Kurz und bündig – Maisel & Friends Alkoholfreies Pale Ale

Als ich neulich einen Artikel über alkohol- und zuckerfreie Cocktails schrieb, wurde mir eins deutlich gemacht – man sollte derartige Getränke nicht als Ersatz für das sehen, was wir landläufig als „normale“ Cocktails betrachten. Es ist eine eigenständige Kategorie, mit anderen Bedingungen, Zutaten, Zielgruppen und Absichten. Ähnlich betrachte ich auch alkoholfreie Biere. Auch wenn Brauer Maisel & Friends sein Alkoholfreies Pale Ale natürlicherweise noch als einen Bierersatz betrachtet und bewirbt, will ich meine Meinung direkt klarstellen – bisher habe ich noch kein alkoholfreies Bier getrunken, das auch nur annähernd einem alkoholhaltigen Bier nahekommt. Vielleicht lohnt es sich, einfach mal den „Ersatz“-Gedanken über Bord zu werfen und so ein Produkt als das zu betrachten, was es ist, und nicht als das, was es nicht ist (und auch in mittelfristiger Zukunft nicht sein kann). Tun wirs doch einfach!

Maisel & Friends Alkoholfreies Pale Ale

Ganz lösen kann man sich letztlich nicht – es sieht aus wie ein Bier. Naturtrüb, blickdicht,  orange-milchig. Man sieht starke Perlage, die gemischtblasigen Schaum lange am Leben erhält. Tatsächlich kommt es auch in der Nase wie ein klassisches Pale Ale an, ohne Abstriche. Grapefruit, Orange, Limette. Recht helltönig, leichte Malznoten.

Im Mund findet dann der Wechsel zu einer anderen Getränkekategorie statt. Sehr kräuterig und gemüsig im Antrunk, die Hopfennoten sind zwar da, wirken aber nicht so knackig und prägnant wie bei einem alkoholhaltigen Pale Ale. Rosmarin und Spargel, und eine recht harzige Komponente. Nur sehr wenig Körper. Gute Säure, und in Kombination mit der hohen Karbonisierung rezent und erfrischend. Der Abgang ist bitter, 34 IBU sind hier klar erkennbar, kurz, hinterlässt deutliche Anästhesieeffekte auf der Zunge. Etwas Fruchtkaugummi klingt nach.

Wenn man den Gedanken an Bier einfach mal ausblendet, dann kann man das wunderbar trinken, als abwechslungsreicher Durstlöscher. Das Alkoholfreie Pale Ale von Maisel & Friends ist sicher etwas, was gerade im Sommer oft als Alternative zu Cola, Fanta und Sprudel in meinem Glas landen wird. Das wunderhübsche hellblaue Etikett mit den Vögeln, die sich aus einer Hopfendolde lösen, sorgt jedenfalls darüber hinaus für gute Laune.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die Zusendung einer Flasche des Alkoholfreien Pale Ales.

Kurz und bündig – Maisel & Friends Summer Pale Ale

Habe ich da ein déjà-vu? Letztes Jahr im Sommer hatte ich ein Bier getrunken, das Surfer auf dem Etikett hatte. Das Kona Longboard Island Lager konnte mich durch seine unkomplizierte Art überzeugen, allein der Preis und der weite Weg, den es zurücklegen musste, bis es bei mir im Glas landete, sorgten für Schwermut. Diesen lege ich hiermit offiziell ab, denn seit kurzem gibt es auch in Deutschland hergestelltes Surferbier! Maisel & Friends sorgt mit dem Summer Pale Ale, auf dessen Etikett ein lässiger Surfer sein Brett am Strand entlang trägt, entsprechend schonmal direkt für gute Laune.

Maisel & Friends Summer Pale Ale

Die Hefe setzt sich am Boden etwas ab, daher ist beim Eingießen darauf zu achten, dass man die Flasche kurz vorher dreht, oder etwas schwenkt. Berücksichtigt man das, so ist das Summer Pale Ale deutlich trüb, mit leicht blassem Ocker als Farbe. Mittelstarke Perlage ist durch die Trübung sichtbar, und ein wenig an feinblasigem Schaum krönt das Bier. Ich rieche daran, und mir gefällt die Mischung aus marmeladig-süß, mild zitrusig (ist das ein Wort?), sehr betont hopfig. Man bekommt direkt einen Eindruck der zu erwartenden Bittere.

Im Mund bleibt dann kaum noch was von der Marmelade, hier wirds kantig: sehr bitter, mehr noch, als es die 33 IBU zahlenmäßig vermuten lassen. Trocken, herb und die nur ganz kurz im Antrunk aufblitzende Süße wird schnell von einer Welle der Hopfigkeit hinweggespült. Sehr rezent und kühlend, mit erkennbarem Mineralwassercharakter – leichter Körper ohne viel Tiefe. Das ist für meinen Geschmack für ein Pale Ale schon grenzwertig nah am Westcoast-IPA, aber ich schere mich nur selten um Stiltreue, wenn das Endprodukt schmackhaft ist.

Der Abgang ist kurz, frisch, sehr herb und trocken. Zitrusnoten hängen noch nach, ein mentholischer Effekt ebenso. 4,4% Alkohol sorgen für gute Sommerkompatibilität – was leichteres für den Strand. Das würde ich auch gern als Fazit festhalten: die Zielidee eines leichten Sommerbiers wurde mit dem Summer Pale Ale voll getroffen. Ich denke mal, ich werde meine Kollegen in naher Zukunft bei einem Bürobier um Vier damit beglücken, gut gekühlt, wenn es wieder so heiß ist.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose Zusendung einer Flasche dieses Bieres.