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Stone Hazy, with a Chance of Blueberries Wheat Ale Titel

Kurz und bündig – Stone Hazy, with a Chance of Blueberries

Der Unterschied zwischen einem aromatisierten Biergetränk und einem mit natürlichen Zutaten, die nicht in der populären Auslegung des Reinheitsgebots zu finden sind, ist immer wieder Grund für Diskussion – so neulich wieder in einer Craftbier-Facebookgruppe. Dass man als echter Bierfreund das eine energetisch ablehnen und gleichzeitig das andere sehr schätzen kann versteht der eine oder andere offensichtlich nicht und macht sich in seiner Unwissenheit darüber lustig. Dabei ist es doch total einfach: Natürliche Zutaten kompetent eingesetzt, ja, gerne. Künstliche Aromen, nein, danke. Das Stone Hazy, with a Chance of Blueberries ist ein Beispiel für ersteres, denn es wurde während der Gärung Heidelbeerpürée zugesetzt, „erntefrisch“, wie der Pressetext uns mitteilt.

Stone Hazy with a Chance of Blue Berries Wheat Ale

Heidelbeeren sind ja nur nach außen blau, daher ist die rostrote Farbe keine Überraschung. Die 13% Heidelbeerpürée sorgen für zusätzliche Trübung, das Weizenbier wird dadurch beinahe blickdicht. Auch der feine, dicke Schaum ist leicht rötlich. In der Nase riecht man Hefe, Malz und eine leicht medizinische Note, die mich verrückterweise an Pflaster und Verbandsmaterial erinnert. Etwas dunkle Frucht schimmert durch.

Der Geschmack ist mildfruchtig, die Heidelbeeren ergänzen einen eher ins Nelkige als ins Bananige gehenden Weizenbiergeschmack. Das Mundgefühl ist im Antrunk recht süß und cremig, im Verlauf wird es immer trockener, bitterer. 35 IBU sind für ein Weizenbier schon kantig, diese spürt man besonders gegen Ende deutlich – im Gegensatz zu den 6,7% Alkoholgehalt, das als „Wheat Ale“ deklarierte Bier ist daher eigentlich schon ein Weizenbock. Im kurzen, sehr trockenen Abgang kommt dann die Frucht vollends zum Vorschein, die Heidelbeeren klingen eine Weile nach, zusammen mit einer kräftigen Säure. Ein leicht metallischer Geschmack beendet das Ganze.

Man muss klar sagen – das ist kein Fruchtbier (wie ein Kriek oder ähnliches), dazu ist es bei weitem nicht fruchtlastig genug; die Hauptaromatik ist die eines Weizenbocks. Die Beerenzugabe sorgt aber erkennbar für eine zusätzliche Aromenschicht und Komplexität im Bier, die ich als durchaus angenehm empfinde. Ein schönes Herbstbier mit einem kleinen Twist.

Offenlegung: Ich danke Stone Brewing für die Zusendung zweier Dosen des Stone Hazy, with a Chance of Blueberries.

IMBC - Buxton Brewery - Magic Rock - North Brewing Co. - Stone Fellow-Sip IPA Titel

Kurz und bündig – IMBC / Buxton Brewery / Magic Rock / North Brewing Co. / Stone Fellow-Sip IPA

Ich hatte mich neulich über einen etwas unhandlichen Titel eines Biers beschwert. Nun, das war gestern, heute heißt ein Bier IMBC / Buxton Brewery/ Magic Rock / North Brewing Co. / Stone Fellow-Sip IPA. Ich frage mich, ob das wirklich noch in meine Kategorie „Kurz und bündig“ passt – damit ich die Wortgrenze nicht sprenge, nenne ich das Bier im folgenden nur noch Fellow-Sip. Es handelt sich dabei um das 4. Uniqcan-Release aus dem Hause Stone Brewing. Der Anlass, sich mit 3 britischen Brauereien zusammenzutun, ist die IMBC (Independent Manchester Beer Convention, „Indy Man Beer Con“), die Anfang Oktober 2018 stattfand.

IMBC - Buxton Brewery - Magic Rock - North Brewing Co. - Stone Fellow-Sip IPA

Die Farbe ist golden, naturtrüb. Die Schaumentwicklung ist kräftig, eine sehr starke Perlage sorgt dafür, dass dieser Schaum auch lange erhalten bleibt. Nachdem ich in letzter Zeit häufiger Biere im Glas hatte, die sich geruchlich eher zurückhielten, ist dieses Bier eine andere Welt – beim Eingießen riecht man schon, dass die Nase hier was zu tun bekommt. Die zu erwartende Bitterkeit ist riechbar, Grapefruit, Limette, Harz, Aromahopfen in voller Wucht und ohne Gnade, etwas Frucht schimmert durch.

Im Mund beginnt das Fellow-Sip schon sehr trocken und man merkt die 65 IBU vom ersten Tropfen, der auf die Zunge fällt – da ist eine sehr harte Grapefruitkante drin, Limettenschale, ein harzig-holziger Eindruck; es geht fast schon in Richtung Radicchio, weil da auch eine gewisse Kräuterigkeit da ist. 7% Alkoholgehalt bleiben dennoch unspürbar am Gaumen. Der Abgang ist sehr lang, bitter bis zur Eckigkeit, harsch und trocken. Der Hopfen lässt dem Malz keinerlei Chance, so etwas wie Tiefe aufzubauen. Insgesamt empfinde ich das Bier aromatisch auch als dumpf und etwas stumpf, die Rezenz fehlt.

Persönlich hat mir das nun, nachdem ich immer die Stone-Bittere gelobt und gefordert hatte, die Grenze des Angenehmen überschritten. Das Fellow-Sip ist kein Bier mehr, das ich mir mal so eingießen würde, sondern ein Demonstrationsobjekt für derbe Biere, die mir nur noch bedingt Spaß machen. Wer allerdings die knarrende IBU-Härte haben will, nun, der ist hier definitiv richtig.

Die Zusammenarbeit besteht hauptsächlich darin, dass die Zutaten von den 4 Brauereien aus ihren beliebtesten Produkten in den Braukesseln von Stone in Berlin zusammengeführt wurden – die „ikonischen“ Hopfen- und Malzsorten der wichtigen Biere der teilnehmenden Brauereien. Dabei handelt es sich um die Malze Pilsener Malz, Gerstenmalz, Weizenmalz, gesäuertes Malz und Golden Promise, sowie die Hopfen Citra, Mosaic und Ariana. Über die Dosen selbst habe ich in meinen Blogartikeln über die 3 Uniqcan-Vorgänger genug gesagt – das Konzept ist schlüssig und stringent ausgeführt. Das Label ist schön bunt und passt dazu, und stellt die Zusammenarbeit gelungen in den Vordergrund.

Offenlegung: Ich danke Stone Brewing für die kostenlose Zusendung zweier Dosen des Fellow-Sip IPAs.

Maisel & Friends Craft Brauer Festival 2018 Titel

Maisel & Friends Craft Brauer Festival 2018 und Maisel & Schanzenbräu Gestopfter Bär

Die Einladung kam überraschend, das gebe ich zu. Mitglied in der Jury eines Brauerwettbewerbs! Natürlich bin ich für derlei Dinge immer zu haben, besonders, wenn sie im Rahmen eines Festivals stattfinden, und von einem illustren Brauer wie Maisel & Friends organisiert werden. Der Hobbybrauer-Wettbewerb war also einer der Bausteine des Maisel & Friends Craft Brauer Festival 2018, das Anfang September in Bayreuth stattfand. Für mich als echten Bierfreund stand eine Reise nach Oberfranken, einem Zentrum der globalen Bierkultur, eh schon lange auf der Liste.

Am ersten Tag des Festivals war das Wetter noch etwas verhalten, und so war der Garten der Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt mittags, als ich dort ankam, noch nicht überlaufen. Das Gebäude, das auch das Liebesbier beherbergt, ist eine tolle Location, modern aber nicht überkandidelt, mit viel Charme.

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 01 - Von außen

Gegen Spätnachmittag füllte sich das Gelände, erste Veranstaltungen fanden statt, die Stände der diversen Craftbierbrauer, die am Festival teilnahmen, öffneten und man konnte beginnen, sich durch deren Biere zu trinken. Atelier-der-Braukünste, Birrificio San Giovanni, Brauerei Flügge, BRLO, BroBier GbR, Craftwerk Brewing, HBH Braumeister Edition Fulda, In-Ale,  Tanker Brewery, Únětický pivovar und natürlich die Hausherrn sowie deren besonderer Gast, Schanzenbräu, waren mit Flaschen- und Fassbier vor Ort. Besonderer Gast deswegen, weil auf dem Festival auch die neue Zusammenarbeit zwischen der Schanzenbräu und Maisel & Friends vorgestellt wurde, die ich im Foto hier bereits im Glas halte und am Feuer genieße. Dazu später mehr.

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 02 - Gestopfter Bär im Freien

Am zweiten Tag des Festivals begann dann, während im Hof bei bestem Feierwetter mit blauem Himmel und strahlender Sonne die Kapazität des Gartens durch die enorm große Gästezahl strapaziert wurde, die harte Arbeit des Bierverkostens für mich und die anderen Mitglieder der Jury des Hobbybrauerwettbewerbs. Im ersten Stock der Maisel Bier-Erlebnis-Welt war ein Raum reserviert, in dem wir ohne Ablenkung die Proben, die Hobbybrauer zur Verfügung gestellt hatten, verkosten konnten.

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 03 - Verkostungsraum

Das Thema des Wettbewerbs war „Weißbier“ – und ich war überrascht ob der schieren Bandbreite der Biere, die die Hobbybrauer zu Hause hergestellt hatten. Da war alles vom dunklen Weizenbock bis zum strohigen, leichten, fast schon sauren hellen Weißbier, die Geschmackseindrücke variierten von klassisch bis völlig unerwartet (sowohl, das muss man sagen, auf positive als auch auf negative Weise) – ein Beweis dafür, wie flexibel die Kategorie ist. Das Prozedere war ein Blind Tasting, 25 Proben aufgeteilt auf 5 Flights, ein Bewertungsbogen, in dem für die üblichen Kategorien von Sinneseindrücken ein Wert vergeben wurde. Bei einigen der Samples wurde schnell klar, dass sie kein Gewinner sein würden – bei anderen würde ich nicht meckern, wenn ich sie als Flasche im Markt kaufen würde, so gut war teilweise die Qualität der Erzeugnisse der Hobbybrauer. Der Gewinner war schließlich ein Weizendoppelbock, die Jury war sich überraschend einig.

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 05 - Verkostung

Die Expertenjury des Hobbybrauerwettbewerbs bestand aus geballter Fachkompetenz einerseits und mir andererseits, der ich mich praktisch als blutiger Anfänger fühlte gegenüber diesen Kennern – Christof Habel (Redakteur BRAUWELT und GradPlato), Mareike Hasenbeck (Journalistin und Biersommelière), Markus Raupach (Journalist, BierAkademie und Biersommelier), Andrea Kalrait (Veranstaltungsleiterin BrauBeviale und Biersommelière), Michael König (Biersommelier Maisel & Friends), Gracia Sacher (Bierbloggerin „Hopfenmädchen„) und André Brunnsberg (Vorsitzender der finnischen Hobbybrauervereinigung, Delegierter der European Beer Consumers Union).

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 06 - Jury

Nach den doch recht anstrengenden 2 Stunden des Verkostens konnte ich dann den Rest des Festivals genießen. Das eine oder andere Bier der geschilderten Brauer landete in meinem Glas, und besonders gefielen mir die Sandwiches, die angeboten wurden – spannend und lecker in einem, nicht der typische Festivalfood. Es war laut und lärmig, das ist eigentlich nicht wirklich was für mich, und so war mir der Rest des Rahmenprogramms kaum zu würdigen; dennoch habe ich wirklich viel mitgenommen von diesem Ausflug nach Bayreuth. Im Nachgang habe ich mit Bekannten noch eine Tour durch die oberfränkische Bierwelt abseits von Maisel unternommen. Ein entsprechender Artikel folgt auf diesem Kanal.

Maisel & Friends Craft Beer Festival 2018 - 07 - Food

Von all den Bieren, die ich an diesen zwei Tagen probieren durfte, bleibt allerdings eines besonders im Gedächtnis, und das nicht, weil es vom Gastgeber stammt. Der oben schon erwähnte Collab-Brew war der absolute Gewinner für mich persönlich – der Maisel & Schanzenbräu Gestopfter Bär, ein roter hopfengestopfter Bock mit 50 IBU und 7,3% Alkoholgehalt.

Als erstes fällt die ungewöhnlich schöne, rote, strahlende Farbe auf, die leicht opalisierend im Glas leuchtet. Eine dünne Schaumkrone mit Crema, dazu leichtes Mousseux. Geruchlich dominiert erstmal eine malzige Basis, dazu kommen hübsch fruchtige Obertöne, ohne dass eine Komponente die andere überdeckt; Grapefruit, Zitrone. Frisch und ansprechend.

Auch im Geschmack sind Malz und Hopfen wohl ausgeglichen. Der malzige Bock sorgt für Süße und fettes Volumen, die Hopfenstopfung für Frische und eine edle Bittere, 50 IBU sind super eingebunden. Eine wunderbar gelungene Rezenz mit idealer Karbonisierung gefällt mir sehr, ebenso wie der feinherbe Abgang mit einer hübschen Kombination aus dezenter Trockenheit und zurückhaltender Süße.

Maisel & Schanzenbräu Gestopfter Bär

Da sind zwei aufeinandergetroffen, die ihr Handwerk verstehen, und das Ergebnis ist eines der schönsten Biere, die ich seit langer Zeit getrunken habe. Es ist ein Jammer, dass das ein einmaliges Erlebnis sein wird, das sollte im Dauerprogramm der beiden Brauereien geführt werden.

Nun, vielleicht gibt es nächstes Jahr ein ähnliches Event, und ein ähnlich gelungenes Collab-Brew. Es hat mir Spaß gemacht, Teil des Festivals zu sein, viele neue Leute kennenzulernen und die Atmosphäre Bayreuths und die dortige, alles durchdringende Bierkultur am eigenen Leib zu erfahren. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Maisel Bier-Erlebnis-Welt definitiv mal anschauen!

Stone CoCo-Pow! Porter Titel

Kurz und bündig – Stone Brewing CoCo-POW! Porter

Uniqcan, inzwischen schon die dritte – Stone Brewing legt ein hohes Tempo vor mit seinen Limited Releases. Dieses Mal haben wir ein besonderes Schmankerl in der Dose, einen von mir sehr geliebten Bierstil: Ein Porter, aber eins mit einem Twist.  Eingebraut wurde das Stone Brewing CoCo-POW! Porter nämlich mit gerösteten Kokosflocken und Kaffeebohnen (zusammen insgesamt 1,6% Anteil). Wenn ich sowas lese, bin ich immer zwiegespalten – das kann leicht in die Hose gehen mit „bierfremden“ Aromen. Schauen wir mal, was rausgekommen ist.

Stone CoCo-Pow! Porter

Für ein Porter sehe ich einen überraschend schönen Crema-Schaum, üppig und voll, dabei gemischtblasig und vergleichsweise langlebig, gespeist durch eine feine, sichtbare Perlage. Der Rest ist dann wieder stiltypisch: blickdicht, dunkelbraun bis schwarz.

Ist ein normales Porter schon aromatisch nahe an Kaffee, so hat das CoCo-POW! Porter noch eins draufgesetzt: Die Nase nimmt klare, deutlichste Kaffeeröstaromen wahr. Frisch gemahlenes Kaffeepulver dominiert die Aromatik, da kommt kaum etwas anderes vor.

Auch im Antrunk ist Kaffeepulver stark präsent, wird dann durch mildere Malznoten eingebremst und durch eine dezente Hopfenfrucht aufgefrischt. Das Bier ist trotz der angenehmen Cremigkeit sehr rezent, überraschend leicht und bei entsprechender Kühlung sehr erfrischend. Leichte Gewürznoten sorgen für den Unterbau, 7,3% Alkoholgehalt für Volumen und Bums.

Erst im Abgang kommt die zweite namensgebende Sonderzutat zum Zuge – eine leichte, milde Kokosnote, wirklich nur ein Hauch, bei weitem nicht so stark wie beispielsweise beim Kona Brewing Coco Porter – mit zunehmender Trinktemperatur nimmt sie größeren Raum ein. Zusammen mit ihr tritt eine zurückhaltende Süße ein, die mit der wirklich toll gestalteten Herbe (etwas, was ich bei Stone immer erwarte – 25 IBU) um die letzten Eindrücke beim Ausklang kämpft.

Mir gefällt die Art, wie dieses Bier komponiert wurde – das ist geschmacklich ein sehr gelungenes Porter, das mit Kaffee und Kokos nur hintergründig angereichert ist und dadurch eine wirklich tolle Komplexität erhält, die dabei aber nie die Drinkability verdrängt. Es bestätigt sich für mich persönlich – Stone hat zur Zeit einfach einen Lauf. Alles, was die gerade in dieser Uniqcan-Reihe neu rausbringen, ist spannend und interessant.

Offenlegung: Ich danke Stone Brewing für die kostenlose Zusendung zweier Dosen des CoCo-POW! Porter.

Camba Hop Gun Dry Hop Brown Ale Titel

Kurz und bündig – Camba Hop Gun Dry Hop Brown Ale

Einer der tollsten Aspekte der Craftbierbewegung der letzten Jahre ist, dass man hierzulande nun auch Bierstile braut, die in Deutschland einig Pilsland unverdienterweise völlig unter den Tisch gefallen waren. Selbst bei den Bierultras, den Bayern, kann man sich so langsam trauen, etwas anderes als Weißbier herzustellen, auch wenn es dort immer noch einen Ticken schwerer ist als anderswo in Deutschland und der Welt. Camba zeigt mit dem Hop Gun Dry Hop Brown Ale, eingebraut auf satte 6,4% Alkoholgehalt und knackige 46 IBU, dass die obergärige Bierwelt auch bunt sein kann.

Camba Hop Gun Dry Hop Brown Ale

Nun, ein Brown Ale sollte mal braun sein, oder bin ich da zu naiv? Jedenfalls ist das Hop Gun braun, satt sogar, stark trüb bis fast zur Blickdichte. Schaum entsteht beim Eingießen üppig, so dass das Bier kaum ins Glas passt aufs erste Mal; danach fällt er aletypisch zusammen, es bleibt aber eine dünne Schicht feinen Rests übrig. Der Geruch ist stark hopfig, auch hier sollte für den Bierfreund die Ankündigung einer Trockenhopfung schon die Richtung bestimmen. Milde Frucht, Erdbeeren mit Sahne, Aprikosen, dazu Karamell – ich erkenne tatsächlich, selten passiert das in dieser Konsequenz, einige der Tasting Note-Vorgaben auf dem Etikett wieder.

Mildbitter, adstringierend, dabei mit einer leichten Cremigkeit im Mundgefühl – das ist der vorherrschende Ersteindruck im Mund. Der Hopfen liefert kaum etwas der Frucht geschmacklich ab, den wir in der Nase entdeckt hatten. Eine Säure, die ich persönlich als unpassend in diesem Bier empfinde, stört mich zwar, liefert aber Rezenz. Insgesamt wirkt das Bier frisch und hell, trotz der Farbe. Der Abgang ist aromatisch sehr kurz, durch die 46 IBU Bittere aber effektvoll. Trocken und herb erinnert mich das Hop Gun Dry Hop Brown Ale diesbezüglich fast schon an ein Pils – etwas mehr Körper hätte ich als angenehm empfunden.

Ein interessanter Schluck für den Craftbierfreund – es startet toll, und wird für mich dann aber immer schwächer. Persönlich werde ich mir daher keine weitere Flasche kaufen, die drei, die ich für diesen Test nutzte, reichen mir eigentlich.

Hanscraft & Co. & Stone Quince-Essential Hazy Ale Titel

Kurz und bündig – Hanscraft & Co. & Stone Quince-Essential Hazy Ale

Sie machen ihr Vorhaben wahr – Stone Brewing bringt nun innerhalb kürzester Zeit schon das zweite Bier in der „Uniqcan“ (eine Erklärung dazu ist in meinem Artikel zum ersten Uniqcan-Bier verfügbar) heraus. Dieses ist ein „Collaboration Brew“, wie sie seit einiger Zeit durchaus beliebt sind bei den hippen, jungen Brauern; Stone hat sich Hanscraft & Co. mit in die Dose geholt, und das etwas rumpelig benamte Hanscraft & Co. & Stone Quince-Essential Hazy Ale aus der Taufe gehoben.

Wie schon beim Vorgänger wurde für dieses Hazy Ale ein Fruchtpüree während der Fermentation eingesetzt – diesmal sind es, dem Namen nach nicht überraschend, 5% Quittenpüree, die den Weg ins Bier gefunden haben. Als wäre das nicht genug, findet man als Zutat noch Haferflocken. Der Bierstil des Hazy Ale mag dem einen oder anderen noch unbekannt sein – er wurde erst vor kurzem als offizieller Bierstil anerkannt. Spannend, ich erinnere mich noch deutlich an die Zeit, in der sauberes Pils oder Kristallweizen und ähnliches das Maß der perfekten Optik waren; so schwingt nun das Pendel in die andere Richtung.

Hanscraft & Co. & Stone Quince-Essential Hazy Ale

Die Farbe ist Eigelb, und bierstiltypisch ist es blickdicht, milchig trüb. Es ist hier wahrscheinlich die Mischung aus Weizen und Haferflocken, die die extrem stark ausgeprägte Trübung erreicht. Trotzdem sieht man eine sehr starke Perlage und deutliche Partikel, wahrscheinlich vom Quittenpüree. Sehr feiner Schaum bleibt lange dünn als Krone erhalten. Im Geruch dominiert kantiger Hopfen, viel Frucht ist entsprechend da. Die Quitte schafft es nur in Ansätzen, sich der Hopfengewalt entgegenzusetzen.

Hatte ich beim Stone Tangerine Express IPA noch etwas die fehlende Kante bemeckert, kann man das hier nicht mehr behaupten – das fühlt sich an wie ein Stone-Bier. Da ist viel Hopfenbittere, schöne Limette, etwas Grapefruit. Die Cremigkeit eines Ales ist immer noch da, aber die hohe Rezenz und die Frucht sorgt für tolle Erfrischung; insgesamt bewegt sich das Hazy Ale durchweg  im hohen Klangregister. 6,3% Alkohol sind nahezu perfekt eingebunden. Der Abgang ist frisch, mittellang, ideal im Bitter-Mild-Verhältnis (45 IBUs), und hier kommt die Quitte dann schön durch.

Das ist ein sehr attraktives Bier, in Kühlschranktemperatur getrunken bei 35° Außentemperatur war es ein Genuss sondergleichen. Auch an kühleren Tagen, bin ich mir sicher, bietet das Hazy Ale alles, was man sich von einem fruchtlastigen Ale erwarten kann im Überfluss. Toll gemacht, Hanscraft und Stone!

Offenlegung: Ich danke Stone Brewing für die kostenlose Zusendung von 2 Dosen des Hazy Ale.

Stone Tangerine Express IPA Titel

Kurz und bündig – Stone Tangerine Express IPA

Stone Brewing  und die Dose – das gehört untrennbar zusammen. Sehr offensiv wird diese Verpackungsart für Bier von Stone beworben, und sie gehen nun auf diesem Weg konsequent noch einen Schritt weiter, indem sie für ihre nun in Zukunft erscheinenden, nicht zum Stammportfolio gehörenden Biere statt dem individuellen Design eine Standarddose nutzen, die nur mit einem Wechseletikett beklebt wird. Das Konzept wird im Marketingsprech Uniqcan genannt, und das Stone Tangerine Express IPA ist das erste Bier, das in ihr erhältlich ist.

Obwohl es laut eigener Aussage eines der beliebtesten Stone-Biere in den USA ist, wird es für unseren Markt in Deutschland gebraut, in Berlin um genauer zu sein. Das besondere des Tangerine Express IPA ist der Einsatz von Mandarinen- und Ananaspürree im Brauprozess – den Unterschied zu einem aromatisierten Bier muss ich, so hoffe ich, für regelmäßige Leser meines Blogs nicht nochmal extra hervorheben.

Stone Tangerine Express IPA

Das Eingießen wird durch den starken, großblasigen, grober Schaum, der sehr langlebig ist, verlangsamt. Man sieht eine leichte Ausflockung (sind es Reste des verwendeten Fruchtpürees?), deren Partikel von der sehr starken Perlage wild im Glas bewegt werden. Ich rieche Ananas, Orange, interessanterweise etwas Pfeifentabak. Letzteres wird mit zunehmender Zeit im Glas sogar immer prägnanter.

Die Mundeindrücke sind Kategorie „Wolldecke“ – schon beim sehr süßen, weichen, anschmeichelnden Antrunk. Im gesamten Verlauf bleibt das Tangerine Express sehr cremig und flauschig. Dazu passt die milde Aromatik nach Tropenfrucht, reifer Ananas, Orange. Genehm und unauffällig, nicht laut anbiesternd wie der eine oder andere Stone-Tropfen. Dennoch ein solider, runder, unkantiger Geschmack. Die sehr ausgeprägte Cremigkeit und Süße geht schnell in ein Gefühl der Schaligkeit über, weil trotz der Perlage nur wenig Rezenz vorhanden ist. 6,5% Alkoholgehalt laut Dosenetikett, 6,7% laut Pressemitteilung, beides ist nicht spürbar.

Im Abgang erfährt man erstmals, dass man hier ein IPA trinkt – aber selbst die nun aufkeimende Bittere bleibt zunächst zurückhaltend und dezent. Eine leichte Säure klingt nach, mit dazugehörender Adstringenz, die den insgesamt aromatisch eher kurzen Abgang überdauert, der am Ende dann doch noch aus Bittere besteht, bei 75 IBU nicht verwundernd.

Man muss schon süße Biere mögen, um diese Art von IPA schätzen zu können. Mir persönlich ist es etwas zu stumpf für ein IPA, es fehlt mir der Frischekick, den ich durchaus will, wenn ich ein Bier trinke, das mit diesen 3 Buchstaben versehen ist. Stone ist in dieser Beziehung normalerweise für mich eine Bank, wenn ich nicht geschont werden will; das Tangerine Express ist dahingehend überraschend, weil es so schmeichelt und cremelt und süßelt. Ich bin mir sicher, dass allerdings gerade dieser Aspekt dafür sorgt, dass das Bier viele Freunde finden kann.

Ein absolut vorbildliches, kleines Detail hebe ich zum Schluss hervor: Das Abfülldatum ist auf den Dosenboden gedruckt (hier: 14.06.2018). Gerade für hopfenlastige Biere, die sich mit zunehmender Entfernung von diesem Datum doch deutlich verändern können, ist dies eine sehr wertvolle Information.

Offenlegung: Ich danke Stone Brewing für die kostenlose Zusendung von 2 Dosen dieses Bieres.

Brewbaker Berliner Weisse Schankbier Titel

Kurz und bündig – Brewbaker Berliner Weisse Schankbier

Totgesagte leben länger, heißt es. Die echte Berliner Weisse war schon praktisch tot, man kannte sie eigentlich außerhalb Berlins nur noch als das Zeug, das man so hübsch mit Waldmeister- oder Himbeersirup aufgießen musste, mehr ein Gag als ein ernsthaftes Bier. Wir leben in Zeiten, in denen das Interesse an alten, authentischen Dingen wieder wächst – und dazu gehören einst beliebte Bierstile, und die Berliner Weisse ist einer davon. Aktuell wird sie wiederbelebt. Ein Beispiel dafür ist das Brewbaker Berliner Weisse Schankbier. Eingebraut wird es mit den für den Stil typischem niedrigem Alkoholgehalt (hier 2,5%) und ist darüber hinaus sogar mit einem Öko-Siegel versehen.

Brewbaker Berliner Weisse Schankbier

Komplett schaumfrei von Anfang an. Nur wenig Mousseux, die einzelnen Perlen kann man an der Oberfläche zählen. Mit aufgeschwenkter Hefe so gut wie blickdicht. Ockerfarben. Optisch seltsam und ungewohnt für ein Bier, erinnert mehr an naturtrüben Apfelsaft. Die Hefe ist als erstes präsent, wenn man am Bier riecht. Eine sehr würzige, röstige Note kommt als nächstes, danach erst eine milde Zitrusfrucht. Das Ungewohnte geht hier also direkt weiter.

Das typische der Berliner Weissen ist die Säure, und die ist vom Antrunk an direkt da. Für ein Sauerbier ist sie recht fein und mild, à la grüner Apfel,  mit nur kleinen Säurespitzen von Zitrone im Hintergrund. Kandiszucker und viel Apfel bilden das Gerüst, auf das aufgebaut wird. Der Abgang ist hefig, trocken, mittellang. Vielleicht etwas muffig im Nachhall. Über Rezenz brauchen wir uns bei einem Sauerbier nur wenig unterhalten, die Frische kommt aber noch extremer als bei anderen Bieren dieser Art allein über die Säure, nicht über die nichtvorhandene Kohlensäure.

Ich bin seit einiger Zeit, schon zu Sirupzeiten eigentlich, ein Fan dieses Bierstils, und bin persönlich sehr glücklich, dass es nun eine gewisse Auswahl an Herstellern gibt, die sich um diese sträflichst vernachlässigte Berliner Spezialität kümmern.

La Trappe Witte Trappist vs Blanche de Namur Titel

Wettbewerb der Witbier-Testsieger – La Trappe Witte Trappist vs Blanche de Namur

Witbier hatte ich zum ersten Mal getrunken, als ich in der Saarbrücker Innenstadt das belgische Restaurant „Le Templier“ besuchte. Dort gibt es eine schöne Auswahl belgischen Biers, das man zusammen mit doppelt frittierten Pommes und anderen Snacks genießen kann; unter anderem eben das bleiche Bier, das ich auf einem anderen Tisch sah und entsprechend neugierig auch bestellte.

Inzwischen kenne ich diverse Witbiersorten, und auch in der Breite der Biertrinkergesellschaft ist es angekommen, zumindest vom Angebot her – selbst deutsche Brauereien, die sich sonst so gern auf das Reinheitsgebot beziehen, stellen es her, wie zum Beispiel Köstritzer. Und Fachzeitschriften veröffentlichen Tests, in denen unterschiedliche Marken verglichen und bewertet werden, so geschehen in der Barkulturzeitschrift Mixology, und im Bierfachmagazin Meiningers Craft. Ich mache nun hier einen Metatest, habe mir also die jeweiligen Bestplatzierten aus diesen zwei Tests für einen Direktvergleich herangezogen – La Trappe Witte Trappist stellt sich dem Blanche de Namur.

La Trappe Witte Trappist vs Blanche de Namur

Beginnen wir mit dem Sieger des Tests in Meiningers CraftLa Trappe Witte Trappist. Auch Mixology fand dieses Bier gut, es landete dort im Test auf Platz 2. Es stammt aus der Koningshoeven-Brauerei der Zisterzienser-Abtei Onze Lieve Vrouw van Koningshoeven – ein schöner Name. Es wird, wie von der Vorgabe für Trappistenbiere gefordert, von trappistischen Mönchen gebraut.

Im Glas ist es blass und trüb, wie von einem Wit gewünscht. Extrem starke Schaumbildung entsteht beim Eingießen, daher dauert das etwas länger. Starke Perlage hält den Schaum auch dann noch eine Weile aufrecht.

Weichspüler. Das ist das erste, was mir beim Riechen einfällt. Blumig könnte man es auch nennen, wenn man positiver, aber nicht ganz so treffend formulieren will; es erinnert mich auch entfernt an die chlorige Käsenote beim Kronenbourg 1664. Ein leichter Anflug von Hefe.

La Trappe Witte Trappist Glas

Hm, im Mund muss ich nun schon wieder nach Begriffen suchen, die mir helfen, die deutliche Neutralität dieses Biers zu beschreiben. Da ist kaum etwas, was es zu beschreiben gibt, eine minimale Zitrusnote und leichte Würze ist das höchste, was man findet – ansonsten gibt es nur Aromenarmut, belangloses Mundgefühl, keine nennenswerte Säure oder Süße, mittlere Rezenz. 5,5% Alkohol schmeckt man ebensowenig. Wirkt sehr wässrig. „Extremely aromatic varieties of hop“ kündigt das Etikett an? Hopfen ist manchmal etwas flüchtig – hier hat er sich aber komplett verdrückt, und das, obwohl das MHD mit Mitte 2017, also noch ein Jahr vom Testzeitpunkt, eine unveränderte Frische verspricht.

Der Abgang passt sich dem an: Da ist einfach nichts, außer einer eher unangenehmen Mischung aus Bittere und pappiger Süße (Glukosesirup steht als Zutat auf dem Etikett). Ich bin am Verzweifeln – habe ich eine schlechte Flasche erwischt? Die zweite Flasche solls entscheiden. Einige Tage später wird sie geöffnet – und das Erlebnis wiederholt sich. Nein, in dieser Form brauche ich das nicht, selbst bei den recht annehmbaren 1,50€ Flaschenpreis bei 330ml.

Mal schauen, ob der zweite Kandidat des heutigen Tests, das Blanche de Namur, sich hier besser präsentieren kann. Testsieger Mixology, auch sehr gut platziert bei Meiningers Craft – also genau umgekehrte Vorzeichen. Es ist mit 4,5% Alkoholgehalt etwas leichter und weist ein ähnliches Haltbarkeitsdatum auf. Auch dieses Bier trinke ich, wie auf dem Rücketikett empfohlen, gut gekühlt aus dem Kühlschrank.

Blanche de Namur Glas

Auch hier ist die Farbe sehr typisch, blass bis hin zur Bleiche, in Kombination mit starkem, großblasigem Schaum, der nicht lange lebt und das Bier in Kürze unbedeckt lässt.

Es weist eine schöne, zitronig-luftige Nase, mit Hefeanklängen auf. Etwas Banane gibt dem ganzen eine gewisse Rundheit. Orange, als eine Komponente der witbiertypischen Zutaten, ist erkennbar.

Im Mund ist es sehr frisch und rezent, mit perfekter Säure und milder Süße, aromatisch nach Zitronen, vom Gefühl her vollmundig, dicht und feinherb. Nach dem Antrunk kommt allerdings nicht mehr viel – praktisch kein Körper, eine extrem steil abfallende Aromakurve, wow, das ist wie Achterbahnfahren. Das gipfelt dann im praktisch nicht vorhanden Abgang – bis auf den Erfrischungseffekt und eine leichte Bittere ist da kaum mehr was.

Nun ist dieser Bierstil nicht für Aromenexplosionen gedacht – es ist ein frischer, leichter, weizenlastiger Bierstil, daher muss man das in die Betrachtung natürlich mit aufnehmen. Für mich persönlich schlägt das vergleichsweise dichte Blanche de Namur das leider selbst für diesen Bierstil völlig aromalose Witte Trappist um viele Längen – beide sind aber gut gemachte Biere, die auf ihre Art zu gefallen wissen und gerade in der Sommerhitze beide perfekte Erfrischungsgetränke darstellen.

Ich habe seit einiger Zeit keine Biercocktails mehr gemacht – das ist für mich persönlich eine saisonale Geschichte. Im nun aufkommenden Sommer wird das Thema wieder aktueller; gerade leichte Drinks, in denen Bier die Hauptzutat ist, werden nun wieder häufiger in meinem Glas landen. Der White Night kann trotz des Namens sicherlich auch in der Hitze eines Sommertags punkten.

White Night


White Night
8 oz Witbier
1 oz Gin (z.B. Eifel Gin)
½ oz Maraschino-Likör (z.B. Bols)
Alle Zutaten in ein Glas mit Eis geben und leicht umrühren.
[Rezept nach craftedpours.com]


Für mich ist klar, dass ich über die heiße Jahreszeit immer mindestens eine Flasche Witbier im Kühlschrank haben werde, idealerweise von unterschiedlichen Herstellern. Leicht, frisch, unkompliziert und ideal sowohl als kühlende Erfrischung als auch als Essensbegleiter – Wit ist einfach ein toller Allrounder.

Saarbrückator Doppelbock Titel

Kurz und bündig – Saarbrückator Doppelbock

Man sieht sie öfters in den Bierregalen überall – Salvator, Celebrator, Animator.  Starkbiere unterschiedlichster Machart mit einem Namen, der immer auf dieselbe Silbe endet. Das kleine Saarland, das sich was Bier angeht in den letzten Jahrzehnten nicht mit besonders viel Innovationsruhm ausgezeichnet hat, gleicht diesen Mangel nun langsam aber sicher aus und hat inzwischen auch seinen eigenen –ator: den Saarbrückator Doppelbock. Eine Bieridee der Saarbrücker Beer Society, gebraut von der ortsansässigen Brauerei Bruch. Das Bier ruht zweieinhalb Monate im Lagertank, und wird darüber hinaus kaltgehopft.

Saarbrückator Doppelbock

Ohne viel Gewese direkt zum Eindruck. Deutlich opalisierend, fast schon trüb, bei einer kräftigen Bernsteinfarbe, die fast schon ins bräunliche übergeht.Starke Perlage. Schaum ist nach dem Eingießen vorhanden, baut sich aber trotz des Mousseux schnell ab. Ich rieche einiges an Frucht, Honigmelone, Feige, vielleicht etwas Stachelbeere. Eine sehr präsente Hefenote überlagert das etwas. Insgesamt ansprechend.

Wirklich sehr cremig im Mundgefühl, dabei auch süß im Antrunk. Voluminös. Interessant ist, dass die starke Karbonisierung sowohl zur Frische als auch zu diesem Volumen beiträgt – man hat wirklich ordentlich was im Mund bei einem Schluck. Das gefällt mir sehr, und dieses tolle Mundgefühl hilft mir, über die etwas gedämpften Aromen hinwegzusehen. Ein sehr ausgewogenes Süße-Säure-Verhältnis trägt weiterhin dazu bei. Ebenso, dass die 9% Alkoholgehalt, passend für einen Doppelbock, sehr sauber eingebunden sind. Der Abgang ist mittellang, hefig, leicht bitter, etwas adstringierend.

Ja, das kann man sehr schön trinken, das läuft runter wie Butter. Ein sehr gelungenes Bier, und das sage ich nicht nur aus Lokalpatriotismus – von so etwas in dieser Art würde ich gern mehr sehen; bis dahin habe ich mir neulich bei einem Tasting, in dem der Saarbrückator auch gefeatured wurde, nochmal 2 Fläschchen davon mitgeholt. Mir gefällt dabei besonders, dass die relativ junge Saarbrücker Beer Society so viel Schwung in die Saarländische Bierwelt bringt. Eine tolle Sache.