Die Tendenz bei Whiskey wie auch bei Whisky geht zur Zeit in die Richtung, keine Altersangabe mehr auf die Flasche zu schreiben. Statt „8 years“ steht nun „artfully aged“ auf der Flasche des Basil Hayden’s Kentucky Straight Bourbon Whiskey; beim auch aus dem Hause Beam kommenden Knob Creek Rye steht in analogem Neusprech „patiently aged“. NAS (no age statement) nennt sich das im Fach. Die Diskussion darüber überlasse ich jenen, denen Alter wichtiger ist als Geschmack.
Laut Beam ist trotz des geänderten Labels der Whiskey aber immer noch 8 Jahre gereift. Ein hohes Alter für einen Bourbon, und wenn dazu noch die Herstellung nicht im Massenbetrieb, sondern im „small batch“-Verfahren erfolgt, in dem nur relativ gesehen kleinere Mengen aus ausgewählten Fässern in die Flasche kommen, dann ist für den Bourbon-Freund Zungenschnalzzeit angesagt!
Basil Hayden ist einer der so beliebten Schutzpatrone des amerikanischen Destilliergeists. Ähnlich, wie das auch bei Elijah Craig oder Pappy van Winkle geschieht, lehnen die Hersteller ihre Produkte thematisch gern an historische Persönlichkeiten an. Beim Basil Hayden’s ist darüber hinaus auch die Flasche entsprechend designt. Ähnlich wie eine Priesterkutte liegt das Etikett über der Flasche, und ist mit einem Holzgürtel mit Metallschnalle am Bauch der Flasche befestigt. Das macht optisch echt was her und ist ein Alleinstellungsmerkmal wohl in jedem Spirituosenregal; ein kleiner Dämpfer dabei ist der Plastikkorken, der nicht so recht zum sonst hochwertigen Outfit passt, der aber immerhin unter einer Aluhülle verborgen ist.
Nachdem wir also die Aluhülle gelöst und den Korken gezogen haben, können wir am altehrwürdigen Geist schnuppern. Wir nehmen dabei eine sehr milde Nase wahr, angenehm, nicht auffällig in irgendeine Richtung. Deutlich riecht man bourbontypischen Lack, etwas beamtypische Hefe. Die Grundpfeiler des Bourbon muss ich eigentlich nicht extra erwähnen: Eiche, Karamell, Vanille. Am Rande nehme ich eine leichte medizinale Note wahr, erinnernd an Scotch; dazu eine helle Komponente, kräuterig, wahrscheinlich vom hohem Roggenanteil herrührend.
Auch im Mund ist der Basil Hayden’s dann hell, frisch, mild, leicht; nur mäßig süßlich, aber mit wirklich schmeckbaren ätherischen Ölen von Minze (wie schon die Produktbeschreibung ankündigt).
Im Abgang doch eher zurückhaltend, nach dem Geschmackstest erwartungsgemäß kein Kratzen oder Brennen. Trocken und kurz mit einem ebenso relativ kurzen Nachgeschmack – die erschmeckte Pfefferminz- oder Eukalyptusnote bleibt am längsten im Gedächtnis und auf den Geschmacksknospen.
Fazit: Ein wirklich feiner, eleganter Bourbon, ohne Wumms und Täterätätä, der die leisen Töne statt lautem Krawall ins Glas bringt. Dabei bleibt er aber immer noch interessant und hocharomatisch, in keinster Form schwach und wässrig, wie manche Rezensenten beklagen, und übertreibt es nicht mit der Süße.
Für Cocktails eignet sich der Basil Hayden’s vor allem in Mischungen, in denen er die klare Hauptzutat ist, in denen nicht die Gefahr besteht, dass er von irgendwelchen Bullies zu hart rangenommen wird – zum Beispiel in einem Proven Perfect, einem Cocktail, der mit seinem Namen nicht zuviel verspricht: Ein herrlich ausgewogener, unglaublich runder, fantastisch dichter und in jeder Hinsicht perfekter Cocktail – vielleicht der beste, den ich in meinem Leben getrunken habe.
Proven Perfect
2 oz Basil Hayden’s Kentucky Straight Bourbon
1/2 oz Ruby Port
1/2 oz Wolfberger Amer Bière Orange
1 Barlöffel Fernet Branca
Nachdem ich schon ein großer Fan der Small-Batch-Produktionen von Four Roses und Heaven Hill bin, gesellt sich auch Beam nun mit seinen Edelabfüllungen dazu. Ich kann nur wiederholen: Lasst die Massenwhiskeys im Regal, und gönnt Euch stattdessen lieber einen dieser hervorragenden Bourbons.














Nun braucht aber der geneigte Cocktailmixer eben eine Flasche davon für diverse halbklassische Cocktails, und für einige moderne, neue Klassiker, wie den Cosmopolitan – bekannt geworden durch „Sex & The City“, und ein sehr angenehmes, frisches Getränk. Vodka und Cranberry sind aber auch neben diesem allgegenwärtigen Drink eine tolle Combo; in Longdrinkform mit viel Eis ist der Woo Woo ein toller Sommerdrink. Wer könnte außerdem schon einem Getränk mit einem so sinnlichen Namen widerstehen?
Unter diese Preiskategorie sollte man aber wirklich nicht gehen. Denn die Billigpräsidenten wie Jelzin, Gorbatschow und andere Supermarktvodkas schmecken dann halt doch nach etwas – nach grausigen Fuselstoffen, Schmieröl und Scheibenklar. Da lobe ich mir dann doch das angenehme Nichtssagen des Smirnoff.
So eine appetitliche Idee konnte ich nicht auf mir sitzen lassen, und habe mir diverse Rezepte online dafür angeschaut. Gar nicht so schwer, und so präsentiere ich heute meinen ersten Versuch, Tepache selbst herzustellen.
Während dieser Wartezeit kann man die Ananas reinigen und in kleine, ca. 2x2cm große Stücke schneiden – inklusive Schale; diese ist wichtig, weil sie die Hefe liefert, um die Fermentation in Gang zu bringen.

Nach zwei Tagen tat sich nun immer noch nichts; wahrscheinlich liegt es am Klima – Saarbrücken ist halt nicht Mexiko. Um den Fermentationsprozess anzustarten, habe ich daher dann ein halbes Päckchen Backhefe in den Sud gebröselt und einmal gut umgerührt. Und tatsächlich, am nächsten Tag…
Nachdem es inklusive Hefezugabe nun nochmal 12 Stunden gestanden ist, folgt das Abgießen. Bei einem so großen Topf ist das gar nicht so einfach; ein großes Küchensieb dient erstmal dazu, die Ananasstücke herauszuholen. Um nichts vom göttlichen Aztekengebräu zu verlieren, werden diese Stücke schön ausgequetscht. Schließlich filtrieren wird die Ananassuppe noch durch einen Filter, um die Schwebestoffe loszuwerden – ein Passiertuch täte gute Dienste dafür, denn mit Kaffeefiltern dauert es ewig. Ich habe schließlich auf eine doppelte Lage Papierhandtücher umgestellt, und dafür dann zweimal filtriert.










