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De Olifant Zigarren Titel

Qualmende Dickhäuter im Frühling – De Olifant Zigarrensortiment

Es ist seltsam – für mich ist Rauchen eine Jahreszeiten-Angelegenheit. Im letzten Sommer habe ich begonnen, mich wieder, nach langer Abstinenz, für diese Form des Genusses zu interessieren. Nicht wirklich ausgiebig, und nicht mit ganz der Begeisterung, die ich aktuell für Spirituosen aufbringen kann, aber doch mit einer gewissen Konsequenz. Und so hatte ich mir ein stattliches kleines Sortiment an Zigarillos und Zigarren angelegt, und einen kleinen Humidor dazu. Dann kam der Winter; und mit den Sonnenstrahlen verschwand auch meine Lust, mir einen Qualmstengel anzustecken.

Nun ist der Winter wieder vorbei, der Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte, und ich bekomme Lust, dem Band auch den blauen Dunst folgen zu lassen. Also flugs den Humidor aus dem Schrank gekramt, die Hälfte der Zigarren weggeworfen, weil sie vertrocknet waren (Lehre: nie das Nachfüllen des Flüssigkeitsreservoirs vergessen!), und sich einen Überblick verschafft, was vom Rest noch rauchbar ist. Mit Erfreuen habe ich festgestellt, dass die Rauchware eines Herstellers noch vergleichsweise gut in Schuss war: Die Shortfiller-Zigarren und Zigarillos von De Olifant. In diesem Artikel möchte ich, statt ausgiebiger Verkostungsnotizen zu einer einzelnen Sorte von Zigarren, einfach mal vorstellen, was diese holländische Firma so zu bieten hat. Die Aufstellung ist nicht vollständig, aber da mir die Ware von De Olifant immer gut gefallen hat, habe ich doch einen gewissen Umfang davon gesammelt.

De Olifant Zigarren Sortiment Teil

Begeisternd finde ich die Lieferung dieser Zigarren und Zigarillos in schönen, kleinen Zedernholzkisten, mit Metallverschluss und dezentem Markenlogo. So eine Präsentation wertet das Gesamtgenusserlebnis doch deutlich auf: Das Auge raucht mit. Die kleineren Formate werden dabei in der Kiste noch von einem Stück Tabakblatt gruppiert. Leider macht der Warnhinweiswahn auch vor Zedernholzkisten keinen Halt und so werden manche dieser hübschen Behältnisse mit einem nur schwer ablösbaren Sticker verunstaltet.

Von einem Großteil des Sortiments gibt es die Zigarren entweder mit Sumatra– oder mit Mata-Fina-Deckblatt; die beiden sind schon leicht an der Farbe unterscheidbar. Während das Sumatra-Deckblatt in gedecktem Hellbraun daherkommt, weist das Mata-Fina-Deckblatt der „Brasil“-Linie ein dunkles Schokoladenbraun auf. Persönlich mag ich die Brasil-Linie deutlich lieber, die ein sehr würziges, schokoladiges Aroma aufweist.

De Olifant Zigarren Fantje Sumatra

Die kleinste Variante, die De Olifant anbietet, ist die Fantje. Dabei handelt es sich um einen kleinen Shortfiller-Zigarillo. Wie alle Formate mit Sumatra-Deckblatt sind die Fantjes knackig-würzig, tendieren leicht zur pfeffrigen Schärfe und zu helltönigen Geschmäckern. So eine Fantje hat man locker in 10 Minuten geraucht; sie dienen also für Mikropausen, in denen man als Raucher trotzdem nicht zu einer schnöden Zigarette greifen will.

De Olifant Zigarren Softpacks

Für den Snack zwischendurch bietet De Olifant praktische Blechdöschen an, in denen kleinformatige Zigarillos druckgeschützt in der Hemdtasche transportiert werden können. Wer sich nicht entscheiden kann, holt sich das Assorti-Döschen mit gemischtem Inhalt; wer etwas kleines rauchen will, die Fantje aber zu mager findet, greift zu den Giant. Diese Blechdöschen werden als Softpack vermarktet, was darin begründet ist, dass die Dosen eine leicht gummierte, berührungsfreundliche Oberfläche aufweisen. In der Dose findet man ein Hinweisblatt und eine hübsche Innenillustration.

De Olifant Zigarren Giant Brasil

Ein deutliches Stück größer ist da dann schon die V.O.C.. Wie zu erwarten, raucht man daran entsprechend länger; doch das größere Format sorgt daneben natürlich auch für eine gleichmäßigere Brandtemperatur, ein größeres Rauchvolumen und ein dichteres Rauchgefühl. Diese kleinen Señoritas sind dennoch für mich vielleicht das schwächste Produkt aus dem Hause De Olifant; irgendwie empfinde ich sie als nichts halbes und nichts ganzes.

De Olifant Zigarren VOC Sumatra

Die Matelieff ist vom Format her eine Half-Corona, da hat man nun schon was klobigeres in der Hand. Ab dieser Größe beginnt der Hersteller, die Einzelzigarren mit leicht abnehmbaren Banderolen auszustatten. Mit Mata-Fina-Deckblatt ausgestattet bietet die Matelieff ein schönes, rundes, würzig-schokoladiges Raucherlebnis von um die 20 Minuten. Wer sich mit De-Olifant-Zigarren anfreunden will, kann mit dieser Größe viel Freude direkt zu Beginn haben.

De Olifant Zigarren Matelieff Brasil

Holland wäre nicht Holland ohne seine Tüten; selbst bei Zigarren schätzen einige Raucher das Spitzfaçon– oder umgekehrtes Torpedo-Format, in dem die Knakje angeboten wird. Wie bei allen De-Olifant-Zigarren ist der Zugwiderstand auch bei ihr sehr angenehm, nicht zu fest und nicht zu schwach. Man beachte, dass man dieses sehr spezielle Zigarrenformat am spitzen Ende anzündet, nicht wie bei Standardtorpedo-Zigarren am dicken; natürlich kann man sie auch andersrum rauchen, doch das führt dazu, dass die Spitze, wenn sie mit Speichel in Verbindung kommt, den bitteren Tabakgeschmack an die Lippen abgibt, was eher unangenehm ist; raucht man sie „richtig herum“, passiert das nicht.

De Olifant Zigarren Knakje Brasil

Die kleineren Formate verblassen natürlich, wenn man sich die Kiste mit Corona öffnet; das Format Petit Corona sorgt dafür, dass man diese Zigarre in einer knappen halben Stunde durchgeraucht hat. Gegen Ende der Rauchdauer wird das Geschmackserlebnis heiß und scharf, doch das ist bei allen Shortfillern, und auch bei vielen Longfillern, so. Wer das erste Mal Zigarren und Zigarillos raucht, lernt schnell, dass man das letzte Drittel lieber ausgehen lässt.

De Olifant Zigarren Corona Brasil

Wem selbst die Petit Coronas noch zu klein sind, greift halt zum größten Format, das De Olifant meines Wissens anbietet: der Ivory, die ein volles Corona-Format repräsentiert. Auch hier erhältlich in der Sumatra (Vintage Sumatra)- und der Brasil (Bahia Brasil)-Linie. Diese Zigarren werden im Tubo geliefert, und sind aber trotzdem in einem kleinen Keilschnitt vorangeschnitten.

De Olifant Zigarren Tubos

Hin und wieder veröffentlich De Olifant auch Spezialvarianten in sogenannter „Limited Edition“; die Grote Tuitknak ist ein Beispiel dafür. Da hat man wirklich was zu rauchen; ein fettes kleines Aromenpaket für besondere Anlässe. Diese Zigarre ist nicht vorangeschnitten. Auch hier bitte beachten: Das stumpfe Ende ist das, das man anschneiden muss und das spitze das, das man anzündet.

De Olifant Zigarren Limited Edition Grote Tuitknak Brasil

Ich bin zu einem echten Fan dieses Herstellers geworden. Sehr oft hat der Zigarreninteressierte, der nicht wirklich stark raucht, sondern nur zwischendurch, selbst für einen kleinen Longfiller nicht die Zeit oder Muße. Eine gute Zigarre braucht eben eine Weile; wenn man aber flexibel bleiben, und dennoch nicht auf Qualität verzichten will, greife man ohne Gewissensbisse zu einem dieser Shortfiller. Und wenn man dann doch wenigstens stilecht abaschen möchte, nutzt man einfach den entsprechenden, hübsch designeten und funktionalen De-Olifant-Aschenbecher.

De Olifant Zigarren Aschenbecher

Persönlich muss ich mich nicht weiter auf die Suche nach anderen Marken dieses Zigarren-/Zigarillotyps machen. Meharis, Petit, Moods und andere, die man auch an Tankstellen bekommt, haben auch nicht den Hauch einer Chance gegen diese Qualitätsware aus Holland. Von De Olifant wurde ich noch nie enttäuscht, was man von den meisten anderen hochgelobten Herstellern, selbst aus Kuba oder Nicaragua, nicht sagen kann. Zu bekommen sind De-Olifant-Zigarillos im halbwegs gut sortierten Fachhandel, meist in mehreren Varianten – in Saarbrücken beispielsweise bei Dürninger.

Saugkraftverstärker gesucht – Montecristo Open Junior

Kubanische Zigarren haben einen fast schon mythischen Ruf, sie gelten als die besten der Welt. Früher war das wahrscheinlich so, in modernen Zeiten haben andere Länder, insbesondere Nicaragua und die Dominikanische Republik, deutlich aufgeholt, und in manchen Bereichen Kuba vielleicht schon überholt. Das US-Embargo auf kubanische Produkte sorgt dafür, dass der riesige US-Markt bedient werden muss, und die Amerikaner sind nicht weniger anspruchsvoll als die Europäer, wenn es um einen guten „smoke“ geht – da wird entsprechend in Alternativen investiert.

montecristoopenjunior-tubo

Der heutige „smoke“ ist aber nun doch ein moderner Vertreter aus einem der beliebtesten kubanischen Zigarrenhäuser, eine Montecristo Open Junior, erhältlich im Einzeltubo. Schon sehr schnell nach dem Anzünden fallen mir erstmal die Negativpunkte auf. Sehr fester Zugwiderstand, der auch mit abnehmender Länge nicht abnimmt – die Zigarre ist zu fest gestopft, gerade am Mundstück. Tatsächlich scheint Montecristo ein Problem mit der Herstellung zu haben; in einigen Onlineforen habe ich die Beschwerde gelesen, dass sie zu fest oder zu lose gerollt ist, während andere die perfekte Dichte loben. Das ist halt die Schwierigkeit bei Zigarren, die „hecho a mano“, handgerollt, sind – eine gleichbleibende Qualität ist schwierig einzuhalten. Durch Tasten findet man die Unregelmäßigkeiten; in der Mitte ist mein Exemplar weicher als am Anfang und am Ende.

Ein ähnliches Symptom ist schiefer Abbrand. Leider brennt die Open Junior nicht gerade ab, wie man es von guten Zigarren erwartet.

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Und wenn wir schon dabei sind, zu meckern: Die Zigarre bringt, vielleicht wegen der strengen Stopfung, nur ein sehr geringes, klar unbefriedigendes Rauchvolumen hervor. Die Asche ist dann sehr locker und lose – fällt ab und auf die Hose. Dazu ist sie mir ein mal beim Rauchen ausgegangen.

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Nun aber genug der Kritik. Die kleine Montecristo im Trabuco-Format hat auch etwas zu ihrer Verteidigung aufzubringen, denn optisch ist sie sehr ansprechend, weist ein wunderbar glattes, feinadriges Deckblatt auf, sowie einen angenehmen Kaltgeruch.

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Der Geschmack ist fein, hocharomatisch, würzig und dabei trotzdem sehr mild, hat kaum unerwünschte Teer- oder Störnoten. Das geringe Rauchvolumen lässt leider nur einen dünneren Geschmack zu, als es möglich wäre; ich glaube, ein weniger dicht gerolltes Exemplar würde mich zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Der hervorragende Geschmack wird komplettiert durch praktisch keine Schärfe oder Pfeffrigkeit, selbst nicht im letzten Drittel, in dem andere milde Zigarren gern mal ein bisschen Power zulegen. Etwas über eine halbe Stunde Vergnügen bietet sie.

Der Tubo ist stabil, und hat als besonderes Schmankerl ein innenliegendes Zedernholzblatt, das wohl dem Aroma- und Feuchtigkeitsschutz dient. Ein sehr nettes Detail, ebenso wie die doppelte Banderole.

Für den Preis von über 7€ gibt es allerdings in der Gesamtbetrachtung klar bessere Zigarren was die Raucheigenschaften angeht. Eventuell ist es, wie eingangs angesprochen, auch nur mein Exemplar – gerne werde ich der Montecristo Open Junior noch eine zweite Chance geben, denn der Geschmack überzeugt mich schon.

Zigarre für Nichtraucher – Victor Sinclair Bohemian Bamboo

Bei manchen Zigarren muss man sich überwinden, sie an den Mund zu führen, so hässlich sind sie. Die Bohemian Bamboo des dominikanischen Herstellers Victor Sinclair dagegen verleitet einen geradezu: Selten habe ich eine optisch so schöne Zigarre gesehen.

bamboo1Ein wunderbar glattes, feinadriges Deckblatt in einem hellen Farbton (Connecticut) fühlt sich aber auch sehr gut an und ist weich beim Druck. Die hübsche, leicht verschieb- und abnehmbare Banderole zeigt ein Bambusfeld. Ein interessantes Detail ist das kleine „Schweineschwänzchen“ am Mundstück – handgemachte Zigarren können so einen Tabaksknoten bieten, ebenso das zugefaltete „rough-cut“-Endstück.

bamboo3Von der Größe her vermute ich (leider habe ich die Zigarre in einem Anflug von Stress gekauft, ohne die Details vom Verkäufer zu erfragen, der mich beriet – und die Homepage des Herstellers ist erwartungsgemäß unauskünftig), dass es sich um die Vesuvio-Version handelt. Circa 12cm rauchen sich in etwas über einer halben Stunde bequem runter.

bamboo2Der Kaltgeruch ist ein eher mittelmäßig begeisterndes Pferdestallaroma. Das Raucherlebnis war für mich, wie so oft, zweigeteilt – nur diesmal andersherum als erwartet.

Die erste Hälfte ließ mich etwas ratlos zurück: Ein hoher Zugwiderstand, gekoppelt mit unbefriedigend niedrigem Rauchvolumen. Entsprechend auch geschmacklich äußerst mild, mild bis zum Punkt der Aromalosigkeit. In der zweiten Rauchhälfte dann allerdings besser in allen Beziehungen: Der Zugwiderstand nimmt aufgrund der kürzeren Länge klarerweise etwas ab, dafür steigt das Rauchvolumen in angenehme Bereiche. Extrem mild bleibt sie trotzdem, das maximale, was man herausschmeckt, ist eine leicht Nussigkeit, etwas Holz, sonst aber wenig Aromen.

bamboo4Gerader Abbrand und feste Asche liebe ich an Zigarren; die Bohemian Bamboo überzeugt diesbezüglich voll.

Insgesamt eine Zigarre, die aufgrund ihrer Zurückhaltung auch für Zwischendurch mal geeignet ist; sie passt gut zu milden Getränken wie dem Gin Fizz auf dem Foto, ich würde sie nicht zu Stärkerem empfehlen, da kann man dann das Rauchen gleich ganz sein lassen.

Wer supermilde Zigarren mag, oder erste Schritte hin zum Genuss des Tabaks machen möchte, kann sich diese Zigarre gönnen; persönlich mag ich dann doch etwas aromatischere, stärkere, interessantere Zigarren.

Das Feuer der Leidenschaft ist aus – Romeo y Julieta Puritos

Wenn man so eine Purito in der Hand hält, ist es schon ein gutes Gefühl: Ein wunderbar würzig-frischer Kaltgeruch, sehr weich und nachgiebig, eine strahlend hellbraune Farbe. Die Banderole ist reduktionistisch einfach in Rot mit weißer Schrift. Die Packung ist hübsch gestaltet, am unteren Ende verschließt das bekannte grüne kubanische Herkunftssiegel (auch auf kubanischem Rum zu finden) die kleine Schiebeschachtel.

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Und auch nach dem Anzünden der vorgeschnittenen Zigarren schwelgt man erstmal im Genuss. Sehr hell und dabei zurückhaltend würzig, klare Tabakaromen, leicht süß und cremig. Gutes Rauchvolumen.

Puritos sind von der Größe her in der Länge ca. 115 mm, das Ringmaß ist aber recht klein. Meine Erfahrung, die durchaus begrenzt ist, deutet aber darauf hin, dass ein kleines Ringmaß eher zu stärkeren, aggressiveren Geschmackserlebnissen führt.

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Und so setzt auch tatsächlich bald eine gewisse Ernüchterung ein. Mir ist die Zigarre beim normalen Rauchen dreimal ausgegangen. Der Zugwiderstand war mir deutlich zu leicht, was sich schon durch die Drucknachgiebigkeit beim Tasten angedeutet hat. In der zweiten Hälfte verliert sich die Milde komplett und wird durch eine recht scharfe, pfeffrige Kante ersetzt, da macht das Rauchen nur noch wenig Spaß.

Eine knappe Viertelstunde hat man Vergnügen an dieser Zigarre, man sollte nur zügig an ihr ziehen und sie nach der Hälfte ausgehen lassen. Auch wenn sie den magischen Ruf ihres Namens und ihres Herkunftsorts hat: Selbst für den durchaus mäßigen Preis von 1€ pro Stück bekommt man doch besseres aus Nicaragua oder der Dominikanischen Republik. Kuba ist halt dann doch kein Wunderland.

Rauchzeichen aus der Karibik – Balmoral Aged 3 Years Coronita

Hin und wieder ergänze ich meinen Alkoholgenuss durch Tabak. Während des Studiums hatte ich mal ein paar Jahre Zigaretten geraucht, das dann aber schnell wieder abgestellt. Nun genieße ich die eine oder andere Zigarre pro Woche. Dadurch, dass man nicht täglich raucht, und wenn, dann qualitativ höherwertigen Tabak, ist dies überhaupt nicht mit Zigarettenrauchen vergleichbar: Hocharomatisch, elegant und traditionsbewusst.

Die Balmoral Aged 3 Years Coronitas sind erstmal eine Augenweide. Jede einzelne Shortfiller-Zigarre ist separat zellophan-verpackt. In der wirklich schön gestalteten Schachtel mit Schubfach liegen die 5 Zigarren mit Banderole nach oben, bereits vorgeschnitten, sehr repräsentativ vor einem.

balmoral-packungZur Größe – die Coronita ist eine Abart der Corona, und noch kleiner als die Petit Corona. Mit 14mm Durchmesser und Länge 98mm  ist sie eine schmucke, kleine Perle unter den Zigarren. Man raucht ungefähr eine halbe Stunde an ihr.

balmoral-grc3b6c39feDer Abbrand ist völlig gerade, der Zugwiderstand perfekt: nicht zu schwer, nicht zu leicht. Das Rauchvolumen füllt den Mund wunderbar aus, ein cremig-dichter Rauch fühlt sich gut am Gaumen an. Auch optisch macht die Zigarre was her, mit der schönen Banderole. Das dunkle, etwas dickadrige Deckblatt sieht aber nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch fein an. Der Kaltgeruch ist mild und typisch für diese Tabaksorten.

balmoral-gerauchtSie passt perfekt zu einem Tag im Biergarten, mit einem Bruch Zwickel dazu. Ein sehr milder Geschmack aus den dominikanischen Tabaken, mit Ansätzen von Schokolade durch das brasilianische Mata-Fina-Deckblatt, wird ergänzt durch eine leicht würzige Note: Gegen Ende, in der zweiten Hälfte, nimmt die Würze stärker zu und erreicht fast pfeffrige Qualitäten. Dabei kann man sie wirklich bis zum Schluss, dem letzten Drittel, gut rauchen, denn der Rauch wird nicht heiß oder unangenehm durch die kürzere Länge.

Eine Zigarre, die ich gewiss wieder kaufen werde. Eine ideale Mischung aus leichtem Genuss mit einem gewissen Ansatz von Anspruch, auch wenn sie den wahren Zigarren-Aficionados vielleicht etwas zu leicht daherkommt. Persönlich finde ich alle Zigarren und Zigarillos mit Mata-Fina-Deckblatt köstlich: Überraschend, wie das Deckblatt den Gesamtgeschmack so stark beeinflussen kann.

Für 7,50€ pro Fünferpackung in fast jedem halbwegs vernünftigen Tabakladen erhältlich – auch das ein Pluspunkt für eine Zigarre für Zwischendurch. Ein Schnäppchen.