Entzauberter Whiskey – Jameson The Deconstructed Series

Die Jameson The Deconstructed Series besteht aus drei Ausprägungen, die laut Namen die Variabilität der Herstellung bei Jameson zeigen sollen. Da gibt es nun entsprechend Whiskys mit der sprechenden Bezeichnung Bold, Round und Lively. Drei ganze Flaschen mit mehr oder weniger experimentellem Inhalt und gehobenem Preis, das wollte ich (obwohl ich Experimenten immer sehr offen gegenüber stehe) nicht riskieren, und habe mir stattdessen vom geschätzten Spirituosenbloggerkollegen WhiskyJason Samples geholt, der mir auch dankenswerterweise gleich noch ein Bild der Flaschen inklusive Kartons bereitgestellt hat – optisch macht die Gruppe jedenfalls in der aufeinander abgestimmten Gestaltung schon durchaus was her. Was ist aber im Glas?

Jameson The Desconstructed Series Flaschen

Alle weisen den branchenüblichen Farbstoff E150a (Zuckerkulör) auf, wie immer gilt dafür, dass das den Geschmack nicht beeinflusst, und dass meist nur zur Chargenangleichung gefärbt wird, alles andere wäre in meinen Augen auch Kundenbetrug, in der aktuellen Form lebe ich damit, glaube dennoch, dass man darauf verzichten könnte und sollte. Im Endeffekt unterscheiden sich die drei farblich für mich allerhöchstens in minimalstem Ausmaß.

Jameson The Desconstructed Series BoldBeginnen wir mit dem Bold – da erwartet man schon vom Namen her etwas Schweres, Wuchtiges, was die irische Whiskywelt ja durchaus zu bieten hat. In der Nase wundert man sich dann bereits: Sehr viel Vanille, ein erkennbarer Lackton dazu. Kaum sonst etwas. Das Mundgefühl eines irischen Whiskys ist für mich immer besonders angenehm, und hier enttäuscht der Bold auch nicht, cremig, weich, vollmundig. Dennoch sind 40% Alkoholgehalt hier definitiv zu wenig, um viel Charakter verleihen zu können. Der Bold hat eine gewisse Funkigkeit, die ich dem Pot-Still-Anteil zuschreibe, der aber in der restlichen Belanglosigkeit untergeht, vanillige Holznoten sind auch schon das höchste der Gefühle. Der Abgang passt sich dem an, kurz, warm, metallisch, nichtssagend.

Ein schöner Whiskey am Abend, zum eine Weile dran Nippen – für Genießer zu eindimensional und, ja, ich sprechs einfach mal aus, für mich langweilig. Der Werbetext tönt, der Bold „biete[e] hiermit einen Blend, der von schwerem, starkem pot still Whiskey geprägt ist.“ Ich empfinde das als maßlos übertrieben, ebenso wie den Namen, dieser Whisky ist für mich gar nicht kühn oder verwegen.

Jameson The Desconstructed Series LivelyLively, also „lebhaft“, soll der nächste der drei Brüder sein. Passt der Name hier besser? Die Nase ist getreidig, etwas Karton schimmert durch. Erfreulich viel Frucht gefällt mir, ansonst bleibt der Geruch zurückhaltend. Auch im Geschmack dringt die Frucht schön durch. Grain Whiskey scheint hier laut Produktbeschreibung den Hauptbestandteil zu bilden, und man schmeckt die milde Süße und feine Fruchtaromen gut heraus. Der Lively zeigt alle Stärken und Schwächen eines Grain Whiskeys in konzentrierter Form: Eine wunderbare Süße, eine sehr angenehmes Mundgefühl, aber gleichzeitig eine enttäuschende Oberflächlichkeit und aromatische Kürze. Vor allem ist der Abgang so kurz geraten, dass man arg überlegen muss, ihn überhaupt zu erwähnen – nichtexistent ist er, so hart das klingt.

Hm, ich beginne, etwas glücklich darüber zu sein, nicht die 100€, die man für die drei Flaschen (immerhin ganze Liter) hätte investieren müssen, ausgegeben zu haben. Bisher ist der Eindruck eher mäßig – ich sehe keinen Grund, für diese zwei Whiskys vom Standardprodukt der Destillerie abzuweichen und den Aufpreis zu zahlen. Nun, eine Chance gibt es ja noch.

Jameson The Desconstructed Series RoundMit der Benamung gab es ja wenig Glück, ist der Round dann wenigstens rund? In der Nase ist auch hier erstmal hauptsächlich viel Vanille. Diese taucht auch im Geschmack deutlich auf, dazu wird der Round leicht salzig, hat ausgeprägte Holznoten, ich meine auch, Gewürze wie Kardamom und Zimt zu entdecken. Ganz spät punktet der Round dann noch mit einem schönen Abgang, der wenigsten über „kurz und nichtssagend“ hinausgeht – mittellang, toll würzig und warm. Gefällt mir persönlich schonmal sehr viel besser als der Bold, der dagegen, trotz seines Namens, wie ein zartes Lämmchen wirkt. Ich hätte die Benamung der beiden getauscht, aber mich frägt man ja nicht. Persönlich gefällt mir dieser Whisky von den drei Brüdern am besten, er hat endlich den Charme, den ich bei den anderen vermisse.

Zusammenfassend kann man sagen – aromatisch außerordentlich spannend sind sie alle nicht. Sie leben von ihrer Rundheit und Ausgewogenheit. Die Unterschiede zwischen den drei Sorten sind zumindest für mich darüberhinaus vergleichsweise so klein, dass es sich auch aus rein akademischen Gründen kaum lohnt, sich alle zu holen – außer natürlich, man ist Sammler. Ich will damit aber nicht sagen, dass die dekonstruierten Jamesons schlechte Whiskeys sind: Mir gefallen sie in ihrer simplizistischen Art irgendwie auch gut, doch hätten sie ein paar mehr Volumenprozente, die für mehr Körper und vor allem Wucht im Abgang sorgen könnten, könnten sie auch meine Empfehlung bekommen. So erhält man Whiskeys mit einer tollen Drinkability, aber ohne Rafinesse oder Konsequenz – schöne Begleiter für ein Bier in einem Herrengedeck. Mehr nicht.

Indische Gewürzzubereitung – Star of Bombay

Der moderne Gin Craze geht ungebremst weiter. Jedes Jahr liest man von einem „Brancheninsider“, was jeder ist, der schonmal Gin getrunken hat, dass er damit rechnet, dass Gin weiterhin ein Trend sein wird. Keine große Kunst, das vorherzusagen – Gin ist eine einfache Spirituose, man muss nicht viel wissen, um die Feinheiten schätzen und mit dem Wissen dann angeben zu können, getrunken wird er allermeist 1:3 oder noch stärker verschnitten mit einem Filler, dabei ist er unaufdringlich und unkompliziert, und jeder hat ihn schonmal probiert. Kurz – den Platz als Massendichtungsmittel, den ihm Wodka seit den 50er Jahren streitig gemacht hatte, hat Gin nun schlicht und ergreifend zurückerobert. Nicht, weil er besonders interessant wäre, sondern einfach, weil er massenkompatibel wie kaum ein zweiter Schnaps ist und gleichzeitig dennoch ein gewisses Angeberpotenzial bietet.

All das klingt schrecklich negativ, was ich da schreibe. Dabei ist Gin aus meiner Heimbar nicht wegzudenken, trotz all dieser Aussagen; nicht, dass ich ein besonders großer Gin & Tonic-Trinker wäre, nein, das ist sogar einer meiner weniger geschätzten Longdrinks, aber in klassischen, klaren, strengen Aperitifdrinks hat er sich über mehr als ein Jahrhundert einen unaustauschbaren Platz gesichert, und dafür liebe ich ihn. Für meine Zwecke ist ein klassischer London Dry Gin mit viel Wacholder dabei die Standardauswahl, alles andere ist nach meiner Ansicht aromatisierter Wodka; die ganzen Hipstergins, von denen immer noch jede Woche ein neuer auf den Markt kommt, einfach, weil man einen Gin an einem Nachmittag verkaufsfertig haben kann, können mir, noch so eine harte Aussage, in den meisten Fällen schlicht gestohlen bleiben. So etwas wie der Star of Bombay, den ich heute vorstelle, ist meist auch eher ein Ausrutscher beim Einkauf – mal schauen, ob ich hier einen Fehler begangen oder einen unerwarteten Glücksgriff getan habe.

Star of Bombay

Wie natürlich zu erhoffen und zu erwarten ist der Gin völlig klar und transparent. Was nicht heißt, dass er wie Wasser wirkt – im Glas schwenkt er sich schwer und ölig, hinterlässt entsprechend viele Artefakte am Glasrand. Die Nase macht mich, ehrlich gesagt, nicht so richtig an. Ich bin, wie gesagt, Purist, und für mich muss ein Dry Gin zunächst mal nach Wacholder riechen und schmecken, und dann dürfen andere Aromen ihr abwechslungsreiches Werk tun. Hier finde ich direkt erstmal dumpfe Zitrusnoten (Bergamotte wird als Botanical angegeben, und für mich ist das halt ein Klosteingeruch, da kann ich nicht aus meiner Haut), seifige Kräuter, Koriander und auch ein für mich persönlich unangenehmer Moschusgeruch, der wohl den angegebenen „Ambrette“-Samen entstammt.

Uh, da habe ich eigentlich schon die Lust an diesem Gin verloren. Ich probiere ihn aus Pflichtbewusstsein, und im Mund finde ich dann überraschenderweise auch deutlich Wacholder, und noch überraschender – all die anderen Gewürze sorgen im Mund für ein interessantes Bild, das mit der hässlichen Nase so gar nichts mehr zu tun hat. Da ist viel Feuer, nicht aus den löblicherweise eingestellten 47,5% Alkohol, sondern aus würzigen Kräutern. Der Star of Bombay wirkt dadurch dunkel, aromatisch, geheimnisvoll, parfümiert und im Gesamtbild tatsächlich sehr exotisch – wow, ich habe noch nie eine derart krasse Spanne zwischen Geruch und Geschmack erlebt, denn im Geschmack finde ich ihn toll und interessant.

Star of Bombay Glas

Der Abgang ist kurz, unauffällig, doch etwas alkoholisch, heiß, und diese ausgeprägte Ingwerschärfe hängt zusammen mit einem Hauch von Bergamotte noch ein paar Sekunden schön nach.

Da oute ich mich als Purist, und muss dann sagen, dass mir ein nichtklassischer Gin gefällt. Das passiert extrem selten, und muss gewürdigt werden – mit einem ginlastigen Drink, bei dem die Exotik, die der Star of Bombay von sich aus schon mitbringt, noch durch weitere Würzzutaten wie Wermut und Kräuterlikör betont wird. Gerade für Freunde des weniger trockenen Martinis, die vielleicht sogar auch mal gern einen Perfect Martini konsumieren, ist der The Puritan ideal. Auch wenn der Name so gar nicht zu einem üppigen Drink passt.

The Puritan Cocktail


The Puritan
1¾ oz Dry Gin
½ oz trockener Wermut
¼ oz Chartreuse Verte
1 Spritzer Orange Bitters
Auf Eis rühren.
[Rezept adaptiert nach unbekannt]


Natürlich muss man hier die Präsentation ansprechen. Schon die blaue Flasche des Standard-Bombay-Sapphire zieht den Blick an, hier ist das ganze noch potenziert – die Flasche selbst ist noch schöner gestaltet, das Blau sowieso so gut wie ein Alleinstellungsmerkmal, da fällt es einem echt schwer, sie ins Altglas zu geben (dort übrigens bitte in den Grünglascontainer, wenn man es über sich gebracht hat!). Dazu diese schöne Blechdose mit Blickdurchlässen, die an Architekturen und Fresken aus der Mogulzeit erinnert; insgesamt hat die gesamte Präsentation sehr hohen Wiederverwendungswert im innendekorativen Bereich, wenn der Gin den Weg alles Irdischen gegangen ist.

Kurz und bündig – Miel de Tierra Mezcal Reposado

Tequila darf nur so heißen, wenn er in einer der Regionen hergestellt wird, die das CRT dafür vorgesehen hat. Alle anderen Regionen, wie zum Beispiel Zacatecas, aus der der Miel de Tierra Mezcal Reposado stammt, dürfen zwar ähnliche Produkte herstellen, sie jedoch nicht „Tequila“ nennen – man greift dann vielleicht auf die gröbere Bezeichnung „Mezcal“ zurück, selbst wenn sie produktionstechnisch und aromatisch sehr ähnlich zu Tequila sind.

Miel de Terra Mezcal Reposado

Der unterjährig gereifte Mezcal hat etwas Farbe angenommen im Vergleich zu seinem ungereiften Verwandten, dem Miel de Tierra Mezcal Joven, den ich neulich besprochen hatte, aber nicht so sehr, dass es einem auf den ersten Blick direkt anspringt. Im Glas ist nur leichte Öligkeit erkennbar, eine Kante bleibt beim Schwenken, aus der die Beinchen langsam ablaufen.

Das Ausgangsmaterial für diesen Mezcal ist die blaue Weber-Agave – daher sind sensorische Ähnlichkeiten zu Tequila kein Wunder (der ja ausschließlich aus dieser Agavenart hergestellt werden darf). Erdig, mineralisch, deutliche Agavenwürze, mildsüßlich, leicht fruchtig. Leichte Vanillenoten aus der Eichenholzfassreifung. Ein paar Alkoholspitzen, bei einer handwerklichen Spirituose mit 40% eher überraschend. Im Mund beginnt der Reposado süß, weich, erkennbar agavig. Im Verlauf nimmt er an Würze zu, wird pfeffrig, heiß, ohne den errochenen Alkohol dabei aber in den Vordergrund zu stellen. Insgesamt bleibt er aromatisch dezent, und während er eine fette, voluminöse Breite aufweist, fehlt es ihm an Tiefe und Ausdauer. Der Abgang ist daher eher kurz, sehr warm, bittersüß und voll, aber gleichzeitig irgendwie flach und nur vom Effekt am Gaumen, der eine ganze Weile nachglüht. Schöne, sehr blumige Jasminnoten hängen dabei am Ende lange im Raum. Insgesamt sehr angenehm trinkbar und rund, ohne in eine Richtung auszubrechen. Gerade der Jasmin am Ende ist dann aber superattraktiv.

Mir als Tequilaliebhaber kommt diese Art von Mezcal natürlich sehr entgegen, und sie zeigt letztlich, dass die namentliche Trennung dieser Spirituosen eine doch etwas willkürliche ist. Ich will diesbezüglich aber dennoch hoffen, dass Mezcal den Knall gehört hat, den die beinahe totale Industrialisierung von Tequila ertönen hat lassen – und es anders macht.

Kapverden zu Hause – M&G Rhum du Cap-Vert Grogue Velha

Literatur inspiriert. Daran besteht kein Zweifel, auch wenn es manchmal „nur“ recht banale Anreize sind, sich mit einer neuen, noch wenig bekannten Spirituosengattung auseinanderzusetzen. Die chinesische Literatur hatte mich zum Beispiel dazu gebracht, meine komplizierte Liebesgeschichte zu Baijiu zu beginnen; und Luca Garganos Buch „Nomade tra i barili“ drängte mich geradezu dazu, mit seiner poetischen Sprache und Lust aufs Fremde mich selbst als Armchair Explorer aufzumachen, eine Spezialität der Kapverdischen Inseln kennenzulernen: Den Grogue. Gargano schwärmt so begeistert über die native Spirituose dieser Inseln, dass mir der Zuckerrohrbrand nicht mehr aus dem Kopf ging.

Eine Flasche des M&G Rhum du Cap-Vert Grogue Velha ist nun also mein erster Kontakt mit Grogue. Letztlich ist das ein Rum aus Zuckerrohrsaft, der schon seit es Zuckerrohr auf den Kapverden gibt dort gebrannt wird. Eine traditionelle Spirituose also – was nicht heißt, dass es nicht auch Destillier-Neueinsteiger gibt, wie man an der Firma Música e Grogue sieht, die erst 2017 gegründet wurde. Die allgemeinen Grundlagen für Grogue sind  dieselben wie für praktisch alle Zuckerrohrsaftspirituosen – das lokale Zuckerrohr wird geerntet, innerhalb kürzester Zeit gepresst und der Saft dann fermentiert. Für den M&G Grogue Velha wurde so ein Zuckerrohrwein aus den Sorten cana prêta und cana riscada hergestellt und 2017 destilliert und dann für 14 Monate in den Weinkellern des Brenners in Tarrafal de Monte Trigo auf der Insel Santo Antão in Eichenfässern gelagert, die zuvor französischen Wein aus Gaillac enthalten hatten. Man darf sich hier keinen industriellen Hersteller vorstellen, ganz im Gegenteil – nur 604 Flaschen ergab diese Reihe, denn der allermeiste Grogue auf den Kapverden wird ungereift konsumiert. Eine der raren Flaschen habe ich mir also gesichert, schauen wir mal, wie sich der kapverdische Brand im Glas schlägt. 

M&G Rhum du Cap-Vert Grogue Velha

Der erste Eindruck ist überraschend – eine Mischung aus Portwein und mildem Essig, hätte ich gesagt. Dazu kommt eine gewisse Lacknote, und etwas Zitrusfrucht, Orange vielleicht, und erkennbare Ester. Kräuter sind da, eine Idee von Kerbel, und auch Gewürze, Kardamom vor allem. Eine süßlich-blumige Kopfnote schwebt über allem, mit etwas Vanille. Sehr interessant, und ungewohnt.

Weich und mild im Antrunk, süß, schokoladig, mildfruchtig. Schnell kommt aber eine pikante Würze dazu, Kardamom und Kerbel und sogar ein Anflug von Kümmel drücken nach oben, Zuckerrohrsaft und dunkler Kandiszucker unterstützen nun. Das Mundgefühl wechselt zu trocken, eine deutliche Bittere entsteht, Säure explodiert plötzlich und buttert die Süße unter. Eine sehr attraktive Mineralität entsteht, eine Erinnerung an Aquariumkies, Grasigkeit, dazu eine gewisse Salzigkeit und Pfeffrigkeit; eine tolle Vielschichtigkeit. Dabei bleibt der Grogue Velha klar und sauber, helltönig, Holzreifungsnoten sind nur vorsichtig da, Vanille hauptsächlich. 44% Alkoholgehalt geben Kraft, sind aber höchstens durch leichtes Prickeln spürbar. Eine selbst durchgeführte Zusatzmessung hat 0g/L ergeben.

M&G Rhum du Cap-Vert Grogue Velha Glas

Der Abgang ist süßbitter, dabei knackig trocken und nun doch sehr holzig und grün, ohne allzu astringierend zu werden. Der Nachhall ist sehr fruchtig, Johannis- und Brombeeren, Zuckerrohrsaft wird nun sehr prägnant, und hängt auch eine ganze Weile am Gaumen nach; in dieser Phase ähnelt der Grogue einer Cachaça sehr. Mit einem sehr kühlenden Rosenklang als Nachhall endet der Grogue erst sehr spät.

Ich empfinde das Gesamtbild als aufregend – ungewohnt, charaktervoll, einzigartig, komplex. Die naheliegende Verwandschaft zu Cachaça spürt man, sehr viel mehr als zu rhum agricole beispielsweise, dennoch wirkt der M&G Grogue Velha eigenständig genug. Das trinkt sich gut, ohne Anbiederung, für manche ist es allerdings wahrscheinlich etwas zu wild und zu kräuterig in der Komposition. Wer ungewöhnliche, neue Eindrücke bei Spirituosen mag, sollte aber auf jeden Fall einen Blick riskieren.

Als Rezept habe ich mir gedacht, dass ich ein Cachaça-Rezept adaptiere. Der Dummy Run ist ursprünglich für ungereifte Cachaça gedacht, der M&G Grogue Velha passt für mich persönlich noch besser dazu; Bananenlikör und Amaro geben Körper, der Rum die Würze für diese ungewöhnliche, aber extrem unterhaltsame Mischung – das ist ein Drink, von dem man gern direkt einen zweiten will.

Dummy Run Cocktail


Dummy Run
2 oz Cachaça (oder hier: Grogue Velha)
¾ oz Crème de Banane
½ oz Fernet
Auf Eis rühren.

[Rezept nach Chaim Dauermann]


Die Flasche selbst ist unauffällig, das Etikett professionell, wenn auch etwas einfallslos gestaltet – aber was die Informationspolitik angeht, richtet man sich bei M&G offensichtlich eher an Transparenz aus, als an Geheimniskrämerei, was ich sehr gut finde – die Website des Herstellers bietet viele Informationen und Bilder der örtlichen Herstellung.

In Deutschland ist dieser Zuckerrohrsaftbrand aktuell noch nicht zu bekommen, ich habe ihn mir also aus Frankreich importiert. 40€ pro Dreiviertelliter ist nicht billig, aber für meinen persönlichen Geschmack für eine so interessante Spirituose angemessen, insbesondere, da sie laut eigener Aussage auf dem Rücketikett auch noch „fair“ hergestellt wird. Auch wird das Zuckerrohr ohne Dünger oder Pestizide angebaut. Dass man dabei für diese Nischenspirituose im Moment noch ordentlich drauflegt für den Export und die internationale Vermarktung, sieht man, wenn man Preise für Grogue vor Ort vergleicht; doch man muss als Spirituosenfreund immer bereit sein, finde ich, ein paar Euro extra zu zahlen, um Tradition und Handwerk in den Herkunftsländern zu unterstützen, wenn das auch nur ansatzweise geht.

Ich bin jedenfalls angefixt, habe noch ein Sample eines anderen, ungereiften Grogues zur Verkostung bereit, und eine Bestellung zweier weiterer Grogues direkt von den Kapverden ist auch schon am Laufen. Natürlich folgen dann entsprechende Artikel in Kürze!

Bier am Freitag – Lindemans Gueuze Lambic Beer

Belgisches Bier – ich liebe es. Sauerbier – ich liebe es. Belgisches Sauerbier? Uff, ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll. Lindemans Gueuze Lambic Beer hat also theoretisch schonmal alles, was der Bierfreund mit Neigung zur Säure sich wünschen kann. Hergestellt mittels Spontangärung und eingestellt auf 5,0% Alkoholgehalt beginnt die Vorfreude schon beim Eingießen, doch werfen wir erstmal einen Blick aufs Etikett. Die Zutatenliste enthält den für den RHGler Erschreckendes – Kandiszucker und Ascorbinsäure. Ersteres ist natürlich für die Flaschengärung ein wichtiges und natürliches Mittel; zweiteres dient der Stabilisierung und Verhinderung der Oxidation, ist für ein länger haltbares Bier zur Konservierung der Aromen nützlich – hier stimme ich allerdings dem Kritiker zu, dass ich mein Bier lieber ohne habe.

Lindemans Gueuze Lambic Beer

Auch wenn es filtriert ist, hat das Bier dennoch eine erkennbare, leichte Trübung. Diese betont das tolle, leuchtende Kupfer jedoch nur weiter; auch, dass zu keinem Zeitpunkt auch nur der Anflug von Schaum vorhanden ist, unterstützt das. Dabei findet sich eine erkennbare Perlage, nur bleibt eben nichts liegen. Der Geruch ist sehr typisch für ein Sauerbier dieser Art – Sekt, milder Essig, grüner Apfel. Hier kommt etwas malziges, holziges dazu: das Bier wurde auf Basis eines auf Eiche gereiften, einjährigen Lambics hergestellt, und das ist erkennbar in der Nase. Limettenschale, Grapefruit, insgesamt ein sehr heller, zitronig-frischer Duft.

Auch im Mund geht das nahtlos so weiter: Grapefruit, Limettensaft, Limettenschale. Die saure Frucht wandelt sich im Verlauf zu einer weinessigeren Säure, die von einer würzigen Süße unterlegt ist. Das sorgt für Körper und Komplexität, und macht das ganze verdammt süffig. Die Rezenz kommt zusätzlich über die gute Karbonisierung, dabei ist aber ein zwar frisches, aber doch irgendwie vollmundiges Mundgefühl vorhanden. Der Abgang ist mittellang, deutlich holzig und würzig. Sehr adstringierend und langanhaltend erfrischend. Am Ende bleibt eine starke Grapefruit-Bittere als Eindruck zurück.

Das Lindemans Gueuze Lambic Beer ist ein tolles Bier, trinkt sich herrlich, ist erfrischend und leicht. Ideal für den Sommer, oder zum Essen. Ich jedenfalls lege mir noch ein paar der knuffigen Viertelliter-Fläschchen in den Kühlschrank.

You better not leave that Whiskey alone – Redbreast Single Pot Still Irish Whiskey Aged 12 Years Cask Strength 57.4%

Man steht als Spirituosenfreund, und ganz besonders als Spirituosenblogger, schnell als Alki da, wenn man Leuten davon erzählt. Doch in Wahrheit ist es andersrum – der Alkoholkonsum wird, wenn man sich mit dem Trinken tatsächlich etwas ernster auseinandersetzt, sogar eher reduziert, denn man trinkt nicht mehr wahllos, sondern zielgerichtet, und mindestens mir geht es so, dass ich lieber verzichte, als schlechten Schnaps zu trinken. Man tendiert auch leider irgendwie dazu, viel zu viel zu analysieren, statt zu genießen – 科学饮酒, „wissenschaftliches Trinken von Alkoholischem“, wurde das auf einer Folie eines chinesischen Kollegen genannt, von der ich einen Schnappschuss während meines Aufenthalts bei Spirits Selection 2019 in Lüliang, China, machte. Der Begriff faszinierte mich, und ich eigne ihn mir offiziell an, auch wenn es sich wahrscheinlich einfach nur um eine missglückte Übersetzung handelt – es ist wohl die wissenschaftliche Basis des gesundheitlichen Aspekts von Alkoholkonsum gemeint.

Spirits Selection 2019 - Scientific Drinking

Widmen wir uns nun, natürlich aus rein wissenschaftlichem Interesse, einer Spirituose aus Irland mit einem sehr langen Namen – Redbreast Single Pot Still Irish Whiskey Aged 12 Years Cask Strength 57.4%. Aus gegebenem Anlass wiederhole ich mich meine Aussage, dass ich außer bei direkten Namensreferenzen grundsätzlich „Whisky“ schreibe, um mich dem Kaspertheater des dramatisch umkämpften „e“s zu entziehen. Trotz meiner Weigerung, diese irisch-amerikanische Sonderlocke zu berücksichtigen, steht dieser Whisky dennoch in echter irischer Tradition: Er ist ein Single Pot Still-Whisky, der aus einer Mischung von gemälzter und ungemälzter Gerste dreifach destilliert wurde, insgesamt eine sehr spezielle Produktionsweise, nur in Irland zu finden. Danach verlassen wir die Besonderheiten der grünen Insel – 12 Jahre Reifung in für diesen Zweck international üblichen Eichefässern fanden danach statt. Und zu guter letzt wurde hier keine Herabsetzung auf eine übliche Trinkstärke vorgenommen, sondern der Whisky mit Fassstärke abgefüllt. Nun ist genug der linguistisch-wissenschaftlichen Seite dieses Brands gewidmet worden, gehen wir ins Glas.

Redbreast Single Pot Still Irish Whiskey Aged 12 Years Cask Strength 57.4%

Betrachten wir diesen Whisky zunächst unverdünnt. Sehr kräftiges, wirklich leuchtendes Kupfer, mit vielen hellorangenen Reflexschichten. Deutlich ölig und schwer. Viele lange, sich langsam bewegende Beine am Glas. Geruch: Getreide, Malz, Datteln, holzig-staubig, irgendwie erinnernd an den Holzzuschnittraum im Baumarkt, mit milden Vanille- und Pfirsichnoten. dunkel und verführerisch. Mit etwas Wasser nimmt die getreidige Komponente zu, die Frucht lässt nach.

Der Redbreast ist weich und ölig im Mundgefühl, im Geschmack dicht, süß, leicht phenolisch oder iodisch, mildfruchtig, mehr als nur Anflüge von Sahnekaramell, trotz der 57,4% Alkoholgehalt auch unverdünnt praktisch nicht alkoholisch. Sehr breit, aber nur wenig tief. Mit etwas Wasser verdreifacht sich der Redbreast gefühlt im Mund, nimmt in jeder Dimension zu – ein Whisky, der wirklich davon profitiert, mit etwas Wasser geöffnet zu werden, denn von „verdünnen“ kann man hier keineswegs sprechen, im Gegenteil. Es entstehen blumige Komponenten, die Tiefe wird ausgebaut, alles, was vorher da war, wird deutlicher und prägnanter. Im Abgang finde ich den Whisky kurz, pfeffrig, ingwerscharf und gleichzeitig auch voller Ingwergeschmäckern, salzig, dann aber wieder süß und karamellig, und wieder zurück, ständig im Wechsel – ganz am Ende sogar etwas karottig, wie ein guter Bourbon.

Redbreast Single Pot Still Irish Whiskey Aged 12 Years Cask Strength 57.4% Glas

Ein sehr angenehmer Whisky mit viel Kraft, die aber nicht protzend vorgeführt wird, sondern leise und still, eigentlich so gar nicht die irische Art. Weich und rund, sehr gut ausbalanciert, mit Charakter, aber ohne anzuecken. Wem die schottischen Single Malts zu medizinisch sind, und die amerikanischen Bourbons zu süßvanillig, der sollte sich mal diesen Iren anschauen – ein idealer Zwischenweg, ohne dabei aber Kompromisse einzugehen.

Für einen Whiskey Rickey ist es unabdinglich, einen starkaromatischen Brand zu finden, der nicht durch die „Verdünnung“ mit dem Filler untergeht. Gerade, weil Sprudelwasser aromatisch eher mäßig spannend ist. Der Redbreast in Cask Strength bietet hier genau das, was dieser Drink braucht – und wer sich bisher ob der scheinbaren Langweile eines Rickeys eher müde abgewendet hat, sollte diesen wuchtigen Iren mal in diesem Rezept ausprobieren. Da ist nichts mehr langweilig.

Whiskey Rickey


Whiskey Rickey
½ Limette in ein Glas mit viel Eis ausdrücken
1½ oz Whiskey (z.B. Redbreast Irish Whiskey 12 Years Cask Strength)
…mit Sprudel auffüllen


Die Flasche selbst ist bauchig, ansonst eher unauffällig, mit einem sehr klassisch gestalteten Etikett. Geliefert wird sie in einem identisch aufgemachten Geschenkkarton. Man sieht an derartigen Produkten, dass es nicht immer wirklich protzig zugehen muss, und der Inhalt dennoch voll und ganz überzeugen kann. Ich persönlich bleibe, ehrlich gesagt, sehr gern mit den Augen an üppigen, übertriebenen Flaschendesigns hängen, doch dieser Effekt nutzt sich so schnell ab, dass es mir trotzdem lieber ist, wenn der Hersteller dieses Geld stattdessen ins Produkt steckt. Wie es beim Redbreast Irish Whiskey 12 Years Cask Strength jedenfalls passiert ist.

Kurz und bündig – Koukoudo Liqueur Mastic

Mitbringsel von Kreta – das gute, auf einer typischen Ferieninsel Urlaub zu machen ist, dass viele lokale Spirituosen in kleinen Größen leicht verfügbar sind. Mein letzter Aufenthalt auf der Insel meiner Träume ist nun schon eine Weile her, aber ich habe mir genug kretischen Tsikoudia, Raki, Rakomelo und auch Mastiha mitgebracht, um diese Lücke solange zu füllen, bis ich wieder dort sein kann. Ein kleines Fläschchen mit einem sehr hübschen Design konnte ich in einem kleinen Laden einfach nicht stehen lassen – der Koukoudo Liqueur Mastic wird auf Chios aus Mastixharz hergestellt und mit 25% Alkoholgehalt abgefüllt. Jetzt landet er bei mir im Glas.

Koukoudo Mastic Liqueur

Farblich völlig klar. Im Glas bewegt sich der Koukoudo, wie man es sich von einem Likör erwartet – schwer und viskos. Beinchen bilden sich, und manche davon bleiben fast am Glasrand stehen. Rauchig, herbal, harzig in der Nase. Sehr charakteristisch, es gibt manche Spirituosen, die erkennt man ohne jeden Zweifel sofort, Mastiha ist eine davon. Leichte Vodkanoten. Kräuterig und sehr pflanzlich.

Supersüß und zuckrig im Antrunk, die Süße bleibt auch bis zum letzten Schluss dominierend. Richtig harzig und damit sehr typisch für die Gattung. Milde Frische kommt durch Zitrusnoten. Etwas Plastik. Der Abgang ist mittellang, sehr pappig, auch hier wieder beherrscht das Harz das Bild. Leichte Rauchigkeit.

Ein schöner Likör, den man allerdings für meinen Geschmack nur auf Eis oder als Cocktailzutat wirklich genießen kann – in Zimmertemperatur ist die Süße einfach viel zu klebrig und drönend. Zumindest hier in Deutschland, der Grieche sieht das vor Ort vielleicht anders. Unabhängig davon mag ich Mastiha als Kategorie sehr, und Koukoudo Liqueur Mastic braucht sich nicht vor anderen Mastihas zu verstecken.

Karibische Gesetze – The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask

Das Problem von Rum ist, dass er keine Regeln hat, nicht so wie Whisky. Diesen Satz hört man hin und wieder, und mancher mag denken, ja, das verstehe ich, man sieht ja all die seltsamen Praktiken der Rumherstellung. Auch wenn der Satz erstmal plausibel klingt, so stimmt er natürlich nicht. Es gibt keine globalen Regeln für Rum, das ist wahr – aber die gibt es für „Whisky“ auch nicht. Scotch hat Regeln in Schottland. Bourbon hat Regeln in den USA. Und ebenso hat Rum in den Ländern, in denen er hergestellt wird, Regeln. Die bekanntesten sind wahrscheinlich der Verbot von Zusätzen auf Barbados und Jamaica, der CARICOM-Standard oder die Alterungsregeln für kubanischen Rum. Im Gegensatz zu den schottischen oder amerikanischen Regeln werden diese jedoch bei uns nicht im Zuge der Rechtshilfe mit durchgesetzt – wahrscheinlich ist es das, was die Sprecher des obigen Satzes in Wahrheit sagen wollen.

Doch auch Länder, wo man sonst eher nicht damit rechnet, haben dedizierte Rumgesetze – zum Beispiel die Dominikanische Republik, aus der das Destillat des heute hier vorgestellten The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask stammt. In der EU und den USA muss bei einem Blend der jüngste Bestandteil angegeben werden. In der Dominikanischen Republik ist das anders, dort gilt scheinbar (meine Quelle muss noch verifiziert werden), dass bei einem Blend nur über die Hälfte des verwendeten Destillats mindestens das Alter haben muss, das auf dem Etikett angegeben ist – der Rest muss wenigstens durchschnittlich das Alter haben. Eine gewisse Aufweichung, die wahrscheinlich der dort oft eingesetzten Pseudosolera-Methodik Rechnung tragen soll. Grundsätzlich ist solchen schwummrigen Altersangaben natürlich zu misstrauen. Entsprechend ist das Alter auf diesem Rum hier zu lesen: „12 Jahre Solera“ in den Tropen. Spannend wird es nun, wie es weitergeht mit diesem Rum. The Rum Factory importiert ihn, und lässt in dann in der Tschechischen Republik noch 8 Monate in einem Ex-Cognac-Fass finishen. 2784 Flaschen erhält man am Ende im ersten Batch. Meine ist nun offen und ich probiere ihn.

The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask

Helles Bernstein sehen wir schon in der Flasche, im Glas wirkt der Rum noch heller und glitzernder. Er bewegt sich schwerer, als die helle Farbe zunächst vermuten lassen mag. Dabei hinterlässt er einen dicken Film an der Glaswand, in dem dicke Tropfen schnell ablaufen.

Die Nase ist eher zurückhaltend, Eindrücke von Toffee, milder Tropenfrucht wie Ananas und etwas Orange werden durch eine leicht würzige Süßholzspitze aufgehellt. Man muss etwas tiefer schnuppern als bei manch anderem Rum, aber die Belohnung ist es wert, die Aromen gehen gut zusammen, bilden ein wirklich hübsches Bouquet, nicht aufdringlich, aber ansprechend.

Ähnlich geht es auch im Mund weiter. Der Rum baut sich in einem tollen Bogen auf – zunächst ist da der zurückhaltende, süße Antrunk, der sich an die Geruchseindrücke anpasst. Milde Orange, etwas Toffee, geröstete Mandeln, Zuckerwatte und Wintergrünöl. Leichte Floralität. Je länger man ihn im Mund behält, um so würziger wird er, dazu kommt eine präsente, aber nie unangenehme Schärfe, die voller Pfeffer und Chili ist. 45% Alkoholgehalt sind ideal gewählt. Der Eindruck bleibt helltönig, doch Breite und Tiefe sind dennoch vorhanden. Bilder von jungem Cognac kommen auf.

The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask Glas

Der Abgang ist beinahe spektakulär – eine lang anhaltende Chili-Schärfe, die ich wirklich großartig finde, lässt den Rum dann doch mit dunklen Fruchttönen, sehr viel Holz und Vanille ausklingen. Dezente Trockenheit entsteht. Der Nachhall ist dafür recht kurz, nun wieder balanciert süßlich, und mit Eisenton, der in etwas Fruchtkaugummi übergeht.

Mir gefällt The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask außerordentlich gut. Er hat eine perfekte Balance, und ist dennoch in seinem Spannungsaufbau toll konstruiert. Eine selbst durchgeführte Zusatzmessung hat um die 10g/L ergeben – ja, man merkt etwas die Süßung, doch sie ist gelungen, nicht die natürlichen Aromen überwältigend. Das ist ingesamt sehr süffig und gefährlich einfach zu trinken. Der Charakteristik des Cognac Cask entsprechend darf er ruhig als gleichberechtigter Partner in einem Drink eingesetzt werden. Er gibt Rezepten wie dem Le Cannonier etwas Punch und Würze.

Le Canonnier N°2 Cocktail


Le Canonnier
1 oz gereifter Rum
1 oz süßer Wermut
1 oz Grand Marnier Cordon Rouge
Auf Eis shaken. Auf crushed ice servieren.

[Rezept nach Ulric Nijs]


Ich gebe zu, meine Meinung bisher zu Rums aus der Dominikanischen Republik war eher mäßig, ich hatte eigentlich nur Produkte, die übermäßig oder schlecht gesüßt waren, flach und inspiriationslos hergestellt. Das ändert sich nun mit dem The Rum Factory Double Cask Collection Cognac Cask – ich lasse mich davon überzeugen, dass das Land doch Rum kann, wenn es will. Es tut sehr gut, seine eigenen Vorurteile über Bord werfen zu können. Die Auswahl des Basisrums ist den Jungs und Mädels von The Rum Factory perfekt gelungen, und ich meine auch, dass die Cognacfassnachreifung sehr positive Effekte auf den Endgeschmack hat. Jedem, der ähnlich wie ich den Domreprum eher müde angelächelt hat, rate ich, das Experiment zu machen und diesen Rum hier auszuprobieren.

Offenlegung: Ich danke The Rum Factory für die kosten- und bedingungslose Zusendung einer Flasche dieses Rums.

Lichtet den Bieranker! Anchor Brewing Steam Beer, Liberty Ale und Porter

Ich habe vor einiger Zeit einige Artikel begonnen, die ich aus irgendwelchen Gründen nie veröffentlicht hatte – es kam immer was anderes, interessanteres dazwischen. Diese hole ich nun Stück für Stück aus der Versenkung, und zeige sie nun. Ich überarbeite sie teilweise, aber an den Fotos erkennt man, dass sie aus einer früheren Schaffensphase stammen; ich bitte, die Qualität der Fotos zu entschuldigen.

Ich habe ein schönes Poster im Büro hängen – The Periodic Table of Beer Styles. Das hilft mir immer, Bierstile, die ich nicht so wirklich gut kenne, einzuordnen. Und das Betrachten fördert auch Bierstile zu Tage, die ich noch nie probiert habe, zum Beispiel Element 63Steam Beer. Moderne Interpretationen dieses Stils nennt man auch California Common. Der Name „Dampfbier“ scheint daher zu stammen, dass das Abkühlen der fermentierenden Maische auf den kühlen Dächern der Brauereien stattfand und dadurch Dampfwolken erzeugt wurden. Sowas fasziniert mich natürlich, und als ich beim Schlendern durch einen Supermarkt mit guter Biertheke über ein Dampfbier stolperte, musste ich zuschlagen – und die anderen Produkte der Anchor Brewing Company, die daneben standen, wurden gleich mit erlegt.

Anchor Steam Beer FlascheAnchor Steam Beer Glas

Beginnen wir aber mit dem Anchor Steam Beer. Ein kräftiges Pariser Rot mit schönen orangenen Reflexen – das wirkt sehr dunkel für ein Lager. Kristallklar. Der Schaum ist schon Sekunden nach dem Eingießen auf einige Inseln reduziert; Perlage ist nur vereinzelt zu beobachten. Die Nase riecht Bitterhopfen und Hefe, dazu leichte Fruchtnoten im Hintergrund. Das ist lagertypisch und eher zurückhaltend. Geschmacklich wird das Anchor Steam Beer dann etwas mächtiger – malzig und karamellig, fruchtmarmeladig im Antrunk, schnell verschwinden aber die süßen Komponenten und machen einem milden, etwas bitteren Hopfenaroma Platz (Northern Brewer wird eingesetzt). Im Gegensatz zu so manchem Pils wirkt die Bittere aber nicht kantig, sondern weich und gut eingebunden ins Gesamtbild. Wie bei vielen Lagerbieren ist es nicht die Vielfalt an Aromen, die ein solches Bier auszeichnen, sondern das Mundgefühl und die Frische; beides ist beim Anchor Steam Beer hervorragend dazu geeignet, den Trinker dazu zu nötigen, erst mehrere Schlucke, dann vielleicht sogar noch ein zweites Fläschchen davon zu nehmen. Der Abgang ist lang und mildherb, leicht nussig: Sehr gelungen. Aromatisch dichter als bei vielen anderen Lagerbieren, aber dennoch herrlich leicht und rezent – 4.9% Alkoholgehalt passen ins Bild.

Anchor Brewing Liberty Ale FlascheAnchor Brewing Liberty Ale Glas

Das Liberty Ale sieht deutlich anders aus – heller Bernstein, feiner Schaum, für ein Ale überraschend viel davon sogar. Schöne Perlage. Leicht fruchtiger Mandarinengeruch, mit einer deutlichen Hefekomponente. Das Ale ist von Anfang an sehr bitter im Mund, vom Gefühl und Geschmack her sehr ist da sehr deutlich Grapefruit. Passend dazu kräftige Säure. Das samtige Mundgefühl passt irgendwie nicht ganz so zum doch recht dünnen Körper. Dafür ist das Liberty Ale Rezent und erfrischend, wenn man mit der knackigen Bittere umgehen kann. Der mittellange Abgang lässt die Grapefruit am Gaumen bleiben, und adstringierende Effekte ebenso. Ich hätte gesagt, wenn ich es nicht besser wüsste, dass das hier ein Grapefruitsaft-Bier-Radler ist. 5,9% Alkoholgehalt widersprechen dem natürlich aufs Entschlossenste.

Anchor Brewing Porter FlascheAnchor Brewing Porter Glas

Man erlebt ja so einiges, wenn man eine Flasche öffnet, auf der „Porter“ steht. Gottseidank halten sich Anchor an den definierten Stil – völlig blickdicht, schwarz wie die Nacht, mit feiner, dicker beiger Crema. In der Nase wirkt das Anchor Porter säuerlich und metallisch, leicht nach schwarzem Kakao und Heu. Im Mund kommt eine milde Süße zwar zum Vorschein, diese ist aber im Hintergrund. Vorne ist Säure, extreme Bitterkeit, schwarze Schokolade und eine heuig-grasige Komponente. Viel dunkles Malz sorgt dafür, dass der Biercharakter dabei nicht verloren geht; eine sehr angenehme Rezenz für eine für viele bei einem so dunklen Bier vielleicht überraschenden Erfrischung. 5,6% Alkoholgehalt fallen nicht gesondert auf. Der Abgang ist dann wie eine Tasse Espresso ohne Zucker – Kaffee, Röstaromen, sehr bitter und trocken. Der Abgang selbst ist lang und stark, von Zunge bis tief in den Rachen bleiben Nachwirkungen. Ein wirklich wuchtiges Bier, bis zum Schluss. Mir als Porterfreund gefällt das sehr, auch wenn es schon eher ein recht deftiger Vertreter seiner Gattung ist.

Hin und wieder sieht man ein Cocktailrezept, das man meint, auf die sich aktuell im Glas befindliche Zutat anwenden zu können. Ab und zu passiert es, dass es dann doch nicht so wirklich harmonisiert, dass das Ergebnis etwas langweilig ist, oder unrund. Hier und da klappt es aber perfekt, und darüber berichte ich nun an dieser Stelle. Beim Liberty Ale dachte ich mir, dass das knackig-eckige Bier zum Ausgleich ein paar süßlichere Zutaten gut vertragen könnte – vielleicht mal den Harvey Alebanger ausprobieren? Und tatsächlich erreicht diese Bier-Saft-Likör-Kombination, kreiert in Anlehnung an den bekannten Harvey Wallbanger, ungeahnte Biercocktailhöhen.

Harvey Alebanger


Harvey Alebanger
1 oz Galliano l’Autentico
2 oz Orangensaft
6 oz Anchor Brewing Liberty Ale
In einem Bierglas voll Eis bauen und leicht umrühren.

[Rezept adaptiert nach einer Idee von Jacob Grier]


Für die knuffigen 355ml-Fläschchen legt man rund 3€ auf den Tisch, das kann man durchaus mal riskieren, einfach weil die Interpretationen der Bierstile sehr einprägsam und ohne Scheu durchgeführt sind. Mir gefallen diese Flaschen auch optisch sehr: das Design ist gelungen retro, mit einem verwaschenen Aquarell-Effekt in den Zeichnungen des Etiketts. Inzwischen sind sie nicht mehr in dem Getränkemarkt, in dem ich sie ursprünglich erworben hatte, erhältlich – sehe ich sie heute irgendwo, werde ich zumindest das Porter und das Steam Beer gewiss ohne viel zu überlegen wieder in den Einkaufswagen legen.

Exzellenzinitiative – Excellia Tequila Blanco, Reposado und Añejo

Wenn sich früher Europäer für außereuropäische Spirituosen zu interessieren begannen, waren das meist Großkonzerne, die einen möglichen Trend erkannten und sich ein paar Pfründe sichern wollten. Da ging es dann in der Regel nicht darum, Traditionen zu erhalten, mit den Brennern und Bauern fair zu handeln oder gar Qualität zu fördern – Quantität und der mögliche Gewinn standen im Vordergrund, und die aus dieser Einstellung gewonnenen Produkte tranken sich oft entsprechend. Viele Mixtos, Massen- und Pseudopremium-Tequilas, die wir heute in Europa kennen, entstanden dieser Bewegung, und damit wurde der Ruf des Tequila dauerhaft ruiniert.

Dass es auch Europäer gibt, die sich anders für den Tequila engagieren, zeigen Beispiele wie Calle 23, wo eine Französin in Mexiko einen großartigen Agavenbrand herstellt. Oder auch die Zusammenarbeit der Tequilakoryphäe Carlos Camarena mit den Franzosen Bruno de Reilhac und Jean-Sébastien Robicquet, die zusammen die Marke Excellia Tequila unter der NOM 1110 (früher 1139) gegründet haben. Da wird auf Details geachtet – die blauen Weber-Agaven dürfen schonmal 12 Jahre im Hochland (Los Altos) von Jalisco reifen. Gekocht werden sie in Backsteinöfen, zerkleinert mit einer Stahlmühle. Die Fermentationstanks sind aus Holz, und es wird in Kupferpotstills zweifach destilliert; für die Reifung, und das ist das Besondere dieser Marke, bringen die Franzosen die Fässer ihrer Heimat mit ins Spiel. Das Ergebnis dieser Mühen sind am Ende der Excellia Tequila Blanco, Reposado und Añejo. Taugt die frankomexikanische Kooperation was?

Excellia Tequila Blanco, Reposado und Añejo

Zu Beginn immer der Blanco. Bei vielen Spirituosenkategorien ist die un- oder nur minimal gereifte Variante entweder gar nicht groß erhältlich oder wird als minderwertig wahrgenommen. Bei Tequila ist das anders – der Blanco ist, zumindest für den Kenner, der wahre König des Agavenbrands. Der Excellia Blanco gibt sich keine Blöße, was die Farbe angeht – kristallklar, ohne Mängel. Dazu ein ansprechendes, lebendiges Schwenkverhalten mit langsam ablaufendem Ölfilm an der Glaswand. Die Nase ist herrlich mineralisch, erdig, voller Agavenfruchtigkeit, frisch und leicht, weist dabei aber auch eine bereits hier erkennbare Süße auf. Sehr vegetal, grün und dabei noch leicht blütig. Im Antrunk kommt direkt jene letzte Komponente nach vorne, unterstützt von viel Mineralität, Kiesigkeit. Vollsüß, dabei nie künstlich. Im Verlauf entsteht sehr langsam Würze, die Agavenkraft bildet sich aus und wird mildpfeffrig. Weich und sehr rund, dabei aber klar und rein, eine sehr gelungene Kombination, sie macht den Blanco wirklich elegant. Der Abgang ist salzig, umami, sehr mineralisch, voll und mittellang. Er geht am Ende sehr ins Jasminblühende, was dann auch den Nachhall sehr lange definiert. Eben das bleibt ohne Quatsch fast eine halbe Stunde noch am Gaumen hängen. Ein hervorragender Tequila, milder und runder als viele, sehr blumig, elegant und frisch, dabei aber nicht den Charakter vergessend.

Excellia Tequila Blanco

Für den Excellia Reposado kommen nun die angesprochenen französischen Fässer, die vorher Cognac und Sauternes enthalten hatten, zum Einsatz. Für 8 Monate liegt das Destillat darin und zieht etwas Farbe – nicht dramatisch, eine leichte Strohigkeit, erinnernd an Weißwein. Die dezente Viskosität des Blancos hat der leicht gereifte Bruder beibehalten. Ich hätte mich geärgert, wenn nicht auch die Blumigkeit noch erkennbar gewesen wäre – sie ist da, hier ergänzt und unterfüttert durch vanillige, zimtige Eichenholznoten. Und, vielleicht ist das auch nur Einbildung, auch tatsächlich süße Komponenten, die von den Vormietern der Fässer stammen könnten, Süßwein und Weinbrand. Es überlagert dabei aber nichts die Teile, die ich in einem Tequila, egal wie lange gereift, immer suche – die gekochte, fruchtige, mineralisch-erdige Agave. Im Mund fügt sich das alles dann zusammen, Zimtschärfe, Vanillewürze, natürliche Süße und die Floralität des Destillats. Es wirkt immer noch jung, grün und frisch, hat nur leichte Lagernoten. Mich stört etwas, dass ich ein paar seltsame Kaffirlimettenblättereindrücke vorfinde; während ich dieses Gewürz in Thaigerichten über alles liebe, irritiert es mich hier, denn es erzeugt einen gewissen Waschmittelgeschmack. Das Mundgefühl wechselt dramatisch von anfänglich sehr mildsüß zu sehr trockenbitter gegen Ende; der Abgang ist mittellang, sehr pfeffrig – deutlich mehr noch als der Blanco – und dann doch holzig. Insgesamt also ein ungewohnter Tequila Reposado, mit eigener Charakteristik – nicht hunderprozentig meins, aber interessant dennoch, weil eine Abwechslung und Demonstration, was die Fassvorbelegungswahl ausmacht.

Excellia Tequila Reposado

Zu guter letzt werfen wir noch einen Blick auf den Excellia Añejo. Dieselben Ex-Cognac– und Ex-Sauternes-Fässer werden für ihn verwendet, die Reifedauer hat sich allerdings auf 16 Monate verdoppelt. Farblich allerdings ist dieser Tequila nicht doppelt so dunkel wie sein Vorgänger – eine Stufe auf meinem Farbenrad würde ich zusätzlich veranschlagen, der Añejo wirkt optisch jedoch trotzdem deutlich wärmer. Auch für den Geruch kann man das so sagen, es gibt doch deutlich mehr vanillige süße Holznoten. Eine erkennbare milde Fruchtnote, in Richtung Mandarine, ist ebenfalls neu – hierfür kann man wahrscheinlich durchaus das Süßweinfass verantwortlich machen. Im Mund hat man dann auch entsprechend einen sehr aromatischen, süßfruchtigen, mildholzigen Brand mit Anklängen an Honig und Eiswein, der nicht sofort als Tequila mehr erkennbar ist; ein Problem, das ich mit beinahe allen Añejos habe. Das ändert nichts daran, dass diese Aromatik ausgesprochen ansprechend ist – die Fehlnote des Reposados ist hier vollständig weg. Im Verlauf baut sich Würze und Salzigkeit auf, und dann kommt auch noch gegen Ende gekochte Agave zum Vorschein. Der Nachhall ist wieder sehr blumig, das Jasmin ist sehr dominant und bleibt lange am Gaumen, mit etwas Holzwürze, Pfefferschärfe, einer sehr überraschenden Meerrettichnote und einem angenehmen Alkoholhauch. Unglaublich süffig und voll. Für mich einer der besten Añejos, die ich bisher im Glas hatte.

Excellia Tequila Añejo

Ich freue mich sehr, dass ich damals den Schritt getan habe, zu einer Bestellung einfach das Miniaturenset von Excellia beilegen zu lassen. Wir haben hier ganz tolle Tequilas, die sich hinter kaum einem anderen, den ich kenne, verstecken müssen und ihrem Namen wirklich alle Ehre machen; wer reinkosten will, sollte sich, sofern noch irgendwo erhältlich, wie ich dieses Set holen, da kann man das Geld echt viel schlechter ausgeben. Der Name Camarena enttäuscht einfach nie, und die beiden Herren aus Frankreich haben auch interessante Arbeit geleistet.

Tequila-Cocktails, da denkt jeder erstmal an die Margarita. Natürlich wäre jeder dieser Tequilas hier ein perfekter Kandidat dafür, doch ich will mal ein bisschen was Üppigeres empfehlen. Im Corallo verbinden sich Tequila, Kräuterlikör, Honig und Apfelbrand zu einem süßbitteren Schlürferlebnis, das ein Dessert ersetzen kann. Wer ein richtiges Süßmaul ist, nimmt statt des Reposados einfach noch zur Krönung den Añejo.

Corallo Cocktail


Corallo
1½ oz Tequila Reposado
1 oz Calvados
½ oz Bénédictine
½ oz Honig
1 Spritzer Orange bitters
Auf Eis shaken.

[Rezept nach Paige McCune]


Die drei 5cl-Miniaturen sind hübsch gestaltet, und in einem schönen, geschenktauglichen Karton verpackt. Die entsprechenden großen Flaschen sind in ihnen wunderbar nachgebildet. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eines Tages eine dieser Vollflaschen in meiner Hausbar landet, vor allem der herrlich blumige Blanco oder der süßaromatische Añejo – das einzige Problem dabei ist, dass aktuell so viele herausragende Tequilas nach Deutschland strömen. Es ist faszinierend, wie sich die Erhältlichkeit der Topqualitäten dieses wunderbaren Brands in den letzten Jahren verbessert hat, soweit, dass ich kaum hinterherkomme, mir den guten Stoff auch tatsächlich zuzulegen, schließlich ist das alles nur ein Hobby für mich. Aber das sind Luxusprobleme, über die ich mich eher freue; eine Exzellenzinitiative, die wirklich was gebracht hat.