Bier am Freitag – Apoldaer Festbock

Apoldaer Festbock Titel

Die Familie trifft sich auch 2023 zu Weihnachten, und die Rollen sind wieder mal klar vergeben – der Papa kocht zwei Dutzend Rinderrouladen, 4kg Spätzle und 2kg Kartoffelsalat, der Schnapsmann (ich) bringt ein paar flüssige Delikatessen aus aller Welt mit, und die Brüder Bier aus der Region, eher fränkisch orientiert der eine, eher hohenzollernsch der andere, eine abwechslungsreiche Mischung. Nun gibt es noch jemand, der mit dabei ist, und aus seiner Heimatgroßregion Biere beisteuert, was ich sehr zu schätzen weiß, so kommen nun auch Biere aus Thüringen und Sachsen mit auf meinen Speiseplan. Beginnen werden wir heute mit dem Apoldaer Festbock, einem auf 6,5% Alkoholgehalt eingebrauten dunklen Bock aus Weimar. Die Spannung steigt!

Apoldaer Festbock

Es knistert so richtig laut, wenn man das Bier eingießt, das zischt und prickelt, dass es eine wahre Freude ist. Die Geräuschkulisse bleibt auch lange danach bestehen, die sehr starke Perlage lässt nicht nach, Perlen mit lautem, knackendem Weißrauschen zu produzieren, selbst wenn der Schaum eher dünn wird dann. Farblich ist es auch ansprechend, mit seiner kristallklaren, fast roséfarbenen Holztönung.

Die Nase ist beerig und marmeladig, erinnert an Erdbeerkompott und Pfirsichgelée. Ein bisschen Blütenhonig ist dabei, überraschend süßlich und fruchtig das ganze, sehr angenehm zu schnuppern. Darunter findet man ein bisschen Rost, und gemälzte Gerste, das Basismaterial ist schön erkennbar.

Am Gaumen fällt erstmal die Rezenz auf, das ist vom Ohr her schon erwartet gewesen. Gut pointierte Süßsauerbalance spielt dem in die Karten, eine weiche Textur wird durch eine klare Frischekante aufgelockert. Auch im Mund meint man, ein bisschen Marmelade mit im Glas zu haben, aber natürlich und sauber ins Bier integriert, ohne, dass das als Fremdkomponente oder Zusätze wahrgenommen würde. Volles Volumen, mit Prickeln auf der Zunge, und einem sehr angenehmen, leicht holzigen und malzaromatischen Abgang.

Ein sehr ansprechendes Bier, mit eigener Charakteristik und einem eigenen Stil, den ich sehr mag. Schade, dass ich nur eine Flasche davon habe – ich werde den Spender sicher dazu auffordern, mehr davon für mich zu organisieren!

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

Ein Kommentar zu “Bier am Freitag – Apoldaer Festbock

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