Bier am Freitag – Brasserie de L’Apocalypse Cernunnos Bière Blonde Aromatisée Citron Hibiscus

Brasserie de L'Apocalypse Cernunnos Bière Blonde Aromatisée Citron Hibiscus Titel

Noch eins von den Bieren, die mir meine liebe Kollegin Meike aus ihrem Normandie-Urlaub mitgebracht hatte: das Cernunnos Bière Blonde Aromatisée Citron Hibiscus aus der dramatisch benannten Brasserie de L’Apocalypse, die in dem nicht weniger beeindruckend benamten Ort Bois-Jérôme-Saint-Ouen in der Normandie liegt. 6,7% Alkoholgehalt, Hibiskus für die Farbe, Zitrone für den Pepp, Zucker für die Süße und vielleicht sogar die Flaschengärung. Ein Bier, das ich aufgrund des Etiketts schon erstmal nicht so recht ernst genommen habe – doch ich wurde überrascht, soviel vorweg.

Brasserie de L'Apocalypse Cernunnos Bière Blonde Aromatisée Citron Hibiscus

Nach dem Etikett zu urteilen, hätte ich eigentlich etwas rötlicheres im Glas erwartet; doch auf den zweiten Blick ist dieses etwas unansehnliche, blasse Kastanienbraun eigentlich eine ehrliche, natürliche Farbe, wenn man Hibiskus mit Bier vermischt. Volltrüb und blickdicht, mit erkennbaren Hefepartikeln, die man mit ins Glas gießt und die sich dort setzen. Der Schaum ist sehr fein und bleibt als dünne Deckschicht lange erhalten.

Ebenso natürlich wirkt die Nase auf mich, der Hibiskus ist deutlich erkennbar, aber nicht überfruchtig ausgeprägt, sondern passt sich gut in die Bierbasis ein. Leicht marmeladig, beerig, mit einem minimalen Hauch von Zitrus – ein aromatisiertes Bier, wie ich es mag, denn hier wird man nicht mit künstlichen Aromen überströmt, sondern spürt sofort, dass die Natur walten durfte.

Eine dichte Textur, fast schon kauig, zeigt sich sofort im Antrunk, in Zusammenspiel mit der schaumig-cremigen Karbonisierung macht sich das gut, der Alkoholgehalt ist ohne Makel eingebettet. Der Zucker ist nicht mehr spürbar, im Gegenteil, das Bier geht eher in die bitter-herbe Richtung, wirkt im Verlauf trocken und säuerlich. Die Fruchtaromen sind dezent platziert, Zitrone nun fast schon mehr als Hibiskus, der erst im Abgang nochmal aufblüht. Das Finish ist kurz, bitter, im Vergleich zum restlichen Verlauf fast ein bisschen kantig im Rachen.

Sehr interessant und unerwartet, ein Bier, auf das man sich vielleicht etwas einlassen muss, eine Geduld, die sich aber bezahlt macht. Spannend und handwerklich gut, ich muss vielleicht mal in die Normandie zum Biertrinken.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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