Frauenpower – Detmolder Chardonnay Hopfen und Bourbon Chardonnay

Über Bier wird immer wieder gern im Fernsehen berichtet. Meist als kleine Infotainment-Einspieler in den beliebten Vorabendsendungen der Privatanstalten, in denen es dann praktisch nur um Industriebier geht, wo Brauereiführungen an Orten stattfinden, die mehr wie NASA-Forschungslabore aussehen, und in denen dann das seligmachende Reinheitsgebot zelebriert wird. Deutschland, einig Pilsland – man könnte meinen, wenn man diese Berichte, oft schlecht und oberflächlich recherchiert und von Bierkonzernen gesponsert, dass die Deutschen sich nicht mehr wirklich für echtes, regionales Bier interessieren.

Um so erfreulicher ist es, dass gerade die Dritten Programme sich mit qualitativ hochwertiger Bierberichterstattung dann in letzter Zeit positiv hervorheben – da bin ich froh, dass meine GEZ-Gebühren wenigstens sinnvoll genutzt werden. Neulich erschien so ein schöner Beitrag über die unterschwellige Bierkultur in Nordrhein-Westfalen. Besonders interessant fand ich den Teil dieser sehr sehenswerten Dokumentation über die Privatbrauerei Strate in Detmold.

Natürlich wird in dem Bericht etwas darauf herumgeritten, dass diese Brauerei von drei Frauen geleitet wird – heutzutage ist sollte das eigentlich keine besondere Erwähnung mehr wert sein, wenn man sieht, wie selbstverständlich auch Frauen heute das einstige Männergetränk „Bier“ konsumieren.

Angespornt durch die sympathische Präsentation der Brauerei in dem WDR-Bericht habe ich mir dann aus dem großen Sortiment des Herstellers zwei besondere Biere ausgesucht, um zu verifizieren, ob die schönen Fernsehbilder auch mit handfesten Geschmackstatsachen unterlegt werden können: das Detmolder Chardonnay Hopfen und das Detmolder Bourbon Chardonnay. Für diese Biere wurde eine ganze Ernte der namensgebenden Hopfensorte aufgekauft – ein mutiges Investment. Hat es sich ausgezahlt?

Strate's Detmolder Chardonnay Hopfen Flaschen

Beginnen wir beim Detmolder Chardonnay Hopfen. Von außen weiß die Flasche schonmal zu gefallen – Dreiviertelliter-Weinflasche mit Bügelverschluss, üppig designtem Etikett und einem großen Umhänger mit Informationen. Damit kann die Idee, bei einem Sektempfang für echte Kerle auch mal Bier auszuschenken, gewiss stilsicher umgesetzt werden.

Der helle Bock mit 7,4% hat beim Eingießen eine sehr kräftige Schaumentwicklung und zischt dabei laut. Grobporiger Schaum in hellem Beige entsteht und wird gespeist durch eine mittelstarke Perlage. Farblich erhält man im Glas ein kräftiges Pariser Rot. Der Geruch ist süßlich, nach Vanille. Etwas metallisch. Man riecht dunkles Malz und, so meine ich, Erdbeeren.

Im Antrunk wirkt das Chardonnay Hopfen passend dazu sehr süß und vollmundig, weich und cremig. Eine schöne Balance aus malzig und helltönig, mit hoher Rezenz. Insgesamt ist das Bier angenehm trocken und bitter. Der „Chardonnay“-Hopfen  hält sich aromatisch zurück, ist nicht so fordernd wie manch amerikanischer Aromahopfen, gibt nur eine sehr hintergründige Fruchtnote ab, wirkt meines Erachtens hier hauptsächlich als Edel-Bitterhopfen. im Verlauf entsteht eine seltsame Mischung aus süß und sauer, und wirkt dadurch etwas eckig. Es wird recht schnell schal. Der Abgang ist kurz, sehr trocken, mildbitter und hinterlässt adstringierende Effekte am Gaumen. Ein leichter Alkoholgeschmack ist vorhanden.

Detmolder Chardonnay Hopfen

Das an der Flasche hängende Booklet zeigt mit seinen Verkostungsnotizen wieder einmal, dass jeder Gaumen unterschiedlich ist – ich erkenne kaum etwas davon im Bier wirklich wieder. Mit dem Fazit – „ein einzigartiges vollmundiges, süffiges Gourmet-Bier für ganz besondere Stunden“ – hadere ich auch etwas; mir ist es für dieses vollmundige Selbstlob etwas zu langweilig und konventionell – rein aromatisch gesprochen, ohne etwas über die handwerkliche Qualität aussagen zu wollen. Preislich stimmt das Zitat aber sicher, denn mit 12€ pro 750ml gießt man sich so etwas nicht einfach so zum Abendessen ein.

Kommen wir mit einer leichten Enttäuschung zum zweiten Bier und hoffen dort dann auf das Beste. Das Detmolder Bourbon Chardonnay ist, soweit ich das aus den Informationen des Brauers herauslesen kann, dasselbe Bier wie das zuvor verkostete, mit einem gewichtigen Unterschied: Es wurde in Holzfässern gelagert, und zwar „monatelang“. Bei den verwendeten Holzfässern handelt es sich um Ex-Whiskey-Fässer, die zuvor Jack Daniel’s-Whiskey beinhaltet hatten. „Jack-Daniels Bourbon“ schreibt der Pressetext – da wird der Korinthenkacker in mir geweckt. Der Whiskey von Jack Daniel’s ist ja nun offiziell kein Bourbon, sondern ein Tennessee Whiskey. Die Haarspalterei, was den Unterschied ausmacht (der Lincoln-County-Prozess), sollte dem ganzen Genuss aber keinen Abbruch tun – wer allerdings mit etwas wirbt, sollte sich vorher darüber informieren, vor allem, wenn nachher fett das Wort „Bourbon“ auf dem Etikett prangt.

Detmolder Bourbon Chardonnay

Optisch ist der Unterschied zum ungereiften Bier kaum erkennbar – dunkles, sehr attraktiv opalisierendes Rotgold, feine Perlage, feiner, beigefarbener und sehr langlebiger Schaum. Der Geruch ist zunächst leicht säuerlich. Sehr schnell taucht aber die Vanille-Note des Whiskeys auf. Weitere Komponenten, die die Nase wahrnimmt, sind dunkles Malz, Banane sowie sehr milde Obstnoten.

Man nimmt den ersten Schluck und denkt sofort, man hätte ein Whiskey-Bier-Gemisch im Mund. Die Whiskey-Noten sind stark und klar, da gibt es keinen Zweifel. Sehr weich und cremig im Mund, rund und mild, dabei feinsauer und erfrischend. Praktisch keine Hopfennoten. Wunderbar ausgeglichene Süße und Säúre. Sehr angenehme, zurückhaltende Rezenz. Das Detmolder Bourbon Chardonnay weist 7,5% oder 7,4% Alkoholgehalt auf, je nachdem, welche Stelle des Umhängeetiketts man liest – auch hier wieder der sanfte Hinweis, dass ein Korrekturleser nicht schaden würde. Der Abgang bleibt eher kurz, süßlich, und trocken. Auf der Zunge bleibt eine prickelnde Würze.

Im Gegensatz zum ungereiften Verwandten bleiben mir hier keine Kritikpunkte – das ist ein tolles Bier, das mir sehr gefällt, und das ich wirklich weiterempfehlen möchte. Wenn das wirklich dasselbe Bier ist wie das „normale“ Chardonnay Hopfen, dann zeigt sich hier erneut, was Fassreifung alles schaffen kann.

Das Bier lag in Jack-Daniel’s-Fässern, was liegt da näher, als es dann in einem Cocktail mit dem entsprechendem Whiskey zu vermählen. Das Ergebnis ist der Decadent Detmold Flip. Ich kann die Barkultur in Detmold nicht beurteilen, hoffe für die Einwohner dieser Stadt aber, dass sie ähnlich begeisternd ist wie dieser üppige, schwere und aromatische Cocktail.

Decadent Detmold Flip


Decadent Detmold Flip
1 oz Detmolder Bourbon Chardonnay
1 oz Amaro (z.B. Villa Rillago)
1 oz Tennessee Whiskey (z.B. Jack Daniel’s Single Barrel)
1 ganzes Ei
2 Spritzer Allspice Dram (z.B. The Bitter Truth Pimento Dram)
2 Spritzer The Bitter Truth Drops&Dashes Wood
Richtig fest und hart auf Eis shaken.
[Rezept angepasst nach Jacob Grier’s „Decadent Stout Flip“]


Die Zeit ist aktuell gut für edle, ausgefeilte und, ja, durchaus auch hochpreisige Biere, und gleichzeitig ist der Bedarf nach Abwechslung für Konsumenten hoch. Persönlich fände ich es toll, würden Biere langsam in der Breite den Weg in diesen speziellen Aspekt der Gastronomie finden: nicht nur als billiger Durstlöscher wie bisher, sondern auch als Alternative für Sekt oder Champagner beim Empfang oder für Wein bei qualitativen Mehrgangmenüs. Die Biere der Privatbrauerei Strate könnten zumindest teilweise diese zur Zeit noch bestehende Lücke sicherlich füllen.

Kurz und bündig – Don Julio 1942 Tequila

Manchmal will man sich was gönnen. Und als ich neulich im Restaurant mit der wahrscheinlich besten Tequilakarte Deutschlands saß, dem Café Especial in Saarbrücken, sprang mir ziemlich weit oben auf der Karte ein Angebot entgegen, dem ich nicht entgehen konnte – der Don Julio 1942 Tequila. Dieser Tequila ist eine limitierte Edition (was auch immer das bedeuten mag, es mangelt an detaillierteren Informationen) eines mindestens zweieinhalb Jahre gereiften Añejos, der scheinbar dem Firmenheiligen Don Julio González gewidmet ist, der im titelgebenden Jahr damit anfing, Tequila zu brennen.

Don Julio 1942 Tequila

Die Farbe ist strahlendes Blassgold, entstanden mindestens zum Teil durch Farbstoff, der bei Tequila erlaubt ist. Da man im Café Especial jeden Tequila in einem großen Cognacschwenker bekommt, kann man gediegen verkosten – dicke Beine bilden sich am dünnen Glas, und der 1942 wirkt sehr ölig.

Die Nase ist, der Fassreifung sei Dank, karamellig, süß, und leicht alkoholhauchig bei tequilaüblichen 38%. Eine sehr milde Agavennote hat die Zeit im Fass überdauert, was man nicht bei allen gereiften Tequilas sagen kann. Der Geschmack ist sehr schwer und dicht, zuckersüß und karamellig. Viel Vanille, und dabei noch eine unterschwellig schwere Würze. Süßholz. Richtig körpervoll und voluminös. Der Abgang ist mittellang, erneut sehr süß und vanillig. Im Nachhall bewegen wir uns etwas weg von der bisher alles beherrschenden Süße, hier wird es dann sehr trocken und adstringierend.

Ich fühle mich insgesamt schon stark an Cognac und Armagnac erinnert; persönlich habe ich damit ein gewisses Problem, denn der Don Julio 1942 gibt durch die lange Reifung, die dem Brand viele Charakteristika abschleift, zumindest teilweise seine Identität als Tequila auf.

Bei 18€ für 4cl, die ich im Café Especial bezahlt hatte, kann man sich das Vergnügen dieses Tequilas mal gönnen – eine ganze Flasche käme für mich nicht in Frage, dazu fehlt es mir, der ich eh schon am liebsten Blanco-Tequilas trinke, einfach an Agavencharakter. Wer aber eigentlich sowieso lieber einen Cognac statt einem Tequila trinken wollte, wird hier voll zufrieden gestellt.

Kunst kommt von Können – Rhum Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans

Papier-Fachmagazine für Spirituosen müssen sich heutzutage etwas einfallen lassen. Zwar wird dem gedruckten Wort auch heute noch oft mehr Gewicht beigemessen als einem Blogartikel oder anderen Onlinemedien, doch im Print einfach das zu reproduzieren, was anderswo online (und oft auch noch werbefinanziert und damit scheinbar kostenfrei) erscheint, reicht allein aber ganz klar nicht mehr aus. Das französischsprachige Magazin Rumporter hat für sich einen eleganten Weg gefunden – die Printausgabe erscheint nur selten, und punktet mit unerwarteten Seitenblicken auf die Kultur des Rums, auf den sich das Magazin namensgemäß natürlich konzentriert. Ganz- und vielseitige Reproduktionen von Kunstwerken, die im regionalen oder inhaltlichen Bezug zu Rum stehen heben jedes einzelne Heft über viele, gelangweilt heruntergeratterte, sehr trocken-technische Fachsimpeleien in deutschen Magazinen hinaus. Ich empfehle jedem Rumfreund (und auch jedem Redakteur deutschsprachiger Publikationen!), sich das mal anzuschauen.

In der Spezialausgabe November 2016 des Rumporter war neulich, neben der angesprochenen Kunst, auch ein ausführlicher Artikel über den haitianischen Rumhersteller Barbancourt zu lesen. Das Cover zierte dasselbe Gemälde, das auch auf dem Karton des Rhum Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans zu sehen ist. Man bekommt in dem langen Artikel mit angeschlossenem Interview und vielen starken Bildern den deutlichen Eindruck eines sehr traditionsreichen, und auch heute noch traditionell arbeitenden Destillateurs, der praktisch nur gereifte Rums herstellt, um sich vom anderen wichtigen haitianischen Alkoholikum, dem ungereiften Clairin, abzugrenzen. Kann man diese Tradition im Glas schmecken?

Rhum Barbancourt Réserve du Domaine Flasche

Die Farbe bereitet den Rumfreund schonmal optisch auf das Kommende vor: schwere Bronze, ölig, dickflüssig, mit vielen Beinen am Glas beim sanften Schwenken. Im Geruch setzt sich der erste Eindruck, dass wir hier etwas besonderes vor uns haben, fort. Sehr viel Vanille dominiert die Nase, leicht grasige Komponenten im Hintergrund, dazu Pfeifentabak. Insgesamt sehr sandelholzig, etwas Lakritz rundet das ganze ab. Die erkennbare Ethanolnote verfliegt mit Stehzeit etwas.

Schließlich kommt der Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans im Mund an. Eine wahre Geschmacksexplosion folgt: Kaffee, dunkler Kakao, Marzipan, Pflaumen, Nelken, Honig, ein Hauch Rauch. Er ist sehr süß im Antrunk, aber ohne die anbiedernde, billige Zuckersüße der stärker nachgesüßten Rums – um die 7g/L Zucker sind aber hier auch enthalten, was sogar im Rumporter-Artikel erwähnt wird. 7 Gramm, das ist gerade noch eine Menge, die ich akzeptieren kann, als gemäß der EU-Verordnung 110/2008 „erlaubt zur Geschmacksabrundung“, wenn auch mit leichtem Zähneknirschen und der irritierten Frage, ob es dann nicht auch ganz ohne ginge. Insgesamt dennoch ein sehr klares, reines Geschmacksbild ohne störende Einflussnahme. Gemäßigte 43% Alkoholgehalt passen sich gut in dieses Bild ein.

Rhum Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans Glas

Der feurige, warme, lange Abgang, mit extrem definierter, dennoch angenehmer Trockenheit und einem pfeffrig-bitteren Finish, krönt das Verkostungserlebnis, hier erkennt man deutlichst die produktionsbedingten Anklänge eines rhum agricole, denn der Barbancourt ist eben wie diese aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt. Im Nachklang bleibt eine Menge Eichenholz auf Zunge und Gaumen; echte 15 Jahre im Eichenfass (vielli en fût de chêne, wie es so schön auf Französisch heißt) aus Frankreich haben ganze Arbeit geleistet.

Dieser Rum ist nicht nur süß, sondern vielschichtig, aromatisch, komplex. Besonders gefällt mir dieses spektakuläre Umkippen aus Antrunk-Süße in Abgang-Extra-Dry. Das gefällt aber sicherlich nicht jedem, so ehrlich muss ich sein. Dennoch ist mein Fazit klar – der Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans ist eine wahre Pracht und würde ohne Mühe in in meinen persönlichen Rumolymp aufsteigen, wäre da nicht die Nachsüßung, die mich daran hindert, ihn völlig uneingeschränkt zu empfehlen.

Einen zu dieser Stimmung passenden, mindestens ebenso elysischen Cocktail habe ich mir als Showcase für den Haitianer ausgesucht. Der Elysian Special zeigt so ganz nebenbei auch noch, dass Ananassaft in einer Rezeptur nicht immer automatisch nur bedeutet, dass man etwas pappig-süß-fruchtiges vor sich haben muss – die Frucht liefert neben der Aromatik auch eine schöne Textur, ein dichtes Mundgefühl und ein wunderbares Schaumkrönchen ganz ohne Eiweiß; und sie lässt dem Rum trotzdem noch genug Raum, sich zu präsentieren.

Elysian Special


Elysian Special
1½ oz Rhum Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans
½ oz Batavia Arrak (z.B. Boven’s Echter Arrak)
1 oz Ananassirup
¾ oz Limettensaft
Auf Eis shaken.
Mit einem Spieß gegrillter Ananas und etwas geriebener Muskatnuss dekorieren.

[Rezept nach Bryan Schneider]


Kommen wir vom Guten zum Schlechten – dieser Preis- und Qualitätskategorie ziemlich unwürdig ist der billige Blechschraubverschluss. Schade, dass die ansonsten sehr gelungene Präsentation dadurch etwas verschandelt wird, ein Naturkorken wäre einem 15 Jahre alten Rum doch zu gönnen gewesen, oder? Immerhin gefällt das auf Goldfolie gepresste Etikett, sowie der künstlerisch sehr attraktiv gestaltete Geschenkkarton, in dem die Flasche geliefert wird.

Das führt uns in weitem Bogen zurück zur Einleitung. Wir als Spirituosenfreunde sollten vielleicht ab und zu neben den prosaischen Geschmacks- und Herstellungsdiskussionen auch einen Blick auf die künstlerischen Aspekte unserer geliebten Produkte werfen, ihnen eine Chance geben, sich neben Tasting Notes und Preisleistungsverhältnissen auszudrücken. Man muss sich dafür nicht anstrengen, sondern nur offenen Auges durch die Welt gehen. Der Barbancourt Réserve du Domaine 15 Ans ist jedenfalls ein guter Begleiter dafür.

Kurz und bündig – Maisel & Friends Black IPA

Sie sind rührig und ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, die Brauer bei Maisel & Friends. Der neueste Streich, der vor kurzem in mein Postfach flatterte, hat mich aber noch mehr überrascht, als es die vorigen Biere getan haben – die Aufmachung des Maisel & Friends Black IPA ist schon ein echter Knaller, das dunkelrot-schwarze Etikett mit einem Seemannstotenschädel mit Pfeife im zahnfleischlosen Mund gefällt mir wirklich gut. Mal schauen, ob das Bier was taugt, oder ob sich mir beim Trinken auch ähnlich das Zahnfleisch wegzieht…

Maisel & Friends Black IPA Flasche

Ein Bier, das sich Black IPA nennt, darf farblich nicht mit goldgelb oder blassrosa überraschen, und das tut es hier auch nicht. Es hat sogar schon etwas porter- oder schwarzbierhaftes an sich, ist dabei nicht blickdicht. Man erkennt feine Perlage und wenig Schaum, letzterer ist eine schöne Mischung aus großen und feinen Blasen.

Im Geruch ist es trotz der dunklen Farbe sehr hopfig, hier macht sich der zweite Teil des Namens bemerkbar (Herkules, Topaz, Callista und Vic Secret sind im Einsatz), mit milder, beerenlastiger Frucht. Doch die Dunkelheit ist nicht rein optischer Natur – da sind malzig-süßliche Töne, Schokoladenkuchen, ein Anflug von Kaffeepulver.

Eine würzig-süße Grundlage ist bereits beim Antrunk, der noch hopfenfruchtig und fesch zitronig daherkommt, vorhanden; erstere nimmt dann mehr und mehr Raum ein, bis der dunkle Malzcharakter den Hopfen komplett verdrängt hat. Schnittige Säure und kräftige Karbonisierung bedeuten dabei aber doch erfrischende Rezenz, und die deftige Bittere von 58 IBU lässt den Gaumen kribbeln, ohne dabei die Cremigkeit des Mundgefühls aufzugeben. Mit 7,9% Alkoholgehalt bewegen wir uns im sortentypischen Rahmen. Im Abgang ist das Maisel & Friends Black IPA erkennbar salzig und würzig, mittellang, mit leichten Rauchanflügen, sowie sehr trocken.

Maisel & Friends Black IPA Glas

Das Etikett wirbt mit einer „Geschmacks-Achterbahn“ – ja, das trifft es recht gut, da ist von allem was dabei, mit wilden Wechseln in hoher Geschwindigkeit, und persönlich brauche ich dennoch nichtmal eine Kotztüte, die sonst in Achterbahnfahrten und ähnlichem für mich unerlässlich ist. Ein interessantes Experimentalbier mit viel Überraschungspotenzial.

Offenlegung: Ich danke Maisel & Friends für die kostenlose, unaufgeforderte Zusendung einer Flasche des Black IPA.

Mit einem Krug Wein zwischen den Blumen, Teil 5 – Baijiu: The Essential Guide to Chinese Spirits

Baijiu (白酒, báijiǔ, wörtlich übersetzt: weißer oder klarer Schnaps) ist die traditionelle Nationalspirituose Chinas. Das sollte inzwischen jedem klar sein, der meine Reihe „Mit einem Krug Wein zwischen den Blumen“ in den ersten 4 Teilen verfolgt hat. Dieser fünfte Teil bildet nun eine kleine Zäsur, eine Art Pause zum Durchatmen, in der wir uns nicht mit einem flüssigen Vertreter dieser Kategorie von Spirituosen beschäftigen werden, sondern mit einem Buch zu diesem Thema – nach den ersten praktischen Schritten mit je einem Baijiu aus 3 der wichtigen 4 Kategorien nun also eine Theoriestunde. Trocken wird sie dennoch nicht sein, dazu ist Baijiu: The Essential Guide to Chinese Spirits zu spannend zu lesen.

Baijiu Cover

Ich bin zu diesem Buch über ein anderes (übrigens sehr empfehlenswertes) Werk des Autors Derek Sandhaus gekommen, Tales of Old Peking, zu einer Zeit, als ich mich noch gar nicht so sehr für Spirituosen interessiert hatte, sondern Literatur meine bevorzugte Droge war. Seitdem hat sich viel getan – gedruckte Bücher müssen ihren Platz in meinem Schrank für Flaschen räumen, digitalisierte Literatur rutscht auf dem SuB hinter Ebooks über Schnapsgeschichte und Cocktailrezepte. Aber man weiß ja, Papier ist geduldig, und für jedes Buch gibt es seinen richtigen Zeitpunkt. Aktuell, im Jahre 2017, ist es eben Baijiu, der mich fasziniert.

In meiner Reihe stellte und stelle ich verschiedene Baijius vor, und neben dem Trinken und Probieren ist ein wichtiger Punkt der Auseinandersetzung mit einer neuen Geschmackswelt auch der theoretische Unterbau. Um zu verstehen, was man da im Mund schmeckt, muss man verstehen, wie Baijiu hergestellt wird, was seine Traditionen und seine Geschichte ist, welche Ausprägungen es gibt und wie er in seinem Heimatland genossen wird. All das findet man in Sandhaus‘ Buch, das einerseits mangels jedweder Konkurrenz und andererseits aufgrund seiner Qualität in Tiefe und Breite das absolute Standardwerk zum Thema des chinesischen Klaren ist.

Natürlich werden die vier Hauptaromen, das „leichte Aroma“ (清香), das „starke Aroma“ (浓香), das „Soßenaroma“ (酱香) sowie das „Reisaroma“ (米香) erläutert. Die Basismaterialien, die eingesetzt werden, sowie deren Vorbereitung für die Produktion, und die Fermentationsstarter („qu“) sind schön lesbar erklärt. Die Geschichte und Entwicklung dieser Spirituosengattung werden mit Landkarten und vielbebildert aufgezeigt.

 

Baijiu - The Essential Guide to Chinese Spirits Screenshot 2

Ein großer Teil des technischen Teils des Buchs konzentriert sich also auf die Herstellung. Da einige Konzepte sehr typisch für Baijiu, gleichzeitig eher ungewöhnlich für Spirituosen westlicher Art sind, ist das auch gut so. Der gewichtigste Unterschied in der Herstellung ist ein sehr überraschender, denn es geht dabei weniger um die rohen Basismaterialien, die so unterschiedlich nicht sind. Es ist die „solid-state fermentation“, gefolgt von der „solid-state distillation“ – also die Fermentation und Destillation von Feststoffen ohne Wasserzusatz mittels Dampf. Westliche Spirituosen werden in aller Regel in einer Maische mit Wasser vermischt, die dadurch enstehende Würze dann mit Hefen fermentiert und die „wash“ dann destilliert.

Doch auch die sozialen Themen um den Baijiu herum kommen nicht zu kurz. Wie trinkt man Baijiu, wie prostet man sich zu? Letzteres ist nicht zu unterschätzen – genauso wie die tretminenbehaftete Frage: wie schenkt man Baijiu in China? Man sieht, ein umfassender Blick auf das gesamte Themengebiet.

Baijiu - The Essential Guide to Chinese Spirits Screenshot 3

Der Löwenanteil des Buchs schließlich, ungefähr zwei Drittel des Gesamttexts, besteht aus einer Aufzählung diverser Baijius aus allen Kategorien und Landesteilen. Ein Foto, ein paar Daten sowie ein kurzer Erläuterungstext mit Anekdote oder Information über Hersteller und Produkt machen das Buch zu einem wertvollen Nachschlagewerk, selbst wenn man den theoretischen Teil bereits perfekt intus hat. Am Ende werden auch noch ein paar der Vorläufer des Baijiu, der Huangjius, sowie Cocktailrezepte aufgeführt.

Viele Fachbücher mit Illustrationen und Tabellen leiden unter einer schlechten Ebook-Repräsentation. Nicht so die Kindle-Ausgabe dieses Buchs – die Grafiken sind korrekt eingebunden, mit passenden Untertiteln. Manchmal verschieben sich allerdings aufgrund des Seitenumbruchs Bilder ungünstig auf die nächste Seite. Tabellen, oft ein Problemkind, sind gut gebaut. Die innere Verlinkung ist ausführlich. Man vergebe mir die Qualität des mittelmäßigen Fotos, das die Darstellung auf meinem Android-Tablet, auf dem ich das Buch lese, zeigt.

Baijiu - The Essential Guide to Chinese Spirits Screenshot 1

Soweit zum Inhalt des Buchs, das ich bedingungslos jedem Spirituoseninteressierten, der über den Tellerrand blicken will, selbst wenn er sich für Baijiu selbst an sich nicht begeistern kann, ans Herz lege. Ich schließe nun noch mit ein paar Gedanken, die sich in den ersten vier Monaten meines Baijiu-Praktikums gesammelt haben.

Baijiu ist in Deutschland praktisch unbekannt. Was ist der Grund dafür, wenn es laut einiger Zahlen die meistgetrunkene Spirituose der Welt ist und dabei selbst Vodka gemütlich hinter sich lässt? Ich identifiziere zwei Hauptgründe, die dies leicht erklären.

Der Hauptgrund ist völlig banal und trivial: Es ist unglaublich schwierig, in Deutschland (und auch insgesamt in Europa) guten Baijiu zu erwerben. Es gibt tatsächlich nur wenige Sorten, darunter natürlich der König des Baijiu, der Maotai; alles andere ist oft nur in obskuren Asiashops verfügbar, meist mit praktisch keiner Zusatzinformation über das Produkt. Der Export beginnt erst langsam, sich für die chinesischen Hersteller zu rentieren – sie müssten allerdings viel aggressiver, intensiver vorgehen, um den Markt vorzubereiten. Denn der aktuelle Zustand führt zur Situation, die viele exotisch-raren Spirituosen kennen – der erste Kontakt erfolgt über billige Low-End-Produkte, die nicht die Qualität aufweisen, die für weiteres Interesse sorgen könnten. Ich nenne es leicht polemisch das „Sierra“-Problem: Der Tequila mit Hut hat in Deutschland für einen extrem schlechten Ruf des Tequila gesorgt, der mühselig wieder aufgebaut werden musste.

Baijiu kaufen?

Dies führt auch direkt zum zweiten Grund für den Mangel an Verbreitung des Baijiu. Der Geschmack ist für den unvorbereiteten westlichen Gaumen eine gewisse Herausforderung, selbst bei höchstwertigen Produkten. Ich höre oft vom Schock des Erstkontakts (und habe ihn selbst erlebt). Darin unterscheidet sich Baijiu allerdings nur unwesentlich von anderen erlernten Geschmäckern, wie einem rauchig-teerigen Mezcal, einem würzig-salzigen Clairin oder einem medizinisch-iodischen Islay-Whisky; die Lernkurve ist allerdings dann, zugegebenermaßen, doch noch deutlich steiler als bei den vorgenannten. Man muss etwas Geduld mitbringen, einiges an Experimentierfreude und viel Durchhaltevermögen, das sich aber alles am Ende bezahlt macht; selbst, wenn es nur das sein sollte, das man eine komplett neue Welt von Aromen, Geschmackseindrücken und auch Spirituosenkultur kennengelernt hat.

Sandhaus liefert in seiner Einleitung eine schöne These dazu, die ich als Ausklang zitieren möchte.

„There is a place for baijiu on the shelves of bars around the world (somewhere between the tequila and slivovitz) and we all have a role to play in helping it get there a little faster“.

In der Tat empfinde ich das auch so, und ich hoffe, mit meiner Blogreihe meinen Beitrag dazu zu leisten. Doch Baijiu wird im Westen, und insbesondere im beim Adaptieren von neuen Trends eher gemächlichen Deutschland, noch sehr lange nicht wirklich präsent sein, solange nichtmal Tequila und Slivovitz in vernünftiger Qualität in jeder Bar zu finden sind. Doch die Chancen stehen aktuell besser denn je – das Interesse für exotische Spirituosen steigt. Sandhaus‘ Buch wird jedem, der sich frühzeitig diesem Trend anschließen und sich mit Baijiu auseinandersetzen will, ein wertvoller und dauernder Begleiter sein.

Kurz und bündig – George Dickel No. 12 Tennessee Whisky

Der George Dickel No. 12 Tennessee Whisky (man beachte die Schreibweise des letzten Worts) ist der zweite große Destillateur von Whiskey im US-Bundesstaat Tennessee, neben dem allgegenwärtigen Jack Daniel’s. Trotz all der Häme, die Jacky-Trinker oft abbekommen, kann ich persönlich gut mit den höheren Qualitäten jenes Herstellers leben und bin daher besonders gespannt, wie sich ein anderer Produzent, der ja einen recht ähnlichen Produktionsprozess mit Sour Mash und Lincoln-County-Verfahren aufweist, im Vergleich schlägt.

Die Farbe ist mit Zuckerkulör gestaltet, sagt daher nichts über den Inhalt aus. Manchen Herstellern geht es nur um die Konsistenz der Farbgebung über Batches hinweg, ich weiß, dennoch ist es ein Produktionsschritt, den ich für unnötig und nicht im Sinne des Verbrauchers halte. Man hat jedenfalls ein dunkles Kupfer mit orangenen Reflexen gewählt.George Dickel No. 12 Tennessee Whisky

Geruch: Oh, das gefällt mir außerordentlich. Sehr fruchtig nach Birne, Banane, Pflaume. Ahornsirup. Butterkekse. Ich habe eine seltsame Assoziation zu Pfannkuchen mit Sahne. Ein minimalster Anflug von Lack. Ich kriege gar nicht genug davon, daran zu riechen – ein echtes Highlight, der angenehmste Spirituosengeruch, den ich seit sehr langer Zeit in der Nase hatte.

Der Geschmack ist dann aber nicht so süß, wie die Nase einem weismachen will. Eigentlich geht der Dickel No. 12 sogar eher ins Trockene, leichte. Ihm fehlt erkennbar etwas an Volumen, er wirkt trotz vieler Aromen wässrig. 45% sind sehr gut eingebunden, praktisch kein Brennen, Zwacken oder Kratzen ist spürbar – ja, dieser Tennessee Whiskey ist wirklich „smooth“. Pflaumen, Rosinen, Birne, die Fruchtnote bleibt erhalten, und eine gewisse honigwürzige Grundsüße. Sehr viel Vanille rundet das ganze ab, die wohl durch die 4 Jahre Reifedauer (diese Zahl steht aber nirgends auf dem Etikett) entsteht.

Der Abgang ist sehr kurz, warm und dabei immer weich, aber recht trocken. Ein mildglühender Nachhall klingt noch eine kleine Weile aus dem Rachen hoch, doch dann ist der Whisky schnell wieder verschwunden.

Wem Tennessee Whiskeys grundsätzlich zusagen, und wer ein Freund von Jack Daniel’s Old No. 7 ist, muss sich den George Dickel No. 12 ganz sicher anschauen – er ist der bessere der beiden großen Whiskeyhersteller dieses Bundesstaats, kostet aber in Deutschland auch rund das Dreifache. Dieses Kurzbesprechung basiert daher auf einem 10cl-Sample.

Dem Geist wirds eng in der kleinen Flasche – Armagnac Saint-Vivant

Wir sind es heutzutage gewohnt, unsere Spirituosen in genormten Flaschengrößen erwerben zu können. Das üblichste, dem wir normalerweise begegnen, ist die 700ml-Flasche (in den USA sind dagegen beispielsweise 750ml der Standard, God save America!), die es in allerlei Formen und Farben gibt. Moderne Craftspirituosen ziehen sich, um dem verkaufsschädigenden hohen Literpreis zu entkommen, oft auf die Halblitergröße zurück. In die andere Richtung geht es mit vielen Champagnern – da ist die Magnumflasche besonders bei Feiern beliebt, man kann ja so schön damit protzen. Hin und wieder findet man noch die 1-Liter-Größe, besonders bei Barbedarf. Die 375ml-Flasche ist wiederum meines Erachtens bei verderblicher Ware wie Sherry, Wermut oder Port zu bevorzugen.

Ganz besonders entgegenkommend finde ich persönlich aber die 200ml-Verkaufseinheit, da bekommt man für vergleichsweise kleinen Preis eine Menge, die sich für erste Verkostungsversuche schon respektabel schlägt. Besser jedenfalls, als die 50ml-Miniaturen, wo man nach zwei Schlucken schon ein leeres Glas vor sich hat. In französischen Supermärkten bietet Comptoir des Flasks diverse Produkte in dieser 200ml-Größe als kleine, flache Hosentaschenflaschen an. Ich konnte natürlich nicht an diesen kleinen Fläschchen vorbeilaufen und habe mir eine Flasche des Armagnac Saint-Vivant in den Warenkorb gelegt. Meine Erwartung war nicht extrem hoch, wie bei allen Spirituosenprodukten, die so ostentativ an Kassen ausgelegt werden (in Deutschland kennt man das ja auch), aber manchmal wird man auch überrascht. Ist das hier der Fall?

Armagnac Saint-Vivant Flasche

Zur Optik – ein toller, kräftiger Orangenton mit goldenen Reflexen. Farbstoffe sind beim Armagnac wie bei seinem bekannteren Bruder Cognac erlaubt, und in der Regel gilt ja: Was erlaubt ist, wird gemacht, und wenn doch nicht, wird es extra betont. Daher gehe ich von Färbung aus, insbesondere, weil wir hier ja eher ein Mengenprodukt vor uns (Saint-Vivant ist der zweitgrößte Armagnac-Hersteller) haben. Dünnflüssig ist er, nur leicht viskos.

Der Armagnac Saint-Vivant riecht zunächst leicht, fruchtig, hell. Danach kommt aber schnell eine gewisse, leicht stechende Ethanolnote, die tiefere Aromen überdeckt. Weinbrandübliche Gerüche, nach Rosinen und Pflaumen, dazu etwas Vanille. Gar nicht unangenehm, aber auch nicht wirklich überwältigend.

Im Mund liegt der Traubenbrand zunächst ähnlich unaufgeregt und zwar schön weich, aber auch etwas flach und schal wirkend. Nach kurzer Zeit kommt das Highlight der Verkostung – ein wirklich schöner, zarter, blumiger Veilchen- und Rosengeschmack, der allerdings schnell wieder verklingt und einer generischen, dann auch schon recht wässrigen Weinbrandsensorik Platz macht. Ich kenne Spirituosen mit 40% Alkohol, die da mehr Spannung abliefern.

Armagnac Saint-Vivant Glas

Der Abgang ist kurz, süß und nur wenig trocken. Hier entsteht nun etwas Ingwerwürze, die Aromatik lebt nochmal kurz fruchtig auf mit Pflaumen, Orangen und Trauben, und dann verhallt der Saint-Vivant mit einer milden Wärme, einer milden Vanillenote und leichter Anästhesierung auf der Zungenspitze.

Tatsächlich mag mich dieser Armagnac als Purgenuss nur mäßig überzeugen; ich kann mir aber gut vorstellen, dass er hauptsächlich als kleiner Schuss in einem Kaffee gute Dienste leisten kann. Entsprechend biete ich hier eine Luxus-Variante eines Kaffees-mit-Schuss an: The Beccaccino kombiniert die paar Vorteile des Saint-Vivant noch mit süßer Likörgewalt. Wer will, kann sich diesen Cocktail natürlich auch warm zubereiten, um die langweilige Stunde zwischen 2 und 3 am Sonntagmittag etwas erträglicher zu gestalten.

The Beccaccino


The Beccaccino
1 oz Brandy (z.B. Armagnac Saint-Vivant)
½ oz Bénédictine
½ oz Amaretto
½ oz Whisky-Likör (z.B. Boxing Hares Spirit Drink)
2½ oz Abgekühlter, starker Kaffee
Auf Eis shaken.
[Rezept adaptiert nach Murray Stenson]


Bei dieser Ausprägung des Armagnac Saint-Vivant haben wir einen Blend ohne Altersangabe aus Ernten des Bas-Armagnac und Ténarèze vor uns. Derselbe Hersteller produziert aber auch Armagnac in den üblichen Alterskategorien VS, VSOP und XO – ich glaube, man müsste sich mindestens den VSOP holen, um in Bereiche zu kommen, die für Genießer interessant werden. In der kleinen Flasche jedenfalls findet man einen netten Drink für Zwischendurch oder für den „Notfall“, den man kostengünstig in kleiner Menge erwerben kann; mehr als eine Kochzutat ist er in dieser Form aber leider kaum.

Die Sprache gehört zum Charakter des Whiskeys – Elijah Craig 12 years Kentucky Straight Bourbon Whiskey

In der globalen Spirituosenwelt tauchen immer wieder Produkte auf, mit deren Namen wir leider allzuoft monoglotten Deutschen bei der Aussprache Probleme haben. Man muss nicht ganz so weit gehen wie die völlig abstrusen Namen bei manchen Rums (Uitvlugt?!?) oder Scotches (Glen Garioch?!?), die selbst Sprachprofis in beinahe unlösbare Schwierigkeiten bringen – manchmal sind es selbst traditionelle angloamerikanische Vornamen, bei denen es schon hapert. Der Schauspieler Elijah Wood beispielsweise wird in deutschen Medien wahlweise auf unterschiedliche Art falsch ausgesprochen. Hier daher die einzig korrekte, gültige Lautkombination zur Referenz.

Dieser Artikel soll nun natürlich nicht über Herr-der-Ringe-Darsteller handeln, sondern über amerikanischen Whiskey. Doch natürlich profitiert der Konsument und mögliche Käufer des Elijah Craig 12 years Kentucky Straight Bourbon Whiskey auch davon, wenn er weiß, wie man die Buchstaben auf dem Etikett korrekt in Lauten wiedergibt, nämlich genau so, wie den Frodo-Mimen.

Wer sich auch nur ansatzweise über Bourbons informiert, stolpert immer wieder über diesen amerikanischen Whiskey. Nun ist es schon allein etwas begeisternd, dass man einen Bourbon 12 Jahre lang reifen lässt (nur 2 Jahre sind gesetzlich für Straight Bourbons vorgeschrieben) – wenn er dann auch noch so wunderbar rund und würzig ist, dann wird der Traum jedes Whiskey-Freunds wahr.

Elijah Craig 12 Kentucky Straight Bourbon Whiskey Flasche Normaletikett

Die Nase ist großartig. Während man bei vielen Bourbons nur das Karamell vorausahnt, vielleicht ein bisschen Eiche, springt einem hier schon die Kraft in den Riechkolben; Vanille ist natürlich dominant. Eine leichte Zitrusnote. Etwas Salz. Man sollte ihn eine Weile offen stehen lassen, dass sich die gröbsten, durchaus vorhandenen Lackgerüche verflüchtigen.

Nach dem ersten Schluck will ich den Elijah Craig dann gar nicht mehr rauslassen – würziger Karamell, Shortbread, Orange, dabei nie scharf oder brennend. Der Elijah Craig ist trotz eines recht süßen, weichen Antrunks nicht anbiedernd schmeichlerisch, sondern schon eher was für die Freunde des Deftigen, um so mehr, je länger man ihn im Mund hält. Dichter Körper, cremiges Mundgefühl, eine volle Breitseite.

Im Abgang kommt dann noch eine leichte Salznote, dazu Trockengebäck und eine recht brutale Holzigkeit zum Vorschein, die sich das abschließende Geschmacksbild mit der wuchtig-tiefen Vanille teilt. Feurig heiß und glühend läuft er die Kehle hinunter, zeigt hier zum ersten Mal seine üppigen 47% Alkohol, und lässt bei adstringierender Trockenheit dann dennoch viele Restaromen noch sehr lange im Mundraum zurück.

Das ist ein fetter Kentucky Straight Bourbon, den ich gern pur trinke. Ein 3cl-Glas reicht auf eine halbe Stunde. Schnuppern und schlürfen, da braucht man nichts anderes und ist 30 Minuten im Whiskey-Himmel.

Doch auch in Cocktails macht sich dieser Bourbon gut, insbesondere natürlich in solchen, in denen er eine Hauptrolle spielt. Man probiere daher einfach mal einen Elderflower Old Fashioned, in dem die Würze des Elijah Craig gegen die Süße des Holunderlikörs wunderbar ankämpft. Alternativ, wenn man nicht so sehr auf die blumige Komponente steht, empfehle ich eine leichte Variation des Dilbert’s Dilemma, in dem ein Bierlikör für die Süße sorgt.

Dilbert’s Dilemma


Dilbert’s Dilemma
2 oz Bourbon Whiskey (z.B. Elijah Craig 12 years)
½ oz Bierlikör (z.B. Saarfürst Brauerfeuer)
Diese Zutaten im Rührglas auf Eis verrühren.
Das Gästeglas mit…

¼ oz Orangenlikör (z.B. Cointreau)
…ausspülen, dann die gerührte Mixtur dazugeben.

Mit einer Orangenzeste dekorieren.
[Rezept leicht adaptiert nach Good Booze]


Die Flasche ist eine Erwähnung wert – im Glas integriertes Logo, massiv, schwer, da hat man was in der Hand. Ein sehr gelungener, breiter Ausguss, mit einem fetten Plastikdeckel auf dem Korkstopfen: die gesamte Verarbeitung wirkt wertig. Wenn man dann noch mit einem Spezialetikett auftrumpfen kann, das einem als Mitglied der Bardstown Whiskey Society zugesendet wird, ist der Wow-Faktor nochmal ein bisschen größer.

Elijah Craig 12 Kentucky Straight Bourbon Whiskey Flasche Spezialetikett

Man sieht auf dem Spezialetikett allerdings auch schon eine Änderung, die im aktuellen Produktionsklima von Whisky und Whiskey unausweichlich scheint – die Altersangabe „12 Jahre“ verschwindet vom Etikett, und wird durch das generische „Small Batch“ ersetzt. Laut Hersteller ändert sich nichts am Rezept; einige Kenner in diversen Foren bescheinigen dem NAS-Craig aber doch einen leicht schwächeren Charakter. Wer also die Chance hat, sich noch eine der Flaschen mit Altersangabe zu sichern, bevor die NAS-Welle, die in den USA bereits begonnen hat, nach Deutschland schwappt, sollte dies tun – in vielen Fachmärkten stehen sie noch herum.

Ob nun 12 Jahre oder NAS – der Elijah Craig bleibt ein Benchmark-Bourbon. Wer wissen will, wie ein guter Bourbon schmeckt, probiert diesen hier. Jeder Cent ist gut investiert. Ich lasse immer einen Tropfen im Bart hängen, für später.

Kurz und bündig – Jack Daniel’s Sinatra Select Tennessee Whiskey

Ich bin ein Fan von Frank Sinatra, ich mochte ihn schon immer. Eine der großartigsten männlichen Stimmen, dazu ein Leben, das mit seinen Aufs und Abs fasziniert. Er war kein Engel und kein Kind von Traurigkeit, war gut Freund mit der Mafia, Alkoholiker und hatte mit dem Rat Pack ein paar Buddies, von denen jeder Mann nur träumen kann. Am Ende wurde er mit einer Flasche seines Lieblingsgetränks, Jack Daniel’s Whiskey, begraben – ihm zu Ehren bringt der wichtigste Destiller von Tennessee Whiskey eine Sonderedition heraus: Den Jack Daniel’s Sinatra Select Tennessee Whiskey. Schauen wir ihn uns passend zu ein paar Ausschnitten aus seinen Songs kurz an.

Jack Daniel's Sinatra Select Tennessee Whiskey Sample

I close my eyes and just see pretty colors… in diesem Fall ist es ein schönes, dunkles, kräftiges Bernstein mit stellenweise fast schon weißen Reflexen. Der Whiskey liegt passend schwer und ölig im Glas, hinterlässt langsam ablaufende Beine.

I’m sure that if I took even one sniff… Man erkennt zwar direkt den typischen Banane-Geruch der anderen Produkte des Herstellers, gleichzeitig ist da aber auch viel mehr Vanille, viel mehr Eiche, einfach mehr von allem. Sehr dicht, kräftig und rund. Ein klarer Fortschritt selbst zum von mir geschätzten Jack Daniel’s Single Barrel.

With every wine you taste… Ich bin etwas überrascht: Nach dieser üppigen, tollen Nase hätte ich einen ähnlich schweren Körper erwartet. Doch man findet einen eher leichten Whiskey vor, klar, sauber, eher in die trockene und elegante Richtung als die wuchtig-dunkelschwere. Er wirkt schon fast etwas dünn, bleibt dabei eher auf der süßlichen Seite mit sehr viel Vanille. 45% Alkoholgehalt weist der Sinatra Select auf, ein paar Prozente mehr hätten ihm aromatisch erkennbar gut getan.

And now, the end is near… Der Abgang ist mittellang, helltönig, sehr warm, trocken und adstringierend. Am Ende taucht die Banane dann sehr präsent wieder auf und zeigt deutlichst, wessen Kind dieser Whiskey ist. Er hat dabei aber auch eine nicht zu unterschätzende Pfefferschärfe. Nachhall findet dann allerdings praktisch nicht statt, der Gaumen ist arg schnell wieder frei von Aromen.

Dieses Kurzreview beruht auf einem 5cl-Sample dieser Spirituose; die 700ml-Flasche schlägt immerhin mit rund 110€ (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels) zu Buche, da will man schon vorher mal probieren.

It Was A Very Good Year... War es das? Von allen Jack Daniel’s-Whiskeys ist dieser tatsächlich einer derer, die ich am gelungensten finde. Allerdings frage ich mich doch, ob der Unterschied zum Single Barrel dann die Verdreifachung des Preises wert ist – für mich sicherlich nicht, doch wer das Geld erübrigen kann, und Fan des Herstellers oder von The Voice  ist, kann zugreifen und wird aller Voraussicht nach nicht enttäuscht, obwohl man für das Geld ganz andere Aromenkaliber bekommt.

Ein hübsches Äußeres gleicht viele Macken aus – Kah Tequila Reposado 55% und Añejo

Das Äußere ist erwiesenermaßen ein Türöffner. Wer gut aussieht, wird besser behandelt und bekommt leichter einen Fuß in die Tür bei Vorstellungsgesprächen oder anderen sozialen Interaktionen. Auch auf Konsumprodukte lässt sich das leicht übertragen – ein flashiges Design sorgt dafür, dass sich selbst grusligster Kunstsprit wie der Laborrum Don Papa wie geschnitten Brot verkauft. Allzuoft dient bei vielen Produkten dann die Verpackung entsprechend als Hülle, um den seelenlosen Inhalt zu verbergen oder wenigstens schmackhafter zu machen.

Nun gibt es ja seit kurzem moderne „Super-Premium“-Szene-Tequilas (ich will keine Namen nennen), die auch mit einem Totenkopf auf dem Stöpsel ihre angebliche Nähe zur mexikanischen Folklore betonen wollen. Vergleicht man traditionelle mexikanische Calavera-Totenkult-Symbolik und deren bildhafte Darstellung mit denen auf jenen Produkten, fällt einem schon ein Unterschied auf. Sowohl Form als auch künstlerische Ausführung trennen hier die Spreu vom Weizen – es reicht halt nicht, einfach nur einen 250g-Metall-Schädel herzustellen und diesen dann als Totenkult-Symbol zu bezeichnen. Im Gegenteil, das ist eine Form der Oberflächlichkeit und des fehlenden Respekts für eine Kultur, die mir derartige Produkte zutiefst unsympatisch macht, die derartige Symbole nur für Marketingzwecke ohne tieferes Verständnis missbrauchen. Da ist mir der Tequila Kah lieber, der schon im scheinbaren Zwiespalt zwischen Totenkopf-Design und Namen („Kah“ ist wohl das alte Maya-Wort für „Leben“) zeigt, dass er die Totenkult-Kultur verstanden hat.

Kah Tequila Miniaturen

Die knuffigen Miniaturen zweier Sorten des Tequilas zu je 5cl, die ich für einen meiner Meinung nach recht hohen Preis von über 10€ pro Stück erworben habe, wirken traditionell, sind vollständig aus Keramik, bemalt und haben einen Kunstkorken. Sehr hübsch designt, das gebe ich gern zu, vielleicht der Hauptkaufanreiz dieses Tequilas für viele Tequilafreunde und solche, die es werden wollen.

Der Hauptreiz für mich persönlich war zunächst allerdings nichtmal die extravagante Gestaltung, sondern der hohe Alkoholgehalt: Der Kah Reposado 55% ist definitiv ein ungewohnt starker Tequila. Tequila muss gesetzlich geregelt zwischen 31% und 55% aufweisen, um in Mexiko als solcher verkauft werden zu dürfen, für die USA gibt es die Sonderregel, dass er mindestens 40% aufweisen muss. Wir bewegen uns also an der obersten Grenze des Erlaubten. Das ist natürlich sehr spannend in einer Phase, in der die allermeisten in Deutschland erhältlichen Tequilas sich um die 40%, meist sogar darunter, nur selten darüber, bewegen.

Kah Tequila Reposado Glas

Die Farbe ist strohblass, mit einem minimalen Grünstich. Die Konsistenz ist nur leicht viskos. In der Nase wirkt der Kah Reposado zunächst hauptsächlich süß, ich erkenne nur wenige Agavennoten, dafür einen deutlichen Ethanolanklang. Er erinnert mich zunächst mehr an Vodka oder ungereiften Rum. Im Verlauf entdecke ich doch eine leichte Würze, wie geröstetes Getreide und Nelken.

Im Mund wandelt sich das aber doch stark – hier ist dieser Tequila sehr würzig und kräuterig, es kommen doch die zunächst etwas vermissten Agavennoten sehr deutlich zum Vorschein. Trotz der 55% bleibt er sehr mild und weich – natürlich muss man mit einem gewissen Alkoholfeuer rechnen. Sehr süß ist er bei der Bewegung durch den Mundraum; ein gewisser Plastikgeschmack stört aber leicht.

Der heiße, aber nicht scharfe Abgang krönt die Verkostung. Eine leichte Betäubung der Zungenspitze ist wahrscheinlich dem hohen Alkoholgehalt geschuldet. Insgesamt ist der Abgang sehr lang und mit vielen Agavenanklängen, die auch noch nach Minuten nachhallen.

Soweit, so gut. Schauen wir uns gleich im Anschluss den noch stärker gereiften, aber mit 40% Alkoholgehalt viel schwächeren, großen Bruder des Kah Reposados an, den Kah Añejo. Farblich scheint er kräftiger als der Reposado – er wird ja auch statt 10 Monaten, wie der Reposado, mehr als doppelt so lang in Fässern aus französischer Eiche gelagert. 2 Jahre tun ihre Arbeit also zumindest schonmal im Farbton.

Kah Añejo Tequila

Geruchlich ist der Kah Añejo dann ein kleines Träumchen. Vanille, Veilchen, Karamell liegen im Vordergrund, milde Agave bildet erkennbar den Körper. Am Ende etwas Spüli, aber nur ein Hauch, dazu etwas Klebstoff.

Faszinierend, dass sich hier die Sensorik gefühlt komplett entgegengesetzt verhält wie beim Reposado – die schöne Nase wandelt sich in ein extrem unrundes Mundgefühl. Wässrig, konturlos, aromenarm im Antrunk. Süße ist vorhanden; Gewürze und Kräuter könnten eine Rolle spielen, ebenso wie geröstete Agave, aber insgesamt wirkt alles verwaschen und blass. Nur ein Lack- und Spülmittelfehlton drängt sich im Verlauf auf. Gegen Ende nimmt eine Pfeffernote noch Fahrt auf, doch das ist dann auch schon alles. Sehr schade.

Der Abgang ist bitter, trocken, mildpfeffrig, leicht adstringierend und sehr eisenhaltig. Mittellang, aber enttäuschend körperlos. Die minzige Pfeffrigkeit bleibt noch lange auf der Zunge – dennoch ist das alles nicht wirklich sehr attraktiv. Im Fazit einer der klar schwächeren Añejos, die ich kenne, bei dem ich im Nachhinein froh bin, nur die Miniatur gekauft zu haben statt der großen Flasche – wie es auch beim Reposado ist, leider.

Der eine oder andere Tequila-Cocktail leidet darunter, dass der verwendete Tequila entweder aufgrund der mangelnden Aromatik oder aufgrund der mangelnden Stärke in einer Mixtur untergeht. Das kann einem mit dem Kah Reposado beispielsweise kaum passieren. Im Tequila Amargo lässt er seine Muskeln spielen. „Amargo“ ist das spanische Wort für „bitter“, und es passt zu diesem Rezept – man sollte also, wenn man auf süße, schmeichlerische Cocktails steht, einen großen Bogen um diesen hier machen. Obwohl man da was verpasst.

Tequila Amargo


Tequila Amargo
2 oz Tequila Reposado (z.B. Kah Tequila Reposado 55%)
2 Teelöffel Crème de Cassis
2 Teelöffel Grappa (z.B. Nonino Barrel Aged Selection)
2 Teelöffel roter Wermut (z.B. Punt e Mes)
4 Spritzer The Bitter Truth Old Time Aromatic Bitters
Auf Eis rühren.
[Rezept nach Fernando del Diego]


Ein hübsches Äußeres gleicht viele Charakterfehler  aus, das kennen wir aus vielen Lebensbereichen – der Kah-Tequila ist ein Beispiel dafür für mich. Während der Reposado wenigstens noch durch seine Stärke Aufmerksamkeit erregen kann, ist der Añejo persönlich für mich ein Totalausfall, auch wenn er anderweitig hoch bepunktet wird und sicherlich nicht schlecht ist. Man muss sich halt vor dem Kauf die Frage stellen, ob man ein hübsches Fläschchen als Dekorationsobjekt im Regal will, das zufällig einen halbwegs ordentlichen Tequila enthält, oder einen richtig guten Tequila, selbst wenn er nur in einer neutralen, einfachen Flasche abgefüllt wurde. Für letztere Absicht bekommt man anderweitig jedenfalls für deutlich weniger Geld deutlich mehr geboten.