Bier am Freitag – Original Schlüssel Alt

Original Schlüssel Alt Titel

Neulich hatte ich von meiner Stockholm-Reise und dem davorigen Kurzaufenthalt in Düsseldorf berichtet, bei dem ich endlich mal ein paar der alteingesessenen Altbierhausbrauereien besuchen konnte. An dem Tag war das Wetter ziemlich feucht, dennoch konnte man vor der Brauerei bei Schlüssel im Freien an Tischen stehen und sich vom Köbes ein paar Gläschen des Original Schlüssel Alt auf den Tisch stellen lassen, was ich auch getan habe.

Regionale Braugerste und Original-Schlüssel-Hefe sorgen dafür, dass man hier ein wirklich regional verankertes Bier bekommt, mit Terroir, sozusagen, auch wenn das bei Gerste schwieriger als bei Trauben zu verargumentieren ist. 5,0% Alkoholgehalt lassen jedenfalls zu, dass man mehrere der kleinen Gläser trinkt, und im nebenan liegenden Fanshop gibt es auch Flaschen in unterschiedlichen Größen zum Mitnehmen. Eine der mitgenommenen Flaschen mit Bügelverschluss ploppe ich nun für Euch heute auf!

Original Schlüssel Alt

Das Schlüssel ist für mich ein gefühlt etwas helleres, mehr ins leicht roströtliche gehendes Alt. Dennoch bleibt es kristallklar, bildet eine feine Schaumschicht aus, die auch eine ganze Weile bestehen bleibt, in hübschem Kontrast zum dunklen Bier.

Sehr malzig, wie es sein soll, ist das Original Schlüssel, mit schöner Herbe aus dem Hallertauer Aromahopfen, der auch eine ganz vorsichtige Fruchtigkeit mitbringt, ohne, dass man sich an Pale-Ale-Dufte erinnern würde. Kleine Hefenoten sind beständig vorhanden, man verwendet eine eigene hauseigene Hefe bei Schlüssel. Zu guter letzt sind da minimalste, aber erkennbare Anklänge von kalter Holzkohle.

Die Textur ist voll und rund, direkt vom Antrunk an legt sich das Bier breit in den Mund, mit wunderbarer Süßsauer-Balance. Malz ist aromatisch vorne, der Hopfen versteckt sich aber nicht, bringt eine ordentliche, aber nicht astringierende Bittere mit sich. Durch die Mischung aus Säure und Karbonisierung ist das Bier richtig schön rezent, erfrischt toll, ohne dabei irgendwie anzuecken oder kantig zu werden, auch nach einiger Stehzeit. Der Abgang ist kurz, malzig, frisch und leicht, hinterlässt dann etwas bittere Hopfigkeit am Gaumen.

Richtig gut. Völlig unkompliziert, ohne jeden Störfaktor, milder als manch anderes Alt aus der Düsseldorfer Altstadt. Mein persönlicher Alt-Liebling!

Veröffentlicht von schlimmerdurst

Hüte dich vor denen, die nur Wasser trinken und sich am nächsten Tag daran erinnern, was die anderen am Abend zuvor gesagt haben.

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