Dieser Hahn kann schön krähen – Gruthaus Pumpernickel Porter

Der Feinkostmarkt im Saarbrücker GaleriaKaufhof ist ein Ausbund an unerwarteten Überraschungen. Sie haben dort wirklich ein hervorragendes Sortiment (leider etwas überteuert) an Spirituosen, und auch eine kleine, aber sehr feine Biertheke mit Bieren aller Art und aus aller Welt. Wenn dann noch eine Mindesthaltbarkeitsdatumswarnungswelle ausbricht, bei der viele Biersorten um 50% reduziert werden, so wie neulich, schlage ich bei allem, was nicht niet- und nagelfest ist, zu. Eins dieser MHD-Biere war das Gruthaus Pumpernickel Porter, das ich heute vorstellen will.

gruthauspumpernickelporter-flasche„Schwarz, kernig, vollmundig“ ist das Versprechen auf dem modern und verrückt gestalteten Etikett, das einen Gockel in Comicverfremdung zeigt.  Ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen – die Beschreibung auf dem Etikett passt perfekt.

Das Bier, eingegossen in mein spezielles Porter-Glas von Spiegelau (tolle Gläser, die es auch für IPAs und Witbiere gibt), erscheint erstmal nicht blickdicht, aber mit schöner Perlage und feinem, zurückhaltenden Schaum. Ein leicht metallischer, harziger Geruch ist überraschend, aber sehr angenehm und macht Lust auf mehr.

Geschmacklich überrascht es nur dahingehend, dass es wirklich schmeckt, wie ein Porter schmecken soll (bei der ungeregelten Porter-Biersituation bekommt man wirklich grausiges Zeug als „Porter“ serviert, da muss man vorsichtig sein). Es gefällt im Mund, ist schön dicht, kräftig und dabei immer noch frisch.

gruthauspumpernickelporter-glasViele halten derartig malzlastige, dunkle Biere oft für sättigend; das Gruthaus Pumpernickel Porter ist aber tatsächlich eher erfrischend, nur leicht malzig, und hat auch nur leichte Röstaromen. Diese wirklich gut gelungene Ausbalanciertheit in allen Komponenten setzt sich auch bei einer zurückhaltenden, aber effektiven Bitterkeit und einer nicht übertriebenen Süße fort.

Wie es sich für handwerklich gutes Bier ziemt, ist das Pumpernickel Porter ungefiltert und nicht pasteurisiert, und weist echten Pumpernickel als Zutat aus – Brot und Bier, hergestellt aus ähnlichem Grundstoff, waren schon immer Brüder im Geiste. Dass so eine spannende Vermählung wirklich gut klappt, beweist dieses Bier, von dem ich sicherlich mehr trinken werde, auch wenn es dann nicht mehr um die Hälfte reduziert ist.

Porter macht sich auch immer gut in Cocktails. Der Roll With The Punches #2 zeigt ganz besonders, dass Bier eine tolle, aber leider unterschätzte Cocktailzutat sein kann.

Roll with the Punches #2


Roll With The Punches #2
1½ oz Aromatisierter Rum (z.B. Plantation XO 20th Anniversary)
¼ oz Angostura
¾ oz Orgeat
½ oz Orangensaft
½ oz Limettensaft
…mit Pumpernickel Porter auffüllen


Wirklich ein ganz hervorragendes Porter, das sich nicht vor britischen Platzhirschen in diesem Bierbereich verstecken muss.

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