Ryoma Japanese Rum Aged 7 Years Titel

Kurz und bündig – Ryoma Japanese Rum Aged 7 Years

Die Japaner haben bewiesen, dass sie exzellenten Whisky machen können, der dem aus Schottland ohne Schwierigkeiten Paroli bieten kann. Damit geben sie sich aber natürlich nicht zufrieden – auch ins Rumgeschäft steigen sie ein. Wir wollen hier in diesem Kurzbericht nun mal schauen, ob der Ryoma Japanese Rum Aged 7 Years, als Beispiel dafür, den karibischen Herstellern Konkurrenz machen kann. Dieser Rum aus der Destillerie Kikusui Shuzo wird aus Zuckerrohrsaft von der japanischen Küste hergestellt, und reift danach 7 Jahre in Eichenfässern.

Die Farbe ist sehr blasses Stroh. Leichte Viskosität ist beim Schwenken erkennbar, mit einem breiten Beinteppich am Glas, der sehr langsam abläuft. Der Geruch ist zunächst rumuntypisch, erinnert ich mehr an polnischen Vodka – tatsächlich könnte ich das mit Grasovka, oder aber vielleicht auch Sotol verwechseln. Sehr deutlich alkoholisch, selbst nach einer Viertelstunde Offenstehzeit, mit etwas sojasaucenartiger Würze. Eine tiefe Geruchsprobe ist nur schwer möglich wegen des stechenden Geruchs (das kann in dieser Brutalität kaum von den 40% Alkohol kommen); hält man das Glas 10cm von der Nase entfernt, riecht der Rum fruchtig nach Pfirsich, Honigmelone, nussig nach Sherry, leicht grasig und vegetal.

Ryoma Japanese Rum Aged 7 Years

Im Mundgefühl sehr weich und mild, mit leichtem, aber dichtem Körper. Im Antrunk sehr süß, mild, leicht grasig, wird er dann mehlig, getreidig, bleibt aber etwas belanglos. Seinen wahren Charakter zeigt der Ryoma erst im Abgang, denn dieser ist mittellang, sehr salzig, umami, mit immer mehr zunehmender Hitze und Würze – spannend, normalerweise ist der Effekt umgekehrt. Da ist mehr als nur ein Gefühl von chinesischem Hirsedestillat in der Aromatik; es tauchen Lakritz, Sojasauce, Heu, feuchter Aquariumkies und Thymian auf, gefolgt von einem sehr mentholigen Nachhall mit starker anästhesierender Wirkung an der Zungenspitze. Ein wirklich sehr überraschender, fast schon begeisternder Ausklang. Danach verschwindet der Ryoma schnell komplett vom Gaumen.

Diese Kurzbesprechung basiert auf einem 10cl-Sample. Die 70cl-Flasche des Ryoma Japanese Rum Aged 7 Years kommt im Einzelhandel auf rund 70€ – ich tue mich auch deswegen schwer, diesen Rum wirklich zu empfehlen, dazu ist er zu speziell und untypisch für die Kategorie, in der er antritt. Wer aber einen Rum schmecken will, der so gar nicht ins Schema passt, und asiatische Spirituosen schätzen kann, sollte vielleicht  einen Blick riskieren, selbst wenn es nur darum geht, sein persönliches Geschmacksspektrum zu erweitern.

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