Ich mach mir den Punsch wiede-wiede-wie-der mir gefällt – Swedish Punsch

Die Hintergrundgeschichte für dieses neue Experiment ist zweigeteilt. Einerseits habe ich eine große Flasche Arrak im Regal stehen, der nur wenig Einsatzzeit im Cocktailspiel bei mir bekommt. Andererseits habe ich in Ted Haigh’s Cocktailbuch den einen oder anderen klassischen Cocktail gesehen, den ich gern nachkochen würde – doch es fehlt mir eine vergessene Zutat: Swedish Punsch. Da ich keine Ahnung habe, wie Swedish Punsch aussieht oder schmeckt, und er zwar in Flasche in Europa gut zu bekommen ist (Carlshamns Flaggpunsch wäre ein Beispiel), ich aber gern experimentiere, versuche ich ihn heute mal selbst herzustellen, gemäß dem Pippi-Langstrumpf-Motto im Titel.

swedishpunsch-zutaten

Ich halte mich grob an das DIY Swedish Punsch-Rezept von Marcia Simmons, allerdings verwende ich natürlich Arrak statt Cachaça, den sie benutzt, weil an Arrak in den USA scheinbar noch schwerer heranzukommen ist als an Swedish Punsch, lasse den Rum nicht weg, und nutze chinesischen Qualitätsschwarztee statt einem Darjeeling-Teebeutel.

swedishpunsch-arrackbasis


Arrak-Zitronen-Infusion
1 Zitrone, ein dünne Scheiben geschnitten
1 Nelke
1 gute Prise gemahlener Kardamom
8 oz Arrak (z.B. Boven’s Echter Arrak)
2 oz Demerara-Rum (z.B. El Dorado 12)


Alle Zutaten der Arrak-Zitronen-Infusion in ein Glas geben, schütteln und einen Tag stehen lassen. Am nächsten Tag kann man schonmal beginnen, den Schwarztee-Sirup herzustellen.

swedishpunsch-teesirup


Schwarztee-Sirup
1 Teelöffel Schwarztee (z.B. Keemun Superior von Tea Pavilion)
4 oz heißes Wasser
150g Zucker


Den Tee mit dem Wasser aufbrühen und ziehen lassen, abfiltern, und den Zucker einrühren, dann abkühlen lassen.

Nun seihe man die Arrak-Zitronen-Infusion durch ein Teefilter oder Passiertuch, um Zitronenfruchtfleisch und Gewürzreste zu entfernen; dann wird die gefilterte Infusion mit dem Schwarztee-Sirup gut vermischt und in eine Flasche oder Karaffe abgefüllt. Erneut über Nacht ruhen lassen. Die eingelegten Zitronen werfe ich nicht weg; ich habe eine Dose Pfirsiche inklusive Sirup aus der Dose dazu ins Glas gekippt, und habe damit einen Tag später eine perfekte Auflage für ein Toast Hawaii mit gewürzten Pfirsichen.

swedishpunch-karaffe

Geschmacklich hat diese Mischung doch einiges zu bieten – für Likörfreunde ist die sehr süße Mischung aus Zitrus-, Tee- und Rumaroma vielleicht ansprechend. Ich kann mangels Vergleich nicht beurteilen, ob er so schmeckt, wie Swedish Punsch schmecken soll, aber die hergestellte Mixtur ist doch schonmal lecker. Ansonsten habe ich mir den Swedish Punsch natürlich als Cocktailzutat, wie eingangs erzählt, hergestellt. Beginnen kann man mit dem Diki-Diki-Cocktail (das Rezept ist nach Vintage Spirits and Forgotten Cocktails, andere Quellen haben leicht andere Mengenangaben).

dikidiki-cocktail


Diki-Diki
1½ oz Calvados
 ½ oz Swedish Punsch
 ¾ oz Grapefruit-Saft


Ein wirklich angenehmer Drink, der durch den Calvados und den Swedish Punsch einen schönen süßen Apfelgeschmack erhält.

Manchmal gehen Experimente bei der eigenen Spirituosenherstellung schief; oft sind sie es den Aufwand nicht wirklich wert. Beim Swedish Punsch aber hat alles funktioniert und einen tollen Likör ergeben.

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