Stone Berlin war eine kurzlebige Geschichte – die Idee war eigentlich gut, für den deutschen Markt das Bier auch in Deutschland zu brauen, und es schien auch gut zu funktionieren, doch am Ende war es eine Fehleinschätzung, und 2019 wurde die Location wieder geschlossen und die restlichen Einrichtungen, wie der Biergarten, an Brewdog übergeben. Greg Koch äußerte seine große Frustration über die Situation in einem langen Blogeintrag auf der Stone-Homepage. Aber die Biergeschichte geht trotzdem weiter: Das Stone Neverending Haze IPA wird jedenfalls nun in den USA gebraut und importiert. Für ein IPA ist es mit 4% Alkoholgehalt überraschend leicht eingestellt, und bezieht seine namensgebende und stiltypische starke Trübung aus Hafer. Auf die Dose, rein ins Glas.

Passend zum Namen natürlich volltrüb, beim Eingießen fallen auch ein paar Stücke Hefe mit ins Glas, die durch die langsame, aber durchgängig vorhandene Perlage im Glas auf und ab gestrudelt werden. Der Schaum aus großen, groben Blasen fällt schnell in sich zusammen. Geruchlich findet man die IPA-typischen Aromahopfennoten, viel Grapefruit, viel Limette, darunter etwas Mango und Ananas. Nach dem gefühlt 100sten IPA überrascht das (leider) nicht mehr, aber die Zeiten, in denen mich die modernen Interpretationen überrascht haben, sind halt vorbei, dafür kann das Bier nichts – man gewöhnt sich an diese Bierstile. Kein schlechtes Zeichen, eigentlich.
Sehr kantig, bitter und frisch im Antrunk, da ist nichts von irgendeiner Süße, sehr klar und mit eckiger Säure und hoher Karbonisierung. Die Frucht ist deutlich weniger präsent als in der Nase, eine gewisse Getreidigkeit ist eigentlich dominanter. Der Aromahopfen hat keine Chance gegen Bitterhopfeneindrücke: im Verlauf wird es immer bitterer, gegen Ende sogar vielleicht schon aggressiv bitter, schal und sauer. Hier verliert man mich als Trinker, das geht mir persönlich einen Schritt zu weit, weil es alles andere an Komponenten überwältigt. Überraschend für ein IPA sind die kleinen 4% Alkoholgehalt; das stört mich nicht, für ein Mittagsbier ist das sogar angenehm. Der Abgang ist mittellang, extrem viel blumiger Jasmin hängt nach.
Nun, zu einem richtig deftigen Essen, ja, da kann ich mir das gut vorstellen. Als reines Genussbier muss ich hier passen, da ist mir das Neverending Haze trotz des lieblichen Namens einfach zu brutal und gewalttätig – kurz: mir schmeckts nicht wirklich.