Ich muss sagen, inzwischen macht mich der Namensbestandteil „Triple“ auf belgischen und französischen Bieren schon etwas böse. Als Konsument hat man keine Ahnung, was das im jeweiligen Fall bedeuten soll, ich hatte früher schon hin und wieder darauf hingewiesen – ist es ein klassisches Tripel? Ist es dreifach gehopft, wie hier auf dem Etikett angedeutet wird (Citra, Yellow Sub und Simcoe)? Oder will man auf die, wie hier auch der Fall, drei Malze anspielen (Gersten-, Weizen- und Hafermalz)? Ich gebe es einfach auf, und nehme es hin, ohne es im Einzelfall erklären zu wollen, das wird mir zu mühselig, wundert mich aber irgendwie auch nicht mehr, wenn man sich die Namensgeschichte der Brauerei anschaut, die gefühlt 10mal den Namen gewechselt hat, da wird man vielleicht irgendwann selbst als Brauer desinteressiert an deklarativer Klarheit. Die Gewürze, die auf der Zutatenliste noch unausgeführt gelistet werden, überspringe ich in diesem Sinne. 7% Alkoholgehalt hat es, das ist wenigstens klar und deutlich. Ich hoffe, der Geschmack ist weniger verwirrend als die Namensspiele.
Ich sehe deutliche Partikel im Bier schweben, die sich nur langsam absetzen. Unabhängig davon ist das Bier trüb, aber nicht blickdicht, und weist eine hübsche Safranfarbe auf. Kaum ist der Korken gezogen, strömt das Bier direkt heraus, man halte ein Glas bereit; feinblasiger Schaum bildet sich nun, der nach ein paar Minuten auf einen feinen Flaum zusammenfällt.
Die Nase spiegelt wirklich schön die Zutaten wieder, die Mischung aus getreidig-erdigen Noten des Malzes und floral-fruchtigem Hopfenaromen finde ich sehr apart, besonders weil beide gleichberechtigt nebeneinander stehen und der Hopfen nicht, wie sonst oft bei derartigen Bieren, das Malz erdrückt. Mandarinen- und Orangenzeste, Rosmarin, Lavendel; Apfel und Quitte, und schließlich etwas Schwarztee. Gute Komplexität!
Am Gaumen dominiert dann doch erkennbar die Säure, noch nicht gleich am Antrunk, wo sich erstmal eine runde und volle Textur präsentiert, aber schnell im Verlauf dann. Mit der üppigen Karbonisierung zusammen macht das das Bier rezent und sehr frisch, gerade im Abgang, wo sich zu den floralen Tönen noch eine dediziert minzige Note auffächert, die die Zunge kühlt und mit der Trockenheit ein recht angenehmes Mundgefühl hinterlässt. Schade, dass sich die aromatische Komplexität der Nase nicht hier auch wiederspiegelt, allerdings.
Die Nase verspricht viel, der Geschmack kann dabei nicht ganz mithalten. Dennoch bleibt im Gesamteindruck ein süffiges Bier, frisch und hopfig, unkompliziert, aber auch ohne den Anspruch auf mehr.
