Archiv für den Monat Oktober 2016

Whiskytower Giant's Causeway Islay Titel

Die Riesen von Albion – Whiskytower Giant’s Causeway Islay Scotch Whisky

Die Natur war dem Menschen von Anfang an voller Rätsel. Der aufkeimende menschliche Verstand, nach einigen Fortschritten in Bezug auf Jagdtechnik schnell nicht mehr ausgelastet mit den banalen Problemen des alltäglichen Überlebens, versuchte sich die Phänomene um ihn herum zu erklären, ihnen einen Sinn zu geben. Er erkannte das Leben und den Willen in sich, und suchte dies dann entsprechend auch in seiner Umwelt, egal, ob es sich um Tiere, Pflanzen, das Wetter oder Steine handelte. Wenn dann noch ein besonders spektakuläres Naturwunder wie der Giant’s Causeway seinen Weg kreuzte, waren die Erklärungsversuche schnell voller übernatürlicher Wesen – denn offensichtlich konnte es kein Mensch gewesen sein, der diese höchstseltsame, ungewöhnliche Steinformation an der nordirischen Küste angelegt hatte, und von sich aus entstanden sein konnte es natürlich auch nicht. Nein, nur Riesen wären dazu in der Lage, so eine beeindruckende Struktur in die Landschaft zu hauen. Und so entstand die Legende  des irischen Riesen Finn MacCool und seiner Rivalität mit seinem schottischen Nachbarn Benandonner.

„And it’s absolutely a true story“, das glaubt man selbst heute sofort, wenn man es sieht, denn auch wir modernen Menschen haben Schwierigkeiten, eine rationale Erklärung für diese beeindruckende Landschaft zu finden. Das südliche Ende des Damms von Finn MacCool beginnt im nordirischen County Antrim, und er erstreckte sich nach der Legende fast gerade nordwärts bis zu Fingal’s Cave auf der unbewohnten schottischen Insel Staffa, wo man sehr ähnliche Gesteinsformationen wie in Antrim finden kann – wenn das mal kein eindeutiger Beweis für die Legende ist!

Dieser unterhaltsamen Legende zu Ehren schafft der saarländische Whiskytower eine kleine Whisky-Miniserie, entsprechend Giant’s Causeway genannt, die diese Verbindung zwischen Schottland und Irland wieder aufleben lassen soll. Begonnen wird auf der schottischen Seite – da auf dem winzigen Staffa allerdings keine Destille steht, suchten sie sich das nächstbeste aus der nahen Umgebung aus: die Insel Islay liegt auf der Strecke. Somit finden wir in der Flasche des Whiskytower Giant’s Causeway Islay Scotch Whisky einen schottischen Single Malt aus der Destillerie Caol Ila. Wer sich fragt, wie man diesen gälischen Namen richtig ausspricht, ist in guter Gesellschaft, es gibt keine verbindliche Sprechweise: Die „Kuh Laila“ ist eine gute Annäherung, für manche vielleicht eher die „Kuh Lila“.

Unabhängige Abfüller sind immer mehr im Kommen; die Individualität der kleinen Abfüllmengen wird in einer Zeit, in der handwerklich hergestellte Craft-Ware mehr und mehr an Beliebtheit gewinnt, sehr geschätzt. Auch Whiskytower füllt unabhängig ab: 100 Flaschen wurden in Schottland aus einem einzelnen Ex-Bourbon-Fass gezogen.

Whiskytower Giant's Causeway Islay Flasche

Bei Scotch ist Zuckerkulör als Färbemittel erlaubt; man sieht aber schon in der Flasche, dass darauf hier dankenswerter Weise verzichtet wurde, ebenso wie auf Kühlfiltration – im Gegensatz zu den meisten offiziellen Caol-Ila-Abfüllungen. Das blasse Mais- bis Gelbgold ist nun mal die Farbe eines ungefärbten Whisky; wir Verbraucher sollten uns irgendwann dran gewöhnen, dass „braune“ Spirituosen meist eben nicht „dunkelbraun“ sind und der Farbe weniger Gewicht zuweisen.

Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Geruch, zunächst mal ohne Wasserzusatz. Sehr fruchtig, Orangenschale, Mandarine. Erst dann islay-typisch phenolisch, doch zurückhaltender als viele andere Islay-Scotches. Ein gewisser Erdgeruch, den man von gereiftem Grappa kennt, gibt eine Dichte. Schokoladig, und nussig im Hintergrund. Rauch riecht man, wenn man die Nase vom Glas zurückzieht. Tatsächlich erinnert mich dieser Scotch auch geschmacklich dann etwas an Grappa. Diese Toffee-Trester-Note, auch die erdige Note ist schmeckbar, viel Vanille, etwas Heu. Zunächst schmeichelt eine sehr milde Süße mit viel Milchschokolade und Banane, die sich im Verlauf in eine leichte orangige Fruchtsäuerlichkeit wandelt, bis am Ende nichts mehr von der Süße da ist. Dieser Geschmacksverlauf ist wirklich spannend.

Whiskytower Giant's Causeway Islay Glas

Im Abgang ziept er etwas, aber nicht unangenehm. Salz. Ingwer. Dezentes Chili. Grapefruit. Ein kühlender Effekt an Zungenseite und warm im Rachen. Am Ende viel Schokolade, vielleicht sogar Mousse au Chocolat. Ein voller, milder Rauchklang bleibt dann noch sehr lange im Mundraum hängen – das gefällt mir sehr. Insgesamt ein wirklich schöner, dabei aber noch vergleichsweise zurückhaltender Islay-Whisky, dem man seine stellenweise jugendliche Frechheit und den eher leichten, fast schon dünnen Körper aufgrund seiner aromatischen Eigenschaften gern verzeiht.

Bei respektablen 48% kann man auf Wasser verzichten, doch schadet es natürlich nie, einen Scotch mit ein paar Tropfen Wasser etwas zu bändigen. Für den Giant’s Causeway Islay sorgt Wasser nur für eine leichte Milderung der Hitze – sein Charakter bleibt erhalten, er verändert sich kaum. Die Schokolade kommt vielleicht noch etwas mehr zum Vorschein.

Die Altersangabe bei Whiskys ist nicht mehr selbstverständlich, NAS-Whiskys auf dem Vormarsch. Hier entschied man sich aber, das Alter anzugeben: 9 Jahre hat er auf dem Buckel, wenn man die Abfülldaten genau anschaut, sind es sogar beinahe 10 Jahre. Das Etikett ist diesbezüglich informationsfreigiebig – destilliert wurde der Whiskytower Giant’s Causeway Islay am 25.09.2006, abgefüllt am 10.08.2016. Auch die Fassnummer ist angegeben. Vorbildlich, die Limitierung auf 100 Flaschen hätte ich noch gern erwähnt gesehen.

The Whisky Tower Giant's Causeway Islay Etikett

Lange Zeit galt Scotch als nicht cocktailkompatibel. Zu eckig, zu kantig, zu speziell, passt sich nicht an. Dieses Vorurteil stammt aus einer Zeit, in der süße, liebliche, fruchtige Cocktails, bei denen man den Alkohol nicht herausschmecken durfte, beliebt waren. Heute, wo wilde Clairins, rauchige Mezcals und torfige Scotches auch in der Bar ankommen, und salzig-rauchig-umami-Geschmäcker endlich als interessant akzeptiert werden, muss natürlich auch dieses Tabu fallen. Wer sich den Penicillin Cocktail gönnt, erlebt, dass man jahrelang was verpasste, als man Scotch bei Cocktails auf die Ersatzbank gesetzt hatte – denn gerade ein so wuchtiger Geselle wie der Giant’s Causeway Islay sorgt für ordentlich Spaß in so einer Mixtur.

Penicillin


Penicillin Cocktail
1½ oz Islay Single Malt Scotch Whisky (z.B. Whiskytower Giant’s Causeway Islay)
1 oz Scotch Whisky (z.B. Bunnahabhain 12)
½ oz Ingwerlikör (z.B. King’s Ginger)
¾ oz Zitronensaft
3 Teelöffel leicht verdünnter Honig

Alle Zutaten auf Eis shaken. Mit kandierter Frucht garnieren.
[Rezept nach Simon Diffords Variante eines Originals von Sam Ross]


Neulich erst hatte ich mich darüber ausgelassen, dass so mancher Spirituosenhersteller mehr Wert auf eine gute Story als auf seine Produktqualität legt – heutzutage kaufen viele Verbraucher nicht mehr nur das Produkt, sondern wollen einen unterhalterischen Mehrwert dazugeliefert, ein Gesamterlebnis über den reinen Geschmackseindruck hinaus serviert bekommen. Im Allgemeinen sollte man diesem Trend vorsichtig skeptisch gegenüberstehen, wenn aber beides gut gemacht ist, und der Inhalt die Story anregte und nicht umgekehrt, dann können solche Storytelling-Ansätze einen netten, unterhaltsamen Rahmen spannen, in dem wir uns daran erinnern können, dass das (idealerweise gemeinsame) Trinken eines guten Tropfens schon immer auch einen erzählerischen Charakter hatte, und wir uns über die Kultur des Trinkens freuen sollten, die über die Aromatenchemie und das Marketing weit hinausgeht und älter ist als alle Verkostungs- und Gourmetansätze. Und das gelingt mit dem Whiskytower Giant’s Causeway Islay Scotch Whisky ganz hervorragend – so dass ich mich sehr auf den zweiten Whiskey dieser Miniserie, dann natürlich aus Irland stammend, freue.

Offenlegung: Ich danke Whiskytower für das Bereitstellen einer halben Flasche dieses Whiskys als Verkostungssample.

Metaxa 5 Stars Titel

Sterne über Griechenland, Teil 2 – Metaxa 5 Stars

Im ersten Teil dieser Reihe über die griechische Spirituose Metaxa haben wir viel über Sterne geredet. Auch heute wird der Begriff immer wieder fallen. Da stellt sich der eine oder andere vielleicht die Frage – was bedeuten diese Sterne auf dem Etikett eigentlich? Sind sie so etwas wie Rangabzeichen beim Militär – je mehr, desto besser? Warum gibt es dann aber eine Lücke zwischen den Sternqualitäten (3, 5, 7, 12)? Die Antwort liegt nahe. Es sind die Anzahl der Jahre, die die Weinbrandbasis des Metaxa-Gemischs in Fässern aus Limousineiche verbrachte. Der 3 Stars, den ich letzten Monat besprach, lag also 3 Jahre im Holz; für den heutigen zweiten Teil der Reihe „Sterne über Griechenland“ verdoppeln wir nun beinahe diese Reifezeit, denn 2 Jahre länger konnte der Metaxa 5 Stars ruhen. Wäre Metaxa ein reiner Weinbrand, bekäme er nun das Prädikat VSOP.

„Bekäme“, denn tatsächlich, und das sollten wir nun auch deutlich sagen, ist Metaxa ein aromatisierter Blend aus verschiedenen Zutaten, nicht alle davon selbst Spirituosen. Der Weinbrand, der Metaxa zugrundeliegt, wird nach der angesprochenen Reifezeit mit Muscat-Süßwein und Aromaten (diverse Kräuter- und Blütenaromen) – natürlich, wie so oft bei Spirituosen, ein Geheimrezept des Herstellers – vermischt, wodurch die Einmaligkeit des griechischen Brands entsteht. Somit ist für den Verkoster ein doppelter Reiz vorhanden: Wie spielt der Wein mit dem Weinbrand zusammen? Schmeckt man die Komponenten heraus? Oder entsteht ein langweiliges, sich allem anbiedernden Gebräu? Wir wollen es herausfinden.

Metaxa 5 Stars Flasche

Über die Farbenthematik hatte ich bereits beim 3 Stars berichtet; hier nur noch mal kurz das Zauberwort: Zuckerkulör. Daher eine direkte Weiterleitung zur Geruchsprobe. Wer Metaxa kennt, weiß, was kommt – der Geruch ist einmalig und es gibt keine zweite Spirituose, an der ich so gern einfach nur schnuppere. Rosig, blumig, süß. Minimale Klebernote.

Mehr als nur ein Vorgeplänkel für den Geschmack. Dieser ist zunächst weich und zart, süß, schokoladig, rosinig, orange. Erinnernd an milden Cognac; doch schnell kommt ein so gar nicht cognachaft-feines, ordentliches Feuer auf, das auch kaum aufgefangen werden kann: der Körper des Metaxa 5 Stars ist eher mager und die Aromen verklingen daher schnell. Das Feuer wird im Abgang immer stärker und brennt ordentlich auf Zunge und Gaumen, kribbelt aber im Rachen nur. Es dauert eine ganze Weile, bis die Flammen im Mund wieder verklingen. Man merkt, dass hier noch ein vergleichsweise junger Brand mit Ecken und Kanten am Werke ist – die 38% Alkohol können kaum dafür allein verantwortlich sein. Außer dem Feuer bleiben deutlich trockene, leicht schwefelige Weinbrand- und schön blumige Rosenkomponenten am Gaumen.

Oft schon hatte ich es erwähnt, auch hier trifft es zu: Manchmal wünscht man sich für Mixgetränke genau die Eigenschaften herbei, die man bei Purgenossenem gern verscheucht hätte. Dabei geht es nicht um Qualität, sondern meist um Kraft, Wildheit und auch eine gewisse Kernigkeit, damit im Ergebnis noch was von der Spirituose zu schmecken ist. Der Metaxa 5 Stars gibt dem Motorcade genau dies, und darüber hinaus dem ansonst eher sauren Cocktail eine in dieser Form dann doch unerwartete blumige Note, die wirklich ganz bezaubernd ist.

Motorcade


Motorcade
1 oz Metaxa 5 Stars
1 oz Cointreau
1 oz Zitronensaft
½ oz Ananassaft
½ oz Zimtsirup
3 Spritzer Orange Bitters
Auf Eis shaken.
[Rezept nach Marleigh Riggins Miller]


Die Steigerung des Qualitätsversprechens erkennt man auch am Flaschendesign – war der 3-Sterne-Metaxa noch in einer Standardflasche abgefüllt, beginnt Metaxa hier, sein Produkt in spezielle Individualflaschen zu stecken. Mit der Höhe von fast 33cm und den Ausbuchtungen am langen Flaschenhals, der direkt in den Bauch übergeht, spielt man wahrscheinlich auf griechische Säulen an. Das Etikett ist fast gleich geblieben, nur etwas elaborierter ausgeführt.

Für gemittelt 12€ erhält man die erste breit in Deutschland erhältliche Basisversion dieses griechischen Klassikers. Lohnt es sich, im Vergleich zum schwer erhältlichen jüngsten Brüderchen? Ja, etwas. Lohnt es sich, im Vergleich zu den Klonen bei Discountern und Supermärkten? Keine Frage! Man bezahlt zwar praktisch doppelt so viel wie beispielsweise für den Aldi Akropolis, dafür bekommt man aber auch ein Produkt, das nach etwas schmeckt, das man, falls man mit der Gyrossoße fertig ist, auch mal pur oder in einem Longdrink oder Highball einfach so genießen kann – letzteres würde ich mit den Klonen nicht mehr riskieren.

Wer sich aber sagt, na, ich hab da doch noch ein, zwei Euro mehr übrig und will mich nicht mit Basisqualitäten begnügen, der bekommt nächsten Monat einen Vorschlag für ein mögliches weiteres Upgrade. Dann erscheint nämlich Teil 3 der Serie „Sterne über Griechenland“, hier, auf diesem Programm, bunt und in Farbe, dann mit dem Hauptdarsteller Metaxa 7 Stars!

Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri Titel

Mindestens haltbar bis… Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, wird von vielen mißverstanden. Es werden pro Haushalt kiloweise noch gut verzehrbare Lebensmittel weggeworfen, weil das aufgedruckte Datum als letztmöglicher Verbrauchstag interpretiert wird – aus irgendeinem Grund kippt das Produkt dann scheinbar in der Wahrnehmung von gut auf schlecht um. Auch der Einzelhandel beteiligt sich an diesem Irrsinn und kippt allerlei wertvolle Ware in den Container. Dabei ist das MHD eigentlich nicht zuvorderst ein Schutz vor Lebensmittelvergiftung, sondern ein Qualitätsversprechen, wenn man sich die Definition genauer anschaut.

Das MHD gibt an, bis zu welchem Termin ein Lebensmittel bei sachgerechter Aufbewahrung (insbesondere Einhaltung der im Zusammenhang mit dem MHD genannten Lagertemperatur) auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko zu konsumieren ist.

Um diese Fehlwahrnehmung der Konsumenten zu korrigieren, sind diverse Ideen für Gesetzesänderungen im Umlauf – wenn sie verhindern, dass Lebensmittel sinnlos entsorgt werden, kann man eigentlich nur dafür sein, dass dies schnellstmöglichst geschieht.

Auch auf Bier ist im Allgemeinen ein MHD aufgedruckt, und auch wenn das MHD deutlich abgelaufen ist, kann man die meisten Biere vom gesundheitlichen und auch geschmacklichen Aspekt her noch praktisch bedenkenlos konsumieren. Insbesondere bei aromahopfendominierten Craftbieren kommt dem Qualitätsgedanken des MHD aber eine wichtige Bedeutung bei, denn Hopfen baut sich ab, die Aromen verfliegen, das teuer eingekaufte handwerkliche Bier schmeckt dann zwar vielleicht immer noch gut, aber halt nicht mehr so, wie der Brauer das beabsichtigt hatte. Bei reinen Genussmitteln wie Bier ist der einzige Grund des Trinkens (hoffentlich) der Geschmackseindruck; wenn dieser verfälscht ist, ist der Konsum sinnlos.

Insbesondere bei solchen Bieren sollte das MHD vom Hersteller entsprechend kurz gewählt werden – und Biergenießer sollten vor dem Kauf immer einen Blick auf dieses Datum werfen. Im Idealfall ist auch ein Braudatum noch zusätzlich mit auf dem Etikett vermerkt, so dass man einen weiteren Anhaltspunkt für die Frische des Biers hat.

Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri Flasche

Wir umwelt- und genussbewussten Biertrinker sind also in einer Zwickmühle – ein „abgelaufenes“ Bier kann immer noch gut genießbar, aber völlig verändert von den Aromen sein – ist das akzeptabel? Das aktuelle Beispiel für diese Gedankengänge ist der Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri, den ich Mitte August in einem lokalen Getränkemarkt gekauft hatte. Dessen MHD liegt Mitte November 2016, gebraut wurde das Bier wohl für die Messe Braukunst Live im Februar 2016. Ein kaltgehopftes Bier, bereits nah am MHD, weit über den Zenit, für den es gebraut wurde, hinaus. Kann das gutgehen?

Blass kommt es daher, das sieht man schon durch die Flasche. Im Glas wirkt das ganze noch bleicher, da man hier die Naturtrübung besser sehen kann. Sehr weißbiertypisch ist die Schaumkrone, die sich mit der Zeit abbaut. Die vorherrschenden Aromen in der Nase sind die einer bayerischen Weissen: Hefig, nelkig, leicht fruchtig, nach Bananen und Pfirsichen.

Der allererste Geschmack des Weissbier Hallodri ist ganz prominent der nach Gewürznelken, mehr noch als bei den meisten anderen Weißbieren, die ich kenne. Der ist aber schnell wieder weg, und es kommt eine hefige, nur ganz schwach fruchtige Komponente ohne große Aromen zum Vorschein. Viel Aromahopfen schmeckt man nicht heraus; wenn man weiß, wonach man suchen muss, findet man Erinnerungen an die Zeit, als der Hopfen in diesem Bier sich noch nicht verflüchtigt hatte.

Eine hohe Rezenz sorgt für guten Erfrischungsfaktor. Die Säure-Süße-Verhältnis neigt zunächst zur Säure, kippt dann im Abgang aber ganz stark wieder zur Süße – fast schon unangenehm. Der Gaumen wird etwas mit dieser fast schon zuckrigen Note zugekleistert; das kenne ich nun schon von vielen anderen Bieren, mögen tue ich es aber überhaupt nicht.

Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri Glas

In der vorliegenden Form ist der Hallodri ein leicht trinkbares, sehr erfrischendes Weißbier, das mir mit seiner heftigen Nelkung gefällt, wenn man über den etwas misslungenen Abgang hinwegsehen kann. Von der versprochenen Kalthopfung ist aber definitiv nicht viel übrig geblieben.

Ich höre schon die skandierenden Rufe meiner Leser – Biercocktail! Biercocktail! Biercocktail! Ja, ist ja gut. Hier ist ein Verzehrvorschlag für den Hallodri. Es ist im Rückblick fast ein Deutschland-Cocktail geworden, mit einem schwarz-rot-goldenen Farbverlauf. Doch der Name ist englischsprachig und spielt auf unser geschätztes Nachbarland im Westen an: ich empfehle trotz des schönen Farbspiels vor dem Konsum des French Monaco ein Umrühren, denn sonst kriegt man anfangs pures Bier und am Ende klebrig-pappigen Fruchtsirup. Die Mischung ist dagegen sehr süffig und frisch.

French Monaco


French Monaco
1½ oz Granatapfelsirup (z.B. Riemerschmid)
2 oz Zitronenlimonade
Helles Bier (z.B. Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri)
Alle Zutaten nacheinander im Glas mit Eis aufschichten.

[Rezept nach Leah Melby und Lori Keong]


Ein Longneck-Fläschchen des Biers enthält 330ml, enthalten sind für Weißbierverhältnisse überdurchschnittliche 5,5% Alkohol. Ansprechen muss ich noch das gelungene Design, das mich im Getränkemarkt direkt angesprochen hatte – die Silhoutte des Tenorhornspielers Bassisten (Danke, Dietmar, für den hilfreichen und wie immer freundlich vorgebrachten Hinweis bei Facebook diesbezüglich) in Tracht, die Farbgebung – sehr frisch und modern, ohne die leichte Überdrehung, die viele Startup-Craftbrauer etwas pubertär daher kommen lassen. Das 6er-Tragerl, in dem der Kaltgehopfte Weissbier Hallodri zu erwerben war, nimmt das Design nochmal flächig auf.

Hofbräu Kaltgehopfter Weissbier Hallodri Tragerl

Leider hatte ich mich mit dem Thema der verfliegenden Hopfenaromen erst mit dem Kauf und der Verkostung dieses Biers auseinandergesetzt; hätte ich dieses Wissen schon vorher gehabt, hätte ich vielleicht davon abgesehen, zu dieser Zeit den Hallodri zu erwerben. In Zukunft werde ich mehr darauf achten, wie weit fortgeschritten der Aromenverfall mit Näherung an ein MHD sein könnte. Doch, wie man sieht, auch kleinere Missgeschicke beim Bierkauf können höchst anregend und lehrreich sein, und so genieße ich dieses Weißbier als einfache, aber trotz der verflogenen versprochenen Kalthopfung hochwertige Weißbierlehrstunde.

Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum Titel

Die Wahrheit hinter der Legende – Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum

Bei den meisten Spirituosen muss man vorsichtig sein mit dem, was in Werbetexten und Etiketten steht. Die Hersteller überbieten sich in meist erfundenen Entstehungsgeschichten, die malerischer und dramatischer als die Genesis sind; lokale Zeitzeugen auf der ganzen Welt sind notorisch schwätzerisch und erfinden auch gern mal eine kleine Anekdote, um den Heimgebrannten im Urlaub an den Mann zu bringen. Selbst Papier ist geduldig, und Cocktailbücher oder Artikel können sich nur mit Mühe zurückhalten, dem Leser einen spannende Reißer zu jedem obskuren Schnäpschen zu liefern – es kostet viel Zeit, Mühe und Ressourcen, um wirklich hinter all diese Augenwäscherei blicken zu können. Gerade bei Rum ist die Legendenbildung äußerst beliebt – und für Etiketten und Werbetexte gilt das alte (für meine Zwecke leicht abgewandelte) John-Ford-Filmzitat: „This is rum, sir.  When the legend becomes fact, print the legend.

Beispiel gefällig? Captain Morgan Rum ist ein in superindustriellem Maßstab und mit modernster Technik hergestellter Rum. Bei der Menge von über 50 Millionen Litern, die davon jährlich vom Diageo-Konzern unter die Leute gebracht wird, ist kein Platz für irgendwelche nostalgischen Anflüge bei der Herstellung und dem Vertrieb. Dennoch gefällt es Diageo, diesen Rum, der so überhaupt nichts mehr mit alten Zeiten und Tradition zu tun hat außer dem Namen, mit diesen schwärmerischen Worten zu bewerben:

„Die Geschichte von Captain Morgan reicht zurück bis in das Jahr 1680, als der ehemalige Pirat Sir Henry Morgan sich auf Jamaika niederließ und dort auf seiner Zuckerrohrplantage Rum kreierte, der bis heute nach unverändertem Originalrezept hergestellt wird.“

Jaja, ist klar. Piraten, 17.Jahrhundert, Jamaica, unverändertes Rezept. Ich bezweifle, dass die Partykonsumenten, die hauptsächlich heutzutage Captain-Morgan-Rum trinken, den fuseligen Tafia wirklich genossen hätten, den Henry Morgan seiner Mannschaft als Belohnung für die Plünderung Panamas wahrscheinlich ausgeschenkt hat, hergestellt damals ganz ohne Säulen-Hochdestillation, Kältefiltration, Zucker- und Aromenzusatz (und auch ohne Interesse, die Kundschaft vor Blindheit und Demenz zu schützen).

Kommen wir zu einem Rum, der all das nicht nötig hat. Man sieht schon am Etikett, das ganz ohne nostalgische Bebilderung, Legendenauszug und täuscherische Pseudofakten auskommt, dass der Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum von einem ganz anderen Kaliber ist. Aber ist der Inhalt wirklich besser, wenn das Äußere schlichter ist?

Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum Flasche

Die Farbe ist schonmal kräftig und glänzend, und stammt leider aber nur zum Teil aus dem Ex-Port-Fass, in dem der Rum für 6 Jahre nachziehen konnte, zusätzlich zu den ersten 3 Jahren, die er in Ex-Bourbon-Fässern verbrachte. Ein „Finish“ mit ⅔ der Gesamtreifedauer? Ungewohnt, aber gut gemacht! Da hätte man auf die Zuckerkulör zum Färben noch verzichten können.

Auch die Nase darf sich freuen – Karamell und Vanille, wie man sie von einer Bourbonfassreifung erwarten kann. Aber dann kommt schnell ein feiner Kokosnussduft in den Vordergrund, gottseidank nicht so ordinär wie beim Plantation 20th Anniversary, dazu Piment. Lavendel. Sahnepudding, nur eine Andeutung von Lösungsmitteln. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen.

Die Zunge fühlt sich gestreichelt beim ersten Schluck. Der Port Cask Finish fühlt sich sehr weich und rund, buttrig-cremig und unglaublich voluminös an. Süßlich ist er, ohne sich anzubiedern, wie das die nachgesüßten Rums oft tun, mit tatsächlich einem Touch von Tawny-Portwein, dann auch schokoladig und karamellig. Mit Verlaufdauer im Mund wird der Rum später würzig, weißpfeffrig, und weist eine angenehme Schärfe auf: aromatisch-scharf, nicht alkoholisch-scharf. Ein respektabel langanhaltender, kräftiger und eindrucksvoller Abgang beschließt den Schluck. Kokos- und Portaromen, vielleicht sogar Cognac, hängen nach. Etwas buttrig, nach Sahnebonbons, und dabei doch sehr trocken. Wenn die Schärfe verklingt, bleibt ein angenehmes, schwaches Brummen im Mund zurück.

Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum Etikett

Man merkt, ich gerate ins Schwelgen. Das gestehe ich aber gern ein, bei einem so sensationellen Zuckerrohrbrand. All die Lobeshymnen, die man über ihn liest, sind keine Lügen – das ist einer der besten Rums, die ich bisher getrunken habe, jedenfalls einer der angenehmsten und rundesten. Die einzig wunden Punkte dieses Bajaners sind die Färbung und die etwas niedrig angesetzte Alkoholstärke von 40%.

Spannend und höchstinteressant: Der Foursquare Port Cask Finish ist süß und körpervoll, und das ohne Zuckerbeigabe. Er hat feine Aromen, ohne künstlich aromatisiert zu werden. Er läuft weich die Kehle hinunter, ohne Glycerineinsatz. Letztlich ist dieser Rum ein Schlag ins Gesicht jedes Süßrumherstellers, der all dies nur mit Tricksereien und Betrügereien hinbekommt, und sogar damit nicht den Level dieses Rums erreicht. Ich bin mir sicher, dass Brenner Richard Seale diesen Rum tatsächlich auch als Fehdehandschuh an die Zuckerrumindustrie hingeworfen hat und ihnen damit die Zunge rausstreckt – wer ihn kennt oder ein paar Interviews mit ihm gelesen hat, wird das wie ich für gar nicht unwahrscheinlich halten. Er ist ein streitbarer Geist, der nie hinter dem Berg hält mit seiner Meinung über Rum und Rumbetrüger: Eines der wenigen Vorbilder aus der Schnapsbranche für mich.

Pur ist er also gut, um das mal zurückhaltend zu formulieren – dann kann er in Cocktails nicht schlecht sein. Tatsächlich hilft die üppige Aromatik, der volle Körper und die Würzigkeit beim Ausklang dazu, dass er selbst gegen die brachiale, sonst alles plattmachende Aromagewalt eines 30 Jahre alten Pedro Ximénez Sherry ankommt und dem Quarter Deck ein höchstfeines Rumaroma verpasst. In der Kombination dieser Zutaten ein herausragender Cocktail, in dem ich am liebsten baden würde.

 

Quarter Deck


Quarter Deck
2 oz Rum (z.B. Foursquare Port Cask Finish Barbados Rum)
1 oz PX Sherry (z.B. González Byass V.O.R.S. 30 Años Pedro Ximénez „Noé“)
¼ oz Zitronensaft
Auf Eis shaken.
[Rezept nach unbekannt]


Herausheben muss man am Ende noch das unglaubliche Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer noch eine Chance hat, zuzuschlagen, muss das tun. Es gibt kaum einen anderen Rum, der für 30€ pro Dreiviertelliter auch nur ansatzweise eine solche Leistung und Qualität abliefert. Wem dieses Produkt gefällt, könnte auch mal nach dem Zinfandel Cask Finish desselben Herstellers Ausschau halten. Ansonsten bleibt Foursquare eh die Referenz, was Barbados-Rum angeht – und grundsätzlich ein Vorreiter in Sachen Rumtransparenz und Ehrlichkeit. Man stellt sich die Frage, warum jemand noch freiwillig einen gepanschten, manipulierten Rum kauft, wenn man stattdessen etwas wie diesen Rum hier haben kann. Es kann sich nur um mangelnde Information handeln, denn wer einmal Lunte gerochen hat, will nie wieder zurück zum pappsüßen Zeug.

Glenfiddich IPA Experiment Titel

Es lebt! Es lebt! Glenfiddich IPA Experiment Single Malt Scotch Whisky

It was on a dreary night of November that I beheld the accomplishment of my toils. With an anxiety that almost amounted to agony, I collected the instruments of life around me, that I might infuse a spark of being into the lifeless thing that lay at my feet. It was already one in the morning; the rain pattered dismally against the panes, and my candle was nearly burnt out, when, by the glimmer of the half-extinguished light, I saw the dull yellow eye of the creature open; it breathed hard, and a convulsive motion agitated its limbs.

 

So dramatisch wie in Frankenstein, or the Modern Prometheus geht es bei nur wenigen Experimenten zu. Der Schweizer Victor Frankenstein bastelt sich sein Monster aus chemischen und alchemischen Zutaten und erweckt es zum Leben. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass mit dem Leben auch Anforderungen an den Erschaffer entstehen; das Wesen verfolgt seinen Schöpfer und verlangt Antworten auf seine Fragen. Doch will der Wissenschaftler plötzlich nichts mehr mit seiner Kreatur zu tun haben, und das Experiment wird zur Tragödie…

Nun gibt es durchaus auch Experimente in der Spirituosenbranche, die ähnlich tragisch verlaufen und die man besser im Labor gelassen hätte. Da werden Brände gequält mit Zutaten, dass einem das Grauen kommt. So mancher Rum oder Whisky werden in schlimmsten Schnapsversuchsreihen manipuliert, bis man nur noch zusammen mit Victor Frankenstein ausrufen kann:

Oh! No mortal could support the horror of that countenance.

Ist der Glenfiddich IPA Experiment Single Malt Scotch Whisky auch eine ähnliche Monstrosität wie das unbenannte Wesen, das Frankenstein erschaffen und zum Leben erweckt hatte?

Glenfiddich IPA Experiment Flasche

Wir wollen uns mal langsam an dieses Produkt herantasten. Dass Whiskys in Fässern allerlei Herkunft gereift und gefinisht werden, ist ja allgemein üblich und bekannt. Ex-Bourbon-Fässer sind die Standardware; abgelegte Fässer aus der Madeira-, Sherry-, und Portherstellung beliebt, da sie durch die im Holz gespeicherten Aromen der Vorbewohner einen ganz eigenen, im Endprodukt klar erkennbaren Touch an den Whisky abgeben.

Der Glenfiddich IPA Experiment macht das Naheliegende zum richtigen Zeitpunkt – die Craftbierbewegung ist in vollem Gange, die alten britischen Bierstile wie Pale Ale und India Pale Ale erleben eine globale Renaissance. Da fragt man sich eigentlich, warum es so lange dauerte, dass eine Destille auf die Idee kommt, ihren Malt Whisky in einem Ex-Bierfass zu finishen. Nach der unbekannten Reifezeit (dieser Scotch gehört zu den aktuell viel auftretenden NAS-Veröffentlichungen, die keine Altersangabe mehr aufweisen) konnte der Whisky so also noch 3 Monate in einem Fass nachreifen, das vorher ein extra für diesen Zweck gebrautes IPA der Speyside Craft Brewery in Forres, bei Inverness, enthielt. British Challenger ist die Aromahopfensorte, die das Bier mit einer Fruchtigkeit ausstattet, die dann an den Whisky übergehen soll. Soviel zum Bier, und zu den Fässern, aber was ist mit dem Wasser des Lebens selbst?

Glenfiddich IPA Experiment Glas

Betrachten wir es erstmal im Glas: Sonnenblumengold, mit leicht grüngelben Reflexen. Ganz gewiss weit davon entfernt, ein hässliches Monstrum zu sein, im Gegenteil. Die Beine gibt es aber nur zögerlich ab; diese sind dann dünn und langsamfließend.

A strange multiplicity of sensations seized me, and I saw, felt, heard, and smelt at the same time; and it was, indeed, a long time before I learned to distinguish between the operations of my various senses.

Wir sollten uns bei der Verkostung nicht wie Frankensteins Kreatur von den Sinneseindrücken verwirren lassen – wir trennen die Optik von der Olfaktorik. Letztere bietet uns abgestandenes Bier, Honig, mildes Orangenfleisch, Vanille, Banane. Frisch eingegossen ist da eine recht stechende Alkoholnote, die wir erstmal verfliegen lassen müssen.

Der erste Schluck weiß dann aber direkt zu gefallen. Sehr süß, ausgeglichen durch eine spritzige Zitrusnote. Eine gewisse hintergründige medizinische Charakteristik gibt Komplexität. Süßholz. Keinerlei Rauch oder Torf, dafür ein Anflug von Kräuterwiese, nein, eigentlich nur der Wind, der darüber streicht, denn der IPA Experiment hat einen sehr leichten Körper. Ich würde sagen – ein typischer Speyside Single Malt mit einem sehr hellen, fruchtigen Charakter. Persönlich erkenne ich nicht viel des Biers, aber dafür tatsächlich IPA-typische Aromahopfennoten. Im kurzen Abgang wird es dann würziger – Ingwer, weißer Pfeffer, und supertrocken. Stark adstringierend; eine angenehm glühende feine Mentholnote bleibt noch etwas.

I am alone and miserable; man will not associate with me; but one as deformed and horrible as myself would not deny herself to me.

Das Monster ist vielleicht etwas arg pessimistisch in seinem Ausblick auf seine soziale Zukunft. Der Glenfiddich IPA Experiment muss das natürlich nicht sein, denn ich kann ihn mir sehr gut als wunderbaren Partner in scotchbasierten Cocktails vorstellen. Dennoch mache ich hier und heute eine Ausnahme und gebe kein Cocktailrezept an, einfach, weil ich auf einen typisch schottischen Gebrauch hinweisen möchte, den ich in dem Jahr, das ich in Glasgow verbrachte, sehr zu schätzen lernte, und der dem Scotch eine ebenbürtige Partnerin gegenüberstellt, wie sie Frankensteins Schöpfung so sehr ersehnte: Das hauf an a hauf, also ein kleines Glas Scotch und dazu ein halbes Pint Bier. In Deutschland sagt man dazu Herrengedeck. Und was wäre dem kaledonischen Bierfass-Experiment mehr angebracht als ein fassgereiftes, schottisches Ale, wie das Innis & Gunn Oak Aged IPA?

Hauf an a hauf


Hauf an a hauf
1 Dram Scotch Whisky (z.B. Glenfiddich IPA Experiment)
½ Pint Schottisches Bier (z.B. Innis & Gunn Oak Aged IPA)


Die Präsentation ist durchweg gelungen – die für Glenfiddich übliche Dreiecksform findet sich in der stabilen, hübsch zurückhaltend mit Braun und Kupfer gestalteten Dose, als auch in der massiven, dunkelbraunen, fast blickdichten Flasche mit Naturkorken wieder. Die aufgeklebten Briefmarkenstiletiketten lassen viel Glas frei, so dass der aufs Glas gedruckte Hirschkopf wunderbar zur Geltung kommt. Insgesamt sehr wertig und ansprechend.

Glenfiddich IPA Experiment Dreiecksform

Würde das Whisky-Experiment, könnte es sprechen, auch die Master Distiller bei Glenfiddich anklagen, wie es das Monster bei Frankenstein tat?

„Cursed, cursed creator! Why did I live?“

Nein. Vielleicht würde es fragen, warum es für das Gebotene so relativ teuer verkauft werden muss, oder warum es nicht mit 46% statt 43% erschaffen werden konnte; doch das sind keine tiefen Sinnesfragen, sondern mehr Luxusprobleme. Der Glenfiddich IPA Experiment ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass nicht alle Versuche mit Horror, Mord und Verzweiflung enden müssen. Hätte sich Victor Frankenstein statt seiner Labors doch lieber eine Destille zugelegt, und hätte seine schöpferische Energie ins Brennen und Reifen gerichtet – ihm wäre viel Leid erspart geblieben, und wir hätten mehr interessante, unterhaltsame Whiskys wie diesen hier.

Faradaí Pará Spirit Titel

Ein Druck auf den Husarenknopf – Faradaí Pará Spirit

Der Mensch ist beim Schnapsherstellen schon immer sehr kreativ gewesen. Alles, was Feld und Wald hergaben, wurde fermentiert, gebrannt, vergeistet, mazeriert oder infundiert. Wer sich zum ersten Mal auf dieses weite Feld begibt, und bisher nur die Verwendung von Gerste (Bier, Whisky), Kartoffeln (Vodka), Trauben (Wein, Brandy) oder Zuckerrohr (Rum) kannte, erlebt zunächst überrascht, dass auch Agaven, Mais, Trester, Äpfel, Bitterorangen und Reis als Basismaterialien weitverbreitet sind. Hat man sich damit abgefunden, bietet diese Welt weiterhin noch Überraschungen für den bereits Fortgeschrittenen – wer tiefer gräbt, findet heutzutage auch schnell mutige Brenner, die Spirituosen aus ungewöhnlicheren Zutaten herstellen: Fichtensprossengeiste, Tabak-, Zirben- und Harzliköre sind so verrückt nicht, wie es sich auf den ersten Blick anhört.

Seit dem globalen Endloserfolgs eines Gin Basil Smash sind auch Gemüse in der Bar angekommen. Wen wundert es da, dass auch seltsame Randpflanzen so langsam ins Licht der Öffentlichkeit rücken – denn wer kennt denn in Deutschland eigentlich die Parakresse? Ein obskures Gewächs, stammend wohl aus Südamerika, das eine eigentümliche Eigenschaft aufweist, die sie spannend für die immer Suchenden der Mixologie macht – sie prickelt im Mund wie Brause, und hat sogar einen leicht betäubenden Effekt auf die Zunge. Kein Wunder, dass sie einen idealen Ersatz für Brause darstellen kann, wenn man Kinder nicht gleichzeitig mit Zucker und allerlei Chemie vollpumpen will.

Der Husarenknopf, ein alternativer Name für die Parakresse, ist der Clou im Faradaí Pará Spirit. Die Hersteller destillieren für ihre Kreation Ceylon– und Assam-Schwarztee (wahrscheinlich einen stark gesüßten Tee, der fermentiert wurde; genauere Hinweise bieten die etwas schwammigen Produktinfos auf der Herstellerseite und dem beiliegenden Booklet leider nicht) – schon allein das sieht man nicht allzu häufig – und mazerieren darin die Blüten der Parakresse. Dadurch entsteht ein Tee-Getränk mit 35% Alkohol, einer dunkelbraunen Schwarzteefarbe und einem Namen mit vielen Akzenten.

Faradaí Pará Spirit Flasche

Was die Flasche noch nicht eindeutig erkennen lässt, wird im Glas deutlich – der Faradaí ist trotz seines dunklen Schwarztee-Rots klar, mit orangenen Reflexen. Beim Schwenken ist er nur mäßig viskos, dadurch entstehen am Glas kaum Beine. Optisch denkt man vielleicht erstmal an einen Amaro wie Ramazotti oder Averna. Der Geruch dagegen hat überhaupt nichts italienisch-liebliches, im Gegenteil: Holzig, moosig, erdig. Natürlich erkennt man sofort den Schwarztee. Ein kräuteriger Unterton schleicht sich ein, und ganz hintergründig milde Zitrusfruchtbittere, vielleicht Orangenschale.

Der Geschmack hat eine kurze Phase, in der er sich präsentieren kann: Sehr süß, deutliches Schwarzteearoma. Etwas bittere Orangenschale; im Gesamtbild nebenbei entfernt erinnernd an einen etwas verdünnten Kräuterlikör wie Jägermeister. Schwer zu verkosten, weil diese Aromatik nur ein kurzes Intermezzo ist, denn…

…im Abgang dann entfaltet sich das Wunder – hier erst beginnt der Faradaí seinen Charakter zu zeigen. Da kribbelt und brummt es, dass es eine Freude ist. Ein stark metallisches Gefühl kommt dazu. Spät noch etwas Orange, allerdings ist das Brausekribbeln extrem dominierend und übertönt alles restlos. Ein durchaus starkes Betäubungsgefühl mindestens auf der Zungenspitze, im weiteren Verlauf auch an der Zungenseite. Sehr spannend, aber nicht so richtig angenehm. Das muss man probiert haben, um es zu verstehen – einmalig und nicht mal ansatzweise von anderen Getränken bekannt.

Faradaí Pará Spirit Glas

Als Purgetränk kaum genießbar, denn der Effekt übertönt den Geschmack. Ich sage das selten, doch hier haben wir den Fall: Der Faradaí Pará Spirit ist eine reine Mixspirituose. Nicht, weil die Qualität niedrig ist, wie das oft als Begründung für diese Eingruppierung der Fall ist, sondern weil der Effekt zu intensiv, zu vordergründig ist, als dass man darüber hinaus noch weitere Aromen erkennen könnte. Auch ist der Betäubungseffekt natürlich eigentlich kein wünschenswerter, wenn man mit seinen Geschmacksnerven noch explorieren will.

Daher muss man aber selbst in Cocktails achtgeben, wie man diesen elektrisierenden Brand dosiert; zuviel, und er übernimmt alles. In den Regime Change Punch gehört normalerweise als dritte Zutat eine Dreiviertelunze Schwarzteesirup; diese habe ich, neben ein paar anderen kleinen Änderungen, durch Faradaí ersetzt. Und, siehe da – wer denkt dass in einem sovielzutatigen Cocktail eine winzige Änderung, dazu nicht mal in der Hauptspirituose, keinen Unterschied macht, wird schnell eines besseren belehrt, wenn er den dann von mir passend umbenannten Electric Regime Change Punch mal probiert.

Electric Regime Change Punch


Electric Regime Change Punch
1½ oz Whiskey (z.B. Old Grand-Dad)
1 oz Zitronensaft
¾ oz Faradaí Pará Spirit
½ oz Laird’s Applejack
½ oz Karamellsirup
¼ oz Galliano l’Autentico
¼ oz Honigsirup
1 Teelöffel Allspice Dram (z.B. The Bitter Truth Pimento Dram)
1 Spritzer The Bitter Truth Old Time Aromatic Bitters
Alle Zutaten auf Eis shaken, dann in ein großes Glas mit frischem Eis geben.

Mit etwas Sprudel toppen.
[Rezept adaptiert nach einem Original von Colin Shearn]


Wer die Flasche zugeschickt bekommt, erfreut sich aber zunächst mal an der Präsentation. Die Halbliterflasche (erhältlich ist zwischenzeitlich auch eine 20cl-Größe) ist eingewickelt in schwarzes Seidenpapier, die mit einem Aufkleber des Markenlogos verklebt ist. Anbei findet man ein A4-Poster des Markenschriftzugs und ein kleines Heftchen mit Hinweisen zur Parakresse und empfohlenen Cocktailrezepten, erfunden von gestandenen Barkeepern aus Berlin, die deutlich wenigerzutatig sind als mein Extrembeispiel.

Faradaí Pará Spirit Verpackung

Insgesamt muss man sich als Barbetreiber, und noch viel mehr als Heimbar-Fly mit begrenztem Budget, fragen, wie interessant so eine Effektspirituose für einen sein kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Faradaí Pará Spirit in einer professionellen, experimentierfreudigen Bar für eine Spezialcocktail-Woche ein hervorragender, überraschender und die Kunden reizender Zusatz sein kann, denn, wie gesagt, der Effekt ist ziemlich einmalig und wirklich besonders. Leider verlieren solche Special Effects oft zügig den Reiz, den sie zu Beginn noch ausübten. Bei 28€ für den halben Liter bewegen wir uns im doch schon hochpreisigen Bereich – persönlich empfinde ich es aber als den Preis wert, denn man bekommt für das Geld eine ganz und gar unkonventionelle, handwerklich hergestellte und ausgesprochen kreative Spirituose eines kleinen Unternehmens – und unterstützt damit sogar noch die immer mehr in Fahrt kommende deutsche Spirituosenlandschaft abseits der großen Konzerne mit ihrem ewig gleichen Allerlei.

Uerige Altbier TItel

Wat mäkt dä för e uerig Jesech – Uerige Alt

Hier sitze ich also und trinke gemütlich die zweite Flasche Altbier für diesen Artikel. Beim vor sich hin Sinnieren fallen einem manchmal die seltsamsten Fragestellungen ein – eine davon, die mir beim Betrachten des Uerige Alt, einem der klassischen Altbiere aus der originalen Düsseldorfer Hausbrauwelt, in den Sinn kam, ist, woher so ein dunkles Bier seine Farbe bezieht. Man hört zur Zeit ja immer wieder in Fernsehreportagen, dass dunkles Bier oft eigentlich nur gefärbtes helles Bier sei; mit Zuckerkulör und Farbebier wird bei so manchem Bierbrauer scheinbar schnell die Sortenvielfalt vergrößert, ohne zusätzliche Arbeit hineinzustecken.

Ist so ein Zweifel erstmal gesät, treibt er seltsamste Blüten, wie die Geschichte darüber, dass ein Altbier in produktionstechnischen Engpässen schonmal einfach eingefärbtes Kölsch sei – durch Miss- und Mangelinformation entstehen so urbane Legenden, die die seit Anbeginn der Zeit konkurrierenden Metropolen Köln und Düsseldorf natürlich gern aufgreifen, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen oder auch nur die Sinnhaftigkeit. Dass Altbier auch außerhalb Düsseldorfs gebraut wird, eventuell sogar in Köln, ist ja die eine Sache; daraus zu schließen, dass dann einfach Kölsch hergenommen und dunkelgefärbt wird, eine andere. Da kommt einem doch schnell die alte Karikatur in den Sinn, die für beide Seiten so schnell passend gemacht werden kann. Das glückliche Pferd.

Kölsch und Alt Pferdeumwandler

Der Unterschied zwischen Kölsch und Alt ist, das muss man einfach dazusagen, so gigantisch nicht, wie die gepflegte Feindschaft der beiden Herkunftsstädte es andeutet. Beides sind leichte, obergärige Biere – während das Kölner Bier mit hellem Gerstenmalz hergestellt wird, unterläuft das Malz des Düsseldorfer Biers einer Röstung, was für die dunkle Farbe sorgt und Röstaromen und mehr Malzigkeit in das Bier bringt, allerdings in gemäßigter Form, nicht etwa wie bei einem Stout oder Porter: Ein Alt bleibt, trotz der Farbe, immer ein geschmacklich relativ helltöniges, frisches Bier. Wollen wir einfach mal ausprobieren, ob so ein echtes Hausbraueralt wie das Uerige Alt tatsächlich wie ein Kölsch schmeckt, oder?

Uerige Altbier Flasche

Die Farbe ist natürlich hier erstmal wieder Thema Nummer 1. Sehr attraktiv, rotbraun mit goldenen Reflexen im Glas, ich hoffe allein entstanden durch das Röstmalz. Ich vertraue der Hausbrauerszene hier einfach mal, und will nicht paranoid werden, obwohl meine Erfahrungen in der Spirituosen– und Bierbranche das durchaus als angebracht erachten ließen.

Für die Geruchseinschätzung muss man schon genauer hinschnuppern – geruchlich ist das Uerige Alt ein eher neutraleres Bier. Was man riecht ist sehr malzig, herber. Leicht brotig vielleicht sogar. Auch die Aromen auf Zunge und Gaumen sind zunächst rar gesät; was dagegen einen sofort positiv anspringt ist die hohe Rezenz, dazu die perfekte Mischung aus Säure und Süße. Im Abgang hebt die milde, äußerst angenehme Bittere, entstanden durch den schonungslosen Einsatz von Bitterhopfen, ihren Kopf, begleitet von wuchtigen Röstaromen, einem Anflug von Salz: hier wirkt das Alt dann doch recht dunkeltönig, und wer das mit einem Kölsch verwechselt, sollte das Biertrinken ganz sein lassen.

Sehr erfrischend, selbst bei fast schon Zimmertemperatur, und sehr süffig rinnt das Uerige Alt unglaublich gut und freundlich die Kehle hinunter. Tatsächlich ist das ein Bier, das ich weniger wegen den (doch deutlich zurückgenommenen) Aromen trinke, sondern wegen der Klarheit, Assertivität und Robustheit. Da ist nichts blumig-fruchtiges, nicht zitronig-liebliches – ein sehr klassisches Bier, geradeheraus, ohne Sperenzchen und dabei doch mit einer respektablen Tiefe und Komplexität. Der einzige Wermutstropfen – man muss es recht zügig trinken, denn es wird schnell schal.

Uerige Alt Glas

4,7% Alkohol bekommt man mit dem Uerige Alt, abgefüllt in einer Halbliter-Bügelflasche mit dezent, aber sehr gefällig gestaltetem Etikett. 3 Sorten Malz (Gersten-, Caramel- und Röstmalz) wurden eingesetzt zur Herstellung, dazu, für meinen Geschmack zu generisch formulierten „Doldenhopfen“, was auch immer sich dahinter verbergen mag. Wer etwas als Hausbrauer auf sich gibt, hat natürlich auch seinen eigenen Hefestamm, hier die „Uerige Hefe“.

Der erste (und leider praktisch einzige) Treffer, den man bei der Internetsuche nach Altbiercocktails findet, ist der Altbier Breezer, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Brauer-Bund entwickelt wurde. Tatsächlich erkennt man am Rezept die Handschrift eines Profis – daher schäme ich mich nicht, das recht offensichtliche hier nochmal wiederzukäuen.

Altbier Breezer


Altbier Breezer
4 halbierte Kumquats mit…
1 Esslöffel Kokosblütenzucker muddeln
Crushed ice ins Glas geben, dazu…
1 oz Rum (z.B.  Rhum Negrita)
¾ oz Grand Marnier Cordon Rouge
…und am Ende auffüllen mit
Altbier (z.B. Uerige Alt)
[Rezept leicht modifiziert nach Kent Steinbach]


Was bleibt als Fazit für das Uerige Alt? Ideal als Genießerbier, ideal als Essensbegleiter, ideal als Durstlöscher. Was kann man sonst noch von einem Bier verlangen? Da muss man wirklich, um wie schon beim Artikeltitel im Düsseldorfer Platt zu bleiben, kein uerig Jesech machen. Ein herrliches Bier, das auf meiner persönlichen, aber inoffiziellen Bierskala sehr weit oben landet. Es ist fast schon eine Schande, dass ein dermaßen faszinierender Bierstil wie das Alt nur noch in Kulturtaschen wie Düsseldorf getrunken wird. Das muss aufhören. Trinkt mehr Alt, liebe Leute! Ich hoffe aber, dass dieser Aufruf nicht dazu führt, dass aufgrund von plötzlicher Altknappheit nun allerlei Kölschbestände und Farbebiervorräte aufgekauft werden…

Koval Millet Single Barrel Whiskey Titel

Im Käfig oder auf dem Fensterbrett? Koval Millet Single Barrel Whiskey

Ich bin eigentlich in jedem Geschäft, das Lebensmittel anbietet, immer auch auf der Suche nach neuen Spirituosen. Das Angebot ist meist recht unterschiedlich. Gewisse Standardware hat jeder, wie den Old No. 7, Havana Club 3 Años oder Gordon’s Gin; darüber hinaus ist das Sortiment aber dann schon wechselnd. Der eine Markt konzentriert sich auf Billigschnaps en gros, der andere hat kleine aber feine Marken in der Auslage.

Seit einiger Zeit gehe ich für einige Lebensmittel in Biomärkte, und neben der deutlich sichtbaren Professionalisierung (die ungepflegten Hippies, die braune Bananen mit einem maoistischen Flyer einwickelten, sind Geschichte) bieten diese Läden inzwischen auch Wein, Bier und Spirituosen an, fair hergestellt und gehandelt, mit Zertifikaten und Siegeln. Schnaps, den man oft sonst kaum woanders findet, denn der Kunde mag bei Eiern, Tomaten und Rindfleisch inzwischen auf nachhaltig produzierte Ware schauen, bei flüssigen Genussmitteln ist das eher die Ausnahme. Für manche Hersteller eine Chance, eine Nische zu füllen, die mit der Zeit wahrscheinlich immer bedeutender werden wird.

Für amerikanischen Whiskey gibt es dabei einige grundlegende Dinge zu beachten, wenn es um Bioproduktion geht. Das Rohmaterial, also hauptsächlich Mais, Gerste und/oder Roggen, muss biozertifiziert sein, was in den genmanipulationsfreundlichen USA bereits einen ersten Stolperstein darstellt. Der Koval Millet Single Barrel Whiskey wird auf der Herstellerseite und in Shops als „organic“, dem englischen Begriff für „bio“, vermarktet – doch auf der Flasche selbst findet sich kein Hinweis mehr darauf. Ist da was schiefgegangen?

Koval Millet Single Barrel Whiskey Flasche

Die Erklärung ist recht simpel – neben den Basisprodukten muss auch die Produktion und, und das vergessen viele, sogar der Vertrieb zertifiziert sein, um ein entsprechendes Siegel in Europa zu erhalten. Der Importeur Haromex kann (oder will, aus Kostengründen) dies nicht leisten. Nun, wir wollen ihn trotzdem verkosten, denn Bio-Zertifizierung ist ja gut und schön, wenn er aber geschmacklich nichts taugt, bringt das alles nichts.

Hirse (engl. millet) als Basisgetreide für Whiskey ist ein Alleinstellungsmerkmal – das uralte Gewächs dient hier als Ersatz für die sonst bei amerikanischem Whiskey üblichen Sorten wie Mais, Gerste, Roggen oder Weizen. Die Farbe zeigt diese ungewohnte Zutat allerdings nicht: Kräftiger, strahlender Bernstein, sehr erinnernd an Bourbon oder Rye. Lange, dicke Beine beim Schwenken erzeugen eine ansprechende Optik. Auch die Nase wird überzeugt: Vanille, eine süßliche Note nach Birne und Litschi (mit Dank an Horst Lüning für diesen Hinweis, den ich selbst nicht benennen hätte können, aber definitiv da ist!), Eichenholz, Cerealien. Sehr mild und attraktiv. Die deutlich erkennbare Lösungsmittelnote gehört mit dazu bei amerikanischem Whiskey.

Der Bourbonkenner ist überrascht beim ersten Schluck: Zwar klar süß, aber dazu leicht seifig, insgesamt sehr eigen. Das überragend samtige Mundgefühl passt zum dichten Körper, während die Aromatik aber eher auf der Obertonebene bleibt. Litschis, mildes Obst wie Birne und Banane, dazu aber eine milde Säure. Die Hirse macht sich ingesamt sehr gut als Whiskeygetreide, gibt neben der ganz eigenen Aromatik noch eine runde, feine Tiefe an das Getränk. Eine durchaus kräftige Pfefferschärfe komplettiert ein spannendes Panorama von Eindrücken.

Im Endgame findet sich etwas Säure, ein leichtes Kitzeln belebt den ansonsten samtigen und zarten, sehr langen Abgang. Obstnoten bleiben noch länger am Gaumen, dazu ein minimales Betäubungsgefühl auf der Zungenspitze, spannend für einen Brand, der eigentlich nur 40% (80 proof) aufweist.

Tatsächlich kann man den Koval Millet Single Barrel Whiskey meiner Meinung nach überall dort einsetzen, wo man sonst eigentlich einen Bourbon hernehmen würde. Durch solch leichte Variationen in Basisspirituosen bekommen wir schnell einen ganz anderen Drink; der Haymaker profitiert beispielsweise von der Zartfruchtigkeit und der brummenden Tiefe des Koval-Bioprodukts.

Haymaker


Haymaker
¾ oz Whiskey (z.B. Koval Millet Single Barrel Whiskey)
  ¾ oz Triple Sec (z.B. Grand Marnier Cordon Jaune)
¾ oz Trockener Wermut (z.B. Noilly Prat)
¾ oz Limettensaft
[Rezept nach unbekannt]


Die restlichen Daten lesen sich schön für einen Whiskeyfreund, der auf Herstellungsdetails und Transparenz steht (ich tue das): unfiltrierte Single-Barrel-Abfüllung mit entsprechender Flaschennummerierung, gereift in ausgebrannten, neuen 30-Gallonen-Fässern aus amerikanischer Weißeiche aus Minnesota, die Hirse stammt von einem Biofarmerkollektiv im Mittleren Westen der USA – wer will, kann den Inhalt seiner Flasche bis zum Getreidebauern zurückverfolgen. Wie üblich bei Koval wird nur der Heart Cut eingelagert (ich bin mir nicht sicher, ob das nicht auch die großen Hersteller tun, denn Heads und Tails eines Brennvorgangs werden eigentlich überall als minderwertig wahrgenommen).

Ich freue mich über jede neue Idee, die die sympathische Craftbrauerei aus Chicago hervorbringt. Wer mehr von ihnen probieren will, sollte sich definitiv auch deren Single Barrel Bourbon und den Four Grain Single Barrel anschauen.

Rum: The Manual Titel

Money, alcohol, sex, and death – Dave Broom’s Rum: The Manual

Das Hobby des semiprofessionellen Spirituosentrinkers ist ein anstrengendes. Es gilt, ein weites Feld zu beackern, das in seiner Breite von Horizont zu Horizont geht; gleichzeitig offenbart sich aber beim genaueren Hinschauen sehr schnell eine fast bodenlose Tiefe, die man kaum auszuloten vermag. Daher muss man sich entscheiden: Will man sich spezialisieren, und beginnen, die Tiefen auszuleuchten – oder lieber Generalist bleiben, um den Blick über die Weite schweifen lassen zu können? Will man eher der Deckstrich auf dem „T“ sein, oder der Stamm?

Mir ist es klar, was ich will – ich bin ein Generalist. Die Töchter der anderen Brennerväter dann immer doch zu hübsch, als dass ich mich auf eine Spirituosengattung festlegen könnte. Um zu verhindern, dass dabei aber das dann doch oft für das „T“ nötige Spezialwissen verloren geht, gilt es, sich fortzubilden. Einerseits klappt das natürlich ganz gut, in dem man sich ein paar Flaschen eines Schnapses langsam und genussvoll-mäßigend hinter die Binde gießt (wäre nur jede berufliche Fortbildung auch so unterhaltsam!), doch es schadet nie, sich auch mal die eine oder andere Lektüre in nüchternen Momenten zuzuführen. Über eines dieser Weiterbildungsbücher, Rum: The Manual des britischen Kenners Dave Broom, habe ich mich besonders gefreut.

Den meisten ist Dave Broom wahrscheinlich eher als Whiskyexperte bekannt, doch er schrieb schon 2003, als das Thema „Rum“ vielerorts noch ein recht stiefmütterlich behandeltes war, ein Buch über den karibischen Zuckerrohrbrand. Er weiß also, wovon er redet. Spätestens nach den ersten paar Seiten seines neuen Buchs zweifelt man daran nicht mehr. Er hat sich tief in die Untiefen des Rums begeben – ist er dabei, wie so viele Zuckerbarone und Plantagenbetreiber, untergegangen in den Gefahren dieses Geschäfts – „money, alcohol, sex, and death“?

Rum: The Manual Cover

Nein. Er hat seinen kühlen, schottischen Kopf bewahrt und ein kluges, spannendes und dabei noch unterhaltsames Buch geschrieben. Die grundsätzliche Herangehensweise gefällt mir – es ist kein „Bewertungslexikon“ geworden, in dem einfach nur subjektive, meist recht willkürliche Noten für einzelne Rums vergeben werden, nein, es gibt „nur“ Verkostungsnotizen. Ich fühle mich durch Brooms Meinung bestärkt, selbst auch weiterhin keine Bestmarken, Noten oder zählbare Bewertungen auf meinem Blog abzugeben. Nun, das mit den fehlenden Bewertungen stimmt nicht ganz. Er bewertet in diesem Buch die Mixability einer Spirituose, und das ist ein ganz neuer, frischer Ansatz.

„These scores are for the mixes and not for the rum, each of which was chosen for its inherent quality, so read the tasting note to glean how that manifests itself.“

Persönlich glaube ich zwar nicht, dass sich ausgerechnet Rum über andere Brände hinweg dafür besonders auszeichnet, vermischt zu werden, aber wahrscheinlich ist das im kulturellen Gedächtnis bei so vielen so hängengeblieben. Die Mixer, die er für die unterschiedlichen Rumsorten anbietet, bleiben stabil – Kokoswasser, Clementinensaft, Ingwerbier und Cola dienen als Leinwand für sehr einfache Longdrinks oder Highballs. Dazu kommt immer ein sortentypischer, aber einfach herzustellender Cocktail, der Daiquiri bei weißem Rum, der Old Fashioned für gereifte Rums; der Caipirinha für Cachaça, der Ti’Punch für Rhum agricole. Von 1 bis 5* Punkten wird die entsprechende Mixtur benotet.

Nun, diese Vorgabe konnte ich nicht auf mir sitzenlassen, der weder Clementinensaft noch Kokoswasser je als Filler für einen Longdrink kannte. Aber solchen Wissenslücken ist natürlich schnell und kostengünstig beigekommen. Zur aktuellen Jahreszeit sind Clementinen überall erhältlich, und überraschend ergiebig beim Ausdrücken. Von Kokosnüssen kann man das nicht wirklich sagen, daher habe ich mich da zugegebenermaßen auf ein fernöstliches Fertigprodukt eingelassen. Die beiden Rums, die ich mir ausgesucht hatte, haben in seiner Mixability-Bewertung für den jeweiligen Filler die Maximalanzahl von 5 Punkten erreicht: Wray & Nephew White Overproof Rum mit Clementinensaft, und Bacardí 8 Años mit Kokoswasser. Ja, das kann man trinken.

Wray & Nephew mit Clementinensaft Bacardí 8 Años mit Kokoswasser

Im letzten Drittel des Buchs werden dann noch ausgefallenere Rumrezepte aufgelistet, von Punches über Tiki über Prohibition-Era bis hin zu modernen Cocktails findet man für jeden Geschmack etwas; und Broom hat aus den Fehlern vieler Cocktailbücher gelernt und wirft dem Leser nicht einfach nur die Mengen- und Zubereitungsangaben hin, sondern hat immer noch eine kleine Story für den jeweiligen Cocktail parat.

Ein sehr schöner Vorteil dieses Buchs ist, dass es so aktuell ist: 2016 erschienen, bietet es auch einen kurzen Blick auf Gebiete, die erst vor kurzem auf unserer westlich-barkulturorientierten Schnapslandkarte auftauchten, wie der haitianische Clairin, und weitere Rumsorten, die erst vor kurzer Zeit das Licht der Welt erblickt hatten. Schön, dass auch rhum agricole endlich einen Platz bekommt, den er verdient – im Herzen des Buchs. Auch das Thema der Nachzuckerung wird bereits auf den ersten Seiten angesprochen und mit klaren Worten beurteilt – mir, dem dieses Thema sehr am Herzen liegt, geht dabei dasselbe auf. Dabei verfällt er nicht in meinen absoluten Dogmatismus, sondern gibt auch den nachgezuckerten Rums, die in seinem Buch auftauchen, eine Chance, ihr bestes zu geben. Hin und wieder hat er aber doch ein Aufblitzen des Einsehens, wie als er einen ungesüßten Rum beschreibt: „It’s rich, but not sweet. There’s a difference.“

Von allen Flaschen gibt es aktuelle Fotos, ebenso wie von dem einen oder anderen Cocktail, Barinnenansichten und Menschen hinter den Kulissen, dazu einige, meist historische Illustrationen von Brennanlagen. Ausgesprochen sensationell, und wahrscheinlich das wertvollste überhaupt an diesem Buch, ist die „Rum flavour map“, in der die besprochenen Rums in ein Koordinatensystem aus Geschmackseindrücken eingeordnet werden. Für jeden Rumfreund ein Muss.

Die „theoretischen“ Teile sind unterhaltsam geschrieben und klug aufbereitet; wer bereits Ian Williams‚ Buch über die Geschichte des Rum gelesen hat, wird vieles aus dem geschichtlichen Teil wiedererkennen, der technische Teil, in dem es um die Produktion geht, ist laiengerecht dargelegt, ohne an interessanten Details selbst für Kenner zu sparen. Besonders die Trennung zwischen „dunder“ und „muck“ bei jamaikanischem Rum, und deren eigentlich seltene Verwendung, sorgte bei mir für ein Aha-Erlebnis.

Ein rundum gelungenes Buch. Wer sich in nächster Zeit Lektüre über Rum zulegen möchte, kommt an Dave Brooms Buch nicht vorbei. Ebensowenig wie ich an einem Glas Calibogus, mit dem Broom mich hier am meisten überraschte – gleiche Teile Bier und Rum. Na, wenn das nicht ein Schlusswort unter die Thematik ist.

Leffe Royale Houblon Cascade IPA Titel

Hopfen im Scheinwerferlicht – Leffe Royale Houblon Cascade IPA

IPA oder India Pale Ale, bis heute der Bierstil-Vorreiter der Craftbierwelle hier in Deutschland, wird von so einigen Bierprogressiven inzwischen als langweilig und verbraucht angesehen. Das blasse Indien-Obergärige hat aber auch einen harten Weg hinter sich, es musste sich so allerlei Brutalitäten gefallen lassen – der IBU-Wahnsinn von über 100 Bittereinheiten war ein Ausdruck der verzweifelten Suche nach gewaltsamer Neuinterpretation. Dann reichte auch ein einzelner Aromahopfen schnell nicht mehr aus, es mussten zwei, drei, vier oder noch mehr Hopfensorten gleichzeitig her, damit man noch im Gespräch blieb. So verbrennt man auf die Dauer einen ehrenwerten alten Bierstil im Feuer der modernen Bart-Craft-Hippigkeit.

Tatsächlich gehen daher einige Brauer nun den Weg wieder zurück. Die Kehrwieder Kreativbrauerei beispielsweise braut nun Single-Hop-Biere, also solche, die mit nur einem Aromahopfen auskommen, und diesem so zu bisher ungekannter Expressivität verhelfen – der Hopfen kann sich in seiner ganzen Pracht zeigen, ohne mit seinen Kollegen konkurrieren zu müssen. Weitere Unterstützung für dieses Unterfangen, einzelne Hopfensorten auf den roten Teppich zu stellen statt ein Konglomerat, kommt aus Belgien. Die Traditionsbrauerei Leffe bietet unter der Signatur Leffe Royale Biere an, die mit nur einem ausgewählten Aromahopfen kaltgehopft wurden. Eines davon ist das Leffe Royale Houblon Cascade IPA (Houblon ist französisch für Hopfen). Werfen wir einen Blick auf den Versuch, dem nordamerikanischen Cascade-Hopfen, gewiss einem der wichtigsten und bekanntesten Vertreter seiner Pflanzengattung, seinen Moment im Scheinwerferlicht zu gönnen.

Leffe Royale Houblon Cascade IPA Flasche

Im Glas weist das Leffe IPA eine kristallklare, schöne, sehr ansprechende goldene Farbe auf. Kräftige Perlage, grober, leider nur kurzlebiger Schaum. Optisch schonmal eine Sensation, die in meinem aus dem Griechenland-Urlaub mitgebrachtem Mythos-Kelch herrlich zur Geltung kommt. Leicht zitronig riecht das Bier, nach Hefe und Brause. Sehr frisch und leicht, helltönig und klar. Erkennbar blumig, Jasmin würde ich mal behaupten.

Blumig und hell ist dann auch der Geschmack, Jasmin und vielleicht Rosen sind ungewohnt für ein IPA, auch, dass man dafür kaum Fruchtnoten bekommt, etwas Apfel und Kiwi ist das höchste der Gefühle. Die wuchtige Süße, die man vom Leffe Blonde vielleicht schon kennt, ist auch hier vorhanden; mit Aufenthaltsdauer des Biers im Mund läuft eine milde Würze nach. Es ist kaum bitter, weist aber einen sehr dichten, voluminösen Körper mit seidigem Mundgefühl auf. Die mittlere Rezenz sorgt, trotz der hohen Karbonisierung, für einen eher mäßigen Erfrischungsfaktor.

Ich schmecke als Ausgleich dafür einen mittellangen Abgang mit viel Charakter. Auch hier meint man, eine blumig-kräuterige Note herauszuspüren. Das, was mich schon beim Leffe Blonde gestört hat, ist auch hier vorhanden – das etwas pappig-süße Nachgefühl im Mund. Dennoch bleibt mir als Fazit – ein schönes, feines Bier für Leute mit Hang zum Süßen, jedenfalls kein sehr bierstiltypisches IPA, wenn man es überhaupt so nennen darf oder kann. Und auch kein Durststiller, mehr ein nachdenklicher Schluck zum Sinnieren.

Leffe Royale Houblon Cascade IPA Glas

Das Standard-Leffe Blonde hat 6,6%, darauf wurde für das Royale nochmal ein knappes königliches Prozent draufgeschlagen – 7,5% Alkohol sorgen für ordentlichen Bums, den man aber nur später spürt, nicht schmeckt. Zum Glück sind meine Proben auch in 33cl-Fläschchen abgefüllt, da bremst man sich automatisch, das Royale ist aber auch in 750ml-Sektflaschen erhältlich.

Das schöne, grün-schwarz-goldene Design voller Hopfendolden inspiriert mich zu einem Ausflug in die Natur. Natürlich bildlich gesprochen, mit meinem zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels gebrochenen Fuß hab ichs nicht so mit Laufen. Ich brauche aber hin und wieder eine Erinnerung an die Welt da draußen, und so simuliere ich so ein Erlebnis mit einem Biercocktail, dem Waldgeist. Das Leffe Royale ist ideal dafür geeignet, mit seinem kräftigen Körper bietet es eine tolle Kulisse, vor der Fichtennadelgeist, Scotch und Verjus (ein saurer Traubensaft, erinnernd an milden Essig) ihren Waldspaziergang genießen können.

Waldgeist


Waldgeist
½ oz Blended Scotch Whisky (oder z.B. Nikka From the Barrel)
½ oz Fichtensprossengeist (z.B. von Faude Feine Brände)
1 TL Zuckersirup
¾ oz Verjus
…auf Eis shaken, dann aufgießen mit…
hellem, aber würzigen Bier (z.B. Leffe Royale Cascade IPA)
[Rezept nach Moritz Niederstrasser und Matthias Ingelmann]


Das Vierertragerl war erhältlich für 6€ in einem französischen Supermarkt hier bei mir an der deutschfranzösischen Grenze. Das Tragerl ist noch bedruckt mit einigen, leider meist recht belanglosen Informationen. Immerhin erfährt man hier noch, wenn man des Französischen mächtig ist, dass das Leffe Royale eine Kalthopfung erfährt, und was der Unterschied zwischen Warm- und Kalthopfung ist. Eine empfohlene Trinktemperatur von 8-10° ist angegeben. Den Schreibfehler „Indian Pale Ale“, der auch auf dem Flaschenetikett wiederholt wird, will ich mal großzügig übersehen, obwohl sowas einem Brauer von Welt nicht passieren dürfte.

Leffe Royale Houblon Cascade IPA Tragerl

Andere Royale-Sorten sind ebenso erhältlich, sie bilden fast schon eine Reise um die Welt ab: mit den Single-Hop-Bieren auf Basis von Whitbread Golding (Großbritannien), Mapuche (Argentinien) und Crystal (USA) haben wir hier ein wahrhaft internationales Gespann belgischen Bieres vor uns. Ich halte jedenfalls Ausschau nach diesen Sorten und bin gespannt, ob diese dann ihrem angepriesenen Bierstil gerechter werden als dieses Pseudo-IPA, und ob der Hopfen in ihnen mehr Chancen gegen die wuchtige Bierbasis des Leffe haben wird als der arme, etwas untergehende Cascade in diesem Bier.