Crew Republic Drunken Sailor IPA Titel

What shall we do with the CREW Republic Drunken Sailor IPA?

Es war der schwärzeste Tag in der Geschichte der britischen Marine. Nein, wir reden nicht über Medway (1667) oder Cartagena Las Indias (1741), sondern über den 31. Juli 1970, ein Tag so schlimm, dass er als Black Tot Day von britischen Seeleuten bis heute betrauert wird: An diesem Tag wurde die tägliche Rum-Ration auf Kriegsschiffen abgeschafft.

Tatsächlich war der Alkohol trotz der unzweifelhaften Erfolge der Royal British Navy wohl wirklich ein Problem auf den Kriegsschiffen, so dass der daily tot von einer halben Pinte auf ein Viertel und schließlich sogar auf ein Achtel reduziert wurde, bevor man sich dazu durchrang, ihn ganz einzusparen. Ein interessantes Detail dabei – die ursprüngliche Ration an Alkohol bestand aus einer Gallone (viereinhalb Liter!) Bier; der Alkohol diente dazu, die schlechte Trinkwasserqualität auf Schiffen zu bekämpfen. Heutzutage müssen wir uns darüber kaum mehr Sorgen machen, und können uns Biere wie das CREW Republic Drunken Sailor IPA, das zumindest vom Namen her an die gute alte Zeit der täglichen Alkoholration erinnert, in der Freizeit zuführen, auch wenn es natürlich immer noch ein spannender Incentive in Firmen sein könnte.

Crew Republic Drunken Sailor IPA Flasche

Was sollen wir mit dem betrunkenen Seemann nun tun? Wir stecken ihn ins Glas und schauen ihm erstmal nur zu. Naturtrüb in leichtem Kupfer; wenig Perlage, Sehr feiner, cremiger und langlebiger Schaum. Der allererste Geruchseindruck ist schonmal ungewöhnlich: Basilikumpesto und Olivenöl. Sellerie. Daneben, wie IPA üblich erstmal der Fruchtkorb: Grapefruit, Honigmelone, Nektarine. Eine malzig-würziger Unterton. Ein sehr breites Spektrum.

Auch im Mund ist Basilikum der erste Eindruck. Auch der zweite. Das ist ein Pesto-Genovese-Bier. Die gemüsigen Komponenten überwiegen auch hier, begleitet von etwas überreifer Grapefruit und Nektarine, im Gegensatz zu vielen anderen IPAs sind die Zitrusaromen aber deutlich reduziert. Weiches Mundgefühl, und trotz der für ein Ale hohen Karbonisierung nicht übermäßig rezent, daher ein eher mittlerer Erfrischungsfaktor.

Im Abgang sehr würzig, erkennbar salzig, trocken und deftig bitter, dabei noch extrem adstringierend. die Zungenspitze bleibt eine Weile betäubt, die Bitterkomponenten sehr lang am Gaumen. Ein echtes Seemannsgebräu, in dem man das Meer und die Brise herausschmeckt.

CREW Republic Drunken Sailor IPA Glas

Höchst ungewöhnlich, finde ich. Natürlich ist die Gemüse- und Basilikumkompoente gut in das Gesamtbild eingebunden, daher ist „ungewöhnlich“ hier im Sinne von „spannend und lecker“ zu verstehen, nicht als kleinen Bruder von „schlecht“. Der Rest in reinen Zahlen liest sich dann auch schon wieder bekannt für die Freunde des India Pale Ales: 6,4% Alkohol, 58 IBU, Herkules, Citra, Cascade, Simcoe als Hopfen- und Pilsener, Münchner und Karamellmalz als verwendete Malzsorten sorgen scheinbar in Kombination für die interessante Geschmacksbildung. 0,33l sind im gutsortierten Handel für 2,00€ erhältlich.

Ich glaube, es gibt kein Bier, das sich besser für die Vermischung in einem American Ti Punch eignet als das CREW Republic Drunken Sailor IPA. Die gemüsigen Noten passen perfekt zum herbal-vegetalen Charakter eines weißen rhum agricole, so dass ein wirklich runder Biercocktail entsteht. Dazu ist er mit den unterschiedlichen Dichten der beiden Komponenten auch optisch ein Hingucker; das Schichten ist einfacher, als man zunächst denken mag, es erfordert nur eine ruhige Hand, den Rest erledigen die Flüssigkeiten und die Physik von selbst.

American Ti Punch


American Ti Punch
1 oz weißer Rhum agricole (z.B. La Mauny 50°)
¾ oz Limettensaft
½ oz Zuckersirup
1½ oz hopfenfruchtiges Bier (z.B. CREW Republic Drunken Sailor IPA)
Alle Zutaten auf Eis rühren.
[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]


Schon diverse andere Crew-Republic-Biere, wie das 7:45 Escalation Double IPA oder das Roundhouse Kick Imperial Stout, haben mich sehr überzeugt. Das Drunken Sailor IPA reiht sich nahtlos in diese positive Erfahrungsreihe ein – ich freue mich sehr, dass mein lokaler Getränkemarkt dieses Bier nun ins (zumindest vorläufige) Dauerangebot aufgenommen hat und ich es öfters genießen kann, ohne große Internetbestellungen tätigen zu müssen. Und ich werde es in Zukunft zu jedem Black Tot Day zusammen mit einer Viertelpinte Rum eingießen, um auf vergangene Traditionen anzustoßen.

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