Armagnac am Freitag – Grape of the Art LRV 2001 #82 Armagnac

Grape of the Art LRV 2001 #82 Armagnac Titel
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LRV ist die geheimnisvolle Abkürzung für die für die deutsche Zunge schwierig auszusprechende, schwungvolle Domaine LaRoche-Vacquié in der Region Haut Armagnac, die im Vergleich zu den anderen Armagnac-Appellationen seltener in meinem Verkostungsglas auftaucht. Unter der Leitung von Bruno und Morgan Compagnon hat sich die Domaine zu einem voll auf Bioqualität und Nachhaltigkeit konzentrierten Haus entwickelt, das das Terroir ins Zentrum stellt, und bezüglich der jährlichen Produktionsmenge aussagt – „mal 1 Fass, mal 20“. Im Grape of the Art LRV 2001 #82 Armagnac wurde im Januar 2002 Wein der Rebsorten Colombard und Ugni Blanc fermentiert und gebrannt, das Destillat 23 Jahre in den Keller gelegt, und das Fass #82 im Januar 2026 auf 150 Flaschen abgefüllt, wie von GotA inzwischen gewohnt natürlich in Fassstärke mit 51,8%.

Grape of the Art LRV 2001 #82 Armagnac

Der LRV 2001 #82 zeigt sich in perfektem Terracotta, kräftig strahlend, mit sehr schönen Farbübergängen vom Glasboden nach oben. Wie glühende Kohlen glimmt er, ein ausgesprochen attraktives Aussehen, passend dazu kommt eine mittlere Viskosität.

Die Fruchtigkeit, die ich sofort beim ersten Naseinsglashalten wahrnehme, ist beeindruckend für ein so lange gereiftes Destillat. Gelbe Rosinen, getrocknete Aprikose, ausgeprägte Orangenschale und eine frische Gewürzigkeit bilden die Basis, sehr edle Holztöne mit Anklängen von nasser Eiche, etwas ätherisches Zedernholz und dazu stimmig wirkende geschälte Karotte bringen Eleganz und Struktur. Der gesamte Duft wirkt kompakt und dicht, konzentriert auf das Wesentliche, ein idealer Holzeinfluss macht sich bemerkbar.

Schnell nach dem Antrunk bildet sich eine feine Süßbittere heraus, die mit milden Anistönen und Kardamom kühl wirkt. Der Körper ist rund, aber eher leicht, klar und sauber, hat keinerlei belastende Schwere. Mentholisch und mit Anflügen von Melisse und Kamille geht es genauso frisch und elegant weiter. Das Finish ist lang, mit einer aparten Mischung aus Blumigkeit und Karottentouch, minimalst Spucke anziehend, leicht salzig und durchaus pfeffrig, und dabei immer noch perfekt balanciert in jedem Aspekt. Und ja, die Ähnlichkeit zu Bourbon ist unverkennbar.

Manche Weinbrände werden mit dem Alter dunkel und brütend, schwer und holzig. Der LRV fühlt sich spielerisch leicht und frisch an dagegen, hat aber durch die Reifung ein ideales Maß an Ausgleich und Entspanntheit gewonnen. Das liegt wirklich gut im Mund, ein Wohlfühlarmagnac, wenn es je einen gab, und ein perfektes Umstiegsprodukt für die, die guten Bourbon mögen und mal was anderes ausprobieren wollen.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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