Orangiger als Orange – Clément Créole Shrubb

Jeder, der sich mit Cocktails auseinandersetzt, kennt Triple Sec, eine Basiszutat in vielen klassischen Mischrezepturen. Der Name, wörtlich übersetzt in etwa „dreifach trocken“, täuscht über den Geschmack und die Funktion dieses Bitterorangenlikörs hinweg – man stellt sich rein dem Namen nach natürlich erstmal etwas sehr trocken-bitteres vor. Spirituosenhistoriker David Wondrich beschreibt in Imbibe!, dass Curaçao,„Orangiger als Orange – Clément Créole Shrubb“ weiterlesen

Eine alte, aber ehrliche Haut – Zuidam Zeer Oude Genever

Der Ginhype nimmt nicht ab und zeigt sich damit langlebiger, als ich es vermutet hätte, und er zieht seine Kraft aus untypischen Spirituosenkunden. Neulich erst sah ich zwei junge Damen in einer Cocktailbar sitzen und sich Gin & Tonic bestellen. Das Angebot an Gins ist inzwischen völlig unüberschaubar, und die Bars sind bereit, immer noch„Eine alte, aber ehrliche Haut – Zuidam Zeer Oude Genever“ weiterlesen

So schlecht lebt sichs im Kloster scheinbar nicht – D.O.M. Bénédictine

Der kirchliche Orden der Benediktiner ist eine schweigsame Gesellschaft. Als ehemaliger Messdiener in einer Benediktinerabtei, der weltbekannten Abtei Neresheim, kann ich davon ein Lied singen: Einmal zu Weihnachten wurden die Ministranten zum gemeinsamen Festmahl mit den Mönchen, die sonst in weltabgeschiedener Klausur verbringen, eingeladen. Das Festmahl entpuppt sich dann schnell als einfaches, stilles, nur von„So schlecht lebt sichs im Kloster scheinbar nicht – D.O.M. Bénédictine“ weiterlesen

Es klappert die Tahona am rauschenden Bach – Olmeca Altos Plata Tequila

Auf überraschend vielen Etiketten von Tequilaflaschen sieht man einen Esel oder ein Pferd. Manchmal auch einen Mühlstein. Woher kommt dies? Tatsächlich ist der Esel oder ein Zugpferd einst ein wichtiger Gehilfe bei der Herstellung von Tequila wie auch Mezcal gewesen: Das Tier hat die undankbare, mühselige Aufgabe gehabt, den erwähnten Mühlstein, im Mexikanischen tahona, zu„Es klappert die Tahona am rauschenden Bach – Olmeca Altos Plata Tequila“ weiterlesen

Tag 7-12 im Kalea Bier-Adventskalender sind da…

Wir bewegen uns weiter in den Dezember, mit Massen an schlechtem, saurem Glühwein und Weinachtsgeschenkkaufstress. Doch es gibt auch Lichtblicke: 6 weitere ungewöhnliche Biere lugten hinter den Türchen hervor – das Testergebnis findet Ihr hier. Adventskalender mit Kurzbesprechungen der enthaltenen Biere

O’er the Land of the Free and the Home of the Cocktail – Imbibe Magazine’s The American Cocktail

Ich finde bei Cocktailbüchern den Ansatz, die Rezepte über eine Story miteinander zu verbinden, immer gut – einfache Rezeptbücher sind recht langweilig und enden schnell als Staubfänger im Bücherregal. Die Idee hinter diesem Buch des  amerikanischen Cocktail-Magazins Imbibe ist eine Reise durch die USA, der Heimat des Cocktails und der Mixologie. From sea to shining„O’er the Land of the Free and the Home of the Cocktail – Imbibe Magazine’s The American Cocktail“ weiterlesen

Schokolierte Traubenreste – Nardini Grappa Riserva 40

Ich sagte über mich immer, dass ich kein Grappa-Freund bin. Wie üblich entstand diese Selbsteinschätzung aus Unwissen heraus. Den einzigen Grappa, den ich getrunken hatte, war der „aufs Haus“ beim Italiener – entsprechend dem kostenlosen Angebot war wahrscheinlich auch die Qualität. Scharf, brennend, wenig aromatisch, dafür deutlich alkoholisch. Ein Rachenputzer nach langem Essen, ohne Anspruch,„Schokolierte Traubenreste – Nardini Grappa Riserva 40“ weiterlesen

Drogeninduzierte Lyrik – Das Vokabular des Spirituosentesters

Holunder, Toffee, Zitronengras. Thymian, geröstete Mandel, Jasmin. Leder, Tabak, Sojasoße. Manchmal ist man als Leser von Spirituosenrezensionen schon geschlagen. Das Sammelsurium an obskuren Geschmackseindrücken, die vom Schnapssommelier geschildert werden, wird oft entweder als völlig abgehoben – drogeninduzierte Lyrik halt – oder als unfreiwillig komisch empfunden. Viele Leser halten die Aufzählung von floralen, erdigen oder mineralischen„Drogeninduzierte Lyrik – Das Vokabular des Spirituosentesters“ weiterlesen

Revolutionärer Geist – 1776 Straight Rye Whiskey

Manchmal ist es schon seltsam. Bei vielen bebilderten Rezensionen zum 1776 Straight Rye Whiskey findet man auf dem Etikett über der großen Jahreszahl noch die schwungvolle Unterschrift von James E. Pepper, der für diese neue Interpretation eines Rye in altem Gewand Pate stand. Auf meinem Exemplar fehlt diese Signatur. Man meint, es müsste leicht herauszufinden„Revolutionärer Geist – 1776 Straight Rye Whiskey“ weiterlesen