Bier am Freitag – Stanley Park Brewing Trail Hopper IPA

Stanley Park Brewing Trail Hopper IPA Titel

In Kanada, zumindest aber British Columbia, ist Alkohol strengst reguliert. Man kann ihn nur in Liquor Stores kaufen, so wie das zum Beispiel in Schweden ja auch ist. Dazu gehört auch Bier, das ist für den deutschen Besucher, der sich noch schnell ein Abendbierchen auf dem Hotelzimmer gönnen möchte, manchmal ein kleines Problem. Und sogar in den den Brauereien angegegliederten Shops, bei denen man das lokale Bier mitnehmen kann, ist es manchmal so, dass die Lizenz nur gilt, wenn auch etwas zu Essen mitgekauft wird, und so musste ich beim Shop von Stanley Park Brewing tatsächlich noch eine Tüte Chips miterwerben, um das Bier überhaupt mitnehmen zu dürfen. Andere Länder, andere Sitten! Doch auch so ungewohnte (und, wie man sieht, absurd leicht umgehbare) Regelungen hielten mich natürlich nicht davon ab, eine Dose des Stanley Park Brewing Trail Hopper IPA als Urlaubssouvenir mitzubringen, nachdem ich die schönen Biere dort in einem netten Flight probiert hatte. Das Trail Hopper IPA ist mit stiltreuen 6,8% Alkoholgehalt abgefüllt, und aus Gerste und Weizen gebraut.

Stanley Park Brewing Trail Hopper IPA

Klar, mit einer erkennbaren Tendenz zum Opalisieren, in leuchtendem Sonnengelb – so sieht das Bier aus, und so habe ich den Tag im Stanley Park in Erinnerung, eine tolle Remineszenz für mich. Der Schaum ist mittelgroßblasig, zunächst fingerdick, danach sich auf eine feine Schaumschicht reduzierend.

Ein IPA muss man riechen können, aber selbst für diese Vorgaben wirkt das Trail Hopper auf mich extrafruchtig. Fetter Pfirsich, reife Aprikosen, etwas Ananas und viel Mango, und richtig deutliche Passionsfrucht – hier haben die Brauer ihren Aromahopfenbestand wohl vollends geplündert. Darunter findet sich eine Schicht Hefe, die das ganze etwas zum Bitteren hin tendieren lässt, und ein Hauch von Getreide sorgt dafür, dass man es noch als Bier erkennt, wenn man es geschafft hat, die Fruchtwolke zu durchdringen.

Am Gaumen zeigt es sich zunächst rezent und frisch, mit runder Ale-Textur, die viel Volumen aufweist; im Verlauf kippt es dann Schritt für Schritt zur brutalen, das Zäpfchen kitzelnden 65-IBU-Bittere, die einem die Spucke aus dem Mund zieht. Leicht astringierend wirkt es dabei dazu noch. Dennoch bleibt das Trail Hopper durchaus süffig, denn die Bittere zieht schnell wieder ab wie eine Regenwolke über dem sonnigen Stanley Park, und lässt dann eine edle, feine Herbe am Gaumen zurück, mit viel Jasmin und Blütigkeit, die aus der weiterhin bestehenden Gerstenwürze wie Kornblumen erblüht.

Das ist wirklich ein trotz der Zahlen leichtes Erfrischungsbier, ohne jeden Zweifel, nichts für den Genießer, der nach komplexen Strukturen sucht. Dennoch ist es nach einer Wanderung über 25km durch den Stanley Park, zu den Totempfählen, dem Beaver Lake, dem Squirrel Trail und am Ende über die English Bay blickend am Third Beach sich sonnend, ein ideales Getränk für die Umgebung, aus der es stammt. Das sollte man erlebt haben.

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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