George Dickel No. 12 Tennessee Whiskey Titel

Kurz und bündig – George Dickel No. 12 Tennessee Whisky

Der George Dickel No. 12 Tennessee Whisky (man beachte die Schreibweise des letzten Worts) ist der zweite große Destillateur von Whiskey im US-Bundesstaat Tennessee, neben dem allgegenwärtigen Jack Daniel’s. Trotz all der Häme, die Jacky-Trinker oft abbekommen, kann ich persönlich gut mit den höheren Qualitäten jenes Herstellers leben und bin daher besonders gespannt, wie sich ein anderer Produzent, der ja einen recht ähnlichen Produktionsprozess mit Sour Mash und Lincoln-County-Verfahren aufweist, im Vergleich schlägt.

Die Farbe ist mit Zuckerkulör gestaltet, sagt daher nichts über den Inhalt aus. Manchen Herstellern geht es nur um die Konsistenz der Farbgebung über Batches hinweg, ich weiß, dennoch ist es ein Produktionsschritt, den ich für unnötig und nicht im Sinne des Verbrauchers halte. Man hat jedenfalls ein dunkles Kupfer mit orangenen Reflexen gewählt.George Dickel No. 12 Tennessee Whisky

Geruch: Oh, das gefällt mir außerordentlich. Sehr fruchtig nach Birne, Banane, Pflaume. Ahornsirup. Butterkekse. Ich habe eine seltsame Assoziation zu Pfannkuchen mit Sahne. Ein minimalster Anflug von Lack. Ich kriege gar nicht genug davon, daran zu riechen – ein echtes Highlight, der angenehmste Spirituosengeruch, den ich seit sehr langer Zeit in der Nase hatte.

Der Geschmack ist dann aber nicht so süß, wie die Nase einem weismachen will. Eigentlich geht der Dickel No. 12 sogar eher ins Trockene, leichte. Ihm fehlt erkennbar etwas an Volumen, er wirkt trotz vieler Aromen wässrig. 45% sind sehr gut eingebunden, praktisch kein Brennen, Zwacken oder Kratzen ist spürbar – ja, dieser Tennessee Whiskey ist wirklich „smooth“. Pflaumen, Rosinen, Birne, die Fruchtnote bleibt erhalten, und eine gewisse honigwürzige Grundsüße. Sehr viel Vanille rundet das ganze ab, die wohl durch die 4 Jahre Reifedauer (diese Zahl steht aber nirgends auf dem Etikett) entsteht.

Der Abgang ist sehr kurz, warm und dabei immer weich, aber recht trocken. Ein mildglühender Nachhall klingt noch eine kleine Weile aus dem Rachen hoch, doch dann ist der Whisky schnell wieder verschwunden.

Wem Tennessee Whiskeys grundsätzlich zusagen, und wer ein Freund von Jack Daniel’s Old No. 7 ist, muss sich den George Dickel No. 12 ganz sicher anschauen – er ist der bessere der beiden großen Whiskeyhersteller dieses Bundesstaats, kostet aber in Deutschland auch rund das Dreifache. Dieses Kurzbesprechung basiert daher auf einem 10cl-Sample.

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