Kurz und bündig – Salzburger Stiegl Goldbräu

Ich beginne hier mit einer kleinen Anekdote und einem running gag, der in Österreich scheinbar recht bekannt ist, was mir eine österreichische Exilantin hier in Saarbrücken an einem unterhaltsamen Abend erzählte. Was war das wichtigste Ereignis im Jahr 1492? Die Eröffnung der Stiegl-Brauerei in Salzburg. Ja, ein echter Schenkelklopfer, ich weiß. Lassen wir den Witz sich setzen und öffnen humorisiert den Drehverschluss des Stiegl Goldbräu.

Salzburger Stiegl

Optisch hübsch und typisch für ein Helles – kristallklar, ein wenig Schaum, den aber selbst die schön sichtbare und ausdauernde Perlage praktisch nicht am Leben erhalten kann. Geruchlich bleibt es relativ neutral, milde Hefe, etwas Getreide, ein Hauch Bitterhopfen. 5% Alkoholgehalt fallen weder positiv noch negativ auf.

Geschmacklich wird es dann aber doch überraschend voll, süßlich im Antrunk, sehr cremig, weich im Mundgefühl. Dabei aber frisch und leicht, edelherb, schön balancierte Säure. Gute Rezenz, mit einer Tendenz zum Abflachen mit ansteigender Trinktemperatur. Am Ende ein blumig-floraler Abgang mit leichten Fruchtkaugumminoten.

Ein leichtes, nettes Helles, das zwar wenig Charakter, aber dafür auch keine Kanten hat. Süffig und erfrischend, unterhaltsam für ein paar Momente – mehr aber leider auch nicht. Zum Glück gab es 1492 noch andere Ereignisse von größerer Tragweite.