Das letzte Bier, das mir Meike aus der Normandie mitgebracht hatte, wird heute geöffnet und probiert. Das Les Deux Amants Régis Blonde American Pale Ale stammt aus Val de Reuil, weist ein Biosiegel auf und hat entsprechend auch in der Zutatenliste ausschließlich diesbezüglich deklarierte Inhaltsstoffe. Bio-Gerste, Bio-Weizen, Bio-Hopfen (die Sorte bleibt aber unbenannt), und schließlich Bio-Rübenzucker, etwas, das ich noch nie in einem Bier gesehen habe. Zucker kann in Bieren ja verschiedene Funktionen haben, darum ist so eine Angabe erstmal nicht direkt zu verdammen, hier dient er als Speise für die Hefen während der Flaschengärung. Das Bier ist weder pasteurisiert noch gefiltert, und auf 6% Alkoholgehalt gebraut.
Stark hefetrüb und safranfarben, zusammen mit dem ausdauernden, gemischtblasigen Schaum macht das Bier optisch schonmal was her. Leichte Hefereste setzen sich im Glas unten ab, die feine Perlage sieht man nur im starken Gegenlicht.
Der starkfruchtige Hopfenduft begrüßt einen, stiltypisch natürlich, vielleicht sogar ein bisschen mehr, als man erwartet. Litschi, Mango, Grapefruitzeste, eine schöne Mischung aus süßfruchtigen und zestigherben Aromen.
Vollcremig und kauig in der Textur, das breitet sich schnell und fett aus im Mund, die starke Karbonisierung bläst ordentlich Volumen rein. Der Körper wirkt dagegen etwas arg leicht und irgendwie zu süßlich, das fühlt sich nicht ideal integriert an; vor allem, weil die Süße und die Bittere kollidieren statt zusammenzuarbeiten. Schön dagegen transferieren die Geschmackseindrücke von der Nase an den Gaumen, bleiben auch im Abgang sehr lange erhalten, mit einem aufblühenden floralen Nachklang, der neben den Blumen noch die Litschi betont.
Frisch und sauber zu trinken, aber nicht so ganz rund, wie man es sich wünschen würde. Ein leichtes Bier für einen heißen Sommertag, da zieht sich das sicher gut weg, aber mir insgesamt etwas zu schmal gestaltet.
