.M. Bénédictine
½ oz kalter schwarzer Tee (wer es spannender will, nimmt stattdessen Faradaí)
Auf Eis rühren, dann aufgießen mit…
2 oz dunkles, malziges Bier (z.B. Füchschen Alt)

[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]

Waldgeist
Waldgeist *
½ oz Blended Scotch Whisky (z.B. Monkey Shoulder)
½ oz Fichtensprossengeist (z.B. Faude Feine Brände)
1 TL Zuckersirup
¾ oz Verjus
…auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
hellem, aber würzigen Bier (z.B. Leffe Royale Cascade IPA)

[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]

IPA Fizz
IPA Fizz
1½ oz Irish Whiskey (z.B. Red Breast 12 Years Cask Strength)
½ oz Crème de Banane
2½ oz IPA (z.B. Stone Brewing IPA)
Alle Zutaten auf Eis leicht anrühren.
Am Ende etwas Grapefruit darüber ausdrücken.

[Rezept leicht modifiziert nach http://www.jamesonwhiskey.com]

American Ti Punch
American Ti Punch
1 oz weißer Rhum agricole (z.B. La Mauny 50°)
¾ oz Limettensaft
½ oz Zuckersirup
1½ oz hopfenfruchtiges Bier (z.B. CREW Republic Drunken Sailor IPA)
Alle Zutaten auf Eis rühren.

[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]

Winter Sun
Winter Sun
2 oz Weißbier (z.B. Maisel’s Weisse Original)
1 oz heller Rum (z.B. Saint James Royal Ambré)
½ oz Grand Marnier Cordon Jaune
1 oz Orangensaft
½ oz Limettensaft
Alle Zutaten verrühren und leicht erwärmen. Warm servieren.

[Rezept leicht abgewandelt nach Frank Zirn]

French Monaco
French Monaco
1½ oz Granatapfelsirup (z.B. Riemerschmid)
2 oz Zitronenlimonade
Helles Bier (z.B. Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri)
Alle Zutaten nacheinander im Glas mit Eis aufeinanderschichten.

[Rezept nach Leah Melby und Lori Keong]

Lambic Sangría
Lambic Sangría
Einige Brombeeren
Einige Stücke kleingeschnittene Kumquats
1 oz Lillet Blanc
2 oz White Ale (z.B. Blanche de Namur)
4 oz Lindemans Faro Lambic Beer

[Rezept adaptiert nach Kate Ramos]

Captain's Keg
Captain’s Keg
1 oz Spiced Rum (z.B. Captain Morgan Spiced Rum)
1 oz Agavendicksaft
1 oz Grapefruit-Saft
Zutaten auf Eis shaken. Dann toppen mit…
4 oz Hanscraft Bayerisch Nizza Wheat Pale Ale

[Rezept nach unbekannt]

Altbier Breezer
Altbier Breezer
4 halbierte Kumquats mit…
1 Esslöffel Kokosblütenzucker muddeln
Crushed ice ins Glas geben, dazu…
1 oz Rum (z.B. Rhum Negrita)
¾ oz Grand Marnier Cordon Rouge
…und am Ende auffüllen mit
Altbier (z.B. Uerige Alt)

[Rezept nach Kent Steinbach]

Double Barley Martini
Double Barley Martini
1¾ oz Scotch Whisky (z.B. Bunnahabhain 12)
¾ oz Falenum (z.B. The Bitter Truth Golden Falernum)
¾ oz Limettensaft
1 Spritzer Orange Bitters
1 Spritzer Zuckersirup
½ Eiweiß
Alle Zutaten auf Eis gut shaken, und am Ende toppen mit…
1 oz Innis & Gunn Oak Aged Beer Original

[Rezept nach Castrese Liccardo]

Ginja
Ginja
Einige Himbeeren muddeln
1½ oz Belgisches Fruchtbier (z.B. Liefmans Fruitesse)
1 oz Vodka (z.B. Green Mark Vodka)
¼ oz Zitronensaft
Alle Zutaten auf Eis shaken.

[Rezept adaptiert nach Michael G. Perreira]

Gin Cambazz
Gin Cambazz
2 oz London Dry Gin (z.B. Bombay Sapphire)
¾ oz Zitronensaft
⅓ oz Zuckersirup
½ frischer Pfirsich, püriert
Diese Zutaten auf Eis shaken. Ins Glas geben, dann aufgießen mit…
ca. 150ml Camba Ei Pi Ai IPA

[Rezept leicht abgewandelt nach Serkar Barzanis ‚Gin Moritzz‘]

Harvey Alebanger
Harvey Alebanger
1 oz Galliano l’Autentico
2 oz Orangensaft
6 oz Anchor Brewing Liberty Ale
In einem Bierglas voll Eis bauen und leicht umrühren.

[Rezept adaptiert nach einer Idee von Jacob Grier]

In Flanders Field
In Flanders Field
1½ oz Gin (z.B. Bombay Sapphire)
1 oz Zitronensaft
4 oz belgisches Tripel (z.B. Rügener Insel-Brauerei Baltic Tripel)

[Rezept nach Rock & Rye]

Karakuchi Sling
Karakuchi Sling
¾ oz Irischer Whiskey (z.B. Redbreast 12 Cask Strength)
…mit 1 Teelöffel Honig verrühren.
¾ oz Gin (z.B. Beefeater)
½ oz Bénédictine
½ oz Zitronensaft
2 Spritzer Peach Bitters
Diese restlichen Zutaten dazugeben, auf Eis shaken, und dann aufgießen mit…
2 oz Lager-Bier (z.B. Asahi Super Dry)
In einem geeisten Bierglas servieren.

[Rezept nach David Mulholland]

Ultimate Beergarita
Ultimate Beergarita
2 oz Fruchtiges Ale (z.B. Heidenpeters American Pale Ale)
…in ein Glas mit Salzrand geben. Dann auffüllen mit einer geschüttelten Mixtur aus…
1 oz Tequila Reposado (z.B. Corralejo Reposado)
1 Teelöffel Agavendicksaft
Am Ende ein Viertel Limette ausdrücken und ins Glas werfen.

[Rezept nach draftmag.com]

The Reality Check
The Reality Check
einige gemuddelte Beeren der Saison (ich nehme Stachelbeeren)
⅔ oz Vodka
⅔ oz Becherovka
¼ oz Limettensaft
⅓ oz Zuckersirup
1 Spritzer Zitronenbitter
Alle Zutaten auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
2⅔ oz hellem Bier (z.B. BraufactuM Soleya Saison)

[Rezept nach Simone Caporale]

Coupe de Ville
Coupe de Ville *
¾ oz Tequila Añejo (z.B. Herradura Añejo)
¾ oz Limettensaft
¾ oz Orangensaft
½ oz Orangenlikör (z.B. Le Favori)
Alle Zutaten auf Eis shaken. Dann…
2 oz leichtes Bier (z.B. Kronenbourg 1664)
…dazugeben und leicht umrühren.

[Rezept nach Lisa Lavery]

Redneck Mother
Redneck Mother
1 oz Roter Grapefruitsaft
¾ oz Sloe Gin (z.B. Boudier Sloe Gin)
Sloe Gin und Grapefruitsaft verrühren. Dann mit…
Hops Brewing Franzmann’s No. 1 Lager
…auffüllen und am Ende mit…
Ginger Beer
…toppen.

[Rezept nach backyardbartender]

Lunchbox
Lunchbox
1½ oz Altbier (z.B. Diebels Premium)
1½ oz Southern Comfort
1½ oz Amaretto
3½ oz Orangensaft


Destreza
Destreza *
1 oz Reposado Tequila (z.B. Calle 23)
1 oz Becherovka
¾ oz Limettensaft
½ oz Agavensirup
1 Spritzer Orangenbitter
…alles shaken, und dann auf 1½ oz Firestone Walker Pale 31 gießen

Rocky Mountain Handshake
Rocky Mountain Handshake
1½ oz Whiskey (z.B.Rare Breed Kentucky Straight Bourbon Whiskey)
¼ oz Amaro (z.B. Villa Rillago Amaro)
¼ oz Zuckersirup
4 oz Ale (z.B. Maisel & Friends Pale Ale)

Gentleman's Shandy
Gentleman’s Shandy
¾ oz Gin (z.B. Beefeater)
¾ oz Zuckersirup
¾ oz Zitronensaft
1 kleines Eiweiß
…mit etwas Ginger Beer aufgießen…
…und dann wiederum mit Red Ale (oder z.B. Duckstein Rotblondem Original) aufgießen.

The Last Pontoon
The Last Pontoon
1½ oz Cognac (z.B. Hennessy VS)
½ oz Orgeat (oder Mandelsirup)
¼ oz Dunkler Rum (z.B. Zacapa 23 Sistema Solera)
¼ oz Mezcal (z.B. San Cosme)
¼ oz Sherry (z.B. Osborne Sherry Golden)
¾ oz Union Jack IPA

Black Velvet
Black Velvet
½ Glas Stout (z.B. Guinness Extra Stout)
½ Glas Champagne

 

Tanned Friar
Tanned Friar
½ oz Zitronensaft
½ oz Kirschlikör (z.B. Cherry Heering)
…aufgießen mit einer halben Flasche Robinsons Old Tom Strong Ale with Ginger

 

The Joker's Punch
The Joker’s Punch
1 oz Orangelikör (z.B. Clément Créole Shrubb)
¾ oz Lime Juice (z.B. Roses Lime Cordial)
½ oz Ginger Beer (z.B. Fever-Tree)
1 Löffel flüssiger Honig
…aufgießen mit IPA (z.B. Brewdog Punk IPA)

Indian Summer Fizz
Indian Summer Fizz
1½ oz Gin (z.B. Beefeater Gin)
1 oz Crème Fraiche
¾ oz Zuckersirup
½ oz Limettensaft
½ oz Maracujasirup
1 Tropfen Rosenwasser
1 Eiweiß
…aufgießen mit 3 oz Bier (z.B. Onkel Herbert Rhabarber Weisse)

Roll with the Punches #2
Roll with the Punches #2
1½ oz Aromatisierter Rum (z.B. Plantation XO 20th Anniversary)
¼ oz Angostura
¾ oz Orgeat
½ oz Orangensaft
½ oz Limettensaft
…mit Porter-Bier auffüllen

El Matador
El Matador
2 oz Tequila Blanco (z.B. Olmeca Altos Plata)
1 oz Limettensaft
½ oz Agavendicksaft
2 Erdbeeren und 4 Blätter Basilikum
Mit Moritz Bier aufgießen

[Rezept nach unbekannt]

Rügen Julep
Rügen Julep
1 Würfel Zucker
6 Blätter Minze
2 oz Whiskey (z.B. Jack Daniel’s Single Barrel Tennessee Whiskey)
Diese Zutaten muddeln…
…und mit Rügener Insel-Brauerei Insel Kreide aufgießen.

[Rezept wandelt einen Royal Julep ab]

Hefeweizen Summer Beer Cocktail
Hefeweizen Summer Beer Cocktail
6 oz Hefeweizen (z.B. Maisel & Friends Citrilla Weizen IPA)
2 oz frischgepresster Orangensaft
1 oz Holunderlikör (z.B. The Bitter Truth Elderflower Liqueur)

[Rezept nach http://www.craftedpours.com]

Rum-Kinator Flip
Rum-Kinator Flip
1½ oz Dunkler Rum (z.B. Zacapa 23)
½ oz Allspice Dram (z.B. The Bitter Truth Pimento Dram)
1 oz Sahne
1 ganzes Ei
2 Teelöffel Pumpkin Butter (alternativ Babynahrung)
1 Teelöffel Calciumlaktat
…alle diese Zutaten in einem Glas gut verrühren, dann…
3 oz Imperial Stout (z.B. Nachtflug Imperial Stout)
…leicht anwärmen und durch „Tossing/Throwing“ mit den anderen Zutaten vermengen.
Mit frisch geriebener Muskatnuss bestäubt servieren.

[Rezept nach Leslie Ross]

Brewers Free Class
Brewers Free Class
6 Minzblätter, ½ kleine Orange und ½ Limette im Shakerglas muddeln
1 oz Marillenschnaps
1 oz Apfelsaft
½ oz Grapefruit-Saft
…mit 5 oz Hopfenreiter Double IPA aufgießen

[Rezept variiert das Originalrezept ‚British Free Class‘ von Francesco Cereillo]

Better-Than-Cream-Soda Rhubarb Cocktail
Better-Than-Cream-Soda Rhubarb Cocktail *
1½ oz Pisco (z.B. Barsol Quebranta)
½ oz Rhabarber-Sirup
¼ oz Vanille-Sirup
3 oz Dunkles Bier (z.B. Buddelship Kohlentrimmer Schwarzbier)

[Rezept nach Elana Lepkowski]

Ol' Porter
Ol‘ Porter
1 oz Hopfiges Bier (z.B. Greene King Double Hop Monster IPA)
1½ oz Gin (z.B. Bombay Sapphire)
½ oz Maracuja-Sirup
¼ oz Gomme-Sirup

De Beauvoir
De Beauvoir *
1⅔ oz Porter
1 oz Rye Whiskey (z.B. Jim Beam Rye)
⅔ oz Haselnusslikör (z.B. Frangelico)
½ oz Zitronensaft
1 Teelöffel brauner Zucker
1 Spritzer Jerry Thomas Own Decanter Bitters
Alle Zutaten auf Eis shaken, auch das Bier.

[Rezept nach Andrea Montague]

The Stout Diplomat
The Stout Diplomat
1 oz Dunkler Rum (z.B. Botucal Reserva Exclusiva)
½ oz Sherry (z.B. Sandeman Medium Sweet)
6 oz Stout oder Porter (z.B. Samuel Smith’s The Famous Taddy Porter)

 

The Beer & The Nuts
The Beer & The Nuts
1½ oz Polnischer Vodka (z.B. Grasovka)
½ oz Amaretto
½ oz Limettensaft
1 Spritzer Angostura
1 Eiweiß
Alle Zutaten gut schütteln, und im Glas dann…
…mit dunklem Bier (z.B. Erdinger Pikantus Dunkler Weizenbock) toppen.

[Rezept nach Petros Armakollas]

Prickly Ricky
Prickly Ricky
1 oz Tequila blanco (z.B. Don Julio Tequila Blanco)
1 oz Birnensirup
1 oz Limettensaft
2 oz Bier (z.B. Bruch Zwickel)

Weissen Sour
Weissen Sour
2 oz Bourbon (z.B. Old Grand-Dad Kentucky Straight Bourbon)
¾ oz Zitronensaft
¼ oz Zuckersirup
1 Barlöffel Orangenmarmelade (z.B. von Zuegg)
2 Spritzer Orange Bitters (z.B. von The Bitter Truth)
2 oz Helles Bier (z.B. Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle)

Beer's Knees
Beer’s Knees
1½ oz Gin (z.B. Bombay Sapphire)
1 oz Zitronensaft
1 oz Honigsirup
3 oz Hefeweizen (z.B. Franziskaner Weissbier)

Pale Charlie
Pale Charlie
¾ oz Sloe Gin (z.B. Boudier)
¾ oz Aprikosenlikör
¾ oz Pink-Grapefruit-Saft
¾ oz Limettensaft
2 Spritzer Absinthe
3 oz obergäriges Bier (z.B. Hellers Kölsch)

Caipbeerinha
Caipbeerinha
2 oz Cachaça (z.B. Velho Barreiro Gold)
2 Viertel Limette, 2 Viertel Zitrone, 6 Blätter Minze muddeln
½ oz Agave-Sirup
1 oz Helles, bitteres Bier (z.B. Köstritzer Kellerbier)

Beggar's Banquet
Beggar’s Banquet *
2 oz Maker’s Mark
¾ oz Ahornsirup
¼ oz Limettensaft
2 Spritzer Angostura
Auf Eis schütteln, und dann mit Bier (z.B. Wadgasser Klosterbräu Hopfen Perle) aufgießen

The Unnamed
The Unnamed
1 oz Rye Whiskey (z.B. 1776 Rye)
1 oz Kirschlikör (z.B. Cherry Heering)
1 oz Holunderlikör (z.B. The Bitter Truth Elderflower Liqueur)
¾ oz Zitronensaft
mit hellem Bier (z.B. Rügener Insel-Brauerei Seepferd) aufgießen
2 Spritzer Grenadine

Gi'me Wings
Gi’me Wings
1½ oz Scotch (z.B. Ben Bracken Speyside Single Malt 12yo)
½ oz Grand Marnier
¼ oz Vanillesirup
1 Spritzer Sherry Medium (z.B. Sandeman Medium Sweet)
1½ oz Bier (z.B. Riegele Dulcis 12)

A Stout Fellow
A Stout Fellow
2 oz Robinsons Old Tom Strong Ale With Chocolate
1 oz jamaikanischer Rum (z.B. Appleton Estate Extra)
1 oz Kahlúa
(falls kein Chocolate Stout zur Hand ist, ein normales Stout verwenden und 1/8 oz Crème de Cacao zugeben)

Hillbilly Bob's Ruckus Juice
Hillbilly Bob’s Ruckus Juice
1 oz Spiced Rum (z.B. Captain Morgan Original Spiced Gold)
1 oz Limettensaft
1 oz Orgeat
Aufgießen mit gleichen Teilen…
Ginger Beer (z.B. Old Jamaican) und…
Bier (Karlsberg Urpils macht sich gut!)

Rub and Rye
Rub and Rye
1½ oz Rye Whiskey (z.B. Jim Beam Rye)
¾ oz Limettensaft
¾ oz Ahornsirup
1 Eiweiß vom Bio-Ei
3 Spritzer The Bitter Truth Celery Bitters
…gut shaken und dann mit Progusta IPA aufgießen
in einem Glas mit Salz- und Chiliflocken-Kruste und einem Stück Beef Jerky servieren

The Sun Also Rises
The Sun Also Rises
3 oz Champagner (oder hier: Rügener Insel-Brauerei Meerjungfrau)
¾ oz Sloe Gin (z.B. Boudier)
¾ oz Zitronensaft
¼ oz Absinthe (z.B. Absinthe Emanuelle)
¼ oz Gomme Sirup
3 Tropfen Peychaud’s Bitters

Shock Me
Shock Me
2 oz Brown Ale (oder hier: Kona Brewing Fire Rock Pale Ale)
1 oz Bourbon (z.B. Knob Creek Kentucky Straight Bourbon Whiskey)
1 Teelöffel Southern Comfort
1 Teelöffel Ahornsirup
Im Glas mit Eis vorsichtig anrühren.

[Rezept nach Virtue Feed & Grain]

El Romero
El Romero
1 oz Tequila Reposado (z.B. Sparkle Donkey Reposado)
½ oz Zitronensaft
½ oz Rosmarin-Sirup
3 Tropfen Habanero-Tinktur*
2 Spritzer The Bitter Truth Celery Bitters
1 Prise Salz
…alles shaken, dann ordentlich aufgießen mit…
Pils (z.B. Vier Vogel Pils)
…und garnieren mit einem Rosmarinzweig.

[Rezept leicht adaptiert nach Solomon Siegel]

Bitter Sweet Beer Cocktail
Bitter Sweet Beer Cocktail
1½ oz Irischer Whiskey (z.B. Bushmills Black Bush)
¾ oz Campari
¾ oz Grapefruit-Saft
3 oz Weihenstephan & Samuel Adams Infinium

[Rezept nach einem Cocktail auf der Jameson-Whiskey-Homepage]

Cool Cucumber Lager
Cool Cucumber Lager Cocktail
1 oz Zitronensaft
4 Scheiben Gurke
3 Blätter Minze
…diese Zutaten im Glas muddeln, dann abfiltern und mit…
8 oz Lager (z.B. Kona Longboard Island Lager)
…aufgießen.

[Rezept leicht abgewandelt von craftedpours.com]

Purple Ale
Purple Ale
2½ oz Porter (z.B. Riedenburger Brauhaus Dolden Dark Porter)
1½ oz Trockener Sherry (z.B. Sandeman Fino)
½ oz Rote-Beete-Saft
¼ oz Honigsirup
3 Spritzer Orange bitters

Pass the Buck
Pass the Buck
1 oz Rye Whiskey (z.B. Rittenhouse Rye BiB)
1 oz helles Bier (z.B. Brooklyn Lager)
½ oz Amaro (z.B. Fernet Branca)
¾ oz Zitronensaft
½ oz Ahornsirup

La Babotina
La Babotina
4 Blaubeeren
1½ oz Tequila blanco (z.B. Don Julio Blanco)
1 oz Grapefruitsaft
¾ oz Limettensaft
¾ oz Zuckersirup
…aufgießen mit Babo Blue Biermischgetränk…
…und in einem Glas mit dünner Salzkruste servieren.

[Rezept inspiriert nach dem Original „La Valentina“ von Thomas Waugh]

Friar Briar's Sack Posset
Friar Briar’s Sack Posset
3 oz Vodka (z.B. Green Mark Vodka)
3 oz Dunkles Ale (z.B. Guinness Extra Stout)
1 oz Dunkler Rum (z.B. Gosling’s Black Seal)
¼ oz Bénédictine
3 oz Sahne
2 Eier
1 gehäufter Teelöffel Honig
1 Spritzer Angostura
Alle Zutaten in einem kleinen Topf unter Wärme leicht aufschlagen…
…dann mit einem rotglühenden Schürhaken ankokeln…
…und in einer Tasse servieren.

[Rezept nach Kevin Armstrong]

Sidewalker
Sidewalker
1¼ oz Applejack (z.B. Laird’s Applejack)
1¼ oz Zitronensaft
¾ oz Ahornsirup
1 Spritzer Apfelessig
…auf 4 oz Hefeweizen (z.B. Störtebeker Roggen-Weizen) gießen

Asam Bock Beer Cocktail
Asam Bock Bier
2 oz Vodka (z.B. Grasovka Vodka)
½ oz Holunderlikör (z.B. The Bitter Truth Elderflower Liqueur)
½ oz Limettensaft
½ oz Zitronensaft
1 Teelöffel Honigsirup (1:1 Honig und Wasser)
½ Barlöffel scharfe Sauce
…mit 3 oz Weltenburger Kloster Asam Bock aufgießen…
…und in einem Glas mit Eis und Salzkruste servieren

The Pineapple Hop
The Pineapple Hop
1 oz weißer Rum (z.B. Brugal Titanium)
1 oz Pineapple Shrub
(oder ¾ oz Ananassaft mit ¼ oz Apfelessig und etwas Zucker vermischen)
¼ oz Orgeat
4 oz IPA (z.B. Maisel & Friends IPA)

[Rezept nach Elana Lepkowski]

Orange Hop-sicle
Orange Hop-sicle
2 oz Orangenlikör (z.B. Clément Créole Shrubb)
¼ oz Gomme Sirup
3 Spritzer The Bitter Truth Créole Bitters
… shaken und mit 3 oz fruchtigem Bier (z.B. BraufactuM Indra Weizen India Pale Ale) aufgießen

[Rezept nach ???]

IPA Sunrise
IPA Sunrise *
1½ oz Tequila Blanco (z.B. Agavita Platinum)
1½ oz Orangensaft
2 Teelöffel Agavendicksaft
…mit 6 oz IPA (z.B. Maisel & Friends Stefan’s Indian Ale) aufgießen…
…und mit 1 Spritzer Amaro (z.B. Villa Rillago Amaro) verzieren

[Rezept nach ???]

Kingston 52
Kingston 52
1½ oz Dunkler Rum (z.B. Zacapa 23)
¾ oz Zitronensaft
½ oz Ingwersirup
¼ oz Honigsirup
1½ oz Dunkles Bier (z.B. BraufactuM Marzus)
… am Ende 1/8 oz Jamaica-Rum (z.B. Hampden Estate Gold) auf die Mixtur floaten.

[Rezept nach ???]

Strate's Detmolder Chardonnay Hopfen Titel

Frauenpower – Detmolder Chardonnay Hopfen und Bourbon Chardonnay

Über Bier wird immer wieder gern im Fernsehen berichtet. Meist als kleine Infotainment-Einspieler in den beliebten Vorabendsendungen der Privatanstalten, in denen es dann praktisch nur um Industriebier geht, wo Brauereiführungen an Orten stattfinden, die mehr wie NASA-Forschungslabore aussehen, und in denen dann das seligmachende Reinheitsgebot zelebriert wird. Deutschland, einig Pilsland – man könnte meinen, wenn man diese Berichte, oft schlecht und oberflächlich recherchiert und von Bierkonzernen gesponsert, dass die Deutschen sich nicht mehr wirklich für echtes, regionales Bier interessieren.

Um so erfreulicher ist es, dass gerade die Dritten Programme sich mit qualitativ hochwertiger Bierberichterstattung dann in letzter Zeit positiv hervorheben – da bin ich froh, dass meine GEZ-Gebühren wenigstens sinnvoll genutzt werden. Neulich erschien so ein schöner Beitrag über die unterschwellige Bierkultur in Nordrhein-Westfalen. Besonders interessant fand ich den Teil dieser sehr sehenswerten Dokumentation über die Privatbrauerei Strate in Detmold.

Natürlich wird in dem Bericht etwas darauf herumgeritten, dass diese Brauerei von drei Frauen geleitet wird – heutzutage ist sollte das eigentlich keine besondere Erwähnung mehr wert sein, wenn man sieht, wie selbstverständlich auch Frauen heute das einstige Männergetränk „Bier“ konsumieren.

Angespornt durch die sympathische Präsentation der Brauerei in dem WDR-Bericht habe ich mir dann aus dem großen Sortiment des Herstellers zwei besondere Biere ausgesucht, um zu verifizieren, ob die schönen Fernsehbilder auch mit handfesten Geschmackstatsachen unterlegt werden können: das Detmolder Chardonnay Hopfen und das Detmolder Bourbon Chardonnay. Für diese Biere wurde eine ganze Ernte der namensgebenden Hopfensorte aufgekauft – ein mutiges Investment. Hat es sich ausgezahlt?

Strate's Detmolder Chardonnay Hopfen Flaschen

Beginnen wir beim Detmolder Chardonnay Hopfen. Von außen weiß die Flasche schonmal zu gefallen – Dreiviertelliter-Weinflasche mit Bügelverschluss, üppig designtem Etikett und einem großen Umhänger mit Informationen. Damit kann die Idee, bei einem Sektempfang für echte Kerle auch mal Bier auszuschenken, gewiss stilsicher umgesetzt werden.

Der helle Bock mit 7,4% hat beim Eingießen eine sehr kräftige Schaumentwicklung und zischt dabei laut. Grobporiger Schaum in hellem Beige entsteht und wird gespeist durch eine mittelstarke Perlage. Farblich erhält man im Glas ein kräftiges Pariser Rot. Der Geruch ist süßlich, nach Vanille. Etwas metallisch. Man riecht dunkles Malz und, so meine ich, Erdbeeren.

Im Antrunk wirkt das Chardonnay Hopfen passend dazu sehr süß und vollmundig, weich und cremig. Eine schöne Balance aus malzig und helltönig, mit hoher Rezenz. Insgesamt ist das Bier angenehm trocken und bitter. Der „Chardonnay“-Hopfen  hält sich aromatisch zurück, ist nicht so fordernd wie manch amerikanischer Aromahopfen, gibt nur eine sehr hintergründige Fruchtnote ab, wirkt meines Erachtens hier hauptsächlich als Edel-Bitterhopfen. im Verlauf entsteht eine seltsame Mischung aus süß und sauer, und wirkt dadurch etwas eckig. Es wird recht schnell schal. Der Abgang ist kurz, sehr trocken, mildbitter und hinterlässt adstringierende Effekte am Gaumen. Ein leichter Alkoholgeschmack ist vorhanden.

Detmolder Chardonnay Hopfen

Das an der Flasche hängende Booklet zeigt mit seinen Verkostungsnotizen wieder einmal, dass jeder Gaumen unterschiedlich ist – ich erkenne kaum etwas davon im Bier wirklich wieder. Mit dem Fazit – „ein einzigartiges vollmundiges, süffiges Gourmet-Bier für ganz besondere Stunden“ – hadere ich auch etwas; mir ist es für dieses vollmundige Selbstlob etwas zu langweilig und konventionell – rein aromatisch gesprochen, ohne etwas über die handwerkliche Qualität aussagen zu wollen. Preislich stimmt das Zitat aber sicher, denn mit 12€ pro 750ml gießt man sich so etwas nicht einfach so zum Abendessen ein.

Kommen wir mit einer leichten Enttäuschung zum zweiten Bier und hoffen dort dann auf das Beste. Das Detmolder Bourbon Chardonnay ist, soweit ich das aus den Informationen des Brauers herauslesen kann, dasselbe Bier wie das zuvor verkostete, mit einem gewichtigen Unterschied: Es wurde in Holzfässern gelagert, und zwar „monatelang“. Bei den verwendeten Holzfässern handelt es sich um Ex-Whiskey-Fässer, die zuvor Jack Daniel’s-Whiskey beinhaltet hatten. „Jack-Daniels Bourbon“ schreibt der Pressetext – da wird der Korinthenkacker in mir geweckt. Der Whiskey von Jack Daniel’s ist ja nun offiziell kein Bourbon, sondern ein Tennessee Whiskey. Die Haarspalterei, was den Unterschied ausmacht (der Lincoln-County-Prozess), sollte dem ganzen Genuss aber keinen Abbruch tun – wer allerdings mit etwas wirbt, sollte sich vorher darüber informieren, vor allem, wenn nachher fett das Wort „Bourbon“ auf dem Etikett prangt.

Detmolder Bourbon Chardonnay

Optisch ist der Unterschied zum ungereiften Bier kaum erkennbar – dunkles, sehr attraktiv opalisierendes Rotgold, feine Perlage, feiner, beigefarbener und sehr langlebiger Schaum. Der Geruch ist zunächst leicht säuerlich. Sehr schnell taucht aber die Vanille-Note des Whiskeys auf. Weitere Komponenten, die die Nase wahrnimmt, sind dunkles Malz, Banane sowie sehr milde Obstnoten.

Man nimmt den ersten Schluck und denkt sofort, man hätte ein Whiskey-Bier-Gemisch im Mund. Die Whiskey-Noten sind stark und klar, da gibt es keinen Zweifel. Sehr weich und cremig im Mund, rund und mild, dabei feinsauer und erfrischend. Praktisch keine Hopfennoten. Wunderbar ausgeglichene Süße und Säúre. Sehr angenehme, zurückhaltende Rezenz. Das Detmolder Bourbon Chardonnay weist 7,5% oder 7,4% Alkoholgehalt auf, je nachdem, welche Stelle des Umhängeetiketts man liest – auch hier wieder der sanfte Hinweis, dass ein Korrekturleser nicht schaden würde. Der Abgang bleibt eher kurz, süßlich, und trocken. Auf der Zunge bleibt eine prickelnde Würze.

Im Gegensatz zum ungereiften Verwandten bleiben mir hier keine Kritikpunkte – das ist ein tolles Bier, das mir sehr gefällt, und das ich wirklich weiterempfehlen möchte. Wenn das wirklich dasselbe Bier ist wie das „normale“ Chardonnay Hopfen, dann zeigt sich hier erneut, was Fassreifung alles schaffen kann.

Das Bier lag in Jack-Daniel’s-Fässern, was liegt da näher, als es dann in einem Cocktail mit dem entsprechendem Whiskey zu vermählen. Das Ergebnis ist der Decadent Detmold Flip. Ich kann die Barkultur in Detmold nicht beurteilen, hoffe für die Einwohner dieser Stadt aber, dass sie ähnlich begeisternd ist wie dieser üppige, schwere und aromatische Cocktail.

Decadent Detmold Flip


Decadent Detmold Flip
1 oz Detmolder Bourbon Chardonnay
1 oz Amaro (z.B. Villa Rillago)
1 oz Tennessee Whiskey (z.B. Jack Daniel’s Single Barrel)
1 ganzes Ei
2 Spritzer Allspice Dram (z.B. The Bitter Truth Pimento Dram)
2 Spritzer The Bitter Truth Drops&Dashes Wood
Richtig fest und hart auf Eis shaken.
[Rezept angepasst nach Jacob Grier’s „Decadent Stout Flip“]


Die Zeit ist aktuell gut für edle, ausgefeilte und, ja, durchaus auch hochpreisige Biere, und gleichzeitig ist der Bedarf nach Abwechslung für Konsumenten hoch. Persönlich fände ich es toll, würden Biere langsam in der Breite den Weg in diesen speziellen Aspekt der Gastronomie finden: nicht nur als billiger Durstlöscher wie bisher, sondern auch als Alternative für Sekt oder Champagner beim Empfang oder für Wein bei qualitativen Mehrgangmenüs. Die Biere der Privatbrauerei Strate könnten zumindest teilweise diese zur Zeit noch bestehende Lücke sicherlich füllen.

Maisel & Friends Black IPA Titel

Kurz und bündig – Maisel & Friends Black IPA

Sie sind rührig und ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, die Brauer bei Maisel & Friends. Der neueste Streich, der vor kurzem in mein Postfach flatterte, hat mich aber noch mehr überrascht, als es die vorigen Biere getan haben – die Aufmachung des Maisel & Friends Black IPA ist schon ein echter Knaller, das dunkelrot-schwarze Etikett mit einem Seemannstotenschädel mit Pfeife im zahnfleischlosen Mund gefällt mir wirklich gut. Mal schauen, ob das Bier was taugt, oder ob sich mir beim Trinken auch ähnlich das Zahnfleisch wegzieht…

Maisel & Friends Black IPA Flasche

Ein Bier, das sich Black IPA nennt, darf farblich nicht mit goldgelb oder blassrosa überraschen, und das tut es hier auch nicht. Es hat sogar schon etwas porter- oder schwarzbierhaftes an sich, ist dabei nicht blickdicht. Man erkennt feine Perlage und wenig Schaum, letzterer ist eine schöne Mischung aus großen und feinen Blasen.

Im Geruch ist es trotz der dunklen Farbe sehr hopfig, hier macht sich der zweite Teil des Namens bemerkbar (Herkules, Topaz, Callista und Vic Secret sind im Einsatz), mit milder, beerenlastiger Frucht. Doch die Dunkelheit ist nicht rein optischer Natur – da sind malzig-süßliche Töne, Schokoladenkuchen, ein Anflug von Kaffeepulver.

Eine würzig-süße Grundlage ist bereits beim Antrunk, der noch hopfenfruchtig und fesch zitronig daherkommt, vorhanden; erstere nimmt dann mehr und mehr Raum ein, bis der dunkle Malzcharakter den Hopfen komplett verdrängt hat. Schnittige Säure und kräftige Karbonisierung bedeuten dabei aber doch erfrischende Rezenz, und die deftige Bittere von 58 IBU lässt den Gaumen kribbeln, ohne dabei die Cremigkeit des Mundgefühls aufzugeben. Mit 7,9% Alkoholgehalt bewegen wir uns im sortentypischen Rahmen. Im Abgang ist das Maisel & Friends Black IPA erkennbar salzig und würzig, mittellang, mit leichten Rauchanflügen, sowie sehr trocken.

Maisel & Friends Black IPA Glas

Das Etikett wirbt mit einer „Geschmacks-Achterbahn“ – ja, das trifft es recht gut, da ist von allem was dabei, mit wilden Wechseln in hoher Geschwindigkeit, und persönlich brauche ich dennoch nichtmal eine Kotztüte, die sonst in Achterbahnfahrten und ähnlichem für mich unerlässlich ist. Ein interessantes Experimentalbier mit viel Überraschungspotenzial.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose, unaufgeforderte Zusendung einer Flasche des Black IPA.

Maisel & Friends Choco Porter Titel

Kurz und bündig – Maisel & Friends Choco Porter

Ich habe seit einiger Zeit dunkles Bier als Durstlöscher im Biergarten für mich entdeckt – so ein dunkles Hefeweizen beispielsweise möchte ich nicht mehr missen, und immer mehr Lokalitäten bieten entsprechendes auch an. Für manche Konsumenten gelten dunkle Biere aber noch grundsätzlich als süß, schwer und eher ein Weihnachtsgetränk denn etwas für den heißen Sommer – das Maisel & Friends Choco Porter kommt genau passend zu einem Zeitpunkt auf den breiten Markt, um dieses Vorurteil zu wiederlegen.

Maisel & Friends Choco Porter

Farblich ähnelt das Choco Porter der Flasche, in der es enthalten ist – tiefdunkelbraun, nicht ganz blickdicht, mit rostroten Reflexen. Mittlere Perlage, leicht beigefarbener Schaum ohne lange Lebensdauer.

Der Geruch ist deutlich rauchig, vielleicht sogar ein Hauch von Räucherspeck. Sehr getreidig-malzig und würzig, mit Brotkrustennoten. Etwas stallig. Geschmacklich erinnert das Choco Porter mich durchaus auch etwas an ein dezentes Rauchbier, eigentlich sogar mehr als an ein typisch britisches Porter. Sehr malzig, gemahlener Kaffee, verbranntes Grillfleisch, kaum etwas, das an die namensgebenden Schokolade erinnert. Milde Süße kombiniert mit ansprechender Rezenz und leichtem Körper – gut gekühlt angenehm erfrischend. 6,5% sind ohne Mangel eingebunden.

Der Abgang ist sehr kurz, dann doch nussig-bitterer als erwartet dank 22 IBU, ansonst aber etwas undefiniert – ein leichter Rauchnachhall bleibt, schafft es aber nicht, über den schon fast enttäuschenden Minimalismus dieses Abgangs wegzuhelfen. Dennoch: Wie bei praktisch allen Bieren von Maisel & Friends bekommt man hier ein sehr rundes, ausgewogenes und unterhaltsames Bier, das in meinem Kühlschrank als Basisbier zur Hilfe bei dunklen Gelüsten immer einen Platz finden wird.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose, unaufgeforderte Zusendung von drei Flaschen des Choco Porter.

Brauerei Kraus Hausbräu Titel

Jeder Topf hat seinen Deckel – Brauerei Kraus Hausbräu

Wir Biergenießer befassen uns lang und breit mit Bier, in all seinen Aspekten. Wir diskutieren verschiedene Bierstile, jammern über das Reinheitsgebot oder zelebrieren es, arbeiten uns ab am Begriff „Craft“, denken über Konzernstrukturen und Fernsehwerbung nach und diskutieren Sude, Hopfen, Malze und Fermentierungsdauern. Kurz – der Inhalt der Flasche ist das, was für uns zählt.

Es gibt aber einen Aspekt, den ich zumindest beim Biergenuss bisher völlig außen vor gelassen hatte – und das ist der Kronkorken, der auf der Flasche sitzt und dafür sorgt, dass wir kein abgestandenes Bier trinken müssen. Für gewisse Jäger und Sammler ist der Kronkorken über diesen rein funktionalen Zweck hinaus spannend – er ist ein begehrtes Sammelobjekt. Im Kronkorkenforum treffen sich die Freunde des geformten Flaschendeckels – eine eigene Datenbank, der Bottle Cap Index, dient als Referenz für bisherige Funde, in der sowohl breiterhältliches Massenmaterial als auch seltene Raritäten gepflegt werden: über 1 Million Kronkorken aus aller Welt kann man dort suchen und im Foto bewundern, natürlich neben Bier auch von Softdrinks und allem anderen, was so mit Kronkorken verschlossen wird.Die Kronenkorkensammelszene trifft sich jedes Jahr. Der Ort des Treffens ist der Brauerei-Gasthof Kraus, der auch zu Ehren dieses Treffens eine Sonderbekronkorkung seines gesamten Biers durchführt – mit eigens dafür gestaltetem Kronkorken. Persönlich gehöre ich nicht zu dieser Gemeinschaft und war bei keinem dieser Treffen, allerdings habe ich einen Bekannten dort, und er hat mich freundlicherweise mit ein paar Flaschen des dort gebrauten Biers versorgt: das Brauerei Kraus Hausbräu, Hirschen-Trunk und Weißbier hefetrüb. Wollen wir mal schauen, ob die Sammler bei ihrer Jagd nach seltenem Blech ihren Durst auch mit vernünftigem Bier stillen.

Brauerei Kraus Hausbräu 3 Sorten

Begonnen wird hier nun mit dem Hausbräu. Aufgrund der Empfehlung des Spenders habe ich das Bier in ein Pint-Glas eingegossen und daraus getrunken. In diesem Glas wirkt das Bier hell und kristallklar, die sehr starke und ausdauernde Perlage ist schön sichtbar. Nur einzelne Schaumbläschen bleiben allerdings auf der Oberfläche hängen.

Vom Geruch her gefällt mir das Hausbräu schonmal gut – sehr aromatisch, stark hopfig, milde Malzwürze. Sehr typisch (in einer Zeit, in der ich fast ausschließlich moderne Interpretationen von Bieren trinke, die mit Aromahopfen protzen, sind klassische Aromen ja immer eine Erwähnung wert) und attraktiv. Leichte Hefenoten. Frisch und hell.

Brauerei Kraus Hausbräu Flasche und Glas

Im Antrunk enttäuscht das Bier auch nicht – sehr rezent, knackig und hopfig. Etwas metallisch. Sehr körpervoll im Mundgefühl. Bei 4,7% Alkoholgehalt bewegen wir uns im sortentypischen Rahmen. Der Abgang passt sich in das runde Gesamtbild ein. Mildbitter, mittellang und leicht trocken. Mit einem milden Eisenton klingt das Bier aus. Ich verfalle nicht in Begeisterungsstürme, aber das ist dennoch ein solides, bodenständiges Bier für den Alltag – und, gut gekühlt, ein ideales Bürobier fürs „Bier um Vier“ (für die unter uns, die glücklich genug sind, entsprechende Möglichkeiten zu haben).

Franken, insbesondere Bamberg, hat sich um einen ganz besonderen Bierstil verdient gemacht, indem es ihn sozusagen in einer Kulturtasche am Leben erhalten hat: Rauchbier. Das bekannteste und in Restdeutschland verbreitetste Rauchbier ist wahrscheinlich das Aecht Schlenkerla. Der Hirschen-Trunk ist auch ein solches Rauchbier. Bei dieser Art Bier habe ich sowohl extrem gute als auch extrem schlechte Erfahrungen gemacht, der Bierstil polarisiert bei mir immer stark – in welche Kategorie fällt der Hirschen-Trunk?

Brauerei Kraus Hausbräu Hirschen-Trunk

Optik: Kristallklar und kupferfarben. Starke Perlage. Feiner Schaum, dünne Schaumkrone bleibt. Man ahnt schon am Aussehen, dass hier ein etwas deftigeres Bier auf einen wartet. Das wird dann auch direkt durch den Geruch bestätigt – deutlich speckig, leicht metallisch. Malzaromen. Das Räuchermalz dominiert sehr stark.

Im Mund ist der Hirschen-Trunk erwartungsgemäß rauchig, speckig (aber nicht so stark wie im Geruch), metallisch. Eine überraschend extrem hohe Karbonisierung ist vorhanden, dadurch wird das Bier aber nicht unbedingt übermäßig rezent. Auf jeden Fall ist es aber sehr bitter und dunkelwürzig, fast schon etwas salzig. Ich nehme durch die Röstung keine wirklichen Hopfenaromen wahr. 5,5% Alkoholgehalt ebensowenig.

Auch im mittellangen Abgang bleibt das Bier sehr bitter und ebenso trocken. Der leicht rauchige Nachhall sorgt dafür, dass für mich dieses Rauchbier insgesamt einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.

Zu guter letzt kommen wir dann zum urbayrischen Bierstil, dem Weißbier. Das Weißbier hefetrüb der Brauerei Kraus wird traditionell mittels Flaschengärung hergestellt. Schönes, kräftiges Gold, opalisierend, schimmert im Glas – unfiltrierte Biere gefallen mir einfach besser als die geklärten Strahlemänner. Mittlere Perlage. Die sortentypische Schaumkrone ist auf meinem Foto leider schon etwas in sich zusammengefallen. Ebenso typisch wie der optische Eindruck ist der Geruch. Banane, Nelke. Muskatnuss. Leicht hefig.

Brauerei Kraus Hausbräu Weißbier

Das Kraus Weißbier ist süß im Antrunk, sehr weich und dabei doch mit einer klaren Linie, die mir bei vielen Hefeweizen fehlt, und die mir oft zu mild sind. Hier ist Charakter da, das gefällt mir. Dabei bleibt es aber sortentypisch rund und schmeichelnd. Schöne Rezenz, mit hoher Karbonisierung, mit ebenso hohem Rülpsfaktor. 5,5% Alkohol sind enthalten.

Der Abgang ist für ein Weißbier recht lang, trocken und mildbitter, nicht zu süß. Ein sehr ausgewogenes, ideales, geradliniges Hefeweizen ohne Sperenzchen. Davon kann ich auch 2 oder 3 trinken, ohne dass es mir zu einseitig wird. Sicher eins der angenehmsten Weißbiere, das ich in den letzten Jahren hatte.

Es dient entsprechend natürlich auch als Cocktailzutat. Man frage mich bitte nicht nach dem Sinn des Namens des The Danube and the Main – vielleicht verweist man mit dem Hinweis auf den Verbindungskanal (der passenderweise bei Bamberg beginnt) zwischen zwei großen deutschen Flüssen auf das Zusammenwachsen der bisher noch oft getrennten Trinkwelten des Biers und des Cocktails. Für mich persönlich ist Bier aus der Cocktailwelt kaum mehr wegzudenken, auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis diese Bewegung in der Breite angekommen sein wird.

The Danube and the Main


The Danube and the Main
2 oz Arrak (z.B. Boven’s Echter Arrak)
1 Spritzer Angostura
½ oz Grapefruitsaft
¼ oz Orangensaft
¼ oz Zitronensaft
¾ oz Zuckersirup
Auf Eis shaken. In ein Glas voll Eis abseihen. Toppen mit…
Weißbier (z.B. Kraus Weißbier hefetrüb)
[Rezept nach Matt Scheller]


Insgesamt gefällt mir die Produktreihe von Kraus sehr gut. Es sind traditionelle Biere mit Charakter, nie langweilig oder oberflächlich – ein Beispiel dafür, wie gut die Bierbasis in Deutschland aufgestellt ist, mit regionalen Spezialitäten in hoher Qualität. Der verwöhnte Genießer würde sich vielleicht ein bisschen mehr Aromenausprägung wünschen, etwas mehr Potenzial zum Explorieren und Verkosten – doch das ist ein Luxusproblem, das ich als Bierblogger habe, das ich nicht zu hoch hängen will.