Die Berliner Brauerei Lemke hat inzwischen schon eine traditionelle Zusammenarbeit mit dem ebenso in Berlin ansässigen Firma Spirit of Rum, ich habe schon diverse Biere besprochen, die aus dieser Kooperation enstanden sind, besprochen – da war keins dabei, das ich ablehnen müsste, im Gegenteil, es kommen immer spannende Abfüllungen mit rumfassgereiften Bieren von dort, die tolle Qualitäten aufweisen. Beim Spirit of Rum 11. Rumclub Beer Selection Imperial Fiji IPA wurde als Basisbier ein Lemke Imperial IPA mit 11% Alkoholgehalt ausgewählt, und dies dann nachgereift in einem Rumfass, das vorher einen Rum aus Fiji enthielt, ich gehe davon aus, dass es sich um Rumclub Fiji 2009 Ed.33 FSPD 2022 handelt. Ich mag ein gutes IPA, ich liebe Rum aus Fiji, die Kombination kann ja eigentlich nur gut sein, oder?
Das Bier ist volltrüb, wenn man den Hefesatz, der sich durch die Lagerung gebildet hat, voll miteinschenkt. So entsteht auch die kräftige Terracotta-Farbe, die schön mit dem weißen Schaum kontrastiert. Jener ist zu Beginn schon eher fein, bleibt aber als Randkrone erhalten, zusammen mit einem feinen Flaum auf der Bieroberfläche.
Der Geruch des Imperial Fiji IPA ist Litschi en masse, selten habe ich das so konkret ausgeprägt erlebt (außer bei der Frucht selbst natürlich). Dazu kommt etwas Erdbeer und Kirschkompott, man merkt, das wirkt extrem süßfruchtig, marmeladig schon fast. Rund, voll, aromatisch, gar nicht kratzig und man findet auch wenig von den herb-zestigen Hopfenfruchtnoten, die mancher Aromahopfen mitbringt; das ist eine erfreuliche Abwechslung zu den vielen kantigen Imperial IPAs, die man sonst so findet.
Im Mund wird es vom Antrunk an dann aber erkennbar deftiger, da geht es direkt zur Sache. Zunächst kommt die schwere Frucht, für ein paar Sekunden, dann überrascht aber eine dunkle, wilde, salzige Würze, die den ganzen Gaumen zum Brummen bringt. Umami-Noten helfen, die dicke Textur zu betonen, der Alkohol ist spürbar, aber nicht störend, und tut sein Übriges dazu. Die nun doch harte Bittere des Imperial Fiji IPA sorgt mit guter Karbonisierung für tolle Frische. Die Zunge liegt etwas betäubt im späten Verlauf, im Rachen kribbelt es beim Schlucken. Der Nachklang ist lang, hier kommt dann wieder wunderbar die Litschi auf und greift den Beginn der Verkostung auf, ein bisschen Jasmin blüht dazu mit.
Ein starkes, charaktervolles Bier, das wirklich wunderbar komponiert ist und durch die Fassreifung eine Komplexität erreicht, die man nur selten in Bieren findet. Ich finde keinen Makel, bin nur etwas traurig, dass ich nur eine Flasche davon erworben hatte. Das Spirit of Rum 11. Rumclub Beer Selection Imperial Fiji IPA ist ein Bier für einen Festtag!
