Bier am Freitag – Mori 1984 Flying Pale Ale

Mori 1984 Flying Pale Ale Titel

Exotische Biere, sowas mag ich. Besonders, wenn sie selten sind und nicht in jedem Supermarkt stehen. Es ist spannend zu sehen, wie Bier auf der ganzen Welt getrunken wird, und jedes Land eine andere Vorliebe hat, was Geschmack und Brauart angeht. Auch in Japan mag man Bier – das Mori 1984 Flying Pale Ale ist ein Beispiel dafür, dass man auch dort inzwischen die neuentdeckten alten Sorten wie Pale Ale zu schätzen weiß und selbst nachbraut. Man typisiert es als „American Pale Ale“, die Betonung liegt auf der Verwendung des „besonders weichen“ japanischen Wassers. Und im Gegensatz zu manch anderem „japanischen“ Bier ist das Mori 1984 wirklich in Japan gebraut und abgefüllt. Ich bin gespannt darauf!

Mori 1984 Flying Pale Ale

Die Methode der Flaschengärung und das Auslassen jeder Filtrierung hat einen ordentlichen Bodensatz in der Flasche hinterlassen, beim Eingießen schwappt am Ende ein fetter Schuss davon mit ins Glas und trübt das Bier extrem. Wer also sein Pale Ale lieber etwas klarer und ohne Hefesatz trinkt, achtet darauf, den letzten Schluck in der Flasche zu lassen. Dann ist die Farbe auch nicht ganz so blassbrauntrüb. Trotzdem sieht man die sehr starke Perlage, die an die sehr dünne Schaumkrone immer viele weitere erkennbar abgegrenzte Bläschen anfügt. Die Nase ist sehr mild, sehr fruchtig, der eingesetzte Citra-Hopfen gibt ein mildaromatisches Bouquet ab in Kombination mit der Gerste. Aprikosen, Pfirsiche, eine leichte Brombeerigkeit. Das wirkt sehr ausgewogen und wohlbedacht.

Der Antrunk beginnt bereits mit schöner Säure, ohne aggressiv zu werden. Ein leichter Körper, den leichten 4,5% Alkoholgehalt entsprechend, wird durch tolle Rezenz unterstützt. Die Fruchtaromen kommen ebenfalls gut zur Geltung, im Verlauf dominiert dann allerdings eher die getreidige Komponente. Deutliche Astringenz ist gegen Ende erkennbar, und mit sehr viel Blumigkeit klingt das japanische Bier aus. Der Abgang ist kurz, trocken, frisch und klar. Wirklich sehr gelungen gebraut, ohne Spitzen, ohne stumpfe Kanten, ohne Fehler; rund und toll gemacht.

Ein leichtes, sich wirklich sehr sauber anfühlendes Bier, nahezu perfekt geeignet für den irre guten Sushi-Teller, den das traditionsreiche Restaurant Hashimoto in Saarbrücken „to-go“ bereitstellte. Das Mori 1984 Flying Pale Ale glänzt sowohl als alleinstehendes, sehr erfrischendes Genussbier, als auch als wunderbar den Gaumen klärender Essensbegleiter. Wer es kriegen kann, sollte es probieren.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.