Mount Gay Pure Silver Titel

Kurz und bündig – Mount Gay Pure Silver

Urlaubsmitbringsel! Herrlich! Es freut einen, wenn die Kollegen an einen denken, selbst im Urlaub. Und wenn man dann sogar noch was mitgebracht kriegt, freut man sich doppelt. Dreifach sogar, wenn es sich um ein Sample eines bajanischen Rums handelt! Vierfach, wenn das Sample tatsächlich auf Barbados gekauft wurde. Fünffach, wenn man schon vor der Verkostung weiß, dass es sich um qualititativ hochwertigen Rum handelt, wie den Mount Gay Pure Silver. Diese Besprechung basiert auf genau so einem mitgebrachten 5cl-Sample.

Mount Gay Pure Silver

In Deutschland ist dieser Rum in dieser Form, soweit ich weiß, nicht leicht erhältlich. Es gibt den Mount Gay Silver, der allerdings nur 40% aufweist, während der Pure Silver 43% Alkoholgehalt hat. Es handelt sich dabei um einen gereiften Rum, der mindestens 2 Jahre er in Ex-Bourbon-Fässern lagerte, und dem die Farbe dann wieder entzogen wurde – entsprechend klar ist er nun. Der Geruch ist erstmal deftig, und fast ausschließlich, lösungsmittelig. Eine tieferliegende Dunkelheit in der Aromatik deutet auf das Alter hin. Etwas Getreidecharakter ist da, dadurch erinnert der Pure Silver mehr an Vodka als an Rum.

Im Antrunk ist der Bajaner sehr süß, das bleibt auch im Verlauf bis zum Schluss die Grundtendenz. Lösungsmittel auch im Geschmack, dazu Getreide, hm, wäre nicht die wirklich tiefe Süße, ich würde es für Vodka halten. Ist das ein Kompliment für Rum? Eher nicht. Der Abgang ist glühend heiß, aber nicht brennend, bis tief in die Speiseröhre hinunter. Das gefällt mir, unzweifelhaft hat der Pure Silver ordentlich Power und Volumen, doch aromatisch bleibt er leider arg kurz, ein milder Eisenton ist schon alles.

Nun, das ist sicher kein Rum, den ich mir abends so vor dem Fernseher eingießen würde, da kann er noch so sehr aus einer Traditionsbrennerei stammen. Seine Kraft und dicke Schwere ist letztlich sein einziger Vorteil, denn sonst hat er sensorisch kaum etwas zu bieten. Bei Melasse-Rum mit hohem Column-Still-Anteil ist es halt wie bei Whisky (und anders als bei Tequila und Cachaça!) – er braucht das Fass, um attraktiv zu werden, und das mehr als 2 Jahre. So bleibt, so leid es mir tut, nur die Freude über das Geschenk. Diese überwiegt natürlich alles, da ist der Geschmack letztlich auch zweitrangig.

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