Eine wunderschöne Farbe. Tiefgolden strahlt dieser Bourbon bereits in der Flasche, und dann im Glas, eine Wärme aus. In der Nase dann eine unverkennbare Lösungsmittelnote, bei diesem Whiskey gar nicht mal unangenehm, plus „die üblichen Verdächtigen“ bei Bourbon: Vanille und die Aromen, die die amerikanische Weißeiche so mit sich bringt. Leicht fruchtig, Kirsche vor allem.

Ein zu Beginn recht mildes Geschmackserlebnis, sehr bourbontypisch, später dann plötzlich viel dunkler, sehr schokoladig, leicht pfeffrig, etwas bitter und trocken, mit leichten Tabaknoten. Dann also doch ein sehr ungewohntes Aromenspektrum für einen Bourbon – ich liebe es, wenn mich eine Spirituose überrascht, und das tut der Four Roses Small Batch auf jeden Fall. Ich würde ihn nicht unbedingt als Anfängerbourbon empfehlen, denn man sollte erstmal die Standardaromen amerikanischen Whiskeys kennen, um diese sehr interessante, spannende und wirklich expressive Abweichung von der Norm schätzen zu können. Für Leute allerdings, die „mal was anderes“ auf diesem Sektor suchen, lege ich diesen Bourbon wirklich sehr ans Herz.
Diesen Bourbon nutze ich aufgrund seiner Eigenschaften gern im Ginger Gold Rush, einem Cocktail für den zweiten Blick, bei dem ein sehr fruchtiger Körper durch die Ingwerwürze im Nachgeschmack perfekt ergänzt wird.

Ginger Gold Rush
1 oz Four Roses Small Batch Bourbon
1½ oz Ingwerlikör (z.B. King’s Ginger)
½ oz Zitronensaft
Auf den Standard-Verkaufsfotos der Onlineshops kann man das Highlight der Flasche, das eingelassene Rosenmotiv, das durch das Etikett umrahmt wird, schwer erkennen. Insgesamt eine sehr ansprechende, massive Flasche mit einem tollen großen Korkverschluss.
Von allen Four-Roses-Bourbons finde ich diesen am besten – eine Zierde für jede Hausbar und ein Schmankerl für jeden Bourbon-Kenner.



55 IBU, ein respektabler Wert, der auch klar im Rachen wahrgenommen wird. Wie üblich bei einem IPA ist im Mund die Aromenvielfalt zu groß, als dass man dies schon auf der Zunge spüren würde. Dennoch kommt es mir recht mild vor – ich kenne IPAs, die noch deutlich bitterer sind. 6,8 Volumenprozent Alkohol sind dagegen für ein Bürobier schon eine Ansage, zum Glück ist das Comet IPA in einer Drittelliterflasche abgefüllt.














Doch irgendwann muss dann doch der erste Schluck erfolgen. Die Aromen verwundern nicht: Die Honignote ist da, etwas vanilliges, eine sehr zurückhaltende Würze, und, und das ist für mich das überraschendste dieses Whiskys, wechselt auch die in der Nase noch etwas störende Acetonnote in den Mund über und lässt sich in einem leicht mentholartigen Mundgefühl wiederfinden. Dort ist sie aber dann plötzlich gar nicht mehr so unangenehm – es ist etwas besonderes, das ich sonst bei noch keinem Whisky schmecken konnte. Manchen wird das aber zu alkoholisch-brennend schmecken, oder die Assoziation von leichtflüchtigem Fusel geben. Purtrinken? Hm, eher selten.
Die 6-jährige Variante dieses Whiskys ist, das muss man dann dazusagen, die niedrigste Qualitätsstufe dieser Marke. Eventuell die zwölfjährige Variante, den großen Bruder sozusagen, werde ich noch ausprobieren. Da bei kanadischem Whisky auch geschmacksgebende Zusatzstoffe erlaubt sind, zum Beispiel Zucker und künstliche Aromen, halte ich das aber eher für unwahrscheinlich – es gibt zuviele reinere Spirituosen, als dass ich meine Zeit mit Schnäpsen voller undeklarierter Zusatzstoffe vertun wollte.