Schlagwort-Archive: hausbar

10 Flaschen Bier an der Wand – Die Hausbar, Teil 5: Ein unvergesslicher Abend

Eine Cocktailparty – lachende Leute mit einem Glas in der Hand, gute, nicht zu laute Musik im Hintergrund, ein nettes Ambiente. Es gibt solche und solche davon: manche erinnert man gar nicht, manche bleiben unvergesslich. Was ist der Unterschied zwischen beiden? Es gibt ein paar Vorkehrungen, die man treffen kann, um nicht in die erste Kategorie zu rutschen.

Laden Sie nicht zuviele Leute ein. Ein kleiner Kreis, maximal 10 Gäste, und das ganze wird intimer, freundlicher, enger. Zuviele Gäste erzeugen eine nervöse, hektische Stimmung, in der keine Kommunikation zwischen ursprünglich Fremden aufkommt. Ein kleiner Kreis, und am Ende des Abends können Sie sicher sein, neue Freundesnetzwerke gebildet zu haben.

Entscheiden Sie sich für eine kleine Cocktailkarte mit Cocktails, die Sie effektiv herstellen können. Lassen Sie die aufwändigen Tiki-Cocktails, für die Sie Dutzende Zutaten und viel Werkzeug brauchen, weg. Lassen Sie die Prohibition-Era-Cocktails, die nur einer der Gäste zu schätzen weiß, weg. Lassen Sie aber auch die üblichen Standard-Cocktails, die man schon oft getrunken hat, weg. Finden Sie maximal 5 Cocktails, die wahrscheinlich keiner der Gäste kennt, die aber von der Zusammenstellung leicht herzustellen und dabei sehr schmackhaft sind und eine gewisse Bandbreite an Geschmäckern abdecken. Eventuell ist ein Punsch oder eine Bowle eine gute Idee.

Verwenden Sie gute Zutaten. Sie wollen die Gäste mit Qualität beeindrucken, nicht mit Masse. Ein guter Rum, ein guter 100%-Agave-Tequila, ein guter Whiskey. Neben den Geschmackserlebnissen bieten diese Qualitätsspirituosen auch Diskussionsstoff für die Gäste mit Ihnen und untereinander. Das gilt auch für Bier, das Sie neben den Cocktails zusätzlich im Angebot haben sollten: Ein Craft-Bier ist interessant, ein Industriepils langweilig.

Bieten Sie passende, ausgefallene Snacks an. Salzstangen und Erdnussflips sind schrecklich öde – stellen Sie leicht herzustellende, aber schmackhafte Spezialitäten bereit, die zu den Cocktails passen. Geröstete Toastscheiben statt Salzstangen, Salsa statt Ketchup, Fruchtsalat statt Gummibärchen, getrocknete Tomaten statt Chips, vielleicht sogar Austern und Sushi: Auch hier zählt die Ausgefallenheit und Qualität.

Denken Sie bei einer größeren Runde darüber nach, eine Barhilfe zu engagieren – beispielsweise ein Nachbarskind, das beim Schnippeln und Servieren hilft. Es kann sich ein kleines Taschengeld verdienen, und Sie sind entlastet, um sich auf das wichtige zu konzentrieren.

Sorgen Sie für gedämpfte Musik, passend zum Motto Ihrer Party. Nicht zu laut, dass die Gäste nicht schreien müssen; aber auch nicht zu leise, damit nicht befangen geflüstert werden muss. Kümmern Sie sich darum, dass Raucher einen gemütlichen Platz zum Quarzen finden, auch wenn Sie selbst nicht rauchen. Klären Sie mit den Nachbarn, dass es heute vielleicht etwas länger und lauter werden könnte.

Begrüßen Sie Ihre Gäste mit einem Drink! Dale DeGroff schreibt in seinem Buch The Craft of Cocktail:

Feature a special drink or punch for when guests arrive; there’s nothing more important than to get a drink in everyone’s hand upon arrival.

Es geht dabei nicht um den Alkoholpegel des Abends – sondern darum, den Abend gut zu beginnen. Ein Gast fühlt sich geschätzt und beachtet, wenn Sie ihm direkt einen Cocktail in die Hand drücken.

Das allerwichtigste aber können Sie nicht kaufen oder vorbereiten. Es geht dabei um Sie. Man kann den perfektesten Cocktail hinzaubern, im wunderbarsten Ambiente, mit den besten Zutaten – woran sich der Gast erinnert, ist Ihr Lächeln, wenn Sie ihm den Cocktail reichen. Freundlichkeit und Ihre Persönlichkeit sind die wichtigsten Dinge, die Sie einem Gast präsentieren können.

Harry Johnson hatte auch noch einen Tip parat. Wenn ein Gast etwas außer der Reihe will, sorgen Sie dafür, dass er es bekommt.

The greatest accomplishment of a bartender lies in his ability to exactly suit his customer.

Wenn Sie dann noch eine Anekdote zu dem Cocktail parat haben, über dessen Historie, oder ein Malheur bei früheren Versuchen, ihn herzustellen, oder wenigstens über eine der Zutaten, und warum Sie gerade diese Zutat verwenden – der Gast wird an Ihren Lippen kleben und diesen Cocktail nie vergessen.

Seien Sie ein Gastgeber, nicht ein Bartender. Ein Impresario, nicht ein Dompteur. Ein Moderator, nicht ein Präsentator. Dann wird der Abend ein garantierter Erfolg.

10 Flaschen Bier an der Wand – Die Hausbar, Kapitel 4: Harte Schale, weicher Kern

Die Vielfalt an Gläsern, und die Idee, dass jedes Getränk seine eigene Glasform erfordert, ist genauso alt wie die Mixologie selbst. David Wondrich zitiert in Imbibe! ein Bartenderhandbuch, das folgende Glasformen als erforderlich für eine Bar aufzählt.

Champagne, Claret, Port, Sherry and Rhine Wine Glasses, Cocktail for Whiskey, etc., Julep and Cobbler Glasses, Absinthe, Whiskey, Pony Brandy, Hot Water, John Collins and Mineral-Water glasses, as well as large Bar Glasses for mixing purposes and for ornamentation, together with all sizes of Beer, Ale and Porter glasses. There should also be a great variety of Fancy Glassware, to be used in decorating the shelves behind the counter.

In der Heimbar kann man natürlich etwas zurückhaltender sein. Eigentlich, wenn man nur für sich Cocktails macht, und man nicht anspruchsvoll ist, was das Optische angeht, reicht tatsächlich ein einzelnes Glas, zum Beispiel ein Tumbler.

Doch der wahre Cocktailfreund ist natürlich nicht so anspruchslos. Die Präsentation gehört, wie oben erwähnt, schon immer mit zum Cocktail, seit Jerry Thomas‚ Zeiten. Dekoration, Strohhalme, und, ja, auch die passende Glasform. Wer will schon einen Martini aus einem Tumbler, einen Old Fashioned aus einem Hurricane-Glas oder einen Mint Julep aus einem Martinikelch trinken?

Dabei muss man natürlich nicht päpstlicher sein als der Papst. Manche Cocktailbücher schreiben genau vor, welcher Drink in welches Glas gehört. Das finde ich zu einschränkend; mir geht es mehr darum, dass das Glas zum Drink passt. Persönlicher Stil ist wichtiger als stumpfe Vorschriften. Und wenn man erklären kann, dass es zum persönlichen Stil gehört, dass man einen Old Fashioned dann halt doch aus einem Hurricane-Glas trinkt, dann ist das eben so – irgendjemand hat ja auch mal stilsicher den Martinikelch für den Martini festgelegt.

Ich bin ein großer Freund des individuellen Glases; ich habe die meisten meiner Gläser nur ein einzelnes Mal. Nur wenn es gar nicht anders geht kaufe ich auch Sets aus 4 oder 6 Gläsern, das passiert aber nur alle Jubeljahre. Ein unerschöpfliches Reservoir an ungewöhnlichen, seltenen, verrückten und Vintage-Gläsern findet man auf Flohmärkten – oft für einen Spottpreis. Was es dort nicht gibt, findet man wahrscheinlich bei Markenglas.de.

Was ist das ideale Glas für den Cocktail? In Deutschland denkt man oft an diese riesigen Saftcocktails, wenn man von Cocktails redet. Der Kenner weiß aber, dass das eine abnorme Monstrosität ist, mit das schlimmste, das die 80er Jahre in ihren Flair-Bartending-Auswüchsen hervorgebracht hat. Der klassische Cocktail ist klein, meist 3-5 amerikanische Flüssigunzen, was grob 90-150ml entspricht. Das ist auch die Menge, die ein Cocktailglas fassen können soll.

Die Reise durch meinen Glasschrank beginnt mit der Allzweckwaffe, in der man eigentlich alle Cocktails und puren Spirituosen servieren kann, ohne als Banause dazustehen: Tumbler. Ein unendliches Gebiet, ein Dschungel an Formen, eine Welt für sich, oft dann in Sonderformen für spezielle Spirituosen. Rumtumbler sind meist eher schwungvoll und rundlich gestaltet…

hausbar-glaeser-tumbler

…Whiskeytumbler dagegen oft eher streng zylindrisch, wie der ganz klassische Scotchtumbler, im angloamerikanischen Sprachraum auch Old Fashioned Glass genannt, den man noch häufig in amerikanischen Filmen neben den Bleikristallkaraffen voll Johnnie Walker sieht, und den man in vielen Haushalten als Staubfänger in den Glasvitrinen findet. Moderne Versionen sind etwas flippiger und ausgefallener. Ein dicker Boden hilft bei der Kühlung des Inhalts, und sorgt dafür, dass man nach dem dritten Glas dasselbe nicht umkippt.

hausbar-glaeser-klein

Für den extravaganteren Genuss eines Whiskeys gibt es Markengläser, die ein ungewöhnliches Design aufweisen. Eckige Tumbler, Tumbler mit massivem Standfuss und eingegossenen Markenlogos: Oft bekommt man diese in einem Geschenkpack zusammen mit der Flasche. Persönlich liebe ich solche Gläser, da die Spirituosenfirmen diese Gläser als Werbungsobjekt nutzen, und sie daher oft gut durchdacht und ansprechend gestylt sind.

hausbar-glaeser-whiskeytumbler

Ein Martini-Glas ist eine weite Schale mit normalerweise einem Stiel; alternative Versionen verdicken den Stil. Ich mag auch gern ungewöhnlich gestaltete Gläser, die einem verrückten Cocktail den passenden Rahmen geben. Für einen ganz klassisch-kühlen Martini muss aber dann doch auch ein ganz klassischer Martinikelch her.

hausbar-glaeser-coupe

Ein Zwischending zwischen Martiniglas und Tumbler sind die leicht konisch geformten Cocktailgläser, die ich gerne für schaumige Rumcocktails nutze. Sie sind auch gut für Drinks mit Eiswürfeln geeignet, weil sie oben schön weit sind, und dank ihrem dicken Boden recht standfest. Gibt es dafür einen offiziellen Namen? Ich weiß es nicht.

hausbar-glaeser-rumcocktails

Manchmal braucht man ein stabiles, großes Glas, wenn man darin z.B. Limetten für eine Caipirinha oder einen Mojito muddeln muss. Dafür nutze ich dann die je nach Laune als Becher-, Wasser- oder Trinkgläser bezeichneten Gefäße. Die gibts überall, sind aber relativ langweilig, und kommen bei mir daher nur sehr selten zum Einsatz. In vielen Bars sind sie meist die Standardgläser für große Saftcocktails.

hausbar-glaeser-saftcocktails

Highball-, Collins- oder Longdrinkgläser sind länger und schmaler als Tumbler. Ideal für Gin & Tonic, Tequila Sunrise, die ganzen Collinses und Rickeys und Fizzes und andere Drinks, die man gern aus so hohen Gläsern trinkt. In diese Kategorie zähle ich persönlich dann auch so etwas wie ein Hurricane-Glas, das man oft für die Piña Colada oder eben den Hurricane genutzt sieht. Mir gefällt die Form des Hurricane-Glases nicht, daher habe ich kein spezielles solches Glas bei mir im Glasregal.

hausbar-glaeser-highball

Shooter oder Shotgläser braucht man in der gehobenen Barwelt eher selten – man will den Schnaps ja genießen, und nicht nur runterstürzen. Dennoch muss natürlich so ein Glas in der Heimbar vorhanden sein. Ich bevorzuge dann aber, um wenigstens etwas Stil in den Schuss zu bringen, ungewöhnliche Gläser, wie die massiven Brocken von Becherovka (links), oder liebevoll gestaltete Tequila-Caballitos.

hausbar-glaeser-shooter

Für den Genießer sind sogenannte Sniffer oder Nosinggläser unerlässlich. Durch die Tropfenform hat der Geist genug Raum, sich im Glas zu entfalten, und gleichzeitig werden die Aromen beim Aufsteigen wie in einem Kamin konzentriert. Das Glencairn-Glas in der Mitte ist ein gut handzuhabendes, elegantes Beispiel dafür.

hausbar-glaeser-nosing

Für den, der dann schon alles an Standardgläsern hat, eröffnet sich eine ganz eigene Welt der Getränkebehältnisse, die nur für ganz spezielle Drinks gebraucht werden. Ein Tiki-Mug für die Rumsaftcocktails im Südsee-Hawaii-Stil, ein Julep-Becher für den standesgemäßen Mint Julep, oder ein Bierkrug ergänzen das Barsortiment um ungewöhnliche Elemente.

hausbar-glaeser-spezial

Für Bier hat sich in letzter Zeit, im Zuge der Craft-Beer-Welle, auch eine Glaskultur herausgebildet. Spiegelau zum Beispiel stellt fantastische Porter-, IPA- und Witbiergläser her, die sowohl optisch als auch funktional überzeugen. Der moderne Biergenießer kann sich inzwischen aber auch mit langstieligen, dünnwandigen Biergläsern ausstatten, die an Weingläser erinnern.

bierglaeser

In Teil 3 dieser Serie zur Heimbar hatte ich ein Ikea-Regal als Heimbargrundlage vorgeschlagen; auch für Gläser hat Ikea ein schönes, passendes Einrichtungsobjekt im Angebot. Der LILLÅNGEN-Wandschrank ist von der Tiefe her perfekt geeignet, ein paar Gläser aufzunehmen. Die Glaseinlagen betonen die Gläser dann noch.

glaeser-schrank

Ich gebe zu, ich bin etwas zum Glasfetischisten geworden. Wer sich mit dem Gedanken trägt, eine Hausbar aufzubauen, sollte diesen Aspekt keinesfalls vernachlässigen, denn, wie eingangs geschildert: Ein Drink schmeckt gleich doppelt so gut, wenn er in einem ansprechenden, passenden Glas serviert wird.

10 Flaschen Bier an der Wand – Die Hausbar, Kapitel 3: Ein Heim für Flaschen

Nun haben wir also ein paar Flaschen eingekauft, und uns etwas Handwerkszeug zugelegt. Schnell stellt sich die unausweichliche Folgefrage: Wo lagern wir das ganze Zeug? Persönlich bin ich ein Fan davon, zu zeigen, was man hat. Also käme für mich kein „Giftschrank“, also eine Vitrine mit geschlossener Tür, in Frage. Ein Traum wäre natürlich eine professionelle Bar, mit Deckenschiene und verspiegelter Auslage. Doch das ist selbst für den ambitionierten Normalbürger meist nicht realisierbar. In diesem Artikel möchte ich daher eine preisgünstige, aber dennoch optisch was hermachende und dabei auch funktionale Lösung vorstellen.

Ein Blick in den umfangreichen Katalog eines großen schwedischen Möbelhauses liefert das Grundgerüst. Das Ikea-KALLAX-Regal ist eine perfekte Basis für ein dezent zurückhaltendes Spirituosenregal. Für 79€ bekommt man das Regal mit 4×4 Fächern, in den Abmessungen 147×147 cm – da sollte genug Platz für viele Flaschen sein. Ein Fach ist hoch genug für Standardflaschen – solche Türme wie Galliano, Brugal Titanium oder Boven’s Arrak passen aber nicht rein, das wäre auch zuviel verlangt. Der Aufbau ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Es ist wirklich empfehlenswert, eine zweite Person als Hilfe dabeizuhaben. Und man darf auch den Platzbedarf beim Aufbau nicht unterschätzen!

Ist das Regal mal aufgebaut und an die Wand gestellt, kann man auch schon direkt beginnen, es mit den gesammelten Flaschen zu befüllen. Man muss sich überlegen, wie man die Ordnung organisiert – Flaschen, die man oft braucht, sollten nicht hinten stehen; Flaschen, die man besonders präsentieren möchte, sollten oben auf dem Regal stehen; und eine Ordnung nach Spirituosengattungen ist vielleicht empfehlenswert, damit man nicht so lange nach einer Flasche suchen muss. Die alte Supermarktregal-Regel gilt auch hier: In Augenhöhe die guten Sachen; ganz unten, wo man sich bücken muss, die Sirups, Säfte und andere unedle Ware.

hausbar-großesregal

Besonders spektakulär wirkt so ein Raumtrenner-Regal natürlich, wenn man den Platz hat, es auch als Raumtrenner einzusetzen. Wenn dann noch das Licht durch die Fächer und darin aufbewahrten Flaschen strahlt… Nun, ich habe leider nicht so viel Platz. Aber auch an der Wand macht sich das Regal gut.

hausbar-regale3Um die Baratmosphäre zu komplettieren, kann man eine LED-Lichterkette am Rand des Regals installieren. Die „blaue Stunde“ hat bei mir dadurch inzwischen eine ganz eigene Bedeutung bekommen!

hausbar-blau

Das Kallax-Regal gibt es in unterschiedlichen Formen und Farben. Ich habe mir gleich noch einen 2×2-Würfel geholt, den ich als Arbeitsfläche und Abstellregal für Gläser nutze. Ist zwar manchmal ein bisschen eng, aber es geht schon. Die Fläche habe ich teilweise mit Barmatten ausgelegt, um auch mal was zum Abtropfen hinstellen zu können, und überlaufende Gläser nicht dazu führen, dass klebrige Flüssigkeit am Rand runterlaufen kann.

hausbar-kleinesregalDie Fächer können, wie gesagt, zum Gläsereinstellen genutzt werden. Ikea bietet auch Einschiebfächer und Kästchen an, die man ins Regal schieben kann als Schüttraum; richtig stylish wird die Bar aber, wenn man Kartons von beliebten Spirituosen als Schüttfächer benutzt. Dazu einfach im nächsten Supermarkt nachfragen, ob man einen der Kartons, bevor die ihn wegwerfen, mitnehmen kann. Jack Daniel’s Old No. 7-Kartons beispielsweise passen perfekt in das Kallax-Regal.

hausbar-schublade1Dazu schneidet man dann nur oben die Klappflächen ab, und kann dann Ausgießer, kleine Nutzflaschen oder anderes Zeug in den Karton werfen und elegant verstauen.

hausbar-schublade2Ich bin mit dieser Lösung sehr zufrieden. Bei mir wird der Platz allerdings schon wieder knapp, und ich bin am Hin- und Herräumen. Die Rums, die früher oben auf dem prestigeträchtigen Regaldach standen, mussten nun den Bourbons Platz machen, und sich mit darunterliegenden Fächern begnügen. Eine Idee, um noch mehr aus der Tiefe des Regals herauszuholen, ist, die Kartons und Geschenkdosen, in denen manche Flaschen verkauft werden, als zusätzliche Ebene einzusetzen. Das würde ich aber nur empfehlen, wenn das Regal wirklich an der Wand steht.

hausbar-schachtelnalsebeneIst man mit der Einrichtung und Dekoration fertig, ist so ein Barregal ein echter Blickfang, der jeden Gast in seinen Bann zieht. Kenner suchen direkt nach ihren Lieblingsspirituosen, Uneingeweihte sind baff und es entsteht sofort ein Gespräch darüber. Und auch selbst, das garantiere ich, steht man immer wieder mal vor dem Regal und schwärmt, ganz privat, für sich, vor sich hin…

10 Flaschen Bier an der Wand – Die Hausbar, Kapitel 2: Das Handwerkszeug des Cocktailbastlers

In dieser Reihe von Artikeln möchte ich angehende Heimmixologen dabei beraten, wie man sich effektiv eine kleine, aber feine Hausbar einrichtet. Im zweiten Teil geht es um die wichtigsten Werkzeuge, die man braucht, um vernünftige erste Schritte zu tun.

zubehc3b6rjigger1Das wichtigste aller Werkzeuge überhaupt, man kann es gar nicht genug betonen, ist der Jigger. Schätzen beim Gießen können Barprofis, die das jahrelang trainieren, und selbst da bin ich eigentlich mißtrauisch. Ein Rezept ist dazu da, dass man sich mengenmäßig daran hält – viele Cocktailrezepte entstehen aus mühevollem Kleinsttuning bei den Zutaten. Ein bisschen zuviel hiervon oder davon verändert schnell den Gesamtgeschmack.

 

 

zubehc3b6rjigger2Die meisten Rezepte, die ich finde, stammen aus amerikanischen Büchern oder Webseiten. Entsprechend werden dort Mengenangaben in Unzen (ounces, oz) gemacht – eine Unze entspricht in etwa 3cl. Ich habe mich daran gewöhnt, und verwende daher Jigger, die in Unzen geeicht sind. Es ist eher wichtig, einen kleinen Jigger zu haben, also mit 1/2 oz beispielsweise, als einen großen – mehrfach eine Kappe verwenden ist deutlich leichter als bei Kegelform die Hälfte abzuschätzen.

Mir persönlich gefällt mein Dreimaß-Fingerjigger sehr gut – er ist hochpraktisch und sieht extrem cool aus.

 

zubehc3b6rbostonshakerKein angehender Bartender kommt ohne einen Shaker aus. Ich empfehle grundsätzlich lieber einen Boston Shaker, der aus einem Mixglas und einem Metallbecher besteht. Keine Sorge, dass das undicht wäre: Nach wenigen Versuchen hat man die Technik des Glasaufschlagens gelernt, und dann läuft da nichts aus. Ein Boston Shaker ist einfacher zu gebrauchen, zu reinigen und für den Zuschauer sehr viel spektakulärer, da man sehen kann, wie die Flüssigkeit geschüttelt wird. Die 3-teiligen Cobbler-Metallshaker, die man überall bekommt, finde ich langweilig und unpraktisch.

 

zubehc3b6rstrainerZum Abgießen des Cocktails, um grobe Feststoffe wie Eisbrocken auszufiltern, ist ein Hawthorne-Strainer unerlässlich. Durch die Feder passt er sich auf viele Glasgrößen an. Falls man noch feiner filtern muss, hilft ein einfaches Küchensieb.

 

 

chadess-sugared-borderWer mal versucht hat, eine Viertelunze Flüssigkeit in einen Jigger zu gießen, weiß, dass das mit den riesigen Öffnungen von Flaschen schwer ist. Ausgießer zum Dosieren schaffen Abhilfe. Es gibt eine Unzahl von Varianten; ich mag die einfachen Metallausgießer, die mit einem Plastikdeckel verschließbar sind. Letztlich kann man auf die Hauptspirituosen, die man immer wieder braucht, wie den Gebrauchsgin, -vodka oder -bourbon, einen Ausgießer montieren, und insbesondere auf eher dickflüssige Zutaten wie Zuckersirup oder auch Triple Sec; die Schnäpse, die man eher selten braucht, sollte man zum Schutz richtig verschließen.

 

zubehc3b6rmixingglasManche Cocktails sollen, und das ist keine Phrase, gerührt und nicht geschüttelt werden. Wenn man sich an meine Empfehlung hält, sich einen Boston Shaker zuzulegen, hat man automatisch auch ein Rührglas; wer es etwas stylisher will, holt sich ein spezielles Rührglas aus dickem Material mit festem Boden, Ausgusslippe und einem Yarai-Schliff.

 

 

 

zubehc3b6rlc3b6ffelZum Rühren braucht man natürlich den entsprechenden Löffel. Spezielle Barlöffel sind sehr lang mit gedrehtem Stiel, der das Rühren vereinfacht; viele haben einen kleinen Stößel am hinteren Ende. Fürs erste tut es natürlich auch ein einfacher, langer Macchiato-Löffel.

 

 

zubehc3b6rstc3b6sselOft muss man Zutaten im Glas ausquetschen und zermantschen – im Fachjargon nennt sich das „muddeln“. Dafür ist ein Stößel ideal. Auch hier gibt es unendlich viele Variationen, aus Plastik, Metall oder Holz. Wichtig ist nur, dass er stabil ist und gut in der Hand liegt, da man manchmal etwas Kraft aufwenden muss.

 

zitruspressenMit Zitrusfruchtpressen habe ich viel Ärger gehabt. Mein Glück fand ich dann mit einer großen, stabilen Zitronenpresse mit herausnehmbaren Sieb und Antirutsch-Boden. Fürs schnelle Pressen ist bei mir darüberhinaus noch eine Limettenpresse griffbereit.

 

 

rezeptbuchNatürlich kann sich kein Mensch all die Mixturen wirklich merken, die er über die Zeit zubereitet. Damit man nicht immer wieder neu suchen muss, ist ein Rezeptbuch unerlässlich. Ich schreibe mir jedes Rezept ins Buch. Ein „Stern“ markiert einen Cocktail, der sehr lecker ist; ein „Minus“ einen, den ich nicht nochmal probieren muss. Spezielle Hinweise auf die Zubereitung oder besondere Zutaten kommen ebenfalls ins Buch.

 

zubehc3b6rbarmatteWenn man mit flüssigen Zutaten hantiert, läuft schnell mal was daneben – oder verrutscht auf dem glitschigen Tisch. Eine Barmatte aus rutschfestem Gummi, mit einer Noppenschicht, auf der Gläser abtropfen können oder Ausgelaufenes bis zur nächsten Reinigung „verschwindet“, hilft enorm, die Sauberkeit und Arbeitssicherheit zu steigern. Natürlich muss man sie ab und an unter warmem Wasser abspülen.

 

zubehc3b6rdeckeUnd ein Bartuch vor dem Arbeitstisch hilft, die gröbsten Tropfer aufzufangen – besonders, wenn man wie ich einen Teppich im Barraum hat. Ein weiteres wird auf dem Tisch platziert, um Glasränder oder Flaschenhälse abzuwischen. Persönlich mag ich bei diesen Artikeln, einfach weil es cool aussieht, Markenlogos eingewebt oder aufgedruckt.

 

icecrushers-borderEis ist so selbstverständlich für Cocktails, dass es separat kaum erwähnt werden muss. Doch ab und an braucht man statt Eiswürfeln auch Crushed Ice. Eine kleine Eismühle hilft bei der Umwandlung von Eiswürfeln in kleine Eisbröckchen. Und wenn man das Eis mal schlecht auseinanderkriegt, ist ein Eispickel eine wertvolle Unterstützung, sei es ein „Basic Instinct“-Eispickel mit Einzelspitze, oder einer wie meiner mit mehreren Zinken.

 

 

zubehör-eiskisteDas gecrushte Eis, oder die Eiswürfel für die Party, kommt in einen Eiseimer, idealerweise halbwegs isolierend mit Deckel und Abtropfeinlage, damit die Würfel nicht im Wasser schwimmen. Ein relativ kleiner, in den in etwa 1-2kg Eis passen, ist völlig ausreichend für alle Zwecke.

 

 

 

 

zubehc3b6rstrohhalmeEine bunte Sammlung von Strohhalmen in verschiedenen Längen und Durchmessern hilft, immer den richtigen Strohhalm für den Cocktail zur Hand zu haben. Man kann die Dinger auch halbieren oder dritteln, falls man ein kleines Glas hat. Stirrer (gibt es dafür ein deutsches Wort? Umrührer?) können als reine Deko dienen, oder man kann an ihnen Fruchtstücke aufspießen.

 

 

 

zubehc3b6rweinpumpeDamit manche der Getränke nicht abstehen oder oxidieren, ist eine Weinpumpe nützlich, mit der man ein schwaches Vakuum in der Flasche erzeugen kann. Wermut, weinbasierte Spirituosen oder Blubberzeugs wie Ginger Beer, Tonic Water oder Sprudel können damit ein wenig länger aufbewahrt werden als ohne.

 

 

 

Natürlich habe ich mir all diese Gerätschaften nicht direkt zu Beginn zugelegt. Für die allerersten Cocktails reicht ein Jigger und ein Shaker. Ich garantiere, dass die Werkzeugkiste bei Gefallen an dieser Tätigkeit eh von allein wachsen wird.

Ein Tipp noch am Rande: Flohmärkte sind eine wahre Fundgrube für Cocktailwerkzeuge. Scheinbar probiert der eine oder andere die Mixologie mal aus, und verscherbelt das Handwerkszeug dann direkt wieder. Das Leid des einen ist die Freude des anderen!

10 Flaschen Bier an der Wand – Die Hausbar, Kapitel 1: Die hochgeistige Grundausstattung

In dieser Reihe von Artikeln möchte ich angehende Heimmixologen dabei beraten, wie man sich effektiv eine kleine, aber feine Hausbar einrichtet. Im ersten Teil geht es um die Grundspirituosen, die man braucht, um vernünftige erste Schritte zu tun.

Der erste Einkauf wird den Geldbeutel recht stark belasten, denn schon für simple Cocktails benötigt man mehrere Zutaten. Ist aber der erste Schritt mal getan, kann man je nach persönlicher Präferenz die Bar in kleineren Schüben immer weiter ausbauen – tendiert man mehr zu klassischen Cocktails, wird die Whiskey- und Tequila-Schiene wohl immer größer; bei Tiki-Cocktails die Rum-Schublade; bei modernen Drinks das Vodka-Regal. Für die meisten Gruppen habe ich noch Ergänzungen angeboten, falls es neben dem Basissortiment auch eine feinere, besondere Variante sein soll.

Letztlich ist zur Vorsicht geraten: Schnell kann so eine Hausbar zum Kaufrausch verleiten, und die aus einer Laune heraus gekauften Spirituosen im Regal ein tristes Dasein fristen, weil der fünfte Bourbon oder siebte Rum dann eben kaum zum Einsatz kommt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es manchmal extrem schwierig ist, der Versuchung von Sonderangeboten zu widerstehen – daher empfehle ich nur, sich eine Wunschliste anzulegen, und das neue Objekt der Begierde erstmal auf die Liste zu legen und ein bisschen „reifen“ zu lassen. Hin und wieder verschwindet der Kaufdrang dann mit der Zeit.

Wo kauft man am besten Spirituosen? Für diese erste Einkaufsliste ist der Gang in den Supermarkt ausreichend – das meiste davon wird man ohne Schwierigkeiten finden. Wer sich dann später ausweiten will, ist bei Online-Shops deutlich besser beraten; gerade Spezialitäten sind dort klar billiger, trotz der Versandkosten. Manche Schnäpse findet man eh überhaupt nur dort. Sammelbestellungen helfen, die Versandkosten zu reduzieren.

Rum

Obwohl meine Zuneigung zu Rum einen Dämpfer erfahren hat, gehört Rum in jede Hausbar. Gerade für Anfänger ist Rum eine dankbare Spirituose – daher gibt es auch  Empfehlungen für die unterschiedlichen Sorten.

havana-club-smallWeißer Rum, spanisch blanco, wird selten pur getrunken. Er ist hauptsächlich der Mixer für klassische Longdrinks und Cocktails. Eine Flasche Havana Club Añejo 3 Años darf in keiner Hausbar fehlen, auch wenn es eigentlich kein blanco ist – er wird zumindest wie einer verwendet.

oldpascas-smallDunklen, gealterten Rum bekommt man in vielen Abstufungen, vom (für Rumverhältnisse) leicht gealterten Vierjährigen bis zum extragealterten Zwölfjährigen. Für die ersten Schritte tut es ein Old Pascas Ron Negro, der ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bietet.

Ergänzung: Obwohl ich die heimlich gesüßten Rums nicht wirklich weiterempfehlen will, für den tiefen, süßen Zuckerkick gibt es kaum einen geeigneteren Süßrum als den Botucal Reserva Exclusiva. Das ist was zum Lutschen und zum Mixen für die süßeren Cocktails.

Ergänzung: Damit man aber auch für die Purtrinker und Kenner, die vielleicht als Gast aufschlagen, was zu bieten hat, stelle man sich eine Flasche Appleton Estate Extra 12 ins Regal. Für Cocktails, die nach Jamaica-Rum verlangen, ist er ebenso das Nonplusultra.

Whiskey

Für eine Heimbar, die sich hauptsächlich an Cocktails orientiert, lassen wir einfach den kompletten Bereich des nicht-amerikanischen Whisk(e)ys aus – Scotch, japanischer, kanadischer und irischer Whisk(e)y sind dann später gern gesehene Gäste.

bulleitbourbon-smallFür viele klassische Prohibition-Era-Cocktails ist Bourbon unverzichtbar. Jeder kennt den weißetikettierten Jim Beam – und wer was vernünftiges trinken oder mischen will, lässt ihn auch weg. Stattdessen eine Flasche Bulleit Bourbon ins Regal, und der erste Schritt in die richtige Richtung des hauptsächlich Mais-basierten Getränks ist getan.

jimbeamrye-smallLange war Rye-Whiskey vom Markt verschwunden. Doch diese eigentlich recht ursprüngliche Roggen-Whiskey-Sorte ist inzwischen wieder sehr beliebt. Für den Anfänger empfiehlt sich der überraschend gute Jim Beam Rye, der sich gut in Manhattans oder Sazeracs macht.

Ergänzung: Wer einem Gast, der auch mal pur trinkt, einen Gefallen tun will, stellt sich noch eine Flasche Woodford Reserve Kentucky Straight Bourbon ins Regal.

Tequila

In Deutschland hat Tequila einen schweren Stand, obwohl er so ganz langsam, im Zuge des steigenden Interesses an qualitativ hochwertigen Spirituosen, das mit dem Gincraze einhergeht, an Boden gewinnt. Für Tequila gibt es drei Alterungsstufen: blanco, reposado und añejo. Wichtig dabei: es sollte auf jeden Fall ein 100%-Agave-Tequila sein. Die Mixtos wie Sierra Tequila oder José Cuervo Especial lasse man besser im Supermarkt stehen, wenn man Qualität in seiner Bar haben möchte.

agavitaandsauza-smallDer Heimmixer, der hauptsächlich die üblichen Verdächtigen mischt, wie Tequila Sunrise und Margarita, ist wahrscheinlich mit einem blanco oder reposado als erster Flasche gut bedient. Wer in einem Großmarkt wie Metro einkaufen kann, sollte sich den Agavita Platinum Tequila für einen sehr moderaten Preis holen; wer dies nicht kann, greife zum Sauza Hornitos Reposado.

agavitablanco-smallFalls die Tequila-Liebe (unverständlicherweise) eher begrenzt ist, und man dann halt doch einen Mixto aus Preis- oder Erhältlichkeitsgründen kaufen muss, ist der Agavita Blanco noch eine der unschlimmsten Varianten.

Ergänzung: Tequila ist eine erstklassige Purgenießer-Spirituose. Wer sich damit auseinandersetzen will, probiert mal einen Herradura Añejo aus.

Wermut

Wermut ist eine weinbasierte Spirituose, bei der der Wein verstärkt und mit Kräutern, Gewürzen und anderen meist geheimen Zutaten aromatisiert wird. In einer ungeheuren Menge von Cocktails wird Wermut, entweder weiß/trocken/französisch oder rot/süß/italienisch, eingesetzt. Von beiden Varianten wird eine Flasche gebraucht.

martiniandnoilly-smallMartini Rosso ist ein hervorragender, preisgünstiger und leicht erhältlicher süßer Wermut; Noilly Prat diene als Beispiel für einen trockenen Wermut mit ähnlichen Eigenschaften.

Bei Wermut muss die im Vergleich zu stärkeren Spirituosen beschränkte Haltbarkeit berücksichtigt werden. Also möglichst kleine Flaschen kaufen, und diese mit Weinpumpe versiegelt im Kühlschrank aufbewahren, sonst droht das Schimmelfiasko.

Vodka

Persönlich bin ich kein Vodka-Fan. Die langweiligste aller Spirituosen ist für mich, selbst mit meiner nun recht großen Bar, nur mit einer Sorte vertreten. Daher gibt es eigentlich für mich wenig Empfehlungen, die ich aussprechen kann.

smirnoff-smallIch bevorzuge Smirnoff, Absolut oder Russian Standard. Meist die Sorte, die gerade im Angebot zu haben ist.

Lassen Sie die Billigpräsidenten Jelzin, Gorbatschow und andere Superbilligmarken im Regal, die sind voller Fuselstoffe mit Kopfweh- und Katergarantie.

Gin

Der Gincraze ist im vollen Gange – jeden Monat tauchen neue Sorten von Gin auf dem Markt auf, da kann man schnell den Überblick verlieren. Da sich die Ginsorten aber, ähnlich wie beim Vodka, nur in Marginalien unterscheiden, die vielleicht für Purtrinker oder Hipster interessant sind, reicht auch hier eine Flasche.

gordons-smallIch hoffe, man prügelt aus dem Gindom nicht zu sehr auf mich ein, wenn ich als ersten Standardgin den Klassiker Gordon’s London Dry Gin empfehle.

Ergänzung: Für den feineren Gaumen ist der nächste logische Schritt ein edler Hendrick’s Gin, der mit feinem Gurkenaroma und floralen Noten aufwarten kann.

Likör

Die Kategorie der Liköre ist riesig und völlig unterschiedlich – und für Cocktails kaum erschöpfend zu behandeln, zumindest für den angehenden Heimbartender.

chadess-smallDennoch ist ein Triple Sec ein zwingender Kauf – diese Orangenlikörgruppe ist eine Standardzutat in unendlich vielen alten und neuen Cocktails. Zum Beispiel den günstigen Chadess von Aldi Süd, oder den preislich ähnlich gelagerten Le Favori, den man in vielen Supermärkten bekommt.

campari-smallCampari kann man mögen oder hassen; wer Cocktails mixen will, kommt nicht ohne ihn aus.

Das gute an dieser Kategorie ist, dass man meist eh schon etwas davon im Haus hat – Ramazotti, Amaretto, Aperol und ähnliches sind auch ohne Hausbar beliebte Getränke, die auch gut in Cocktails verarbeitet werden können.

Sonstige Zutaten

angostura-smallLange waren sie totgesagt, inzwischen kommt selbst die Heimbar nicht mehr ohne sie aus: Bitter. Letztlich ein Thema für sich und hauptsächlich für den etwas ambitionierteren Privatbartender interessant, ist dennoch ein Fläschchen Angostura unbedingt nötig.

zuckersirup-smallZuckersirup kann man selbst herstellen, indem man Rohrzucker mit Wasser einkochen lässt; wer diese Mühe scheut, holt sich eine Großflasche Zuckersirup, beispielsweise von Monin. Großflasche deshalb, weil sie lange haltbar und gleichzeitig ein großer Bedarf nach Zuckersirup in Cocktails vorhanden ist.

säfte-smallSäfte können ein Problem darstellen, weil sie nur sehr begrenzt haltbar sind, vor allem, wenn die Packung einmal geöffnet wurde. Auch hier, wie beim Wermut, empfehle ich daher möglichst kleine Portionen, idealerweise in durchsichtigen Flaschen, damit man den Zustand (zum Beispiel die dicke, auf dem Saft schwimmende Schimmelschicht) ohne Taschenlampe vor dem Ausgießen erkennt.

Orangensaft beispielsweise, selbstverständlich absolut unverzichtbar, gibt es statt den Liter-Tetrapacks auch in 0,2-Liter-Plastikfläschchen.

Ich garantiere, dass einer der ersten von Ihnen erwünschten Cocktails für einen Gast ein Cosmopolitan sein wird – Sex and the City sei dank. Cranberrysaft muss daher immer vorrätig sein.

Grapefruitsaft ist ein gern gesehener Spieler, der eine schöne Bitterkeit und gleichzeitig freche Fruchtsäure mitbringt.

Ananassaft schließlich findet man in vielen tropischen Cocktails. In meinem Bioladen gibt es ungesüßten Ananassaft in idealen 0,2-Liter-Glasflaschen.

Wer den Aufwand, Limetten und Zitronen auszupressen, scheut, kann sich nach entsprechenden Konzentraten umsehen. Aus eigener Erfahrung empfehle ich aber ganz klar, diese sauren Fruchtsäfte, die man in praktisch jedem Cocktail braucht, aus frischen Früchten selbst auszupressen.

früchte-smallUnd schließlich frische Zutaten, die man ständig nachkaufen muss – die eine oder andere Zitrone, viele viele viele Limetten, und einen Balkontopf mit Minze und Basilikum.

Endgültige erste Einkaufsliste für den Anfang

1 x 0,7l-Flasche Havana Club Añejo 3 Años Rum

1 x 0,7l-Flasche Old Pascas Ron Negro Rum

1 x 0,7l-Flasche Agavita Platinum Tequila

1 x 0,7l-Flasche Bulleit Bourbon Whiskey

1 x 0,7l-Flasche Jim Beam Rye Whiskey

1 x möglichst kleine Flasche Martini Rosso Wermut

1 x möglichst kleine Flasche Noilly Prat Wermut

1 x 0,7l-Flasche Smirnoff Vodka

1 x 0,7l-Flasche Gordon’s London Dry Gin

1 x 0,7l-Flasche Le Favori Triple Sec

1 x 0,7l-Flasche Campari Likör

1 x 0,1l-Flasche Angostura Bitter

1 x 0,7l-Flasche MoninZuckersirup (falls man ihn nicht selbst herstellt)

Säfte in möglichst kleinen Behältnissen nach Wunsch und Bedarf

Frische Zutaten nach Wunsch und Bedarf