Bier am Freitag – Brouwerij Fisser Ne Flierefluiter Super Tripel Whisky Infused & Oaked

Brouwerij Fisser Ne Flierefluiter Super Tripel Whisky Infused & Oaked Titel

Whisky und Bier sind natürliche Gefährten. Die Basismaterialien sind zumindest direkt verwandt, und letztlich sind viele Whiskys ja eigentlich nur destillierte Biere, im angloamerikanischen Raum spricht man ja sogar ab und zu vom „beer“ als alternatives Wort für „wash“ im Whiskybereich, wenn man über die Maische spricht. Darum liegt es ja auch nahe, ein Bier in einem Ex-Whiskyfass nachzureifen; oder sogar, wie hier beim Brouwerij Fisser Ne Flierefluiter Super Tripel Whisky Infused & Oaked, das Bier mit Whisky zu infundieren und/oder mit Eichenholzstücken zu „eichen“. Welcher Whisky für die Infusion genutzt wurde, ist leider erstmal nicht direkt herauszufinden, ein Single Malt scheint es aber grob zu sein. Am 21.04.2022 wurde meine Flasche abgefüllt, 21.04.2025 ist das „best before“-Datum, ich habe es dennoch jetzt schon geöffnet und probiert.

Brouwerij Fisser Ne Flierefluiter Super Tripel Whisky Infused & Oaked

Ein blondes Bier, sicherlich, im Vergleich zu vielen anderen Bieren, die Eichenholzkontakt hatten. Hier ist die Farbe Safrangelb geblieben, naturtrüb natürlich, und mit ein paar dunklen Partikeln, die beim Eingießen mit ins Glas kommen, die aber wohl eher Hefe sind als Holzreste. Der Schaum ist flauschig und fein und bleibt eine ganze Weile auf dem Bier stehen.

8°C ist die empfohlene Trinktemperatur, und da brauchen wir dann gar nicht großartig nach komplexen Duftstoffen zu suchen. Getreide ist deutlich da, ein paar frische Fruchtnoten, ohne wirklich aromahopfig zu sein. Ein bisschen Holzreste riecht man, nasses Fassholz, aber keinen Whisky.

Im Mund ist er dann ein bisschen, aber nur ein bisschen, erkennbarer. Das Bier an sich ist unerwartig würzig und kräftig, geht deutlich ins Salzige über, mit einer spürbaren Umami-Seite. Die Textur ist fett und sehr breit, das Bier muss man kauen, die Karbonisierung ist sehr fein, was sich ja schon im Schaum geäußert hatte. Dennoch wirkt es rezent und frisch, der Whisky kommt mir persönlich eher wie Bourbon vor denn Scotch – beides ist aber versteckt und für mich nicht sehr deutlich ausgeprägt. Im Verlauf wird das Bier trocken, gegen Ende ein bisschen adstringierend, hier kommt dann holzige Bittere auf, die die Süße ausgleicht. Der Abgang ist kantig und erkennbar alkoholisch, 10% spürt und schmeckt man.

Das trinkt sich gut, aber nicht easy, der Alkoholgehalt ist dafür nicht gut genug eingebettet. Die Würze macht das alles noch etwas komplizierter. Für mich wirkt alles ein kleines bisschen unrund und nicht ausgeglichen, ohne dass ich wirklich viel zu meckern hätte. Dennoch: Stabil gemacht, einen Versuch wert für Freunde belgischen Starkbiers, danach suchen muss man aber nicht wirklich.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

2 Kommentare zu „Bier am Freitag – Brouwerij Fisser Ne Flierefluiter Super Tripel Whisky Infused & Oaked

  1. Sehr schöner Beitrag. Es zeigt sich finde ich wieder, dass die belgische Bierkultur einfach offener und mutiger sind. Die (Nach)Reifung von Bieren im Whiskycask ist mega spannend. Genauso die umgekehrte Variante, ein guter Single Malt im Stoutfass zum Beispiel. Bin sehr gespannt, was wir da in beiden Richtungen noch erwarten können 🙂 Schönen Sonntag!

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