Bier am Freitag – BrewDog Berliner Rot

BrewDog Berliner Rot Titel

Offenlegung: Ich danke BrewDog Deutschland für die kosten- und bedingungslose Zusendung zweier Dosen dieses Biers.

Es war gerade die Zeit vor Weihnachten, als mir ein Paket mit ein paar Dosen Bier unerwartet ins Haus flatterte. Es handelte sich dabei um Saisonbiere, die der Jahreszeit irgendwie entgegen kamen, ein Glühweinbier, ein Kürbisbier, sowas in der Art. Das letzte aus dem Trio musste bis jetzt warten, bis ich es bespreche – das BrewDog Berliner Rot. Die Idee dahinter war, ein Red India Pale Lager (Red IPL) zu kreieren, mit der röstmalzbasierten Farbe des Irish-Red-Stils, aber gleichzeitig der leichten Aromatik eines Lagerbiers. Kann sowas funktionieren?

BrewDog Berliner Rot

Irgendwo zwischen kräftigem Haselnussbraun und leuchtendem Rostrot verorte ich die Farbe dieses Biers nach dem Eingießen. Deutliche Trübung sorgt für noch mehr optische Wucht – zusammen mit dem sehr hübschen, feinblasigen Schaum, der sich für eine Weile auf das Bier legt. Dem Namen macht es jedenfalls alle Ehre. Beim Schnuppern finden sich die Gründe, warum die Brauer von BrewDog es IPL nennen; blind könnte man es jedenfalls für ein Pale Ale, vielleicht sogar ein IPA halten. Da ist viel aromahopfenlastige Frucht, Marmelade aus Aprikosen, Orangen und vielleicht sogar Brombeeren. Mit einigem an Malzunterkörper riecht man sich ein sehr auf die Verkostung gespanntes Bouquet zurecht!

Im Mund beginnt es süß und voll, cremig, fruchtig, wie man das erwartet hat. Im Verlauf allerdings kommt die zweite Komponente des Namens voll zum Tragen – das Lager. Leicht und flüchtig, mit überraschend schmalem Körper und beinahe schon, im Vergleich, dünn wirkendem Charakter. Es bleibt würzig, geht ins Getreidige über, verliert bei diesem Weg die Frucht. Das ist erstmal nicht schlecht, nur sehr unerwartet. Der Abgang ist kurz, sehr trocken, feinherb und erinnert nun klar ausschließlich an ein Pale Lager. Leicht blumig, das ist der Rest des Hopfens, klingt das Bier am Ende aus. Mit 5,0% Alkoholgehalt hat man, zusammen mit der guten Rezenz, eine wirksame Erfrischung am Gaumen.

Wieder mal ein Crossover-Bier, das man schwer einordnen kann. Es täuscht und verwirrt die Sinne, weil man am Ende etwas ganz anderes hat, als man am Anfang vermutet. Dieser Weg ist interessant, sicherlich, aber ob er auf Dauer Sinn macht? Irgendwie ist es keine Kombination der Stile, sondern hat man halt weder das Eine noch das Andere, ein eher subtraktives Design als ein additives; denn insbesondere die Richtung „voll zu Beginn, dünner am Ende“ ist für mich eher unvorteilhafter als die andere Richtung es wäre. Ich bin mir unschlüssig, ob ich das Bier öfters haben wollen würde – es ist gut und ohne Fehler gemacht, aber es wäre mir persönlich zu anstrengend und zu flatterhaft, um es beständig genießen zu können.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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