Zu Studentenzeiten war es immer die Wahl, in der man im Shamrock Irish Pub in Konstanz stand – Guinness, Brown Ale oder Cider. Ich weiß nicht, inwieweit das heute noch so ist, meine letzte Irish-Pub-Erfahrung ist schon eine Weile her, dafür aber aus gewissen Gründen unvergesslich. Heute findet sich in manchen Läden inzwischen auch Exotischeres in Sachen Apfelwein, wie der Aspall Draught Cyder, der mich bei meinem ersten Kontakt schon aufgrund einer schönen Langhalsflasche optisch ansprach. Die aktuelle Auflage ist da von der Flaschenform sehr viel gewöhnlicher, doch zum Glück ist der Inhalt derselbe.
Sowohl von Farbe als auch von Geruch hätte ich in einer Blindverkostung felsenfest erstmal „Sekt“ gesagt. Die Strohblässe, die feine, langsame Perlage, der trocken-herbe Geruch nach weißen Trauben, mildem Apfel, Minze und Thymian wäre äußerst ansprechend, wäre er etwas stärker. So muss man schon genau hinschnuppern.
Der erste Schluck – ja, das ist Sekt, denkt man sich. Feine Säure, sehr rezent, eher bitter denn süß. Doch dann kippt im Mund die Sensorik um; der Apfel springt fast schon aus dem Unterholz hervor und bringt dabei eine sehr attraktive, nicht klebrige Süße mit sich. Viele Cider haben das Problem, dass sie viel zu süß sind; der Aspall Draught Cyder hält sich diesbezüglich edel zurück und bietet ein nobles Geschmacksbild, das mit 5,5% Alkoholgehalt gestützt wird. Im Hintergrund liegen noch Nelken und Piment auf der Lauer, doch sie wagen sich nicht wirklich ans Tageslicht. Der Abgang ist eher kurz, süßlich, mit viel Apfel und etwas Gewürzen.
Ein wirklich edles Getränk. Gut gekühlt sehr erfrischend und durststillend. Ein idealer Ersatz sowohl für das Bier zum Essen, als auch für den Sekt zum Anstoßen.