Bier am Freitag – Berg 3-Korn-Hefeweizen

Berg 3-Korn-Hefeweizen Titel

Neulich habe ich gelernt, dass man Dinkelmehlteig vorsichtiger behandeln muss als Weizenmehlteig, weil man ihn leicht überkneten kann und er dann wieder klebriger wird – rund ein Drittel der Proteine in Dinkel und Weizen unterscheiden sich nach einer Studie sogar signifikant, was dann nicht nur zu unterschiedlichem Verhalten beim Teigkneten führt, sondern auch in der Verträglichkeit. Mischteige sind daher das Mittel der Wahl! Ich weiß nicht, ob die Brauer der alten schwäbischen Brauerei Berg das auch im Sinn hatten, als sie für ihr Berg 3-Korn-Hefeweizen sich nicht auf eine Getreidesorte konzentrierten, sondern Gerste, Weizen und Dinkel (alle aus biologischem Anbau mit EU- und Bioland-Siegel) heranzogen. Statt es zu kneten, werde ich das Bier einfach trinken.

Berg 3-Korn-Hefeweizen

Sehr dunkel und haselnussbraun im Glas, zusammen mit der starken, aber noch nicht die Blickdichte erreichende Trübe ergibt das ein wuchtiges Bild – der Schaum entwickelt sich beim Eingießen stiltypisch sehr kräftig, und ist langlebig. Hübsch gemischtblasig mit einzelnen Großblasen in einer ansonsten sehr feinporigen Schaumcrema.

In der Nase wirkt das Bier zunächst etwas metallisch und erinnert an Stahlnägel aus der Werkstatt, leicht rostig, mit einer dunklen Malzbasis. Deutlich bananig, der eingesetzte Tettnanger Aromahopfen unterstützt, statt zu übernehmen.

Berg 3-Korn-Hefeweizen Flaschenbär

Ein sehr cremiges, süßes Mundgefühl beginnt den Antrunk, das auch im Verlauf beständig bei uns bleibt. Man hat da echt was im Mund, das Bier wirkt sehr breit, allerdings nur wenig tief. Die frische Rezenz und starke Karbonisierung halten es am Laufen, während die Aromatik sich breit macht; Banane und Malz, ohne dass eine spezielle Aromasorte sich nach vorne drängt. Eine schöne Büffelmozzarella-Säure schleicht sich ein, die gegen Ende das Bier dominiert, und mit leichter Adstringenz und vorsichtiger Trockenheit klingt es aus. Ein mittellanger Abgang mit schönen Getreidenachhall beendet das ganze schließlich. 5,1% Alkoholgehalt halte ich für ein Hefeweizen für sehr passend und gewohnt.

Das ist ein sehr süffiges Bier, aromatisch zwar zurückhaltend, aber dafür mit tollem, den ganzen Mund ausfüllendem Volumen – ich vermute durchaus, dass der Dinkel damit was zu tun hat, oder die Kombination aus Körnern. Das trinkt sich jedenfalls echt gut, ein Bier, das sicherlich öfters seinen Weg in mein Glas finden wird. Und mein Bruder trinkt es auch gern, er hat mir sogar das Teddybär-Foto zur Verfügung gestellt. Niemals würde ich meinem Bruder widersprechen!

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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