Stone Ruination Double IPA Titel

Kurz und bündig – Stone Ruination Double IPA

Die Biere von Stone Brewing leben unter anderem von einer gewissen Attitüde, die sich auf den Dosen abbildet. Der böse Dämon, der einen angrinst, so manch ein markiger Marketingspruch, die Selbstverständlichkeit, mit der die Dose als Transportmedium gefeiert wird („Dosen sind besser. Keine Frage“. Diskutiert wird da nicht!), der Aufbau einer großen Brau- und Bierabfüllanlage in Berlin – da ist viel Potenzial für Gesprächsstoff. Dennoch will ich hier kein Fass aufmachen, sondern lieber die Dose des Stone Brewing Ruination Double IPA, und unabhängig vom lauten Kommunikationston deren Inhalt betrachten.

Stone Brewing Ruination Double IPA

Die Farbe ist erstmal nicht so kreischend, wie man sie von der Aufmachung der Dose vielleicht erwartet hätte. Safran, trübe bis zur Blickdichte, sehr feiner Schaum mit einiger Lebensdauer. Kaum Perlage erkennbar. Der Geruch dagegen dreht den Lautstärkeregler schon hoch – direkt beim Öffnen der Dose ist dieser überwältigend. Tolle, dichte, fast schon tastbare Aromen von Banane, Mango, Papaya und Zitrone. Ein würzig-harziger Unterton gibt Komplexität.

Auch im Geschmack wird kein Blatt vor den Mund genommen. Das Ruination ist sehr bitter schon im Antrunk, trotz des cremigen Mundgefühls. Im Geschmack ist es weniger Obst als vielmehr Gemüse, das alles trägt – Brokkoli, Blumenkohl, Gurke. Sehr ungewohnt, aber gar nicht unangenehm. Die Bittere dominiert natürlich auch im Verlauf alles, da ist es schwer, dagegen anzukommen. Da ist vielleicht noch Mango und Papaya, aber kaum mehr Zitroniges. Nur wenig Süße ist vorhanden, eine kantige Säure dafür schon, die für Rezenz sorgt. 8,5% Alkoholgehalt sind dann noch eine Hausmarke, die beachtet werden sollte. Der Abgang ist aromatisch kurz, von der Bittere gesehen aber sehr lang. Die gemüsig-herzhafte Komponente bleibt vorhanden, mit der das Ale dezent ausschwingt.

Das ist viel extremer in jeder Beziehung als das Arrogant Bastard Ale, das dagegen fast zahm und konventionell wirkt. Für meinen Geschmack ist das übertrieben und sehr eindimensional bitter – das kann man ab und an trinken, aber wirklich oft brauche ich diese Kante nicht. Die Dose ist schon fast komisch lyrisch – „Schönheit und Poesie, A Liquid Poem“? Nur, wenn man Rammstein für Dichtkunst hält.

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