Ab ins Holz – Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask

Viele Länder schützen ihr Kulturerbe. Gelebte Traditionen, die heute von Gruppen und Gemeinschaften praktiziert werden, sollen dadurch erhalten, fortgeführt und dynamisch weiterentwickelt werden können. In Deutschland kennen wir das gut, wir haben hier 126 Einträge in einem Register der UNESCO. Die Liste der Einträge in Haiti ist deutlich kleiner, doch es gibt sie: Die Herstellungsprozesse von regionalen, traditionellen Gerichten wie Dous Makos (einer haitianischen Süßspeise), Konparèt de Jérémie (einer Brotsorte), Lalo d’Artibonite und Soup Joumou sind darauf zu finden, aber auch kulturelle Besonderheiten wie der Karneval von Jacmel, typische Pappmaché-Masken, oder die haitianische Kampfkunst Jeu de Baton. Die neuesten Einträge in dieser Liste sind nun die „Technik der traditionellen Herstellung von haitianischem Clairin“ und jene von Rhum Barbancourt.

Clairin-Produktionsmethode als Kulturerbe in Haiti

Ich habe leider noch keine genaue Beschreibung gefunden, was hier genau geschützt wird (der Titel ist ja recht unscharf und weit gefasst), die entsprechenden Internetseiten der haitianischen Regierung und der durchführenden lokalen Organisationen sind noch nicht aktualisiert. Jedenfalls ist das ein wichtiger Schritt für den Schutz des kulturellen Erbes – man will ja nicht in die Tequila-Falle tappen und die Seele der Spirituose an die Großindustrie verlieren und sie später dann mühsam wieder zurückerkämpfen müssen.

Darum ist zunächst für mich unklar, inwieweit eine Fassreifung unter diese Schutzregelung fällt. Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Verwendung von exotischen Fässern darin geregelt wird. Denn auch wenn der typische Clairin ungereift konsumiert wird, gibt es immer mehr Experimente, auch fassgereifte Varianten anzubieten – wie der Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask. Hier wurde ein Brand der Distillerie Sajous für knapp über 3 Jahre in Fässer gelegt, die vorher Rum aus Guadeloupe enthielten. Anhand der Fassregistrierungsnummer #SJ17BI-3 erkennt man, dass es sich dabei um Rhum Agricole der Destillerie Bielle handelte. Wer schon Clairin probiert hat, weiß, dass es gerade die sehr fruchtigen, frischen Aromen sind, die man an ihm schätzt – werden sie durch die Fasslagerung plattgemacht, oder entsteht vielleicht etwas Neues?

Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask

Für gerade drei Jährchen hat der Stoff jedenfalls mal ordentlich Farbe aus dem Fass gezogen. Kräftig kupfern liegt er im Glas, zeigt sich schwer beim Schwenken und offenbart neben der leichten Öligkeit auch hübsche orangene Reflexe. Ein fetter Film bleibt bei dieser Prozedur an der Glaswand hängen, der recht träge abläuft. Man riecht hier schon, mit deutlichem Abstand zur Nase, dass hier ein sehr aromatischer Sprit vorhanden ist.

Man muss auch jene nicht wirklich tief ins Glas stecken, um Details wahrzunehmen – eine sherryartige Nussigkeit, viel bourbonähnliche Karotte, etwas Karamell und Vanille; es ist klar, dass das Fass neben der Farbe ähnlich deutlich Holzaromen übergeben hat. Dennoch ist der Clairin nicht untergegangen, nasses Heu und frisch gebrannte Maronen kommen dazu, unterbaut von einer sehr wirksamen, bunten Fruchtigkeit von Mandarinen, reifen Orangen und Kirschen. Eine erkennbare Frische in der Mischung aus Eukalyptus, Dill und einem Hauch Anis wehrt sich erfolgreich gegen die dunkleren Holztöne und bietet auch aromatisch einen spannenden Kontrapunkt. Tiefer schnuppern sollte man erst nach etwas Offenstehzeit, sonst zwickt einem der Alkoholgehalt von 54,6% doch etwas in die Nasenschleimhäute. Eine leicht iodische Komponente begleitet das. Ein hochspannendes, abwechslungsreiches und komplexes Bild, das uns der Clairin Ansyen von Michel Sajous hier offeriert.

Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask Glas

Der Antrunk ist erstaunlich süß und weich, würziger Kandiszucker schwingt mit. Eine extrem volle Textur legt sich auf Zunge und Gaumen, prickelt dabei etwas, bringt jede Geschmacksknospe zum Schwingen. Hier spürt man rein gar nichts mehr von dem Alkoholgehalt, eine würzige Umami-Wärme brummt leise vor sich hin mit fruchtigen Anklängen von Pfirsich und Honigmelone. Im Verlauf entwickelt sich dagegen prägnante Säure, die zusammen mit den grünen Eindrücken in Richtung Olive und Petersilie nun mehr die typische Aromatik des ursprünglichen Clairin hervorbringt – hier finde ich dann auch Pferdestall- und Umkleideraumaromen, leichte Bittere und sehr effektive Trockenheit, die nicht kratzt und sich mit der Süße integriert. Der Abgang ist sehr voll und rund, der Clairin Ansyen findet hier den Bogen zum Antrunk zurück. Am Ende klingen dann die kräuterigen Noten von Bambus, Koriander und Petersilie nach, kombiniert mit dem kühlen Hauch von Eukalyptus.

Ein äußerst komplexes Spiel aus Reifungs- und frischen Zuckerrohrsaftaromen, die sich gegenseitig nicht umwerfen, sondern gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Eine beeindruckende Wucht und Kraft, befeuert mit frischem Holz, klar geleitet und ohne Schwanken, der Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask ist wie eine Dampflokomotive auf einer geraden Strecke – da hat man wirklich was im Mund, wenn man das genießt.

Das Wortspiel in A Rhum with a Vieux ist, naja, mäßig witzig, finde ich, obwohl ich das Lied von Tony Carey wirklich sehr gern mag – der Drink selbst, eine Variation auf den klassischen Sazerac, passt aber irgendwie zur melancholischen Stimmung des Songs. Der Clairin gibt, statt einem Rhum Agricole eingesetzt, eine gewisse Heuigkeit dazu, und das schadet gar nicht. Ein atmosphärischer Song, ein atmosphärischer Drink. Vorsicht allerdings, zwei davon und man liegt unter dem Tisch. Mit entsprechender Aussicht.

A Rhum with a Vieux Cocktail


A Rhum with a Vieux
1 oz / 30ml leicht gereifter Rhum Agricole
1 oz / 30ml Cognac
¼ oz / 10ml gereifter Jamaica-Rum
¼ oz / 10ml Zuckersirup
4 Spritzer Peychaud’s Bitters
2 Spritzer Angostura Bitters
Auf Eis rühren. In ein mit Absinthe ausgesprühtes Glas abseihen.
[Rezept nach Jim Romdall]


Clairin in Europa, das ist aktuell eigentlich ausschließlich die „Spirit of Haiti“-Reihe, eng verknüpft mit dem italienischen Importeur LMDW & Velier. Auch dieser hier gehört dazu, leicht erkennbar an der gesamten Aufmachung, von der Flaschenform angefangen. Die Gruppe arbeitet stark dafür, Clairin auf der ganzen Welt bekannter zu machen; dazu gehören Events wie die Clairin World Championship, einem Cocktailwettbewerb, bei dem auf internationaler Ebene Bartender einen Drink mit Clairin vor eine Jury bringen – der Gewinner wird nach Haiti verschifft und darf dort eine spezielle Abfüllung der Marke mitverantworten. Für den Sajous Clairin Ansyen 37 Months Single Cask hatte Christian Puszies von der Bar Toddy Tapper in Köln die Ehre, das Fass für die Abfüllung auszuwählen, nachdem er 2019 das deutsche Finale des Wettbewerbs mit seinem „Lazy Sunset“ gewonnen hatte. So bindet man die Bars als Multiplikatoren mit ein, eine sehr clevere Aktion, finde ich – und Christian Puszies hatte ein wirklich gutes Händchen bei seiner Wahl, wovon wir alle nun profitieren.

Clairin Ansyen Single Cask #CARSA1 #CARSA4

Ich für meinen Teil lerne dadurch, dass Clairin auch gereift gut funktioniert. Ein paar andere gereifte Abfüllungen habe ich auch schon probiert, darunter die oben gezeigten 19 Monate alten Varianten, die in abgelegten Fässern aus der geschlossenen Brennerei Caroni auf Trinidad lagerten. Wer weiß, wie die Rumnerds auf Caroni abgehen, ahnt, dass hier allein durch diesen Namen ein „Will-Haben“-Verhalten ausgelöst wurde. Wobei man heutzutage ja alles mögliche in Caroni-Fässern reift, Bier, Orangenlikör, Tequila und so weiter, das hat für mich seinen Reiz verloren und ist mehr ein Marketinggimmick geworden.

Dennoch, unabhängig von meiner Luxusproduktsättigung, diese sind auch sehr süffig trinkbar und lohnenswerte Investitionen für Freunde des haitianischen Sprits, erreichen aber nicht ganz das hohe Niveau des hier besprochenen Sajous. Ich bin gespannt auf noch stärker gelagerte Varianten, vielleicht sogar im zweistelligen Altersbereich, und was dann mit dem Brand passiert. Clairin hat erst vor kurzem genug Aufmerksamkeit bekommen, um solche Experimente der Brenner für sie überhaupt zu einer Option zu machen; jetzt ist es aber wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis wir sie bekommen werden.

Bier am Freitag – Rügener Insel-Brauerei Rumble IPA

Direktverkauf „ab Hof“ ist eine gute Methode, die nicht unerheblichen Kosten der Zwischenhändler einzusparen. Gerade in Branchen, in denen die Gewinnmarge klein und der mengenmäßige Umsatz verhältnismäßig klein, kann sich das rentieren. Bei der Rügener Insel-Brauerei scheint man verstärkt genau diesen Weg gehen zu wollen, diverse Biere sind exklusiv im hauseigenen Shop des Brauers erhältlich, wie die neue, als „Limited Edition“ vermarktete IPA Expedition-Reihe mit hopfenlastigen Bieren. Das erste in dieser Reihe ist das Rügener Insel-Brauerei Rumble IPA. Dank meiner Freunde Kristin und Christopher von der Ostsee habe ich Flasche 01171 von 20000 erhalten – die aufgedruckte Flaschennummer macht die Limitierung glaubwürdig, und 20000 Flaschen sind bei Bier für eine größere, in ganz Deutschland verkaufende Brauerei ja wirklich nicht die Welt. Lohnt sich ein Einkauf auf der Insel?

Rügener Insel-Brauerei Rumble IPA

Farblich sehe ich eine Mischung aus Haselnuss und Terracotta, im Gegenlicht opalisiert das Bier mit seiner natürlichen Trübe hübsch. An der Glaswand steigen sehr viele winzige Perlchen in hoher Frequenz schnell auf, ein Schaum, der sich aus Bläschen vieler unterschiedlicher Größen zusammensetzt, bleibt lange erhalten (wie alle Biere dieser Brauerei setzt man auf Flaschenreifung). Im Geruch wurde der Stil des Westcoast Double IPA gut getroffen. Sehr zitruslastig, mit einem sauerfrischen Grapefruit- und Limettenanklang, knackige Kirschen frisch vom Baum, grüner Apfel, Cranberries und Johannisbeeren. Minimal findet sich eine malzige Süße darunter, aber eher als Unterlage denn als eigenständiger Geruch. Cascade, Mosaic, Citra, Centennial und Simcoe wurden teils mehrfach in unterschiedlichen Herstellungsphasen eingesetzt.

Ähnlich verhält es sich dann auch im Mund – der Antrunk ist noch mild, süßlich und zurückhaltend, mit vollem Mundgefühl, doch im Verlauf bildet sich schnell eine pikante und freche Bitterkeit heraus, die zusammen mit ausgeprägter Säure das Bier definiert. Grapefruitzeste, Limettenschale, Johannisbeeren; die explodierende Hopfenfrucht lässt sich kaum einfangen durch andere Aspekte. Ein Anflug von Lakritz kommt dazu, ohne eine gefühlte Dunkelheit einzubauen, das Bier ist von Anfang bis Ende sehr helltönig und sehr frisch. Die Rezenz, die man optisch schon erahnte, ist auch sensorisch sehr spürbar. 8,0% Alkoholgehalt machen sich erst nach dem Bier bemerkbar.

Rügener Insel-Brauerei Rumble IPA Glas

Der Abgang ist sauer, sehr bitter (60 IBU kann man einfach nicht übersehen), frisch und hell, mit einer ausgewogenen Trocken-Süß-Balance, die verhindert, dass das Bier kratzig wird, obwohl es wirklich knapp davor steht. Wie der Name verspricht, rumpelt es unschmeichlerisch den Rachen hinunter, da wird kein Kompromiss eingegangen. Lange klingen blumige Noten nach Jasmin nach. Noch nach vielen Minuten spürt man die Grapefruitbittere am Gaumen.

Kein einfaches Bier, da muss man den Stil schon mögen, sonst wird es einem sehr wild vorkommen. Wer aber Westcoast-IPAs mag, und mit der heftigen Bittere umgehen kann und will, der findet im Rumble IPA ein sehr ausdrucksstarkes Exemplar, der mir wieder deutlich macht, dass die Rügener Insel-Brauerei immer wieder herausragend demonstriert, wie deutsche Braukunst auch für uns vielleicht in der Breite der Biertrinkerschaft immer noch ungewohnte Stile mit viel Leben und Charakter füllen kann.

Babylon in Sachsen – Wilthener Cask Grande Brandy XO

Die Hardenberg-Wilthen Aktiengesellschaft ist der zweitgrößte Spirituosenhersteller in Deutschland. Die Unternehmensteile haben dabei eine entsprechend lange Tradition – im Jahr 1700 wurde die Kornbrennerei Hardenberg gegründet, die Wilthener Weinbrennerei geht auf 1842 zurück; diese beiden wurden nach der Wiedervereinigung zusammengeführt. Das Unternehmen war scheinbar schon früh daran interessiert, sich eigene Märkte zu finden; Matt Pietrek hatte neulich ein nettes Exzerpt aus dem The Louisiana Planter and Sugar Manufacturer gefunden, in dem eine Firma aus Wilthen, Sachsen, sich um das Jahr 1922 damit beschäftigt, Rum herzustellen, für den man kein Zuckerrohr braucht – um die Abhängigkeit für diese begehrte Spirituose zur Karibik aufzulösen: „Deutscher Rum“ sollte die Zukunft sein (nicht zu verwechseln mit Rumverschnitt).

The Louisiana Planter and Sugar Manufacturer, Volumes 68-69, 1922

Das Projekt setzte sich scheinbar nicht bis heute durch, die Wilthener stellen heute zumindest keinen Rum mehr her. Mehr zufällig hatte ich neulich in einem Supermarkt von dort ein Produkt aus einer anderen Kategorie gefunden, und mich trotz meines Schwurs, keine Spontankäufe mehr zu tätigen, dazu durchgerungen, den Wilthener Cask Grande Brandy XO mitzunehmen. Ich trinke in letzter Zeit überdurchschnittlich viel Weinbrand (also anteilig im Vergleich zu den anderen Spirituosengattungen, die meine Heimbar bevölkern), da dachte ich mir, schaden kann es nicht – insbesondere, da ich mit deutschem Weinbrand gemischte Erfahrungen gemacht hatte (hier und hier nachzulesen), und mein Bild diesbezüglich aufklären wollte. Der Cask Grande Brandy ist allerdings nur dahingehend ein deutsches Produkt, dass die Reifung und das Blending in der sächsischen Stadt Wilthen stattfindet; die Basisdestillate dafür sind in Frankreich in der Grande Champagne gebrannt worden – wir haben also einen Protocognac vor uns. Ich nehme die Abkürzung XO, also „extra old“, für bare Münze und gehe daher davon aus, dass der jüngste Brand in diesem Blend 10 Jahre alt ist. Der Hersteller spricht sogar von „decades old distillates“, das ist aber natürlich der älteste Teil.

Wilthener Cask Grande Brandy XO

Die Farbe im Endblend kann für mich jedenfalls schon 10 Jahre Mindestalter andeuten – das ist ein kräftiges, leuchtendes Terracotta-Orange mit attraktiver Strahlkraft sowohl in der Flasche als auch im Glas. Die Reifung fand in Fässern aus Limousin-Eiche statt, da hält man sich in Sachsen an das französische Vorbild. Die Viskosität ist auch ansprechend, da liegt ordentlich was im Glas, das man durchaus zur Bewegung drängen muss.

Die Nase ist sehr weinig, leichte Frucht in Richtung Aprikose und Zwetschge spielt mit, eine milde Nusskomponente, vielleicht Cashewkerne, gibt noch Struktur dazu. Ein Anflug von milder, süßlicher und blumiger Seifigkeit, gar nicht unangenehm. Etwas Schwefel, aber wirklich nur eine Idee, und leichte Buttrigkeit, erinnernd an Karamellbonbons und Shortbread, wechseln sich im Geruch ab. Ein insgesamt für mich sehr ansprechendes Bild, vielleicht etwas zwickend, wenn man zu tief schnuppern will, aber rein von der Aromatik her – ich bin sehr positiv überrascht.

Wilthener Cask Grande Brandy XO Glas

Eine extreme Flauschigkeit macht sich im Mund im Antrunk breit, das ist wirklich, als würde man geschmolzene Butter trinken. Schwere Fruchtsüße aus Aprikosen, Pflaumen und Datteln bildet sich darin ab, die Textur ist ölig und dicht, man kann praktisch auf dem Weinbrand herumkauen und -lutschen wie auf einem Marshmallow. Eine beeindruckende Breite, dazu eine etwas weniger präsente Tiefe, erzeugt ein sehr angenehmes Mundgefühl. Und das geht sehr lange so – erst ganz spät im Verlauf bildet sich etwas Würze heraus, die dann zum Schluss Tempo aufnimmt und in eine freche Pfeffrigkeit mündet, die Zunge und Gaumen kitzelt. Auf die 40% Alkoholgehalt würde ich persönlich, auch wenn ich sonst eher in der 45%-Mannschaft spiele, kein bisschen draufsetzen.

Der Abgang ist hauptsächlich von Effekten geprägt, die ölige Schicht auf der Zunge bleibt lange erhalten, und mit ihr auch der weiße Pfeffer, im Nachhall erblühen jedoch dazu recht unerwartet liebliche Rosenblätter und Jasmin, die sich aromatisch sehr attraktiv lange erhalten. Ein Anflug von Bittere und Säure lässt den Abgang dann auch etwas gegen die Dauersüße antreten und sorgt für einen rundum schönen Ausklang.

Ich gebe zu, ich bin sehr positiv überrascht von diesem fast schon likörhaften Weinbrand. Er trinkt sich ausgesprochen bequem, da ist nicht mal eine winzige Kante oder Ecke, von Anfang bis Ende genießt man hier ein ganz toll gestaltetes Lutschbonbon, das mir in seiner Wolldeckentextur und Schlussfloralität richtig viel Spaß macht.

Gerade dieser letzte Gedanke bringt mich dazu, einen einfachen Klassiker für den Cask Grande aus der Truhe zu holen. In meiner Cocktailliste finden sich zwei Drinks mit dem Namen French Connection; hier meine ich die bekannte Variante, die einfach nur aus Weinbrand und Amaretto besteht. Sicherlich eine süße Mischung – mit einem leichteren Amaretto wie zum Beispiel dem Adriatico Roasted Almonds wird das etwas abgemildert.

French Connection #1 Cocktail

French Connection #1
2 oz Cognac
1 oz Amaretto
Auf Eis rühren.

[Rezept nach unbekannt]


Eine nette Geschichte um das „große Fass“, das auf der Weltausstellung 1900 in Paris eine Goldmedaille erhalten hatte, wird als Namensinspiration für diesen Weinbrand erzählt. Sicherlich etwas, worauf man durchaus stolz sein darf, und wenn das Fass auch heute noch in Benutzung ist (in welcher Funktion auch immer, so detailliert ist die Story dann doch nicht), dann bin sogar ich geneigt, meine Skepsis gegenüber derartigen Marketinglegenden etwas zurückzuhalten.

Die Dekanterflasche mit Holzstopfen passt sehr gut zum Inhalt; das hübsch gestaltete Etikett wirkt irgendwie aber mit seinem blauweißen Schriftbild etwas griechisch auf mich, so rein von der Atmosphäre her. Auch die babylonische Sprachverwirrung des Etiketts missfällt mir etwas, diese doch sehr unnötige wilde Mischung aus englisch, französisch und deutsch hätte man sich sparen können. Mir ist klar, dass man gleichzeitig sowohl den internationalen Markt ansprechen (englisch), als auch den französischen Ursprung und eine qualitative Nähe zu Cognac implizieren will, das ganze untermauert mit deutscher Tradition – doch im Endeffekt erreicht man halt, dass der Konsument nicht so wirklich weiß, was er zu erwarten hat, wie es mir auch ging. Und das ist schade, denn der Cask Grande hat soviel zu bieten, dass er das alles nicht nötig hat.

Smoke am Freitag – Drew Estate Kentucky Fire Cured Muwat Chunky

Die Verwechslungsgefahr ist groß – ich dachte erst, der Südstaatencolonel hat neben panierten Hühnchen nun auch eine Zigarrenreihe herausgebracht. Doch der Tabak der Drew Estate Kentucky Fire Cured Muwat Chunky wird nicht frittiert, sondern geräuchert, die grundsätzliche BBQ-Richtung stimmt daher trotzdem. Der in der Einlage enthaltene Kentucky– und Virginia-Tabak erhält dieses Holzrauchverfahren, verbunden wird das mit ungeräuchertem nicaraguanischem Tabak, um das Brandverhalten zu verbessern. Ein San-Andrés-Deckblatt aus Mexiko verdeckt das alles dann, hergestellt komplett a mano. Diese Reihe ist natürlich in mehreren Größen erhältlich, ich mag meine Zigarren eher kompakt, darum habe ich mich zunächst für die Chunky entschieden – das ist letztlich ein Petit-Robusto-Format.

Die Farbe ist dunkelbraun bis torfbraun, sehr attraktiv und sauber gewickelt mit schöner Blattaderstruktur im Deckblatt. Sie gibt auf Druck gut nach, fühlt sich weich an. Eine passende, einfache Banderole, auch in Brauntönen gehalten, minimalistisch mit praktisch keinen dekorativen Elementen. Insgesamt wirkt die KFC Chunky dadurch sehr bodenständig, aber genau darin extrem hochwertig in der Optik.

Drew Estate Kentucky Fire Cured Muwat Chunky

Im kalten Zustand hat man tatsächlich sehr viel Räucherspeck und Röstmalz in der Nase, das ist für eine Zigarre ungewohnt. Kohle, Torf, feuchte Erde, aber auch eine leichte Pferdeschweiß- und Urinnote. Zünden wir sie an!

Der Zug ist gut, vielleicht einen Tick schwerer, als er sein müsste. Der Rauch ist dann aber direkt sehr aromatisch und voll, geröstete Nüsse, Kohlestaub, mit einem sehr süßen Unterbau, hier nun gar nicht mehr speckig. Herb, aber insgesamt vom Gesamteindruck trotzdem mild, bei eher mäßigem Rauchvolumen. An den Lippen bleibt deutlich ein süßbitterer Geschmack.

Im Verlauf wird die KFC Chunky weiter herber, noch würziger, pikanter, dunkler, ohne dabei aber je kratzig oder starkpfeffrig zu werden. Hier entwickelt sich auch das Rauchvolumen dann etwas zum Positiven.

Ein gerader Abbrand (bei meinem Exemplar mit deutlichen Ausreißern gegen Ende) sorgt für einen hübschen, stabilen Aschestand. Eine Dreiviertelstunde habe ich gemütlich daran geraucht.

Eine für meinen Geschmack sehr angenehme Zigarre, aromatisch eigentlich genau meins, nicht zu pfeffrig, aber vor allem nicht zu süß, und was mir besonders gefällt ist der unterhaltsame Spannungsbogen vom speckigen Geruch zum eher trockenen Geschmack. Der Zug ist etwas zu schwer, das ist der einzige Kritikpunkt, den ich habe – ich habe noch die Flying Pig aus der gleichen Serie im Humidor liegen, und die Chunky hat sich sicherlich einen festen Platz darin verdient.

Flüssige Kunst – Brennerei Guglhof Art & Spirits Rum Aged 8 Years

„Définition du regard artistique: voir les fauves cachés derrière les paravents banals.“ Der künstlerische Blick ist also laut Sylvain Tesson in seinem Buch „La panthère neige“, die Raubtiere zu sehen, die sich hinter dem Wandschirm verstecken. Oder, um den Gedanken aus der Metapher zu holen, das Spannende hinter der Fassade des Gewöhnlichen zu erkennen. Das gilt nicht nur für bildende Kunst, wie Malerei oder Fotografie, sondern für viele Bereiche des Lebens, darunter auch für traditionelles Handwerk, das zwar selbst kein Kunstwerk in klassischer Definition erschafft, aber doch den Anspruch hat, nicht nur das Bekannte wiederzukäuen. Nein, die langweilige einfarbige Fläche des Wandschirms, das kann jeder, in Massenproduktion hergestellt findet man das in Baumärkten. Das, was dahinter liegt, zunächst erst einmal zu sehen, und es dann auch für andere sichtbar zu machen – dazu gehört künstlerisches Verständnis; auch, wenn man Brände herstellt.

Entsprechend finde ich die Kombination „Kunst und Spirituosen“, die dem Brennerei Guglhof Art & Spirits Rum Aged 8 Years als Prämisse gegeben wird, gar nicht so weit hergeholt. Heute ist Rum aus Mitteleuropa kein aufsehenerregendes Ereignis mehr, viele Brenner der Region haben aktuell selbsthergestellten Rum verschiedenster Couleur im Portfolio. Dabei ist diese Art von europäischem Zuckerrohrbrand, wenn gut gemacht, etwas Eigenes, aus der Erfahrung des jahrhundertelangen Brennens von Obst Geborenes, das nicht danach trachtet, dem Konsumenten lediglich einen Ersatz für ein billig erhältliches Überseeprodukt anzubieten. Wer also mit dem Blick des Künstlers gerade auf ein weltweit schon lange bekanntes Basismaterial wie Zuckerrohr schaut, kann als Brennerei gewiss etwas erschaffen, das andere nicht zu bieten haben. Gelingt das der Familie Vogl vom Guglhof, der ältesten Brennerei Salzburgs?

Brennerei Guglhof Art & Spirits Rum Aged 8 Years

Gehämmertes Gold steht nach dem Eingießen im Glas, eine ehrliche Farbe für 8 Jahre Reifungszeit in Ex-Whisky-Fässern aus Limousin-Eiche. „Ohne Farbstoff“ findet man als Logo auf der Rückseite der Flasche, und auch im Werbe- und Pressematerial für die hochwertigen Obstbrände der Brennerei Guglhof ist der vollständige Verzicht auf Zusatzstoffe nach der Destillation ein durchgängiges Versprechen. Eine gewisse Öligkeit mit entsprechendem Beinchenablauf ist beim Schwenken spürbar.

Die Nase ist extrem fruchtig, da ist viel Steinobst, Aprikose, Süßkirsche, Nektarine, Zwetschge – insgesamt durchaus erstmal an einen gereiftern Obstler erinnernd. Die Reifungsnote ist Vanille und Zimt, begleitet von einer hübschen Gewürzaromatik, Nelken und Sternanis. Das schnuppert sich sehr angenehm, geht aber recht deutlich weg von dem, was der, der ausschließlich karibischen Rum kennt, in der Nase mit Rum assoziieren würde. Etwas Melasse (das Grundmaterial stammt aus Barbados) geht in einer Pflaumennote auf, das war es aber schon. Ein milder Alkoholhauch kitzelt, wenn man tief schnuppert.

Brennerei Guglhof Art & Spirits Rum Aged 8 Years Glas

Im Antrunk bin ich zunächst bass erstaunt, und reibe meine Augen, bevor ich nochmal das Rücketikett betrachte und die Aussage „ohne Zucker“ dort lese. Eine sehr kräftige, tiefe, schwere Süße belegt den Gaumen, und mit Tönen von Nougat, Marzipan und Datteln kommen auch dazu passende Aromen dazu. Kurz nach dem Antrunk entwickelt sich die Süße, bekommt eine würzige Beinote, hier schmeckt man dann auch, dass dies aus keiner künstlichen Zuckerung kommt. Pfirsiche und Aprikosen bleiben von der Nase erhalten, da ist etwas von gereiftem Pflaumenrakija, den ich in Bulgarien probiert hatte – natürlich sind die Brennanlagen und das Handwerk eines Obstbrenners in diesem Rum erkennbar, wie das oft spürbar ist bei Rum aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, von denen ich nun schon eine ganze Menge probiert habe. Habe ich einen Kritikpunkt? Auch wenn der volle Körper und die öligschwere Textur sich sehr angenehm präsentieren, so würde ein höherer Alkoholgehalt als die für moderne Verhältnisse mageren 40% sicherlich noch mehr Kraft und Fülle transportieren.

Der Abgang zeigt sich dann von der würzigeren Seite. Hier ist die Süße nur noch als Subtext vorhanden, eine milde Bittere gesellt sich zu einer pikanten, fast schon chilischarfen Würze, in der Kardamom und Menthol einen kühlenden Hauch miteinbringen. Ein leichter Blutton klingt mit der dezenten Anästhesie der Zunge und des oberen Gaumens nach, während im Rachen bis in den Magen Wärme verbleibt.

Die Verwendung von mehreren Säurequellen ist in modernen Cocktailzeiten nicht mal ungewöhnlich. Limette hat eine bitterere, Zitrone eine eher mildere, fruchtigere Säure. Will man ein bisschen von beidem, verwendet man eben einfach sowohl Limettensaft als auch Zitronensaft. Wie zu beobachten im Rust Belt – die Bedingung dafür ist allerdings schon ein aromatischer, voller Rum, wie der Guglhof ihn präsentiert, ansonsten geht das Ding nach hinten los.

Rust Belt Cocktail

Rust Belt
1½ oz / 45ml gereifter Rum
½ oz / 15ml Vanillelikör
½ oz / 15ml Zitronensaft
½ oz / 15ml Limettensaft
¼ oz / 10ml Orgeat
1 Eiweiß
Auf Eis shaken. Mit ein paar Spritzern Angostura dekorieren.

[Rezept nach John deBary]


Ich möchte hier noch weiter über Untertitel des Rums sprechen – Art & Spirits. Über letzteres in diesem Namen haben wir nun einiges gesagt, das erstere sollte aber auch in seiner optischen Form erwähnt werden. Das Etikett der Flasche zeigt ein Kunstwerk des Künstlers Peter Lochmann, der in Hallein, wo auch die Brennerei sitzt, lange gearbeitet hat. So ein expressives Werk wertet ein Etikett natürlich enorm auf, insbesondere, weil es sehr gelungen zusammen mit den textuellen Bestandteilen integriert wirkt. Da hat ein Designer richtig gute Arbeit geleistet. Da ich das ganze dann noch in einer hübschen Holzkassette mit Schloss erhalten habe, bringt noch kleine Extrapunkte, die ein Brand wie der Rum der Vogls aber im Endeffekt gar nicht nötig hat. Schön ist es trotzdem.

Worüber ich mich aber extrem gefreut habe, ist, dass in dem Set neben einem Single Malt Whisky auch noch die unverdünnte Variante des Rums enthalten war, in Fassstärke also, mit 56,8%, die in Limousineichenfässern lagerte. In modernen Rumzeiten sind 40% einfach zu dünn, um den verwöhnten Rumfreund überzeugen zu können – und hier, im direkten Vergleich, spürt man wirklich, dass das Destillat noch mehr kann als die Standardabfüllung rüberbringt. In Fassstärke explodiert der Rum geradezu im Mund, entwickelt eine ungeheure Strahlkraft und leuchtet so richtig. Alles, was ich über die Abfüllung in Trinkstärke gesagt habe, gilt für die unverdünnte Variante im Vielfachen – das ist das, was ich von einer Traditionsdestillerie erwarte, das ist nun wahrlich das Tesson’sche Raubtier hinter dem Wandschirm. Lieber Guglhof, lasst das mit der Herabsetzung auf 40%, oder gönnt dem Rum wenigstens 48%. Hier zeigt sich dann so richtig, dass Ihr in den vielen Jahren Eures Bestehens Euer Handwerk perfektioniert habt, selbst für so exotische Brände wie Rum. In dieser Form braucht sich Euer Rum dann hinter keinem Produkt aus der Karibik zu verstecken; das ist dann wirklich Kunst. Flüssige Kunst.

Offenlegung: Ich danke der Brennerei Guglhof für die Zusendung dieser Kassette mit ihren Produkten, die in keiner Form an Bedingungen geknüpft wurde.

Bier am Freitag – Berg 3-Korn-Hefeweizen

Neulich habe ich gelernt, dass man Dinkelmehlteig vorsichtiger behandeln muss als Weizenmehlteig, weil man ihn leicht überkneten kann und er dann wieder klebriger wird – rund ein Drittel der Proteine in Dinkel und Weizen unterscheiden sich nach einer Studie sogar signifikant, was dann nicht nur zu unterschiedlichem Verhalten beim Teigkneten führt, sondern auch in der Verträglichkeit. Mischteige sind daher das Mittel der Wahl! Ich weiß nicht, ob die Brauer der alten schwäbischen Brauerei Berg das auch im Sinn hatten, als sie für ihr Berg 3-Korn-Hefeweizen sich nicht auf eine Getreidesorte konzentrierten, sondern Gerste, Weizen und Dinkel (alle aus biologischem Anbau mit EU- und Bioland-Siegel) heranzogen. Statt es zu kneten, werde ich das Bier einfach trinken.

Berg 3-Korn-Hefeweizen

Sehr dunkel und haselnussbraun im Glas, zusammen mit der starken, aber noch nicht die Blickdichte erreichende Trübe ergibt das ein wuchtiges Bild – der Schaum entwickelt sich beim Eingießen stiltypisch sehr kräftig, und ist langlebig. Hübsch gemischtblasig mit einzelnen Großblasen in einer ansonsten sehr feinporigen Schaumcrema.

In der Nase wirkt das Bier zunächst etwas metallisch und erinnert an Stahlnägel aus der Werkstatt, leicht rostig, mit einer dunklen Malzbasis. Deutlich bananig, der eingesetzte Tettnanger Aromahopfen unterstützt, statt zu übernehmen.

Berg 3-Korn-Hefeweizen Flaschenbär

Ein sehr cremiges, süßes Mundgefühl beginnt den Antrunk, das auch im Verlauf beständig bei uns bleibt. Man hat da echt was im Mund, das Bier wirkt sehr breit, allerdings nur wenig tief. Die frische Rezenz und starke Karbonisierung halten es am Laufen, während die Aromatik sich breit macht; Banane und Malz, ohne dass eine spezielle Aromasorte sich nach vorne drängt. Eine schöne Büffelmozzarella-Säure schleicht sich ein, die gegen Ende das Bier dominiert, und mit leichter Adstringenz und vorsichtiger Trockenheit klingt es aus. Ein mittellanger Abgang mit schönen Getreidenachhall beendet das ganze schließlich. 5,1% Alkoholgehalt halte ich für ein Hefeweizen für sehr passend und gewohnt.

Das ist ein sehr süffiges Bier, aromatisch zwar zurückhaltend, aber dafür mit tollem, den ganzen Mund ausfüllendem Volumen – ich vermute durchaus, dass der Dinkel damit was zu tun hat, oder die Kombination aus Körnern. Das trinkt sich jedenfalls echt gut, ein Bier, das sicherlich öfters seinen Weg in mein Glas finden wird. Und mein Bruder trinkt es auch gern, er hat mir sogar das Teddybär-Foto zur Verfügung gestellt. Niemals würde ich meinem Bruder widersprechen!

Belgische Zitrone – Eau de Villée

Die 2020er-Auflage des Spirituosenwettbewerbs Spirits Selection by Concours Mondial de Bruxelles war eine seltsame. Es war geplant, dass sie in der kolumbianischen Hafenstadt Barranquilla stattfindet, entsprechend hatte ich mich schon auf meinen zweiten Südamerika-Trip gefreut – doch wir alle wissen, was dazwischen kam. Der Notbehelf war, den Wettbewerb in Brüssel stattfinden zu lassen, und so konzentrierte ich mich statt auf kolumbianischen Rum und Aguardiente eben auf belgische Spirituosen, von denen es ja auch zuhauf gibt. Und natürlich wurden erneut viele Masterclasses zu eben diesen dann abgehalten, und Vorträge aus erster Hand präsentiert – ein besonderes Interesse weckte bei mir der Vortrag von Christophe Mulatin, Produktionsmanager der Distillerie de Biercée, deren Hauptprodukt, der Zitronenlikör Eau de Villée, vielleicht eine der populärsten und verbreitetsten Spirituosen in ganz Belgien ist.

Im ganzen Stress hatte ich nach dem Wettbewerb vergessen, eine Flasche davon mitzunehmen – doch mein Freund Ulric Nijs hatte, als gestandener Belgier mit einem entsprechenden Vorrat dieses Likörs ausgestattet, mir danach auf kurzem Dienstweg, wie es ihn so wunderbar zwischen Spirituosenaficionados oft gibt, schnell ein Geschenk zukommen lassen. Das Eau de Villée trinkt man eisgekühlt, idealerweise legt man die Flasche dauerhaft ins Gefrierfach. Keine Angst, der Alkohol- und Zuckergehalt sorgen dafür, dass hier nichts durchgefriert und die Flasche platzen lässt. Ich habe keine Kühlmöglichkeit, die so eine große Flasche fassen könnte; so fülle ich einfach ein paar Zentiliter in eine kleinere Sampleflasche um und lasse diese permanent im Fach liegen, für den ungeplanten Genuss zwischendurch.

Eau de Villée

Optisch ist der Likör glasklar und brilliant transparent, selbst im halbgefrorenen Zustand – auf meinem Foto unten sieht man eigentlich mehr die dünne Eisschicht an dem ebenso gefrosteten Glas, eine Vorgehensweise, die ich sehr empfehle, denn dadurch bleibt die Kühlung des Likörs selbst auch länger erhalten.

Die Nase ist, gibt man dem Eau de Villée ein paar Sekunden, um aus der Froststarre zu erwachen, direkt sehr fruchtig – da ist Zitrone, so wie ein gutes Zitronensorbet riecht, weniger die Frucht selbst. Die Bittere der Zeste ist toll eingefangen, Anklänge von milderer Bergamotte gibt es, da ist auch noch etwas Frisches, Grünes drin, vielleicht Borretsch oder Kardamom, sicher aber Minze. Lässt man etwas mehr Temperatur und Offenstehzeit zu, entdeckt man die Neutralalkoholbasis, ohne Zwicken, aber mit den typischen Aromen.

Eau de Villée Glas

Für einen Likör ist der Antrunk gar nicht mal so süß, wie man es sicher erwartet hätte. Nein, er ist sogar eher herb, recht klar, die Frische der Zitrone und die Pfeffrigkeit von Minze gehen von Anfang an direkt steil. Eine feine Textur, nicht zu schwer, aber doch etwas ölig, sorgt für ein sehr angenehmes Mundgefühl, gerade in Kombination mit der Kälte aus der Frostung ein wirklich attraktives Gefühl. Im Verlauf wird das Eau de Villée sogar pikant, noch später fast schon scharf, sicher nicht aus den 40% Alkoholgehalt stammend, sondern aus ätherischen Zitrus- und Minzölen, da ist fast schon ein mentholischer Charakter gegen Ende. Durchgängig bleibt die Zitrone bei uns, hier nun wirklich an eine frische Amalfizitrone mit dicker Albedoschicht erinnernd, mit milderer Bergamotte als Unterbau. Der Nachhall ist neben der für mich wirklich sehr spannenden Kardamomnote und der pfeffrigen Pikanz, die die Zungenspitze anästhesiert und kitzelt, mittellang, bildet trotz der Süße des Likörs eine sehr prägnante, schon adstringierende Bittere aus, die effektvoll den Gaumen lange belegt. Diese Vielschichtigkeit macht das Eau de Villée für mich zu einem wirklich gut pur trinkbaren Digestif, das macht echt Spaß, vor allem, wenn man wie ich Zitronen liebt.

Das Eau de Villée lässt sich aber eigentlich auch überall in Drinks einsetzen, wo nach Zitronenlikör oder auch Limoncello gefragt wird – die Transparenz der Flüssigkeit macht es dabei sogar noch flexibler verwendbar. Der Procrastination Cocktail kombiniert es mit Gin, eine wirklich passende Paarung, um die Kräuterkomponente des belgischen Likörs wie des Gin noch etwas zu betonen.

Procrastination Cocktail


Procrastination Cocktail
2 oz Dry Gin
½ oz trockener Wermut
¾ oz Zitronenlikör
1 Teelöffel Chartreuse Verte
Auf Eis rühren.
[Rezept nach Paul Clarke]


Die Flasche des Eau de Villée gehört zu den Strukturbrechern in der Heimbar. Sie ist sehr hoch, passt kaum in ein Regal, beinahe schon so wie die von Galliano. Die Handhabung ist ähnlich knifflig, denn aus so einer langen Flasche etwas dosiert auszugießen erfordert eine ruhige Hand. Das restliche Design gefällt mir jedoch sehr, die mattierte Oberfläche deutet die Frosterhandhabung schon an, der Verlauf mit dem gelben Blechschraubverschluss macht lautstark auf sich aufmerksam.

Spirits Selection by Concours Mondial de Bruxelles 2020 Zitronenliköre

Ein unterhaltsames Element meiner Verkostungsrunde von Zitronen- und Zitrusfruchtlikören während meiner Tätigkeit bei Spirits Selection by Concours Mondial de Bruxelles 2020 in Brüssel war, dass ich (trotz Blindverkostung!) recht sicher war, das Eau de Villée in meinem Flight dabei zu haben, denn am Abend zuvor wurde es beim Abendessen als Dessert ausgeschenkt; auf dem Bild oben erkennt man den optischen Ausreißer aber auch ohne vorheriges Probieren zwischen all den gelben Flüssigkeiten deutlich. Nun, das kann man natürlich in dieser Form nicht vermeiden, so sehr man sich auch als Veranstalter um Neutralität bemüht, was Spirits Selection sehr konsequent durchführt. Transparenz, in wörtlicher wie übertragener Form, sozusagen!

Bier am Freitag – Saartans Bräu Max Imperial

In Botucal-Rum getränkte Holzchips. Geröstete Kokosflocken. Vanille. Das allein klingt schon wie das Rezept zu etwas, was ich dringend probieren will, sei es eine südamerikanische Süßspeise, ein philippinisches Heißgetränk – oder eben ein saarländisches Bier. Die Experimentierfreude der Heimbrauer von Saartans Bräu kennt keine Grenzen, und so freue ich mich besonders, dass ich ihre Produkte probieren darf, hier das Saartans Bräu Max Imperial. Kleine Mengen, garantiert hausgemacht, und, wie ich schon in meiner Besprechung des Dolores aus derselben Quelle sagte, mit erkennbarer Leidenschaft konzipiert und durchgeführt – auf manche Dinge darf man ruhig sehr stolz sein, ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen.

Saartans Bräu Max Imperial

Die dunkelbraune Standardflasche enthält eine noch viel dunklere Flüssigkeit – schwarz wie ein Tintentopf steht das Bier nach dem Eingießen im Glas. Während des Eingießens konnte man bei leichter Glasdrehung sehen, wie sich ein brauner Film auf das Glas legt. Natürlich ist es am Ende völlig blickdicht. Ein minimaler Anflug von beiger Crema liegt zunächst auf dem Bier, das verschwindet aber direkt und lässt nur eine schmale Reihe von Bierbläschen zurück. Leichte Flocken (Hefereste?) schwimmen oben.

Geruchlich erinnert das Max Imperial etwas an Kaffeepulver, das schon eine Weile oxidiert ist. Neben dem Kaffe entdecke ich schnell würzige Röstaromen, eine Mischung aus Röstmalz und in der Pfanne angewärmte Pinienkerne. Leichte Töne von Melasse und Pflaumenmus. Passend zum optischen Erscheinungsbild fühlt es sich in der Nase süßlich schwer an, aber ein Anflug von Zitrone ist da bereits da.

Manchmal weiß man schon, wie ein Bier nach der Geruchsprobe schmecken wird. Hier hat man im Mund auch alles, was die Nase schon zuvor gefunden hatte – direkt vom Antrunk an sehr würzige Röstigkeit, Kaffeepulver, sehr dunkle Frucht wie getrocknete Pflaumen, Datteln oder alte Rosinen; Radicchio und Artischocken mit ihrem bitteren Gemüseton. Dass das ganze nicht stumpf und schwer wird ist einer knackig-sauren Frische zu verdanken, mit leichtem ätherischem Öl wie aus Orangenschalen. Die Textur ist voll und rund, aber gar nicht so schwer, wie man es vermuten würde, eine schöne Rezenz sorgt für viel Kribbeln auf Zunge und Gaumen. Die 11% Alkoholgehalt des Max Imperial sind durchaus stiltypisch, das muss man aber auch vertragen können.

Natürlich muss man die Bittere erwähnen, bei einem Imperial Stout ist das die Basis von allem, und hier haben sich die Brauer echt aus dem Fenster gelehnt – 50 IBU sind es, ich hätte sensorisch das doppelte vermutet. So richtig vom Gefühl und Aroma her wie ein kräftiger Radicchio. Die Zunge und der Gaumen werden anästhesiert, die Bittere klingt noch wirklich lange nach und hinterlässt einen über Minuten bleibenden Geschmacks- und Gefühlseindruck im gesamten Geschmacksapparat. Kaffeepulver, mit dem alles angefangen hatte, klingt am Ende noch nach – der Bogen schließt sich über ein tolles Bier.

Ein solches Bier trinkt man langsam, bei fast schon Zimmertemperatur, wo es sich komplett entfalten kann. Ich hatte eine halbe Stunde viel Vergnügen damit, an einem regnerischen Tag auf der Couch. Wenn die zwei Saartans wieder etwas brauen, hoffe ich ehrlich, wieder was davon abzubekommen – die verstehen einfach ihr Handwerk.

Echt japanisch – Suntory Whisky Toki

Was ist japanischer Whisky? Für den Laien mag es erstmal keine ernsthafte Frage sein, da hat man eine Flasche, auf der japanische Schriftzeichen abgebildet sind, ein exotischer Name, klar, das ist japanischer Whisky. Der etwas Skeptischere schaut noch darauf, wo der Whisky abgefüllt wurde, sieht, irgendwo in Japan, nun, dann sollte ja alles klar sein. Doch hier liegt der Hase im Pfeffer – um wirklich als „japanischer Whisky“ gelten zu dürfen, muss er auch komplett in Japan hergestellt worden sein. Und das, so verrückt es klingt, ist bei weitem nicht bei allen Produkten der Fall, die in obige Kriterien passen. Das folgende Schaubild soll zeigen, dass auch in Japan allerlei Schummriges passierte, was Whisky angeht, bevor eine am 1. April 2021 erfolgte Änderung des Herstellerverbands in Japan dies auch wirklich kodifizierte. Details sind hier etwas schwer zu erkennen, die Originalgröße (und eine auf einen neueren Stand gebrachte, noch größere Version) kann bei nomunication.jp direkt angeschaut werden.

Japanischer Whisky - Echt oder gefälscht

Nun nehme ich den hier vorliegenden Suntory Whisky Toki einfach mal als Beispiel, um zu prüfen, ob es echter japanischer Whisky ist, oder „faux“, wie die Ersteller des Schaubilds diese Pseudojapaner nennen. Dazu schauen wir auf die Blendteile – der Toki besteht aus Anteilen von Hakushu Single Malt, Chita Single Grain und Yamazaki Single Malt. Alle drei sind in obigem Schaubild weiß markiert und damit ist das Ergebnis positiv – der Toki ist ein echter Japaner. Es gibt keine genau Angabe der Mischungsverhältnisse, oder des Alters der einzelnen Blendbestandteile, man muss davon ausgehen, dass es eher jüngere Whiskys sind, die hier aufgehen. Was ja nicht per se schlecht ist, Alter ist nicht alles. Probieren wir einfach mal, ob das Ergebnis zu gefallen weiß.

Suntory Whisky Toki

Über das Alter ist erstmal, wie gesagt, nichts auf dem Etikett zu finden, und auch die Flüssigkeit selbst deutet auf ein junges Alter hin. Zumindest scheinen wir, wenn überhaupt, nur dezente Färbung vorzufinden – das helle Gelbgold des Toki wirkt jedenfalls natürlich. Man sieht kaum Viskosität beim Schwenken im Glas, doch der dennoch vorhandene Beinrand ist sehr hübsch anzusehen.

Die Nase hat etwas von Sake, das sage ich jetzt nicht aus dem banalen Grund, weil Sake auch aus Japan kommt – mir ist diese Aromatik nur gerade sehr präsent, weil ich mich zum Verfassungszeitpunkt gerade sehr mit dem japanischen Reisbier beschäftige und mir es auffiel. Korn, eine leichte Medizinalität, süßer Kompost. Vorsichtige Frucht, reife Banane und roter Apfel hauptsächlich, etwas Birne, das ist letztlich genau das, was ich als „Sake-ähnlich“ meinte.

Suntory Whisky Toki Glas

Im Mund sind diese Assoziationen dann eher fremd – der Toki hat klare Würze, deutliche Zitronenschale, diesbezüglicher zitrusätherischer als Scotch. Vom Mundgefühl wirkt er leicht, etwas bitter, herb und trocken, auch wenn der Antrunk noch milde Süße aufweist. Auch hier findet sich eine medizinale Komponente, starke Astringenz auf der Zunge, etwas, was ich unter anderem den mittelmäßig eingebundenen 43% Alkoholgehalt zuschreibe. Dabei bleibt der Toki doch einigermaßen rund und breit, hat Kraft und Charakter.

Der Abgang klingt dann wieder etwas fruchtiger, Mango vielleicht. Insgesamt ist er mittellang, eher effektvoll denn aromatisch, mit einem metallischen Nachhall, und einem warmen, sehr hauchigen Gefühl beim Atmen. Bittere Zitronenschale arbeitet lange nach.

Für den Sloane Square empfiehlt die Erfinderin einen Single Malt – das ist für mich persönlich, der die Rezepte gern möglichst generisch hält, schon etwas überdefiniert. Nicht deswegen habe ich den Toki hier eingesetzt, aber zumindest auch: um zu zeigen, dass ein Blend einem Single Malt gerade in Mixed Drinks in nichts nachsteht. Für mich ist japanischer Whisky dem schottischen darüberhinaus so ähnlich, dass ich ohne Gewissensbisse Scotch Whisky als Zutat hinschreibe.

Sloane Square Cocktail


Sloane Square
2 oz Scotch Whisky
¾ oz Tequila reposado
⅔ oz Bénédictine
2 Spritzer Orange Bitters
Auf Eis rühren.
[Rezept nach Paige McCune]


Ich mag die quadrige Flaschenform, das hebt sich vom Rest der runden Flaschen in der Heimbar ab. Auch das Etikett ist schön understated, mir liegt ein so zurückhaltender Stil mehr als die plumpe Anbiederei vieler anderer Spirituosen. Bezüglich des Preisleistungsverhältnisses – nun, das ist etwas, was jeder für sich entscheiden muss. Rund 30€ sind jedenfalls keine Summe, über die man sich wirklich groß Gedanken machen muss, wenn man die Qualität berücksichtigt, und das Herkunftsland – bei vielen anderen Spirituosenkategorien würde ich jedoch sagen, dass man an der Obergrenze dessen schwimmt, was ich noch akzeptieren kann für das Gebotene. Ich werde erstmal lieber noch andere japanische Whiskyblends ausprobieren, bevor der Toki eine zweite Chance in meiner Heimbar bekommt.

Bier am Freitag – Rügener Insel-Brauerei Quadriga Bière Brut

Entweder habe ich das in den 2010er Jahren komplett übersehen, oder es gab sie kaum – Bierflaschen mit größerem Fassungsvermögen als die üblichen Drittel- oder Halbliter. Heute finde ich sie oft, und greife da auch gern zu, bei belgischem Bier (wo sie noch deutlich häufiger sind) wie bei deutschem Bier aus Qualitätsbrauereien. Die Dreiviertelliterflasche des „World’s Best Brut Beer“ (so zumindest die Meinung der Juroren bei den World Beer Awards 2018) passt da gut in mein neues Beuteschema: Das Rügener Insel-Brauerei Quadriga Bière Brut hat darüber hinaus noch den zusätzlichen Reiz, dass es nicht überall leicht erhältlich und schon dadurch etwas Besonderes ist. Optisch ist es gerade die Größe, die sich in Kombination mit der Papierverkleidung über die gesamte Flasche sehr beeindruckend macht; Sektkorken und Drahtkorb komplettieren das natürlich in bester Weise.

Rügener Insel-Brauerei Quadriga Bière Brut

Nachdem ich eben jenen Korken mit einem Korkenzieher gezogen habe (ihn herauszuploppen wie bei einer Sektflasche war nicht möglich), fließt das Bier schwer schwappend ins Glas. Eine leuchtend sonnenblumengelbe Farbe zeigt sich hier, mit starker Trübung, die selbst bei Gegenlicht standhält. An der Glaswand erkennt man dennoch eine sehr starke, schnelle Perlage (gar nicht unüblich für flaschengereifte Biere), die eine ausdauernd beständige, sehr feinblasige Blume speist. Optisch schonmal ein echter Knaller. Die Nase weiß ebenso zu gefallen – ein süßlich-milde Mischung aus tropischen Früchten, grüner Banane, dunkler Pflaume, etwas heller, frischer Orangenzeste, einer leichten Rostigkeit, mit insgesamt einem Marmeladencharakter. Nicht aggressiv drängend, nicht still und leise, das Quadriga findet genau den angenehmen Mittelweg.

Auf der Zunge prickelt das Bière Brut beim Antrunk, es wirkt ausgesprochen frisch und frech zu Beginn. Eine wirksame Säure, die allerdings nicht wie bei einem Sauerbier den Charakter vollständig beherrscht, ist präsent und lässt direkt aufhorchen. Verjus oder milder Weinessig kommt als erster Geschmackseindruck vor, gefolgt von frischer Frucht, Aprikose, Apfel, Pfirsich, alle in eher unreifem Zustand. In der Folge ensteht unter der ganzen Knackigkeit eine feine Süße, die die ganze Säure etwas auffängt. Subtile Würzigkeit mit einem Anflug von Kümmel. Die Textur ist fantastisch ausgewogen, voll, rund, dabei aber immer frisch und höchst rezent.

Rügener Insel-Brauerei Quadriga Bière Brut Glas

Gegen Ende bildet sich eine edle Herbe aus, voll integriert in die anderen Eindrücke, die im Abgang sogar eine Trockenheit erzeugt, die an Sekt erinnert. Hier wabert das Quadriga beständig zwischen all dem Geschilderten hin und her, eine Komplexität, die ein besonderes Bier ausmacht. Der Nachhall ist lang, leicht salzig, sehr blumig und hinterlässt ein angenehmes Mundgefühl – und einiges an nicht unangenehmem Aufstoßpotenzial. Die 10,5% Alkoholgehalt darf man dabei gerade mittags in der Sonne nicht unterschätzen.

Das ist ein Festtagsbier, ich habe es zu Mittag an Fronleichnam 2021 geöffnet und über den ganzen Tag verteilt langsam genossen, dazu eine Rocky Patel Vintage 1990 Junior geraucht. Es wurde mir nie langweilig und durch die langsame Erwärmung und Entkarbonisierung über den Tag hat sich noch ein gelungener Spannungsbogen gezeigt, der das Erlebnis noch verbessert hat. Das ist das Quadriga Bière Brut von der Rügener Insel-Brauerei – ein Erlebnisbier. Natürlich kommt zum Eventcharakter noch dazu, dass ich das Bier komplett unerwartet von zwei sehr geschätzten Freunden erhalten habe – ich danke Kristin und Christopher sehr, dass sie mir das ermöglicht haben und bei ihrem Rügenausflug an mich gedacht haben. Ich werde mich irgendwie irgendwann irgendwo revanchieren, wenn wir die nächste Zigarre zusammen rauchen!